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Vier Tage Arbeit und volle Bezahlung: Schwedisches Pilotprojekt zeigt zufriedenere Mitarbeitende und hohe Produktivität

Schweden, Stockholm, 4-Tage-Woche, Pilotprojekt, Unsplash+

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Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in 4-Tage-Woche, Arbeit & Freizeit, Good News, Internationales
Lesezeit:3 Minuten
5. Februar 2026
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Immer mehr Länder experimentieren mit kürzeren Arbeitszeiten bei gleichem Lohn. Auch in Schweden haben elf Betriebe testweise auf die 4-Tage-Woche umgestellt, darunter Pflegeeinrichtungen, Sozialdienste, Energieversorger und NGOs. Das Ergebnis: Sowohl die Gesundheit als auch das Wohlbefinden der Beschäftigten verbesserten sich spürbar und auch wirtschaftlich rentiert sich die Umstellung: 10 der 11 Betriebe wollen jetzt die kürzeren Arbeitszeiten beibehalten.

Im Dezember 2023 starteten elf Betriebe aus Malmö, Göteborg, Jönköping und Bålsta ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche. Die Studie umfasste öffentliche, private und gemeinnützige Organisationen. Vertreten waren Pflegeeinrichtungen, Energieversorger, Sozialdienste, Beratungsbüros und NGOs. Alle Betriebe testeten sechs Monate lang das 100:80:100-Modell: Die Beschäftigten arbeiteten rund 20 Prozent weniger, erhielten aber 100 Prozent ihres Lohns – bei gleichbleibendem Output.

Mehr Schlaf, weniger Stress und weniger Angst dank kürzerer Arbeitszeiten

Die Ergebnisse des Pilotprojekts fallen deutlich aus. Kürzere Arbeitszeiten verbesserten die Lebensbedingungen vieler Beschäftigter spürbar. Besonders relevant sind die Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden:

  • Der gemessene Stress sank um 19 Prozent.
  • Die Teilnehmenden schliefen im Schnitt 24 Minuten länger pro Nacht.
  • Schlafprobleme halbierten sich.
  • Angstsymptome nahmen ab. Der Anteil jener ohne Angstgefühle stieg von 46,5 auf 64,6 Prozent.
  • Sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit verbesserten sich signifikant.

Diese Effekte betreffen vor allem Beschäftigte in Berufen mit hoher Arbeitsbelastung. Gerade im Pflege- und Sozialbereich gelten Arbeitsverdichtung (also mehr Arbeit in der gleichen oder weniger Zeit) und die u.a. daraus resultierende Erschöpfung als zentrale Probleme. Die mit der Arbeitszeitverkürzung erzielten positiven Effekte hängen auch mit einem besseren Arbeitsklima und einer ausgeglicheneren Work-Life-Balance zusammen. Laut Studienergebnissen nahm die soziale Interaktion im Team um 10 Prozent zu und die Arbeitszufriedenheit um 8 Prozent. Die allgemeine Lebenszufriedenheit erhöhte sich sogar um 25 Prozent, die Zeit für Freizeit um 44 Prozent. Die Energie für Familie und Freunde nahm um 22 Prozent zu.

Hohe Produktivität dank reduzierter Arbeitszeit

Auch die ökonomischen Kennzahlen zeigen bei der 4-Tage-Woche in Schweden ein positives Bild. Trotz reduzierter Arbeitszeit blieben die Betriebsleistungen, wie u.a. der Umsatz, stabil oder verbesserten sich sogar:

  • Die wahrgenommene Produktivität stieg um 13 Prozent.
  • Die Arbeitsfähigkeit nahm um 10 Prozent zu.
  • Die Arbeitsintensität blieb unverändert.
  • Kreativität und Innovation legten in allen gemessenen Bereichen zu.

Kein teilnehmender Betrieb meldete schlechtere wirtschaftliche Ergebnisse. Fünf Betriebe verzeichneten stabile Kennzahlen, fünf weitere sogar Verbesserungen. Nur von einem kleinen Betrieb fehlen Daten.

