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FPÖ-Klub füttert rechte Medien mit über 60.000 Euro Steuergeld über Inserate gegen NGOs

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Schnedlitz und Kickl im Parlament (Foto: APA-Images / APA / Roland Schlager)

Schnedlitz und Kickl im Parlament (Foto: APA-Images / APA / Roland Schlager)

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in News, Rechtsextremismus
Lesezeit:5 Minuten
21. Januar 2026
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Die FPÖ macht seit Monaten aggressiv Stimmung gegen zivilgesellschaftliche Vereine – egal ob Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen, Frauenhäuser oder Umweltorganisationen. Jetzt zeigt sich, dass der freiheitliche Parlamentsklub allein in den vergangenen zwei Monaten über 62.000 Euro für Inserate dazu an rechte Medien zahlte, um dort die politische Kampagne gegen die Zivilgesellschaft anzukurbeln. Darunter auch beim als rechtsextrem eingestufte Sender Auf1. Der allein erhielt über 19.000 Euro.

19.200 Euro an rechtsextremen Sender Auf1

Seit Mitte November 2025 hat der Freiheitliche Parlamentsklub über 60.000 Euro an insgesamt zehn FPÖ-nahe bis rechtsextreme Medien für Inserate bezahlt – und zwar für eine einzige Kampagne: eine gegen Vereine und NGOs. Das weisen die Transparenz-Bekanntmachungen unter den jeweiligen Werbebannern aus. Am meisten erhielt der Sender Auf1, nämlich satte 19.200 Euro. Auf1-Inhalte umfassen Verschwörungstheorien zu Chemtrails, der Mondlandung und der Frage, ob die Erde eine Scheibe ist. Auch rassistische Inhalte werden verbreitet. Auf1-Chef Stefan Magnet hält die Europäer für „geistig und biologisch“ einzigartig und spricht von einem „Krieg gegen die Weißen“. Der österreichische Verfassungsschutz stuft den Linzer Sender als rechtsextrem ein. Auch der deutsche Verfassungsschutz das Medium als „rechtsextremistischen Verdachtsfall“ ein. Sowohl der Gründer und Chefredakteur Stefan Magnet als auch „Generalsekretär“ Andreas Retschitzegger waren in ihrer Jugend im neonazistischen Bund freier Jugend (BfJ) aktiv.

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Unzensuriert.at bekam 9.600 Euro

Das Online-Portal Report24 – der direkte Nachfolger des FPÖ-nahen Wochenblicks – erhielt 12.000 Euro. Das Blatt zeichnet sich durch alarmistische Inhalte aus: Die Redaktion verbreitet regelmäßig Panik über Corona und drohende Blackouts und schürt Ängste vor einer „WHO-Gesundheitsdiktatur“. Report24 berichtet über vermeintliche Bedrohungen wie „Moslems auf Briten-Jagd“ oder mögliche Bürgerkriege in Großbritannien.

Am drittmeisten erhielt das rechtspopulistische Online-Medium unzensuriert.at, und zwar 9.600 Euro. Diese Plattform dient seit seiner Gründung 2009 rund um Martin Graf als eine der zentralen Plattformen für die Verbreitung FPÖ-naher Inhalte. Migration, Islam und die „Bedrohung“ durch „Ausländer“ stehen im Mittelpunkt. Schon mehrmals gab es Verurteilungen wegen übler Nachrede.

Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat auf "unzensuriert.at" (9.600 Euro)Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat auf "unzensuriert.at" (9.600 Euro)
Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat bei "RTV" (2.400 Euro)Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat bei "RTV" (2.400 Euro)
Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat bei "Frank und Frei" (2.400)Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat bei "Frank und Frei" (2.400)
Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat be "Info Direkt" (4.800 Euro)Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat be "Info Direkt" (4.800 Euro)
Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat auf "der Status" (4.800)Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat auf "der Status" (4.800)
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Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat bei "Auf1" (19.200 Euro)Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat bei "Auf1" (19.200 Euro)
Screenshot von FPÖ-Kampgneninserat in "Unser Mitteleuropa" (3.600 Euro)Screenshot von FPÖ-Kampgneninserat in "Unser Mitteleuropa" (3.600 Euro)
Screenshot von FPÖ-Kampagneninserat auf Report24.news (12.000 Euro), NGO-InseratScreenshot von FPÖ-Kampagneninserat auf Report24.news (12.000 Euro)

4.800 Euro für die Verbreitung von Verschwörungstheorien

Mit seiner provokanten und ideologisch geprägten Berichterstattung fügt sich auch Der Status nahtlos in das Spektrum der rechtsextremen Medien ein. Die Verschwörungstheorie des „Great Reset“ (der angebliche „Große Austausch“) ist neben Corona ein eigener Schwerpunkt. Der Status bekam für die Kampagne gegen Vereine 4.800 Euro.

Gleich viel erhielt Info-direkt, das offen für die als rechtsextrem eingestuften „Identitären“ wirbt. Inhaltlich bewegt sich das Magazin im Bereich verschwörungstheoretischer und alarmistischer Berichterstattung. „Es geht inzwischen nicht mehr um die Umzüchtung der Deutschen allein. Jetzt soll eine Zukunftsbesiedlung Europas mit einer europäisch-asiatisch-negroiden Mischrasse […] verwirklicht werden“, ist etwa 2016 in der Info-direkt-Publikation „Europas Dämme bersten“ zu lesen.

