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FPÖ streicht Amstettener Jugendzentrum 50.000 Euro – Don Bosco droht jetzt das Aus

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Udo Landbauer, Martin Antauer, Don Bosco Jugendzentrum

Bild-Montage KI; Fotos: Wikimedia Commons;

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Bildung, Niederösterreich
Lesezeit:5 Minuten
28. April 2026
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FPÖ-Landesrat Martin Antauer streicht die jährliche Förderung von 50.000 € an das Don Bosco Jugendzentrum in Amstetten. Ohne die Unterstützung des Landes Niederösterreich kann der Betrieb von Stadt und Kirche allein nicht finanziert werden. Jetzt droht die Schließung des Jugendzentrums noch vor Jahresende. Auch drei Mitarbeiter:innen könnten ihren Job verlieren. Nun melden sich das Jugendzentrum sowie betroffene Kinder und Jugendliche selbst zu Wort. 

Vor wenigen Tagen wurde es publik: FPÖ-Landesrat Martin Antauer plant, dem Jugendzentrum Don Bosco in Amstetten die Förderung zu streichen. Ohne die finanziellen Mittel des Landes Niederösterreich müsste das Zentrum noch heuer schließen. Für viele Kinder und Jugendliche geht damit spätestens im September ihr gemeinsamer Treffpunkt verloren. Das Don Bosco Jugendzentrum besuchen zwischen 14 und 60 Kinder und Jugendliche pro Tag. Hier spielen sie Gesellschaftsspiele, nehmen an sportlichen Turnieren teil oder bekommen Hilfe beim Hausübung machen. Auf die mögliche Schließung reagieren viele Jugendliche besorgt:

„Ganz schlecht, weil da finde ich immer Freunde und es gibt immer coole Turniere. Wenn es nicht mehr offen hat, muss ich zuhause bleiben oder auf der Straße (Parksiedlung) Freunde treffen“, erzählt R. (auf Wunsch anonymisiert).

Auch S. (ebenfalls auf Wunsch anonymisiert) findet klare Worte:

„Meiner Meinung nach soll das „Ja Don Bosco“ auf jeden Fall nicht geschlossen werden. Die Mitarbeiter sind Herzensmenschen und man kann sich immer auf sie verlassen. Ich und viele andere haben dort unsere Kindheit und Jugend verbracht und dieser Ort liegt uns mehr als alles andere am Herzen.“

Rasul findet es ebenfalls traurig, denn auch

„Jüngere Kinder können hier rein. Das finde ich gut.“

Don Bosco-Jugendzentrum in Amstetten besonders wichtig für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen

Das Don Bosco Jugendzentrum ist vor allem eine Anlaufstelle für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen – etwa Familien mit geringen finanziellen Möglichkeiten. Sie bekommen hier Hilfe und Unterstützung für die Schule und ihren Alltag, sagt die Einrichtungsleiterin von Amstetten, Elisabeth Malicek, im Telefonat mit Kontrast.at. 

Auch die Presseabteilung spricht von einer „komplett überraschenden“ Fördergeldstreichung:

“Weil die Zusagen für das jeweilige laufende Jahr während des Jahres kamen, hat man sich wie in den Vorjahren darauf verlassen, dass die Förderung vom Land Niederösterreich weiterläuft. Als die Absage dann mitten im laufenden Betrieb für dieses Jahr kam, war das natürlich ein Schlag ins Gesicht für uns. Sollte sich nichts mehr an dieser Entscheidung von Landesrat Martin Antauer ändern, heißt das, dass wir im September zusperren müssen. Drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihren Job und noch viel schimmer: dutzende Kinder und Jugendliche verlieren einen sozialen und sicheren Treffpunkt in Amstetten.”

Parteiübergreifende Kritik an FPÖ-Förderstopp

Den Förderstopp wollen die Amstettner Gemeinderatsparteien Anfang Mai in einer vom Bürgermeister Christian Haberbauer (ÖVP) einberufenen Sondersitzung besprechen. Aus dem Pressebüro der Stadt Amstetten heißt es, dass der Gemeinderat plant, eine Resolution zu verabschieden. Darin möchte man sich für den Erhalt des Jugendzentrums aussprechen und FPÖ-Landesrat Martin Antauer zum Umdenken auffordern. Immerhin geht es bei der vom Land und FPÖ-Landesrat gestrichenen Förderung gerade einmal um 50.000 Euro. 