Weniger Meetings, bessere Terminplanung und bessere Logistik

Zusätzlich zu den kürzeren Arbeitszeiten stellten die Betriebe ihre Organisation grundlegend um. Viele führten feste Fokuszeiten ein. Meetings wurden reduziert oder verkürzt. Zeitblockaden im Kalender ermöglichten konzentriertes Arbeiten. In einigen Fällen verbesserten Betriebe ihre Terminplanung und Logistik.

„Was mich am meisten überraschte, war, wie einfach die Umsetzung tatsächlich war – und wie kraftvoll der Effekt wurde. Wir sahen Resultate direkt, sowohl in Zahlen als auch im Gefühl am Arbeitsplatz“, sagt Geschäftsführerin Erica Wärmé Ekblom von Evolve Redovisning AB, eines teilnehmenden Betriebes.

Wichtig ist laut Projektleiterin Sarah Uldal, dass für jeden Betrieb eigene Lösungen gefunden werden müssen:

„Die Studie bestätigt, dass es keine perfekte Lösung gibt, sondern dass kürzere Arbeitswochen an jede einzelne Organisation angepasst werden müssen. Es war enorm spannend, die Betriebe während der Pilotphase zu begleiten und zu sehen, wie sie getestet, justiert und zu Lösungen gelangt sind, die für sie realistisch sind.“

Großbritannien, Deutschland, Österreich: Immer mehr Länder testen die 4-Tage-Woche

Die Ergebnisse bestätigen internationale Studien aus Ländern wie Großbritannien, Deutschland oder Australien. Die Ergebnisse der Versuche sind fast immer gleich: Die Beschäftigten sind motivierter, produktiver und glücklicher, während es sich auch für die Unternehmen rentiert. Auch in Österreich läuft aktuell ein Pilotprojekt, bei dem alle Unternehmen, NGOs und öffentlichen Stellen mitmachen können. Einen Überblick über alle Studien weltweit gibt es hier.

Pilot-Projekt in Österreich
Auch in Österreich läuft eine wissenschaftliche Studie zur 4-Tage-Woche, begleitet von Forschenden der TU Wien, der Webster Vienna Private University und der Züricher Organisationsberatung Hailperin.

Wie läuft der Test ab? Er ist offen für alle Betriebe – jeder Größe und Branche, NGOs und öffentlicher Stellen. In der Vorbereitungsphase werden im Rahmen von Workshops passende Modelle und eine Kommunikationsstrategie entwickelt, mögliche Stolpersteine diskutiert sowie Erfolgskennzahlen festgelegt. Danach folgt die sechsmonatige Pilotphase mit wissenschaftlicher Begleitung, Mentoring und Zugang zu einem Netzwerk von Unternehmen, die ebenfalls die 4-Tage-Woche testen.

Für interessierte Unternehmen in Österreich steht ein Online-Termin zur Verfügung, in dem unverbindlich über Teilnahme, Anforderungen und Ablauf informiert wird. Mehr zum 4-Tage-Woche-Test in Österreich gibt es hier.

Parlament Das Thema "4-Tage-Woche" im Parlament

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Rudolf KREINZ
Rudolf KREINZ
25. Februar 2026 08:31

Ja, da wird von der Wirtschaft wieder einmal, ohne nachzudenken und sich informieren, zurückgeschossen.
Was denn sonst! Es ist ein Jammer!

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Gerhard
Gerhard
6. Februar 2026 16:45

Wie gut wären dann erst 2 Tage im Monat !

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Ingrid Marion
Ingrid Marion
Reply to  Gerhard
24. Februar 2026 15:50

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Berta Cáceres war eine honduranische Umweltaktivistin und Vertreterin der indigenen Lenca. Sie kämpfte für den Schutz der Umwelt und die Rechte der indigenen Bevölkerung, besonders gegen große Infrastrukturprojekte wie den Agua Zarca Staudamm, der die Lebensgrundlage ihrer Gemeinschaft bedrohte. Cáceres wurde 2015 mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet – ein Zeichen für ihr großes Engagement. Sie wurde am Morgen des 3. März 2016 in ihrem Haus von mehreren Bewaffneten ermordet. Zitat: Wir haben keinen Ersatzplaneten. Wir haben nur diesen und wir müssen jetzt handeln. Berta Cáceres

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