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Diese Länder weltweit testen die 4-Tage-Woche

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Foto: Firefly-Montage / Unsplash / Deutsche Bahn AG (DB) Mediathek, Oliver Lang

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Karina Stuhlpfarrer Karina Stuhlpfarrer
in 4-Tage-Woche, Arbeit & Freizeit, Good News, Internationales
Lesezeit:15 Minuten
4. Februar 2026
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Weltweit feiert die 4-Tage-Woche zahlreiche Erfolge. Immer mehr Unternehmen verschiedener Branchen und zahlreiche Länder experimentieren mit kürzeren Arbeitszeiten. Viele Pilotprojekte zeigen positive Auswirkungen auf Arbeitszufriedenheit, Gesundheit und Produktivität. Im Zentrum steht eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibendem Lohn.

Unter anderem in Island, Großbritannien, Deutschland, Portugal, Spanien, Südafrika und Brasilien wurde die 4-Tage-Woche bereits erprobt. Auch in Österreich gibt es ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt. Die folgende Übersicht zeigt, welche Länder die 4-Tage-Woche testen und welche Arbeitszeitmodelle bereits umgesetzt wurden.

Inhalt
4-Tage-Woche weltweit: Welche Länder haben sie eingeführt oder getestet?
Island als Vorreiter
Brasilien
Südafrika als erstes afrikanisches Land
UK
Irland
Schottland
Portugal
Spanien
Schweden
Dominikanische Republik
Die 4-Tage-Woche in Neuseeland & Australien
Laufendes Pilotprojekt in der Schweiz
Deutschland
Österreich testet 4-Tage-Woche
Frankreich
USA & Kanada
Südkorea
Alternative Modelle
Japan
Litauen
Belgien
Vereinigte Arabische Emirate
Was internationale Studien über die 4-Tage-Woche zeigen
FAQ – 4-Tage-Woche weltweit
In welchen Ländern gibt es die 4-Tage-Woche?
Welches Land ist Vorreiter bei der 4-Tage-Woche?
In welchen Ländern gibt es eine 4-Tage-Woche bei vollem Lohn?
In welchen Ländern ist die 4-Tage-Woche gesetzlich geregelt?
Gibt es in Österreich bereits eine 4-Tage-Woche?
Bedeutet eine 4-Tage-Woche automatisch weniger Arbeitsstunden?

4-Tage-Woche weltweit: Welche Länder haben sie eingeführt oder getestet?

Land Arbeitszeitmodell Umsetzungsstand
Island 35–36 statt 40 Stunden Pilotprojekte abgeschlossen; kollektivvertraglich verbreitet
Brasilien Bis zu 20 % weniger Stunden, voller Lohn Pilotprojekt 2024 abgeschlossen; teils fortgeführt
Südafrika 4 Tage, voller Lohn Pilotprojekt 2023; 92 % planten Fortführung
Namibia 4 Tage mit Arbeitszeitverkürzung 2024 angekündigt; Durchführung nicht bestätigt
Großbritannien Rund 32 Stunden, voller Lohn Pilotprojekte; vielfach dauerhaft eingeführt
Irland 4 Tage mit Arbeitszeitverkürzung Pilotprojekt 2022 ausgewertet
Schottland (UK) 32 Stunden, voller Lohn Pilotprojekt in zwei Behörden abgeschlossen
Portugal Weniger Stunden, voller Lohn Pilotprojekt 2023; Ergebnisse 2024
Spanien Mindestens 10 % weniger Stunden Staatliches Förderprogramm; Versuch in Valencia
Schweden Bis zu 20 % weniger Stunden Pilotprojekte; Ergebnisse 2026
Dominikanische Republik Durchschnittlich 15 % weniger Stunden Pilotprojekt 2024 ausgewertet
Neuseeland 4 Tage, voller Lohn Unternehmensmodelle und Pilotprojekte
Australien 4 Tage, voller Lohn Pilotprojekte abgeschlossen
Schweiz 34–36 statt 42 Stunden Erste Studienergebnisse 2025
Deutschland Verkürzte und flexible Arbeitszeiten 70 % der befragten Pilotbetriebe machten 2026 weiter
Österreich Verkürzte oder verdichtete 4-Tage-Woche Betriebliche und wissenschaftliche Pilotprojekte
Frankreich 32 Stunden, voller Lohn Pilotprogramm seit 2024; 2026 fortgeführt
USA Weniger Stunden, voller Lohn Pilotprojekte ausgewertet
Kanada Weniger Stunden, voller Lohn Pilotprojekte ausgewertet
Südkorea 4,5 Tage, 35 Stunden und weitere Modelle Staatliches Programm seit 2025; 2026 ausgeweitet
Japan Wochenstunden auf 4 Tage verteilt Betriebliche Modelle; Tokio seit 2025
Litauen 32 Stunden für bestimmte Eltern Gesetzliche Regelung im öffentlichen Dienst
Belgien Gleiche Wochenstunden an 4 Tagen Gesetzlich auf Antrag möglich
Vereinigte Arabische Emirate 4,5 Tage; Schardscha 4 Tage Seit 2022 im öffentlichen Dienst
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Island als Vorreiter

