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Lange warten oder drauf zahlen: Nur noch 19 Prozent Kassenärzte in Graz

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Graz, Ärztemangel, Gesundheitsnotstand

Montage AI/Fotos: Unsplash-Josh Hild; Flickr/TÜV Süd-Daniela Ge

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Gesundheit, Steiermark
Lesezeit:4 Minuten
23. April 2026
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Auch in Graz heißt es für immer mehr Menschen: Willst du einen zeitnahen Arzttermin, musst du zahlen. Denn in der steirischen Landeshauptstadt haben nicht einmal mehr 20 Prozent der Ärzt:innen einen Kassenvertrag, der Rest ist privat. Bei über 80 Prozent der Ärzte reicht also eine E-Card nicht mehr, dort müssen Patient:innen extra zahlen. Wegen fehlender Kassenärzte hat die Grazer SPÖ jetzt einen „Gesundheitsnotstand“ ausgerufen. 

Nur mehr 229 Kassenärzte für 300.000 Grazer:innen

Nicht nur in Wien, auch in der steirischen Landeshauptstadt leben immer mehr Menschen. Für die mittlerweile über 300.000 Einwohner:innen gibt es aber nur mehr 229 Kassenärzte. Von den 1.168 niedergelassenen Ärzt:innen haben nur 19 Prozent einen Kassenvertrag, die restlichen 939 sind Wahlärzte – dort zahlt man für die Gesundheitsversorgung. Für viele Patient:innen bedeutet das: Wer schnell einen Termin für eine Behandlung braucht, muss tief in die Tasche greifen. 

Besonders deutlich zeigt sich die Situation bei den Fachärzt:innen: Nur mehr 15 % sind Kassenärzte, 85 % Wahlärzt:innen. Insgesamt gibt es 774 Fachärzt:innen, davon 116 Kassenärzte und 658 Wahlärzte.

„Wir haben einen echten Gesundheitsnotstand in Graz. Wenn bei 85 Prozent aller Fachärzte die E-Card nicht mehr ausreicht, wird Gesundheit zur Frage der Geldbörse. Diesen Zustand können und dürfen wir nicht akzeptieren“, sagt die Vorsitzende der SPÖ Graz, Doris Kampus.

 

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44 Prozent gehen in Pension: Ärztemangel verschärft sich in Zukunft noch

Der aktuelle Ärztemangel in der steirischen Landeshauptstadt wird sich in den nächsten Jahren weiter zuspitzen: Rund 44 Prozent der niedergelassenen Ärzt:innen gehen in den kommenden zehn Jahren in Pension. Das sind 517 von insgesamt 1.168 Ärzt:innen. Ob und in welchem Ausmaß diese Stellen nachbesetzt werden können, ist derzeit offen.

Viele Grazer Kassenärzte geraten jetzt schon an ihre Grenzen, wenn sie versuchen, ihre Patient:innen ausreichend zu versorgen oder an andere Ärzte zu vermitteln.

„Es passiert mir leider immer wieder, dass ich keine zeitgerechten Kassen-Facharztbehandlungen für meine Patientinnen und Patienten bekomme. Das ist in manchen Fällen, wie etwa bei Krebspatienten, eine echte Katastrophe. Man kann also durchaus von einem Gesundheitsnotstand in Graz sprechen,“ sagt der Grazer Allgemeinmediziner und Kassenarzt Dr. Max Mairinger. 

SPÖ-Graz möchte ein Gesundheitszentrum für jeden Grazer Bezirk

Um das Gesundheitssystem zu entlasten, möchte SPÖ-Graz-Chefin Doris Kampus den Ausbau von Gesundheitszentren in den einzelnen Grazer Bezirken. In solchen Einrichtungen könnten unterschiedliche medizinische und soziale Angebote gebündelt werden: von Allgemeinmedizin über Fachärzt:innen bis hin zu therapeutischen Leistungen und sozialer Beratung. Ziel wäre es, sowohl Spitäler als auch den niedergelassenen Bereich zu entlasten.

„Wir wollen ein Gesundheitszentrum in jedem Grazer Bezirk und ein Welcome Center für Ärztinnen und Ärzte schaffen, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern und langfristig die Trendwende einzuleiten. Dafür braucht es eine klare politische Verantwortung und ein Gesundheitsressort, das mit voller Kraft an Lösungen arbeitet,“ sagt Kampus.

Ein weiterer Vorschlag betrifft die gezielte Unterstützung von Ärzt:innen, die sich in Graz niederlassen wollen. Ein entsprechendes Angebot könnte Hilfe bei der Suche nach Ordinationsräumen und Wohnraum, bei der Kinderbetreuung oder bei administrativen Abläufen umfassen.

Ärztemangel in Österreich: Immer mehr Wahlärzte und Privat-Versicherte

Parlament Das Thema "Gesundheit" im Parlament

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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