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Statt mehr Kinderbildung & Betreuung: ÖVP will Großeltern einspannen

großelternkarenz övp spö

großelternkarenz övp spö

Victor Strauch Victor Strauch
in Familie & Kinder, Frauen & Gleichberechtigung, Politik
Lesezeit:2 Minuten
31. Juli 2024
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In den meisten Bundesländern müssen Eltern Geld zahlen, wenn sie ihre Kinder ganztags in den Kindergarten schicken wollen. Nur in den SPÖ-regierten Bundesländern Wien, Kärnten und dem Burgenland ist Kinderbetreuung gratis. Anstatt sowohl Kinderbildung als auch Betreuung in ganz Österreich kostenlos zu machen, will die ÖVP mit der „Großelternkarenz“ Oma und Opa aushelfen lassen.

In Oberösterreich, Niederösterreich oder Salzburg einen Krippen- oder Kindergartenplatz zu finden, kann schwierig sein. Es sind vor allem Mütter, die beruflich und finanziell darunter leiden, wenn zu wenig Kleinkindbetreuung angeboten wird. Denn das Angebot reicht nicht mal für ein Drittel der Unter-Dreijährigen. Und die Kosten sind beträchtlich: In Niederösterreich kostet ein Platz im Landeskindergarten zwischen 50 und 180 Euro monatlich pro Kind. Weil es so wenige Plätze in öffentlichen Kindergärten gibt, weichen viele Eltern auf private Einrichtungen aus. Und die kosten schon mal 500 Euro monatlich pro Kind – ohne Mittagessen. Viele Kindergärten haben außerdem nur Vormittags geöffnet. Nur in Wien, Kärnten und dem Burgenland haben mehr als 80 Prozent aller Kindergärten länger als 8 Stunden offen.

Euqal Pay Day, Frauen verdienen weniger, Kindergärten, Kinderbetreuung
Anteil der Kindergärten, die länger als 8 Stunden offen haben

Die aktuelle Regierung aus ÖVP und Grünen hätte dafür sorgen können, dass es mehr Kinderbetreuungsplätze in allen Bundesländern gibt. Doch stattdessen schlägt die ÖVP jetzt vor, dass die Großeltern einspringen sollen. Mit der „Großelternkarenz“ sollen Oma und Opa statt den Eltern in Karenz gehen.

Großelternkarenz schmälert die Pension von Oma und Opa

Wenn die Großeltern schon in Pension sind, sollen sie einen Bonus in der Höhe des Kinderbetreuungsgeldes bekommen. Wenn sie noch berufstätig sind, sollen sie sich freistellen lassen können. Dadurch entgehen ihnen aber Berufsjahre am Ende ihres Berufslebens, wodurch sich die Pension verringert. Eine berufstätige Großmutter, die durch ihre eigene Karenzzeit bereits eine geringere Pension hat, würde mit dem ÖVP-Vorschlag also noch weniger Pension bekommen, falls sie sich für die Großelternkarenz entscheidet.

ÖVP so. pic.twitter.com/DTIoCGEmoW

— Andrea_Die _Kwati (@Andrea_Kwati) July 29, 2024

SPÖ fordert Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen & Väterkarenz

Die Bundesfrauenvorsitzende der SPÖ Eva-Maria Holzleitner kritisiert den Vorschlag als „rückschrittlich“ und fordert stattdessen einen Rechtsanspruch auf Kinderbildung ab dem 1. Lebensjahr. „Die Zeit, die Großeltern mit ihren Enkelkindern verbringen ist natürlich die wunderschönste Zeit“, sagt Holzleitner in der ZIB 2. Jedoch wäre der ÖVP-Vorschlag vor allem für Frauen „ein zweiter Knick im Erwerbsleben“, der sich dann in einer geringeren Pension spürbar mache.

Statt #Großelternkarenz brauchen wir in Österreich endlich einen Rechtsanspruch auf Kinderbildung ab dem 1. Lebensjahr. Ansonsten werden Frauen weiter in die Altersarmut getrieben und die Pensionsschere von rund 40% niemals geschlossen..

