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Andere Länder zeigen: Arbeitszeitverkürzung nützt allen

Andere Länder zeigen: Arbeitszeitverkürzung nützt allen

Foto: Unsplash/Quino Al

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in 4-Tage-Woche, Arbeit & Freizeit
Lesezeit:4 Minuten
23. Juli 2018
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Während in Österreich die Höchstarbeitszeit auf 60-Stunden die Woche und 12-Stunden am Tag ausgedehnt wird, geht international der Trend in Richtung Arbeitszeitverkürzung. Beispiele aus Neuseeland, Schweden und Deutschland machen deutlich: das bringt Vorteile für alle.

Studien zeigen lange Arbeitstage erhöhen das Unfallrisiko und senken die Produktivität. Vor allem nach der 10. Arbeitsstunde kommt es zu einem deutlichen Leistungsabfall. Viele Unternehmer haben wieder aufgehört, ihre Mitarbeiter 12-Stunden am Stück arbeiten zu lassen, weil bei der Arbeit viel mehr Fehler passiert sind. International wird auf diese Erkenntnisse reagiert und die Arbeitszeit verkürzt. So hat ein Altersheim in Göteborg den 6-Stunden-Tag eingeführt, eine Kommunikationsagentur in Bielefeld testet die 25-Stunden-Woche und in Neuseeland schafft ein Unternehmen für seine Mitarbeiter die 4 Tage Woche.

Alles bei vollem Lohnausgleich. Die Projekte zeigen: die Vorteile überwiegen. Die Mitarbeiter sind zufriedener, produktiver und engagierter bei der Arbeit. Kein Wunder, dass sich auch die Österreicherinnen und Österreicher eine Arbeitszeitverkürzung wünschen:

4 Tage Woche in Neuseeland

8 Wochen lang testete das neuseeländische Unternehmen Perpetual Guardian die 4 Tage Woche für all ihre 240 Mitarbeiter. Die Firma ließ das Projekt von einem Forscher-Team der Auckland Universität beobachten, um den Einfluss auf die Belegschaft und deren Produktivität zu ermitteln. Die Ergebnisse waren so gut, dass die Mitarbeiter von Perpetual Guardian jetzt dauerhaft nur mehr 4 Tage die Woche arbeiten müssen – bei gleichem Lohn.

„Die Produktivität stieg geringfügig an, der Stresslevel sank,“ so der Geschäftsführer von Perpetual Guardian im neuseeländischen Rundfunk.

Die Zufriedenheit mit Beruf und Privatleben stieg von 54 auf 78 Prozent. Außerdem blieb die wöchentliche Produktivität bei geringerer Stundenzahl gleich.

6-Stunden-Tag in Göteborg

Göteborg, die zweitgrößte Stadt Schwedens, hat 2015 ein ambitioniertes Projekt gestartet: Zwei Jahre lang wurden in einem städtischen Altersheim die Arbeitszeiten auf sechs Stunden pro Tag bei vollem Lohnausgleich reduziert. Das Altersheim wurde bewusst ausgewählt, da es sich bei den Angestellten fast ausschließlich um Frauen handelt.

2017 lagen die Erkenntnisse vor: Die Mitarbeiterinnen fühlen sich glücklicher und gesünder. So sank die Zahl der Krankenstände nach einem Jahr auf durchschnittlich 5,8% während der Schnitt in Göteborg bei 12,1% lag. Das alles hatte wiederum positive Effekte auf die Heimbewohner. Auch das städtische Krankenhaus hat die 30-Stunden-Woche getestet – mit durschlagendem Erfolg. Unattraktive Arbeitszeiten hatten zuvor Personalmangel und einen Leistungsabfall verursacht. Mit der Arbeitszeitverkürzung konnten die Leistungen ausgebaut und sogar die Wartezeiten auf Operationen verkürzt werden.

Mehr Arbeitsplätze, weniger Krankenstände

Eine Herausforderung waren die vorerst zusätzlichen Kosten, die für die Kommune entstanden. Da die Bewohner 24-Stunden-betreut werden, wurden weitere Mitarbeiterinnen eingestellt. Das brachte wiederum mehr Jobs und mehr Steuereinnahmen. Langfristig bedeutet das für die öffentliche Hand auch Ersparnisse, weil es  weniger Krankenstände, weniger Invaliditätspensionen und weniger Arbeitslose gibt.

2018 hat Göteborg den 6-Stunden-Tag in zwei weiteren Berufen zu testen begonnen: In einer Vorschule und einem Sozialamt. Auch mehrere Krankenhäuser im Land haben in einzelnen Abteilungen den Sechsstundentag eingeführt.

