Leere Schaufenster, verwaiste Geschäftslokale und Innenstädte, in denen immer weniger Menschen einkaufen: Dieses Bild prägt viele österreichische Bezirksstädte. St. Veit an der Glan stemmt sich seit einigen Jahren erfolgreich gegen diesen Trend. Mit einem gezielten Innenstadt-Förderprogramm, professionellem Leerstandsmanagement und attraktiven Veranstaltungen konnte die Stadt die Leerstandsquote im Zentrum erheblich senken.
St. Veit senkt Leerstandsquote von 25 Prozent auf 14,5 Prozent
Egal, ob AMAZON oder TEMU – online wird so viel gekauft wie noch nie und auch die „Gewerbeparks“ in Österreichs Vorstädten haben vor allem eines bewirkt: Immer mehr Städte kämpfen mit Leerständen im Ortskern. Noch vor wenigen Jahren galt St. Veit an der Glan in Kärnten als eines der größten Sorgenkinder unter den Bezirksstädten. So lag die Leerstandsquote in der Innenstadt zeitweise bei 25 Prozent. Zahlreiche Lokale standen leer, Geschäfte sperrten zu, immer mehr Kaufkraft verlagerte sich an den Stadtrand oder ins Internet.
Der damalige Befund war alarmierend: Innenstadtberater Thomas Egger, der die Stadt seit 2024 begleitet, brachte es auf den Punkt:
„Sollten es 35, gar 40 Prozent werden, dann ist Feuer am Dach“.
Seitdem ist einiges in St. Veit passiert: Laut einer aktuellen Analyse der Beratungsgesellschaft Standort + Markt lag die Leerstandsquote Ende 2025 bei 14,5 Prozent – gegenüber 25 Prozent im Jahr 2023 also ein deutlicher Rückgang. Damit schneidet St. Veit besser ab als viele andere Bezirksstädte: Im Schnitt liegt die Leerstandsquote österreichweit bei 17,1 Prozent. Mitten am Hauptplatz eröffnete kürzlich mit „Robert Sorgers Gaumenjuwelen“ bereits der 26. neue Betrieb innerhalb von nur 17 Monaten.

Aktive Standortpolitik bringt neues Leben in die St. Veiter Innenstadt
Um wieder mehr Menschen in die Innenstadt zu ziehen, setzt St. Veit auf eine aktive Standortpolitik. Etwa auf ein gezieltes Innenstadt-Förderprogramm, professionelles Leerstandsmanagement und attraktive Veranstaltungen. Seit dem Frühjahr 2025 hat das Stadtmarketing das Leerstandsmanagement ausgeweitet und auch externe Fachleute eingeladen. Studierende der Technischen Hochschule Augsburg haben für St. Veit innovative Konzepte entwickelt, wie leer stehende Gebäude, öffentliche Plätze und Freiräume in der Altstadt neu belebt werden können. Begleitet wurde der Prozess vom städtischen Bauamt und dem Stadtmarketing St. Veit sowie von Roland Gruber (nonconform) und Thomas Egger (Egger & Partner).
Auch die City Card Rabatt-Aktion – Scheckkarten in 10-Euro-Gutscheinformat – soll dazu beitragen, dass Umsätze direkt den innerstädtischen Betrieben zugutekommen. Im Jahr 2025 gab die Stadtgemeinde City Cards im Wert von 171.000 Euro aus, 2023 waren es noch rund 70.000 Euro – das Volumen hat sich damit fast verdreifacht.
Mehr Grün und erlebbare Geschichte als Anziehungspunkt für St. Veit
Es geht aber nicht nur darum, die leeren Schaufenster in der Altstadt wieder zu füllen. Nach Workshops mit Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaftstreibenden und Hauseigentümer:innen war das Feedback eindeutig: Die Menschen wünschen sich mehr Grünflächen in der historischen Altstadt. Am Hauptplatz und am Unteren Platz entstehen deshalb eine Wohlfühloase mit Bäumen und einer Rasenfläche für natürliche Kühlung. Mit diesem Pilotversuch möchte die Stadt Erfahrungen für eine dauerhafte Umgestaltung sammeln.
„Die Altstadt soll ein Ort sein, an dem man gerne verweilt, einkauft und genießt. Wo man sich wohlfühlt, dort bleibt man länger – davon profitieren unsere Betriebe und Dienstleister direkt,“ sagt Bürgermeister Martin Kulmer (SPÖ).

Parallel zur Begrünung setzt St. Veit auf seine Geschichte. Mit neuen QR-Themenwegen können Einheimische und Gäste an 70 Stationen im Stadtgebiet per Smartphone mit historischen Infos und Bildern aus dem Stadtarchiv in die Geschichte der einstigen Kärntner Landeshauptstadt eintauchen.
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