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Nach Rekorddividenden und Vorstandsplus: „4 Tage Woche wird’s nicht spielen“

KTM-Chef Pierer gönnt sich 4 Millionen Dividende – trotzdem schickt er alle Mitarbeiter in Kurzarbeit

Foto: KTM Press Center

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in 4-Tage-Woche
Lesezeit:2 Minuten
30. Juni 2022
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Stefan Pierer ist nun Chef der oberösterreichischen Industriellen Vereinigung. In seinem Antrittsinterview in der Kronen Zeitung lässt er die Angestellten wissen, was er von Arbeitszeitverkürzung hält: „Vier Tage arbeiten und für fünf verdienen, das wird’s nicht spielen.“ Nach dem er für seine Firma KTM 11 Mio. Euro Corona-Hilfen kassiert hat und sich und seinen Aktionären die Rekorddividende von 11 Mio. Euro ausgezahlt hat.

Die 4-Tage-Woche wird beliebter, mittlerweile will die Mehrheit der Vollzeitbeschäftigten in Österreich kürzer arbeiten. Weltweit wird die 32-Stunden-Woche in etlichen Pilotprojekten schrittweise eingeführt. In Österreich meldet sich jetzt KTM-Chef Stefan Pierer zu Wort und weist die Beschäftigen mit ihren Wünschen in die Schranken:

„Vier Tage arbeiten und für fünf verdienen, das wird’s nicht spielen“, erklärte der Motorradhersteller und Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich im Krone-Interview.

11 Mio. Dividende trotz Corona Hilfen

Die Bescheidenheit, die Pierer einfordert, legt der Milliardär bei sich selbst naturgemäß nicht an den Tag. Letztes Jahr schüttete die Pierer Mobility Group 11,25 Millionen Euro Dividende aus. Der größte Teil davon – nämlich über 7 Millionen – wandert in die Taschen von Pierer. Den ÖVP-Großspender Pierer scheint es dabei wenig zu stören, dass die Gesamtdividende mit 11,25 Millionen Euro in etwa so hoch ist wie die Corona-Hilfen, die das Pierer Mobility Tochterunternehmen KTM AG in Mattighofen erhalten hat.

Schließlich wurden in diesem Subunternehmen auch die Vorstandsbezüge –  auch für Pierer – um 30 Prozent erhöht. Im Krisenjahr 2020 zahlte KTM 6 Millionen Euro an variablen und fixen Gehältern an seine Manager, 2019 waren es noch 4,6 Millionen. Rund 11 Millionen bekam das Unternehmen an Kurzarbeitsgeldern, 15 weitere Steuer-Millionen sind in Form anderer staatlicher Förderungen an den Konzern gezahlt worden.

Die KTM AG schrieb 130 Millionen Gewinn – 20 Prozent des Gewinns stammen also aus Steuergeld.

Diese 26 Millionen öffentliche Förderungen sind nur ein Teil der gesamten Fördermenge, der KTM-Mutterkonzern Pierer Mobility Group (über Umwege zu 62 Prozent im Besitz von Stefan Pierer) verbucht in seiner Bilanz noch 14,25 Millionen an „Fördergeldern und sonstigen betrieblichen Erträgen“. Außerdem nahm das Unternehmen einen COVID-Sonder-Kreditrahmen der Österreichischen Kontrollbank in Höhe von 60 Millionen Euro in Anspruch.

Dass es all das „spielt“ scheint für Pierer selbstverständlich. Die Coronahilfen trotz Rekordgewinnen zurückzuzuhalen, daran denkt er nicht. Vermögenssteuern will er keine zahlen: „Vermögen, das in Familienunternehmen gebunden ist, zu besteuern, zerstört unweigerlich Arbeitsplätze“, meint er. Pierer nimmt lieber Steuergeld, um sein Vermögen zu steigern.

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Michael
Michael
28. September 2022 10:00

Hört auf euch von denen, die von eurer Gefügigkeit am meisten profitieren vorschreiben zu lassen, wie ihr zu leben habt. Dieser Typ hat nichts zu entscheiden. Wir wollen die 32 Stunden Woche, wir werden sie bekommen.

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Andreas
Andreas
31. August 2022 21:37

Warum sollte eine Firma auf Arbeitskraft verzichten bei gleichen Kosten? 32 statt 40 Stunden > 20% weniger arbeiten > 20% weniger Gehalt!
Finde ich fair und würde es sofort machen,wenn das bei meinem Arbeitgeber ginge!

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Michael
Michael
Reply to  Andreas
28. September 2022 10:23

Alle Pilotprojekte zeigen, dass die reduzierte Arbeitszeit mit besserer Einteilungsmöglichkeit zu größerer Produktivität führt. Dass es nicht in allen Branchen funktionieren wird, ist klar, dort muss es andere Möglichkeiten geben. Aber da wo es geht, soll es auch gemacht werden.

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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