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Wenig Lohn, viel Druck: Handelsangestellte wollen 100 Euro und 3 zusätzliche Urlaubstage

Thomas Hackl Thomas Hackl
in Arbeit & Freizeit
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23. Oktober 2019
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Im Handel haben die Verhandlung für den Kollektivvertrag 2019 begonnen. Den Handelsunternehmen geht es gut und ihre Aktionäre bekommen hohe Gewinne ausgezahlt. Doch den Angestellten wollen sie nicht mehr Geld zahlen. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen nach 100 Euro mehr im Monat kategorisch ab und bezeichnen sie als lächerlich.

Der Handel ist die größte Branche in Österreich. Rund 428.000 Menschen sind im Handel beschäftigt. Für sie fordert die Gewerkschaft 2019 eine Gehaltserhöhung von 100 Euro im Monat. Das entspricht den 4,4 Prozent aus den Lohn-Verhandlungen der Metaller. Außerdem wollen die Handelsangestellten drei extra Urlaubstage und ein Startgeld von 130 Euro für die 15.000 Lehrlinge in der Branche.

Die Arbeitgeber-Seite lehnen all das kategorisch ab und bezeichnen die Forderungen als lächerlich. Und das, obwohl es der Branche wirklich gut geht.

Handel schreibt gute Zahlen

2018 gab es im Handel ein Umsatzplus von 3,7 Prozent. Auch der Branchenreport der Arbeiterkammer zeigt die gute Lage des Handels. Doch vom Erfolg profitieren vor allem die Aktionäre. Die wichtigsten Handelsunternehmen in Österreich haben letztes Jahr 700 Mio. Euro an Gewinnen ausgeschüttet.

Umgerechnet auf die Angestellten wäre das eine Einmalzahlung von 1.635 Euro pro Beschäftigtem – oder ein monatliches Plus von 136 Euro.

Angestellter im Handel: Viel Stress und wenig Geld

Die Arbeit im Handel ist hart, die Einkommen sind niedrig. Die Forderungen der Gewerkschaft sind für viele eine Existenzfrage. Das Leben ist in den letzten Jahren teurer geworden, die Handelsangestellten kommen mit ihrem Einkommen nur schwer über die Runden.

„Besonders die Teuerungen bei den Mieten, Lebensmitteln und Energiekosten belasten die Menschen stark und niemand möchte mit Existenzsorgen ins Bett gehen.“ – Martin Müllauer, Betriebsratsvorsitzender der Morawa Buch- und Medien GmbH.

Handel Kollektivvertrag Arbeiter 2019
Die Lebenskosten in Österreich sind in den letzten Jahren stark gestiegen und werden 2019 weiter steigen. Das setzt vor allem geringe Einkommen unter Druck.

Im Handel arbeiten 74 Prozent Frauen – sie verdienen schlecht und arbeiten dazu oft in Teilzeit. Sie spüren die Teuerungen am stärksten.

„Bei Teilzeit verdienst du im Handel etwa 850 Euro brutto. Da sind 52 Euro Gehaltserhöhung nicht überzogen. Das brauchst jede von denen, um überleben zu können – denn alles wird teurer. Hier geht es um Einkommensgerechtigkeit.“ – Anita Palkovich, Wirtschaftsbereichssekretärin der GPA-djp und Kollektivvertrag Verhandlerin

Dazu kommt, dass Angestellte im Handel oft unter enormem Stress arbeiten müssen. Der Arbeitsdruck steigt ständig: Immer weniger Angestellte müssen immer größere Flächen betreuen. Deshalb fordern die Gewerkschaften drei extra Urlaubstage für alle Angestellten im Handel. Die sollen sie nutzen können, um sich von dem zunehmenden Stress in der Arbeit zu erholen.

Forderungen für Kollektivvertrag entlasten Angestellte und kurbeln Wirtschaft an

Die Forderungen der Gewerkschaften würden echte Verbesserungen für fast eine halbe Million Beschäftigte bringen. Die Gehaltserhöhung von 100 Euro würde die Existenzängste tausender Menschen lindern. Die zusätzlichen freien Tage würden Erkrankungen reduzieren und den häufigen Personalwechsel verhindern. Das würde ohnehin auch den Unternehmen zu gut kommen. Besonders in Zeiten von Personalmangel.

Aber nicht nur das: Die Gehaltserhöhung würde den Konsum ankurbeln und davon würde ganz besonders der Handel profitieren. Eine Gehaltserhöhung im Handel kommt also nicht nur den Handelsangestellten zugute, sondern der gesamten Wirtschaft.

Parlament Das Thema "Kollektivvertrag Handel" im Parlament

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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