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15 Prozent US-Zölle auf Waren aus Europa: Der Deal der EU mit Trump

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Ursula von der Leyen und Donald Trump einigen sich im Juni 2026 auf Zoll-Deal. (Foto: European Parliament/Wikipedia/CC BY 2.0; KI-Montage)

Ursula von der Leyen und Donald Trump einigen sich im Juni 2026 auf Zoll-Deal. (Foto: European Parliament/Wikipedia/CC BY 2.0; KI-Montage)

Julius Schiedat Julius Schiedat
in Europa, Wirtschaft und Finanzen
Lesezeit:5 Minuten
8. Juli 2026
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Die USA haben unter Präsident Donald Trump neue Zölle auf viele Waren aus der Europäischen Union eingeführt. Mit dem sogenannten “Turnberry-Deal” wollen die EU und die USA einen größeren Handelskonflikt vermeiden. Gleichzeitig verpflichtet sich die EU zu weitreichenden Zugeständnissen. Das EU-Parlament sorgte im Abkommen für Schutzklauseln und Kontrollmechanismen. 

Inhalt
Turnberry-Deal: 15 % Zölle für EU-Exporte und Hunderte Milliarden für Energie aus den USA
Für mehr Transparenz: EU-Parlament baut Sicherheitsklauseln ein

Die USA unter Donald Trump erheben Zölle auf Waren aus anderen Ländern. Das bedeutet: Produkte aus dem Ausland werden in den USA teurer verkauft, weil eine zusätzliche Abgabe auf den Preis oben drauf kommt. So will die US-Regierung erreichen, dass amerikanische Firmen mehr verkaufen, weil ihre Produkte im Vergleich günstiger sind. 

Trump begründet solche Maßnahmen oft mit einem angeblich unfairen Handel zwischen den USA und anderen Regionen, besonders der Europäischen Union. Trump behauptet, dass die EU beim Handel mit den USA stark profitieren würde. Die EU verkauft mehr Waren in die USA, als sie von dort einkauft. Der Unterschied liegt laut Trump bei rund 198 Milliarden Euro zugunsten der EU. 

Diese Zahl wirkt groß, lässt jedoch den Handel mit Dienstleistungen weg. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Online-Dienste wie Google, Amazon oder Microsoft
  • Streaming und digitale Plattformen
  • Cloud-Dienste (Speicher im Internet für Daten)

In diesem Bereich verdienen die US-Firmen in Europa viel Geld. Rechnet man Waren und Dienstleistungen zusammen, bleibt nur noch ein Unterschied von etwa 50 Milliarden Euro. 

Im April 2025 kündigte die US-Regierung trotzdem neue Zölle an, wovon auch die EU betroffen war: Zölle von bis zu 20 Prozent auf viele EU-Produkte. Das hätte den Handel stark belastet und Unternehmen auf beiden Seiten getroffen.

Turnberry-Deal: 15 % Zölle für EU-Exporte und Hunderte Milliarden für Energie aus den USA

Im Juli 2025 einigten sich die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Donald Trump in Schottland auf ein neues Abkommen, den sogenannten „Turnberry-Deal“. Ziel war es, einen Handelskrieg zu verhindern und die Beziehungen zu stabilisieren.

Der Deal enthält mehrere zentrale Punkte:

  • Die USA erheben künftig 15 Prozent Zölle auf die meisten EU-Exporte
  • Die EU verzichtet auf Zölle für viele US-Industriegüter und öffnet damit ihren Markt 
  • Die Stahl- und Aluminiumindustrie ist von den 15 Prozent Zöllen ausgenommen. Hier bleiben die Zölle von bis zu 50 Prozent aktiv
  • Die EU verpflichtet sich zu umfangreichen wirtschaftlichen Zusagen: rund 750 Milliarden Dollar für US-Energieimporte und etwa 600 Milliarden Dollar an Investitionen in den USA

Die EU gibt viele Zugeständnisse. Sie nimmt mehr US-Produkte auf ihren Markt auf und kauft sehr viel Energie aus den USA. Gleichzeitig bleiben die US-Zölle auf wichtige europäische Produkte wie Stahl sehr hoch. 

Wie funktionieren Zölle?
Stahl und Aluminium gehören zu den wichtigsten Grundstoffen in der Industrie. Sie stecken in sehr vielen Produkten, zum Beispiel in Autos, Maschinen, Gebäuden, Flugzeugen oder auch in militärischer Ausrüstung. Ohne diese Materialien funktioniert moderne Wirtschaft kaum. Die USA besteuern genau diese Produkte besonders stark, weil sie ihre eigene Produktion schützen wollen. Wenn Stahl und Aluminium aus anderen Ländern kostengünstig in die USA kommen, können US-Firmen kaum mithalten. Zölle sollen Importprodukte teurer machen und die heimischen Unternehmen stärken.

Durch die zusätzlichen Zölle werden die Produkte von europäischen Firmen in den USA teurer. Dadurch wird die Nachfrage nach diesen Produkten geringer und sie werden weniger verkaufen. Gleichzeitig kommen mehr US-Produkte nach Europa. Diese können günstiger sein und das führt zu einer größeren Konkurrenz für europäische Firmen. 

Befürworter des Deals argumentieren hingegen, dass ein eskalierender Zollstreit noch größere wirtschaftliche Schäden verursacht hätte. Der Deal hätte kurzfristige Planungssicherheit geschaffen.