Kritik an Antauers Förderstopp kommt auch vom Amstettner Vizebürgermeister Gerhard Riegler (SPÖ).

„Es scheint viel Geld, das wir in die Kinder und Jugendlichen investieren, aber es wäre ein viel größerer Schaden, wenn wir das Geld nicht investieren,“ sagt Riegler.

Für die Sondersitzung hofft er, dass man parteiübergreifend klarmachen kann „wie wichtig es ist, die Förderungen nicht auslaufen zu lassen.“ Ob sich die Stadt-FPÖ dieser Forderung anschließen wird? „Es wäre schön!“

Vizebürgermeister Gerhard Riegler (SPÖ) Don Bosco Jugendzentrum
Vizebürgermeister Gerhard Riegler (SPÖ) vor dem Don Bosco Jugendzentrum

Don Bosco: Unterstützung von Kindern und Jugendlichen hat hier Tradition

Seit 60 Jahren unterstützt das Jugendzentrum Don Bosco in Amstetten Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren. Das Sozialwerk Don Bosco betreibt nicht nur in Amstetten ein Jugendzentrum, es führt auch zwei weitere Jugendzentren an den Wiener Stadträndern und eines in Tirol. Don Bosco betreibt auch Wohngemeinschaften für Jugendliche aus schwierigen familiären Verhältnissen. Von Einsparungen in den anderen Bundesländern ist derzeit nichts bekannt.

Auch die Stadt Amstetten fördert mit 20.000 Euro pro Jahr die Kinder- und Jugendarbeit im Don Bosco Jugendzentrum. Und auch die Kirche, speziell die Ordensgemeinschaft der Salesianer, ist finanziell beteiligt, da sie die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Die Mittel von Stadt und Kirche reichen aber ohne die Förderung des Landes Niederösterreich nicht zur Weiterführung des Jugendzentrums aus. 

Beratungsstelle Zara: Babler und Holzleitner lösen Förder-Streit im Bund

Turbulenzen wegen einer Fördergeldstreichung gab es zuletzt auch auf Bundesebene. Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) stellte die jährliche Förderung für die Antirassismus-Beratungsstelle Zara ein. Nach einem kurzen Schreckmoment, dass Zara spätestens im Sommer ihre Arbeit einstellen müsste, sprachen sich Vizekanzler Andreas Babler und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (beide SPÖ) für ein Weiterbestehen der Beratungsstelle aus. Vizekanzleramt und Frauenministerium übernehmen künftig einen Teil der Kosten. Das ermöglicht Zara, dass sie ihre Arbeit gegen Rassismus nun doch fortsetzen kann.

 

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3 Comments
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Karl Mocnik
Karl Mocnik
1. Mai 2026 05:21

Da der ‚Freie Markt‘ für die produktiv arbeitenden Menschen und deren Familien bzw. deren Kindern NICHTS regelt, regelt er nur die Geldgewinne für jene, die im Falle von Wirtschaftskrisen Kriegsspielzeuge finanzieren, anstatt für ein gedeihliches Leben der Heranwachsenden zu sorgen.

1
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saloo
saloo
29. April 2026 21:45

ja wir müssen alle sparen , es gibt genügend Möglichkeiten in der freien Natur , vor 60 jähren mussten wir auch auch ohne Jugendzentrum über die runden kommen

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Gerhard
Gerhard
Reply to  saloo
30. April 2026 10:59

…und vermutlich auch ohne Rechtschreibung.

1
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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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FPÖ

Die FPÖ gibt sich gerne als „soziale Heimatpartei“. Egal ob unter Jörg Haider, Heinz-Christian Strache oder jetzt Herbert Kickl. Sie tut so, als ob sie die Partei der “kleinen Leute” wäre. Doch egal, ob in Opposition oder Regierung: Die FPÖ vertritt gemeinsam mit der ÖVP Konzerne und Österreichs Reichste. Hier der Beweis!

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ÖVP

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) ist eine der traditionellen Großparteien Österreichs. Sie vertritt vor allem bürgerlich-konservative Werte. Traditionell gilt sie als Interessenvertreterin der Wirtschaft, der Bauern sowie der römisch-katholischen Kirche.

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