Tech-Branche als Vorreiterin: Mehr Produktivität, höhere Gewinne

In der schwedischen Tech-Branche funktioniert der 6-Stunden-Tag schon seit vielen Jahren. Allen voran zeigt der Automobilhersteller Toyota wie dies funktionieren kann. Bereits 2003 stellte das Werk in Göteborg auf kürzere Arbeitstage bei vollem Lohn um.

Das Ergebnis zeigte nicht nur zufriedenere und motiviertere Angestellte, sondern auch einen Anstieg in Produktivität und damit den Profiten. Die Gründe hierfür sind simpel: Einerseits wurden unnötig lange Meetings verworfen bzw. effizienter gestaltet. Andererseits ergeben sich im Arbeitstag viel weniger Leerläufe, die mit Social Media oder Internetsurfen gefüllt wurden.

Die Menschen gehen in die Arbeit und erledigen diese fokussierter und konzentrierter. Danach gehen sie nach Hause und haben genügend Zeit, um den Nachmittag mit ihren Familien, Freundinnen und ihren Hobbies zu verbringen.

5-Stunden-Arbeitstag in Bielefeld

Auch in unserem Nachbarland Deutschland gibt es erste Projekte hin zu einer deutlichen Arbeitszeitverkürzung. Eine Kommunikationsagentur in Bielefeld testet momentan sogar eine 25-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Schon jetzt zeigt sich, dass Leerläufe reduziert werden konnten und die MitarbeiterInnen besser und motivierter arbeiten.

Arbeitszeitverkürzung bedeutet bessere Arbeit

In den letzten Jahrzehnten ging der Trend europaweit in Richtung Arbeitszeitverkürzung, denn: Menschen arbeiten dank neuer Technologien produktiver. Arbeitsschritte werden vereinfacht und mehr Zeit für ein Leben abseits der Arbeit wird als erstrebenswert betrachtet. Auch wenn es differenziertere Betrachtungsweisen und unterschiedliche Modelle für verschiedene Branchen braucht, so zeigen alle Versuche: Weniger Arbeit bedeutet bessere Arbeit.

Umso verwunderlicher ist es, dass Österreich nun auf längere statt kürzere Arbeitszeiten setzt.

Der Trend geht Richtung Arbeitszeitverkürzung

 

Zum Weiterlesen:

Sechs-Stunden-Arbeitstag: Schweden zeigt die Vorteile (Utopia.de)

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Frau Elena Gilbert
Frau Elena Gilbert
5. November 2018 22:54

Kontaktieren Sie uns

E-Mail: theodorejamesonfinance@gmail.com
Whatsapp +12512704243
Mit freundlichen Grüßen im Dienst.

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Melanie
Melanie
6. August 2018 21:59

Was für unmenschliche Projekte die Menschen erfinden …. grausam! 8 Stunden am Tag ist oft viel zu viel, besonders für Frauen, die auch diese zukünftigen Unmenschen gebären, pflegen und großziehen!!! Wie soll den Menschen über 45-50 damit gehen? Die finden meistens keinen Arbeitsplatz mehr. Wenn doch, sind sie jetzt gezwungen sich zur Tode arbeiten?!?!? Nicht mal die jungeren halten es langfristig aus, es führt alles nur zur psychische und körperliche Erschöpfung. Viva die Pharmaindustrie oder wie? Werden Drogen freigegeben, so dass die Menschen Drogen nehmen, um so ein Non-Leben zu überleben? Wahnsinn …. warum lässt die Gesellschaft so weit kommen lassen?!?!?!?!?!? Das ist Genocid, langfristigt betrachtet, nichts anderes. „Arbeit macht frei!!“ oder wie war das noch Mal?!?!?!?

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xx1xx
xx1xx
25. Juli 2018 20:15

Wer sich durch Sozial-Dumping keinen Urlaub mehr leisten kann, wird kein Fan einer Arbeitszeitverkürzung sein. Das AMS funktioniert nicht mehr. Es ist zur politischen Instition durch seine politisch motiviertrn Chefs geworden und ist damit kein Dienstleister. Unternehmen meiden es.

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Markus
Markus
16. Dezember 2017 09:53

Hilfe.

Ich will keine 12 Stunden arbeiten.
Die Firma wird mich zwingen, so wie Samstag Arbeit und keinen Urlaub über Weihnachten zu bekommen.

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Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. Zitat: Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben - die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst. Rutger Bregman

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Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. Zitat: Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben - die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst. Rutger Bregman

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