Für mehr Transparenz: EU-Parlament baut Sicherheitsklauseln ein

Der Deal wurde auf EU-Seite von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verhandelt und unterschrieben. Das von den Bürger:innen gewählte EU-Parlament war dabei nicht direkt beteiligt und hatte kein Mitspracherecht bei der Einigung selbst. Eine Rolle spielt das Parlament aber trotzdem: Der Deal muss noch in EU-Recht umgesetzt werden. 

Das Parlament setzte mehrere sogenannte Sicherheitsklauseln durch, um das Abkommen flexibler und kontrollierbarer zu machen.

„Die Rufe aus der Industrie nach mehr Planbarkeit wurden durch den von Von der Leyen ausgehandelten Turnberry-Deal in keinster Weise erhört. Allein durch die Beharrlichkeit des Europäischen Parlaments liegt heute kein schlechter, sondern ein brauchbarer Deal vor. Wir sorgen dafür, dass Trump in seiner unberechenbaren Zollwut an die Leine genommen wird. Nur mit einem Netz aus Sicherheitsklauseln können wir sicherstellen, dass Trump uns nicht in die ausgestreckte Hand beißt”, fasst es Andreas Schieder, sozialdemokratischer Delegationsleiter im Europäischen Parlament, zusammen.

Das sind die Anpassungen, die das EU-Parlament ausverhandelt hat:

  • Befristung des Deals bis 2029: Danach muss man neu über eine mögliche Verlängerung entscheiden. Vorher muss die EU-Kommission prüfen, welche Auswirkungen die Regelung auf Industrie, Landwirtschaft und kleine und mittlere Unternehmen in der EU hatte.
  • Regelmäßige Kontrollen: Die EU-Kommission muss alle drei Monate berichten, wie sich Handelsvolumen und Handelswerte bei den betroffenen Waren entwickeln. Das soll mehr Transparenz und politische Kontrolle schaffen.
  • Aussetzen möglich: Wenn die USA bestimmte Zollzusagen nicht einhalten kann oder höhere Zölle anwenden als vereinbart, kann die EU Zollvergünstigungen für die USA aussetzen.
  • Schutz für Stahl und Aluminium: Stahl- und Aluminiumprodukte sind besonders von US-Zöllen betroffen. Deshalb wurde eine zusätzliche Schutzregel eingebaut: Wenn die USA bis Ende 2026 weiterhin Zölle von mehr als 15 Prozent auf bestimmte EU-Stahl- und Aluminiumprodukte anwenden, kann die EU ebenfalls reagieren und Zollvergünstigungen aussetzen.
  • Schutzmechanismus bei Schäden für EU-Branchen: Wenn die Zollvergünstigungen für die USA zu stark steigenden Importen führen und dadurch EU-Industrie oder Landwirtschaft ernsthaft geschädigt werden könnten, kann die EU-Kommission prüfen, ob weitere Schutzmaßnahmen notwendig sind.

Diese Klauseln sollen verhindern, dass die EU dauerhaft an starre Bedingungen gebunden bleibt. Sie schaffen außerdem mehr Transparenz.

Trotz dieser Anpassungen bleibt der Grundkonflikt bestehen: Die USA haben durch die Zölle mehr Spielraum, während die EU viele feste Verpflichtungen eingeht und ihren eigenen Markt abschwächt. 

Parlament Das Thema "Zölle" im Parlament

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EU-Kommissar

In der EU-Kommission arbeiten 26 EU-Kommissare und die EU-Kommissionspräsidentin – also pro EU-Land ein Vertreter bzw. eine Vertreterin. Für jeden Politikbereich gibt es einen EU-Kommissar oder eine Kommissarin, so etwa für die Bereiche Inneres, Sozialpolitik oder Außenpolitik, Verkehr oder Digitalisierung etc. Die Gesamtheit der Kommissare wird Kollegium genannt. Hier geht’s zum aktuellen Kollegium. EU-Kommissar aus Österreich: Derzeit Johannes Hahn (ÖVP). Seit Beginn der Periode 2019 ist er Kommissar für den Bereich Haushalt und Verwaltung. Von 2014-2019 war er bereits als Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen zuständig. Transparente Zusammenarbeit: Jeder Kommissar steht mit den EU-Abgeordneten aus dem EU-Parlament im jeweils dazugehörigen thematischen Ausschuss in Zusammenarbeit. Der Austausch wird in Protokollen vermerkt und ist für jeden und jede online einsehbar. Hier

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Das Europäische Parlament

Auf einen Blick Rolle: Direkt gewähltes EU-Organ mit Zuständigkeit für Gesetzgebung, Aufsicht und Haushalt Mitglieder: 705 Mitglieder des Europäischen Parlaments Präsident: David Sassoli Gegründet: 1952 als Gemeinsamen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, 1962 als Europäisches Parlament, erste direkte Wahl 1979 Standort: Straßburg (Frankreich), Brüssel (Belgien), Luxemburg Das Europäische Parlament ist die einzige direkt von den europäischen Bürgerinnen gewählte Institution der EU. Die 705 EU-Parlamentarier, auch Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEP) genannt, vertreten 450 Millionen Bürger aus allen 27 Mitgliedsstaaten. Sie sind in acht politische Fraktionen unterteilt. Alle zweieinhalb Jahre (also zwei Mal in jeder Legislaturperiode) wählen sie einen neuen Präsidenten bzw. eine neue Präsidentin aus ihrer Mitte. Logo des Europäischen Parlaments Das EU-Parlament ist das gesetzgebende Organ

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