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Überraschende Metaller-Einigung: 2.000 Euro Mindestlohn in Metall-Branche

Kurz redet Österreichs Wirtschaftstandort klein, um soziale Einsparungen zu rechtfertigen

Marco Pühringer Marco Pühringer
in Arbeit & Freizeit
Lesezeit:2 Minuten
29. Oktober 2019
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Nach fünf Runden der Metaller-Lohnverhandlungen haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach einer 11-stündigen Sitzung Montag Nacht geeinigt: Die Löhne steigen zwischen 2,6 und 2,8 Prozent und der Mindestlohn in der Metall-Branche wird auf 2.000 Euro angehoben. Die Arbeitergeberseite wollte zuerst  nur ein Lohnplus von 1,8%  – und das, obwohl heuer an die Aktionäre so hohe Dividenden ausgeschüttet wurden wie noch nie. 

Der Abschluss der Verhandlungen in der Metall-Branche ist entscheidend: Er ist der erste KV-Abschluss des Jahres und gibt die Richtung für die Lohnerhöhungen in anderen Branchen vor. Darum wird hier auch besonders hart gefeilscht. Heuer diskutierte man sogar über den Verhandlungsort. Die Arbeitgeber wollten in Vorarlberg verhandeln – wohl um die Kassen der Gewerkschaft durch hohe Anfahrts- und Unterbringungskosten zu belasten.

Auch auf Twitter wird der Metaller KV 2019 also die Lohnverhandlungen der Metaller und die Kollektivvertrags Verhandlungen der Metaller diskutiert. Hier ein Tweet vom Pressesprecher von Barbara Teiber, Daniel Gürtler.
Tweet von Daniel Gürtler, dem Pressesprecher von Barbara Teiber

Letztes Jahr konnten die Gewerkschaften für die mehr als 190.000 Arbeiter und 7.500 Lehrlinge im Metallgewerbe ein Lohn-Plus von durchschnittlich 3,46 Prozent erkämpfen – die Metaller-Lehrlinge erhielten sogar +10 %. Dass den Gewerkschaften bei den Verhandlungen aber nichts geschenkt wird, sieht man daran, dass sie letztes Jahr bis zuletzt für eine 10-minütige bezahlte Pause nach der 10. Arbeitsstunde verhandeln mussten.

4,5 % mehr Mindestlohn für Metaller

Auch heuer forderten die verhandelnden Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp in der Metaller-Lohnverhandlung eine deutliche Lohnerhöhung von 4,5 Prozent. Doch die Unternehmerseite bremste und sprach von schlechten Konjunkturaussichten. Zugleich schütteten die ATX-Konzerne neue Rekord-Dividenden an die Aktionäre aus. 2018 kassierten die Aktionäre mehr als zwei Milliarden Euro – das sind 90 Prozent der erzielten Gewinne. Auch heuer geht der Trend in diese Richtung: Bei den ATX-Konzernen wurden 3 Milliarden Euro an die Eigentümer ausgeschüttet – so viel wie noch nie in der Geschichte der Börse.

Doch wenn es um die Löhne geht, will die Unternehmerseite nichts mehr von diesen Zahlen wissen. Die Verhandlungen wären fast geplatzt, die Gewerkschaft hat bereits Betriebsversammlungen angekündigt. Doch Montag nacht kam es nach 50 Verhandlungsstunden doch noch zu einer Einigung: Ein gestaffeltes Lohnplus zwischen 2,6 und 2,8 Prozent. Der Mindestlohn für Metaller steigt um 4,5 Prozent auf 2.000.

„Das ist ein lohnpolitischer Meilenstein“, heißt es aus der Gewerkschaft.

Der Lohnzuwachs liegt rund ein Prozent über der Inflation und ist ein realer Lohnzuwachs.

Hätte es kein Ergebnis gegeben, hätten 300 Betriebsversammlungen und eine Betriebsratskonferenz mit 1.500 Teilnehmern stattgefunden. „Das hat den notwendigen Druck auf die Arbeitgeber erzeugt, damit sie sich um ein vernünftiges Ergebnis bemühen“, sagen die Gewerkschafter.

Die Party fand in den Chefetagen statt – jetzt müssen beschäftigte Metaller ihren Anteil erhalten

Die Chefverhandler der Arbeitnehmerseite, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) sind mit dem Ergebnis zufrieden. Das ist ein „fairer Abschluss“ und zeigt, „dass die Sozialpartnerschaft funktioniert“. Der Obmann des WKÖ-Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI) meinte von Seiten der Arbeitgeber, das Lohnplus sei eine „Anerkennung für die Arbeit der Mitarbeiter“.

Parlament Das Thema "Sozialpartnerschaft" im Parlament

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Martin Niemöller (1892–1984) war ein bekannter evangelischer Pfarrer in Deutschland. Anfangs unterstützte er den Aufstieg der Nationalsozialisten – wandte sich dann aber entschieden gegen ihre Einmischung in die Kirche. Er gehörte zu den Mitbegründern der Bekennenden Kirche, die sich der Kontrolle durch die Nazis widersetzte. Dafür wurde er 1937 verhaftet und verbrachte die letzten Jahre des Dritten Reichs in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau. Die Erfahrungen dieser Zeit prägten ihn tief: Niemöller setzte sich nach 1945 für das Eingeständnis der deutschen Kollektivschuld ein und trug zum Stuttgarter Schuldbekenntnis bei. Zitat: Als die Nazis die Sozialdemokraten holten habe ich geschwiegen - ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der für mich sprechen konnte. Martin Niemöller

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Martin Niemöller (1892–1984) war ein bekannter evangelischer Pfarrer in Deutschland. Anfangs unterstützte er den Aufstieg der Nationalsozialisten – wandte sich dann aber entschieden gegen ihre Einmischung in die Kirche. Er gehörte zu den Mitbegründern der Bekennenden Kirche, die sich der Kontrolle durch die Nazis widersetzte. Dafür wurde er 1937 verhaftet und verbrachte die letzten Jahre des Dritten Reichs in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau. Die Erfahrungen dieser Zeit prägten ihn tief: Niemöller setzte sich nach 1945 für das Eingeständnis der deutschen Kollektivschuld ein und trug zum Stuttgarter Schuldbekenntnis bei. Zitat: Als die Nazis die Sozialdemokraten holten habe ich geschwiegen - ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der für mich sprechen konnte. Martin Niemöller

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