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Beim Burschenbundball in Linz treffen sich deutschnationale Burschenschafter und FPÖ-Politiker. Er ist vergleichbar mit dem „Akademikerball“ der FPÖ in Wien. Ein Unterschied: zum Burschenbundball kommt auch der ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer.
Jedes Jahr im Februar findet in Linz der Burschenbundball statt. Was als gesellschaftliches Ereignis inszeniert wird, ist seit Jahren ein umstrittenes Treffen: Hier kommen deutschnationale Burschenschafter:innen, FPÖ-Politiker:innen und Vertreter:innen der extremen Rechten zusammen. Der Ball fand im Palais Kaufmännischer Verein in Linz statt und stand auch 2026 wieder unter politischer Kritik – und erneut unter dem Ehrenschutz des oberösterreichischen Landeshauptmanns Stelzer (ÖVP).
Gäste: Teutonen, Identitäre, rechte Schreiberlinge und FPÖ-Politiker
Die Ballgäste waren in den vergangenen Jahren vor allem deutschnationale Burschenschafter:innen, darunter auch zahlreiche FPÖ-Politiker:innen. Ein Blick auf veröffentlichte Bilder und Teilnehmende zeigt: Der Ball wirkt wie ein Treffpunkt der Freiheitlichen Szene. Zu den Gästen zählten unter anderem Manfred Haimbuchner (FPÖ, Stellvertreter des oberösterreichischen Landeshauptmanns in der Landesregierung), Günther Steinkellner (FPÖ, seit Oktober 2015 Mitglied der Oberösterreichischen Landesregierung) und Michael Raml (FPÖ, Stadtrat der Stadt Linz). Auch Marlene Svazek war vor Ort. Neben FPÖ-Politiker:innen nehmen regelmäßig auch Vertreter der ÖVP teil – etwa Christian Dörfel (ÖVP, oberösterreichischer Landesrat für Soziales, Integration und Jugend in der Landesregierung) oder Wolfgang Hattmansdorfer (ÖVP, Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus), der den Ball bereits mehrfach besucht hat.
Neben FPÖ-Politiker:innen und Burschenschaftern bewegen sich auch Akteure aus der extrem rechten Szene rund um den Ball, etwa aus dem Umfeld der Identitären Bewegung. Kritiker:innen sprechen deshalb von einem Vernetzungstreffen, bei dem sich rechte Netzwerke begegnen und austauschen.
Anwesend waren beispielsweise im Jahr 2018 die „Teutonen“. Diese Burschenschaft hat im Februar 2019 für Schlagzeilen gesorgt, weil sie auf Facebook über Kameraden aus der „Ostmark“ geschrieben hat. Der Begriff wurde von den Nationalsozialisten verwendet, um das annektierte Österreich zu bezeichnen. Ball-Fotos aus 2018 zeigen, dass auch Burschenschafter aus dieser Verbindung in Linz teilgenommen haben.
2016 hat Edwin Hintsteiner teilgenommen, eine der Kaderfiguren der „Identitären“. Er hat sich sogar mit dem damaligen Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) fotografieren lassen, der ebenfalls Ballgast war:

2015 war Ulrich Püschel unter den Burschenschaftern am Ball. Im selben Jahr war er auch beim Aufmarsch der „Identitären“ in Spielfeld dabei. Püschel war Büroleiter des ehemaligen Linzer FPÖ-Verkehrs-Stadtrats Markus Heinz und ist Miteigentümer des FPÖ-nahen Magazins „Info-Direkt„. Seit 2023 ist er Direktor für den städtischen Geschäftsbereich Gesundheit und Sport.
Burschenschaft Arminia Czernowitz: Mitorganisator vom rechten Rand
Organisiert wird der Ball unter anderem von der Burschenschaft „Arminia Czernowitz“. Sie gilt als Teil des besonders rechten Spektrums der Burschenschaften. In der Vergangenheit sorgte sie mehrfach für Aufsehen, etwa durch die Nähe zu rechtsextremen Veranstaltungen und Akteuren. Kritiker:innen sehen in ihr ein wichtiges Bindeglied zwischen parlamentarischer Politik und außerparlamentarischer rechter Szene.
2010 hat diese Burschenschaft einen Skandal ausgelöst, weil sie auf einem ihrer Plakate nationalsozialistische Bildsprache verwendet hat.
