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Nobelpreise 2025 für Immunforschung, Quantenphysik & umstrittene Maduro-Gegnerin

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Nobelpreis 2025 (Foto: Pixabay / Unsplash)

Foto: Pixabay / Unsplash

Sarah Hammerschmid Sarah Hammerschmid
in Bildung & Wissenschaft, Internationales
Lesezeit:7 Minuten
13. Oktober 2025
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In der zweiten Oktoberwoche wird der jährliche Nobelpreis in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften verliehen. Das Komitee ehrt damit Personen, die mit ihrer Arbeit einen besonderen Beitrag zur Menschheit leisten. Der Nobelpreis wird seit 1901 in Stockholm vergeben und bringt pro Kategorie knapp 1 Million Euro Preisgeld. Dieses Jahr sorgt die Vergabe des Friedensnobelpreises für Debatten. Unter den Ausgezeichneten sind zwölf Männer und zwei Frauen. 

Inhalt
1) Nobelpreisträger:innen 2025 – Übersicht
2) Medizin-Nobelpreis 2025 für die Immunforschenden Brunkow, Ramsdell & Sakaguchi
3) Physik-Nobelpreis 2025 für die Quantenphysiker Clarke, Devoret & Martinis
4) Chemie-Nobelpreis 2025 geht an die Materialforscher Kitagawa, Robson und Yaghi
5) Krasznahorkai erhält den Literatur-Nobelpreis 2025 für groteske Machtkritik
6) Friedensnobelpreis 2025 für umstrittene Maduro-Gegnerin Machado
7) Wirtschaftsnobelpreis 2025 für Forscher zu nachhaltigem Wachstum

Nobelpreisträger:innen 2025 – Übersicht

Medizin Mary E. Brunkow, Fred Ramsdell, Shimon Sakaguchi
Physik John Clarke, Michel H. Devoret, John M. Martinis
Chemie Susumu Kitagawa, Richard Robson, Omar M. Yaghi
Literatur Lázló Krasznahorkai
Frieden María Corina Machado
Wirtschaft Joel Mokyr, Philippe Aghion, Peter Howitt

Medizin-Nobelpreis 2025 für die Immunforschenden Brunkow, Ramsdell & Sakaguchi

In der Kategorie Medizin werden heuer Beiträge zur Immunforschung ausgezeichnet. Der Medizin-Nobelpreis ging an die US-amerikanischen Forschenden Mary E. Brunkow, Fred Ramsdell und den japanischen Forscher Shimon Sakaguchi. Brunkow (64) arbeitet am Institute for Systems Biology in Seattle. Der 64-jährige Ramsdell ist beim Unternehmen Sonoma Biotherapeutics in San Francisco tätig, während Shimon Sakaguchi (72) an der Universität Osaka forscht.

Sakaguchi hat im Jahr 1995 sogenannte „T-Zellen“ entdeckt. Diese Immunzellen schützen den Körper vor Autoimmunerkrankungen – sie verhindern also, dass Immunzellen unseren eigenen Körper angreifen. 2001 entdeckten Brunkow und Ramsdell das Foxp3-Gen, dessen Mutation bei Mäusen und Menschen schwere Autoimmunerkrankungen auslöst. Zwei Jahre später konnte schließlich Sakaguchi zeigen, dass Foxp3 die Entwicklung der regulatorischen T-Zellen steuert.

Ihre Entdeckungen haben dazu beigetragen, Krebsarten und Autoimmunkrankheiten mit neuen Therapieformen behandeln zu können. Das Komitee begründet die Verleihung für den Medizin-Nobelpreis folgendermaßen:

„Das Immunsystem des Körpers muss reguliert werden, da es sonst unsere eigenen Organe angreifen kann. Mary E. Brunkow, Fred Ramsdell und Shimon Sakaguchi haben bahnbrechende Entdeckungen zur peripheren Immuntoleranz gemacht, die verhindern, dass das Immunsystem den eigenen Körper schädigt.“

Als die Gewinner:innen kontaktiert wurden, war Ramsdell gerade auf einer mehrwöchigen Wandertour unterwegs, sein Handy im Flugmodus. Erst Stunden später erfuhr er von seinem Gewinn. Auch Brunkow erreichte die Nachricht verspätet – sie bekam Anruf aus Schweden aufgrund der Zeitverschiebung mitten in der Nacht. Sie ging von einem Spam aus, drückte den Anruf zunächst weg und schlief weiter.