Das Freilich-Magazin ist der direkte Nachfolger der rechtsextremen und antisemitischen Aula. Auch diese Plattform erhielt vom freiheitlichen Parlamentsklub 2.000 Euro. Hinzu kommt noch der Regionalsender RTV, der seit der Corona-Pandemie auf „rechtsextreme und verschwörungsmythische Narrative“ setzt. Er erhielt 2.400 Euro.

Das international gut vernetzte Medium Unser Mitteleuropa erhielt 3.600 Euro, das rechte Blatt Der Eckart 1.200 Euro. Der Verlag Frank & Frei, den das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem einstuft, erhielt 2.400 Euro. 

62.000 Euro gesamt: Die Ausgaben des FPÖ-Klubs für Anti-NGO-Kampagne für rechte Medien im Überblick

 

Medium Auftraggeber erhaltene Summe
Eckart FPÖ Parlamentsklub 1.200 Euro
der Status FPÖ Parlamentsklub 4.800 Euro
Frank & Frei FPÖ Parlamentsklub 2.400 Euro
Auf1 FPÖ Parlamentsklub 19.200 Euro
RTV FPÖ Parlamentsklub 2.400 Euro
Freilich Magazin Manuel Litzke/ FPÖ Parlamentsklub 2.000 Euro
Unzensuriert.at FPÖ Parlamentsklub 9.600 Euro
Unser Mitteleuropa FPÖ Parlamentsklub 3.600 Euro
Info Direkt FPÖ Parlamentsklub 4.800 Euro
Report24.news FPÖ Parlamentsklub 12.000 Euro

NGOs als Gefahr für Orbán, Weidel, Kickl und Co.

Mit der stattlichen Gesamtsumme von 62.000 Euro finanziert der freiheitliche Parlamentsklub nicht nur ein rechtes Mediennetzwerk, sondern mobilisiert auch gegen die Zivilgesellschaft, die der FPÖ ein Dorn im Auge ist. Herbert Kickl bezeichnet NGOs als angebliche „Propagandainstrumente einer politischen Schattengesellschaft”, als „Teil der Macht für Umerziehungsprogramme und betreutes Denken“, als „Vertreter von Regenbogenkult und Klimaschutzreligion“ und als „Heuchler, die die Gesellschaft mit Moralin fluten“. Tatsächlich stellen sie eine Gefahr für eine autoritäre, rechte Partei dar, weil sich viele Vereine und NGOs für soziale Themen und Menschenrechte einsetzen und gegen autoritäre Politik auftreten. So ist es nicht nur die FPÖ und Herbert Kickl, der gegen Vereine vorgeht, sondern auch Viktor Orbán in Ungarn oder AfD-Chefin Alice Weidel.

Anmerkung: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels war das Inserat auf report24.news nicht sichtbar. Am 28. Jänner 2026 war es wieder auffindbar, weshalb das Medium inklusive Inserat im Artikel ergänzt wurde.

Kampf gegen NGOs: warum der FPÖ die Zivilgesellschaft ein Dorn im Auge ist

Parlament Das Thema "Rechnungshof-Unterausschuss" im Parlament

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He.Pa.
He.Pa.
21. Januar 2026 17:05

Wies halt der Adi und sein Konsorten gemacht haben!

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Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender
Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender

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Herbert Kickl

Herbert Kickl ist ein rechtsextremer Politiker und seit 2021 Parteichef der FPÖ. Von 2017 bis 2019 war er Innenminister unter Sebastian Kurz. Als einziger Minister der Nachkriegsgeschichte Österreichs wurde er aus seinem Amt in Folge des Ibiza-Skandals entlassen. Kickl ist wiederholt durch rassistische und antisemitische Aussagen in Kritik geraten und ist in mehrere Korruptions-Skandale verwickelt.

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Menschenrechte

Menschenrechte sind Rechte, die jedem Mensch zustehen – aus dem alleinigen Grund, dass er oder sie ein Mensch ist. Menschenrechte gelten für jeden Menschen (Gleichheitsaspekt) und gelten überall auf der Welt. Es dürfen keine Unterschiede nach Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft, politischer Überzeugung oder aus anderen Gründen gemacht werden. Alle Menschen haben die gleichen Rechte – die Menschenrechte sind daher Gleichheitsrechte und erlauben keine Diskriminierung. Sie werden auch als angeboren, unverletzlich, unveräußerlich und unabhängig von der Staatsangehörigkeit bezeichnet. Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert. Es ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.

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FPÖ

Die FPÖ gibt sich gerne als „soziale Heimatpartei“. Egal ob unter Jörg Haider, Heinz-Christian Strache oder jetzt Herbert Kickl. Sie tut so, als ob sie die Partei der “kleinen Leute” wäre. Doch egal, ob in Opposition oder Regierung: Die FPÖ vertritt gemeinsam mit der ÖVP Konzerne und Österreichs Reichste. Hier der Beweis!

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