Die “Arminia Czernowitz” ist zudem die Burschenschaft, die 2016 die rechtsextreme Konferenz „Verteidiger Europas“ angemeldet hat und deren Haus als Vereinslokal der rechtsextremen „Identitären“ in Oberösterreich dient.
FPÖ sponserte Burschenbundball
Die FPÖ tanzt nicht nur auf dem Burschenbundball, sie sponsert ihn auch. Laut VICE enthielt das 2019 veröffentlichte Sponsorenheft des Balls 14 Inserate, die der FPÖ zuordenbar sind. Auch ein Inserat vom damaligen FPÖ-Vizekanzler Strache findet sich darin. Er selbst ist in der Uniform seiner Verbindung zu sehen:
“Ja zum Vaterland!“ steht dort in weißen Lettern, und weiter: „Der Burschenbundball ist ein Symbol für die Liebe zu unserem Vaterland“. Dann lobt Strache den Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland“. Es ist der Wahlspruch der deutschnationalen Burschenschaften. Das „Vaterland“ ist Deutschland. (Michael Bonvalot, VICE)
Ablehnung der österreichischen Nation und Arierparagraph
Viele der beteiligten Verbindungen stehen in einer deutschnationalen Tradition. Diese Ideologie geht davon aus, dass Österreich keine eigenständige Nation sei, sondern Teil eines „deutschen“ Kulturraums. Diese Ideologie prägt noch heute Teile der deutschnationalen Burschenschaften.
Der Arierparagraph schloss ab Anfang des 20. Jahrhunderts Menschen jüdischer und „nicht deutscher“ Abstammung von vielen deutschnationalen Burschenschaften aus und blieb in Teilen des Dachverbands, der deutsche und österreichische Verbindungen vereint, formal lange nach dem Zweiten Weltkrieg bestehen. Erst 2011 brach im Dachverband eine Diskussion unter den Burschenschaften aus, dass ein Mitglied mit asiatischen Wurzeln nicht den Vorstellungen eines deutschen Burschen entspreche und deswegen ausgeschlossen werden sollte. Im Dachverband finden sich zahlreiche Burschenschaften aus Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Leoben.
Thomas Stelzer (ÖVP): Ehrenschutz sorgt erneut für Kritik
Wie schon in den vergangenen Jahren stand der Ball auch 2026 unter dem Ehrenschutz des oberösterreichischen Landeshauptmanns Thomas Stelzer (ÖVP). Kritiker:innen, wie das Bündnis “Linz gegen Rechts”, betonen, dass der Ball ein Treffpunkt rechter Netzwerke sei und politischer Rückhalt durch den Ehrenschutz ein falsches Signal sende. Auch angesichts steigender rechtsextremer Vorfälle und enger Verbindungen zwischen FPÖ und Identitären sei diese Nähe problematisch.
In der Vergangenheit haben auch dutzende KZ-Überlebende und Prominente Stelzer für seine Teilnahme und Ehrenschutz kritisiert.
„Kein Dancefloor für Nazis“: Überparteilicher Protest mobilisiert Gegendemo
Gegen den Ball formiert sich seit Jahren Widerstand. Das Bündnis “Linz gegen Rechts” organisiert seit 2013 Demonstrationen. Dieses Jahr gingen rund 1.500 Menschen auf die Straße, um gegen den Burschenbundball zu protestieren. Die Demonstration verlief laut Polizei friedlich.
Das Motto lautete: „Unsere Solidarität gegen ihre Hetze“. Ziel der Proteste ist es, ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und die Normalisierung rechter Netzwerke zu setzen. Das Bündnis versteht sich als breiter, friedlicher Zusammenschluss aus 60 Vereinen und Initiativen gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Ideologien – und will auch in Zukunft gegen den Ball mobilisieren.



































….saufen bis zum umfallen, in leere Bierkrüge pinkeln, Selbstverstümmelung (Mensur), menschenverachtende Liederbuchtexte usw. Die gemeinsame Gehirnleere hält diese „Männer ohne Eier“ zusammen.
Und solche „Freunderln“ haben wir in der Regierung. Pfui Gaggi!!