 

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Physik-Nobelpreis 2025 für die Quantenphysiker Clarke, Devoret & Martinis

Auch in der Kategorie Physik teilen sich drei Kandidaten den Nobelpreis. Die in den USA lebenden Quantenphysiker John Clarke (Großbritannien, 83), Michel H. Devoret (Frankreich, 72) und John M. Martinis (USA, 67) wurden – passend zum internationalen Jahr der Quantenwissenschaft 2025 – für ihre Forschung ausgezeichnet. Ihre Erkenntnisse bieten eine Grundlage für weitere Entwicklungen in der Quantentechnologie und kommen in Smartphones und Computern vor.

Die drei Quantenphysiker lehren an der University of California in Berkeley, an der University of California in Santa Barbara und an der Yale University. Sie führten Experimente mit einem elektrischen Schaltkreis durch und zeigten, dass die bizarren Eigenschaften der Quantenphysik in einem handgroßen System sichtbar werden können: Elektronen können in Stromkreisen durch Hindernisse tunneln und dabei nur in festen Energie-Schritten springen. Dieser Effekt wird in Flash-Speichern und Prozessoren von Smartphones genutzt, um Daten zu speichern und Elektronen präzise zu steuern.

„Für die Entdeckung des makroskopischen quantenmechanischen Tunneleffekts und der Energiequantisierung in einem Stromkreis“ erhielten sie laut Komitee den Preis.

John Clarke (Foto: Karl Mondon; picturedesk.com)
John Clarke (Foto: Karl Mondon; picturedesk.com)

Chemie-Nobelpreis 2025 geht an die Materialforscher Kitagawa, Robson und Yaghi

In der Kategorie Chemie geht der Nobelpreis an den Japaner Susumu Kitagawa (74), den Australier Richard Robson (88) und den US-Amerikaner Omar M. Yaghi (60). Sie haben metallorganische Gerüstverbindungen geschaffen, die Kohlenstoffdioxid aus der Luft filtern können.

Diese Materialien zeichnen sich durch eine extreme Porosität aus – das heißt, sie haben sehr viele kleine Hohlräume. Dadurch lassen sie sich ideal dafür nutzen, Wasser aus trockener Wüstenluft zu gewinnen oder Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzufangen. Außerdem bieten sie Potenzial, schädliche Chemikalien wie PFAS aus dem Wasser zu trennen oder Arzneimittelreste abzubauen.

Das Nobelkomitee lobte, dass diese metallorganischen Gerüstverbindungen „ein enormes Potenzial haben und bisher ungeahnte Möglichkeiten für maßgeschneiderte Materialien mit neuen Funktionen eröffnen“. Das Komitee betonte die Vielseitigkeit: Solche Materialien könnten nicht nur in der Umwelttechnologie angewendet werden (z. B. Reinigung von Wasser, Abscheidung von gefährlichen Stoffen), sondern auch in vielen anderen Bereichen, in denen Materialeigenschaften präzise gesteuert werden müssen.

Krasznahorkai erhält den Literatur-Nobelpreis 2025 für groteske Machtkritik

Den diesjährigen Nobelpreis für Literatur erhält der ungarische Schriftsteller Lázló Krasznahorkai (71). Im Jahr 2001 wurde er in Salzburg mit dem Österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet und war bereits in der engeren Auswahl für die diesjährige Auszeichnung. Er verhandelt in seinen Texten Machtverhältnisse. Durch seinen gleichzeitig grotesken und absurden Stil erinnert er manche Leser:innen an Kafka. Krasznahorkai verleiht tragischen Geschichten einen ironischen Ton. Sein literarischer Durchbruch gelang dem ehemaligen Jus- und Philosophiestudenten mit seinem Roman „Satanstango“ 1985. Die ungarische Regierung unter Viktor Orbán lehnt der Literaturnobelpreisträger strikt ab und lebt momentan in Wien und Triest. Zu seinen literarischen Einflüssen gehören Franz Kafka, Robert Musil und Thomas Bernhard.

„Für sein fesselndes und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischer Schrecken die Macht der Kunst bekräftigt“ wurde er laut Nobelpreiskomitee ausgezeichnet.