— Eva-Maria Holzleitner (@eviholz) July 28, 2024

Die Großelternkarenz sei ein „ganz letzter Schritt“, so Holzleitner in der ZIB 2. „Aber die Schritte dazwischen haben wir in Österreich ja bei Weitem noch nicht erfüllt“. Bevor man über so etwas wie Großelternkarenz nachdenkt, sollte man Holzleitner zufolge zuerst dafür sorgen, dass mehr Väter in Karenz gehen. Von 100 Vätern gehen aktuell nur zwei länger als drei Monate in Karenz. Das liegt vor allem daran, dass Frauen immer noch schlechter bezahlt werden als Männer – im Schnitt erhalten Frauen um 12,4 Prozent weniger Lohn.

Gratis-Kindergarten: Wien, Kärnten und Burgenland sind Vorreiter

Parlament Das Thema "Kinderbildung" im Parlament

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4 Comments
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Tsss!
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5. August 2024 12:10

»… ÖVP will Großeltern einspannen …«
Und? Will die ÖVP Großeltern züchten,
wenn ich keine habe?

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xx1xx
xx1xx
2. August 2024 06:10

Eltern und Großeltern als Lehrer sind billiger. Dann könnten die Steuern für die Reichen weiter gesenkt werden damit sich diese teure Privatuniversitäten leisten können.
Ein klassisches Beispiel wäre Oberösterreich. Hier hat man am Beispiel der Corona-Krise gesehen, dass Bildung Elternsache sein muss. Und man hat sich Impfstoff gespart. So konnten Seilbahnmanager und Tiroler Politiker früher ihren Impfstoff bekommen. Und das war wichtig.

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Ja, auch wir
Ja, auch wir
1. August 2024 04:39

haben 250 € bezahlen müssen. Aber es ist für uns leitbar gewesen. Deshalb meine ich, dass man zahlen müssen sollte, aber nicht jeder. Generell bin ich auch dafür, dass die Kinder familienintern erzogen werden und nicht in einem Hort fremderzogen. Außer, wenn die Eltern narzisstisch sind.

Ich habe tatsächlich auch noch nie das Gefühl gehabt, zuviel Steuern zahlen zu müssen. Allerdings muss das auch für die Pension reichen, und das tut es nicht, weil man heutzutage immer öfters von den Firmen weggeschmissen wird, was sich auf die Rente negativ auswirkt, man selbst aber nichts dafür kann. Deshalb müssen die Steuern für solche Schädlinge hochgefahren werden, um das später auszugleichen. Der Generationenvertrag taugt dazu nämlich nicht.

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Ja, auch wir …
Ja, auch wir …
Reply to  Ja, auch wir
1. August 2024 04:43

… für uns leistbar gewesen …

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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, kritisiert in einer Videobotschaft die massiv gestiegenen globalen Militärausgaben. Diese belaufen sich mittlerweile auf 2,7 Billionen US-Dollar – das ist 13-mal so viel wie die weltweiten Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit. Die Vereinten Nationen verweisen dabei auf einen aktuellen Bericht: Weniger als vier Prozent der weltweiten Militärausgaben – rund 93 Milliarden Dollar pro Jahr – wären ausreichend, um den Welthunger bis 2030 zu beenden. Der Bericht zeigt auch die wirtschaftlichen Effekte unterschiedlicher Investitionen: Während eine Milliarde Dollar für Militär 11.200 Arbeitsplätze schafft, entstehen mit derselben Summe 26.700 Jobs im Bildungsbereich, 17.200 im Gesundheitswesen oder 16.800 im Bereich erneuerbare Energien. „Es ist offensichtlich, dass die Welt über die Ressourcen verfügt, um Leben zu verbessern, den Planeten zu schützen und eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit zu sichern“, argumentiert Guterres. Sein Appell an politische Entscheidungsträger:innen für das Jahr 2026: „Entscheidet euch für Menschen und den Planeten – nicht für Schmerz.“ Zitat: Eine sicherere Welt beginnt damit, mehr Geld in den Kampf gegen Armut zu investieren anstatt in Kriege. Antonio Guterres

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