Literaturnobelpreisträger 2025 László Krasznahorkai (Foto: Christian Leopold/Franz Neumayr; picturedesk.com)
Literaturnobelpreisträger 2025 László Krasznahorkai (Foto: Christian Leopold/Franz Neumayr; picturedesk.com)

Friedensnobelpreis 2025 für umstrittene Maduro-Gegnerin Machado

Der Friedensnobelpreis 2025 geht an María Corina Machado (58), die für ihren Kampf gegen den autoritären venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro gefeiert wird. Sie setzt sich seit über zwei Jahrzehnten dafür ein, dass sich Bürger:innen in Venezuela mehr an der Politik beteiligen können und war immer wieder Repressionen und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Machado wurde letztes Jahr zur Kandidatin der venezolanischen Opposition nominiert, wenig später schloss sie allerdings der regierungsnahe Wahlrat für 15 Jahre von allen öffentlichen Ämtern aus. Seit über einem Jahr lebt sie versteckt.

Die Auszeichnung erfolgt laut Komitee „für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zu Demokratie“.

Doch ihr Gewinn löst auch Debatten aus. Denn sie ist gut in internationale rechtskonservative bis -extreme Netzwerke integriert. Sie beteiligte sich 2002 am Carmona-Putsch, bei dem die venezolanische Opposition gemeinsam mit den USA Hugo Chávez stürzen wollte. 2020 unterstützte sie die „Carta de Madrid“, die von der rechtsextremen spanischen Partei „Vox“ initiiert und von Giorgia Meloni und Eduardo Bolsonaro mitunterzeichnet wurde. Es handelt sich dabei um ein Manifest einer internationalen rechten Allianz, die marktradikal, antikommunistisch und offen für autoritäre Tendenzen ist.

Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado (Foto: Carlos Diaz; Wikimedia Commons; CC BY-2.0)
Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado (Foto: Carlos Diaz; Wikimedia Commons; CC BY-2.0)

Bei der von Vox und der Allianz „Patriots for Europe“ organisierten „Europa Viva 2025“ trat sie gemeinsam mit Akteuren wie Orbán, Milei und Le Pen auf. Laut Historiker Steven Forti zeigt dieses Treffen die strategische Vernetzung einer globalen Rechten, die neoliberale Wirtschaftsideologie, christlich-nationalistische Symbolik und Feindbilder gegen Linke und Migrant:innen verbindet.

Wirtschaftsnobelpreis 2025 für Forscher zu nachhaltigem Wachstum

Das Komitee verleiht den Wirtschaftsnobelpreis an den niederländischen Wirtschaftshistoriker Joel Mokyr (geb. 1946 in den Niederlanden) und die Wachstumsforscher Philippe Aghion (geb. 1956 Frankreich) und Peter Howitt (geb. 1946 in Kanada). Sie lehren an Universitäten in den USA, Frankreich und Großbritannien. Das Komitee zeichnete sie für ihre Forschung darüber aus, wie technologischer Fortschritt und Innovation langfristig zu wirtschaftlichem Wachstum beitragen – und wie sich dieser Prozess nachhaltiger gestalten lässt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie man Fortschritt fördern kann, ohne dabei ständig alte Systeme und Ressourcen zu verschwenden. Die Forscher untersuchen, wie Innovationen gezielt genutzt werden können, um Wohlstand zu steigern, das Klima besser zu schützen und Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen. Damit liefern sie zentrale Erkenntnisse für eine Wirtschaft, die auf Erneuerung setzt, ohne ihre eigenen Grundlagen zu zerstören.

Die drei Forscher „zeigen, wie neue Technologien nachhaltiges Wachstum fördern können“, so das Nobelpreis-Komitee.

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Demokratie

Demokratie bedeutet „Volksherrschaft“. In modernen Demokratien entscheidet die Bevölkerung meist nicht über jede Frage selbst, sondern wählt Vertreterinnen und Vertreter. Diese treffen politische Entscheidungen im Parlament oder in der Regierung. Wichtig sind freie und faire Wahlen, Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und der Schutz von Minderheiten. Auch Mehrheiten müssen sich an die Verfassung halten. In Österreich dürfen österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ab 16 Jahren bei Nationalratswahlen wählen. Bei Wahlen entscheiden sie, welche Parteien und Personen sie im Parlament vertreten sollen. Das nennt man repräsentative Demokratie. Zu einer Demokratie gehört auch Meinungsfreiheit. Menschen dürfen ihre Meinung äußern und die Regierung kritisieren. Die Meinungsfreiheit hat aber Grenzen, zum Beispiel wenn jemand andere bedroht, gegen Gruppen hetzt oder nationalsozialistische Verbrechen leugnet oder verharmlost. In einer

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