Ein wahrer Pionier, wenn es um den Versuch der 4-Tage-Woche geht, ist Island. Als eines der ersten Länder hat es zwischen 2015 und 2019 in über 100 Unternehmen das Projekt durchgeführt. Bis heute handelt es sich hierbei um eine der größten Initiativen.

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Rund 2.500 Personen – das sind mehr als ein Prozent der arbeitenden Bevölkerung – nahmen daran teil. Bei gleicher Bezahlung wurde die Wochenarbeitszeit von 40 auf 35 Stunden verringert, und das mit Erfolg: Die Arbeiter: innen waren glücklicher, gesünder, produktiver und auch wirtschaftliche Vorteile wurden sichtbar. Die Ergebnisse waren so positiv, dass das Konzept in Island Fuß fasste.

Denn nach dem Versuch haben einige Gewerkschaften die Arbeitszeiten neu verhandelt: 86 Prozent aller Beschäftigten haben nun kürzere Arbeitszeiten oder zumindest die Möglichkeit dazu.

Brasilien

Auch Brasilien testete die 4-Tage-Woche bei gleichbleibendem Lohn. Nach der Vorbereitung Ende 2023 startete im Januar 2024 ein sechsmonatiges Pilotprojekt. Von den 21 Unternehmen, die in die Umsetzungsphase gingen, schlossen 19 den Versuch ab. Ziel war es, die Arbeitszeit um 20 Prozent zu reduzieren, ohne die Gehälter zu kürzen.

Die Ergebnisse des Pilotprojekts zeigten positive Entwicklungen: 71,5 Prozent der befragten Beschäftigten berichteten von einer höheren Produktivität und 60,3 Prozent von stärkerem Engagement. Allerdings ließ sich das Modell nicht in allen Unternehmen dauerhaft unverändert umsetzen. Einige Betriebe passten ihre Arbeitszeitmodelle an.

Eine wissenschaftliche Auswertung der Fundação Getulio Vargas vom Februar 2026 zeigt zudem, dass der Erfolg der Arbeitszeitverkürzung stark von der betrieblichen Organisation abhängt. Besonders Unternehmen mit flexiblen Strukturen, eigenverantwortlich arbeitenden Beschäftigten und einer vertrauensbasierten Führung erzielten bessere Ergebnisse.

Südafrika als erstes afrikanisches Land

Als erstes Land auf dem afrikanischen Kontinent startete Anfang März 2023 Südafrika den Pilotversuch zur 4-Tage-Woche. Daran beteiligt haben sich 28 südafrikanische Unternehmen sowie eines aus Botswana. Die Ergebnisse unterstreichen den globalen Trend: Rund 92 Prozent der teilnehmenden Unternehmen wollen die Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn beibehalten.

Eine Besonderheit gab es bei dem Versuch allerdings: Jede:r Arbeitnehmer:in durfte selbst entscheiden, an welchem Tag sie freihaben möchte. Das Fazit: Freitags freihaben wollen nur die wenigsten Südafrikaner:innen.

4-Tage-Woche in Südafrika - Foto: Unsplash
4-Tage-Woche in Südafrika – Foto: Unsplash

Nach Südafrika kündigte 2024 auch Namibia einen sechsmonatigen Versuch zur 4-Tage-Woche mit Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich an. Anfang März 2024 hatten sich laut der namibischen Zeitung „The Namibian“ bereits 15 Organisationen zur Teilnahme angemeldet.

UK

Der bisher weltweit größte Versuch einer 4-Tage-Woche war in Großbritannien. Über 60 Unternehmen und fast 3.000 Beschäftigte nahmen an dem sechsmonatigen Projekt teil. Die teilnehmenden Unternehmen waren dabei sehr vielfältig: von Bildung, Gesundheitsbranche und Automobilzulieferdienste bis hin zur Hautpflege und dem Gastgewerbe.

Die Mitarbeiter:innen arbeiteten 80 Prozent der üblichen Arbeitszeit und bekamen das volle Gehalt. Das Projekt war ein voller Erfolg und die erzielten Ergebnisse können sich auf jeden Fall sehen lassen: Die Beschäftigten waren produktiver und der Firmenumsatz stieg sogar an.

Das Projekt fiel nicht nur zugunsten der Mitarbeiter:innen gut aus, sondern auch für die Unternehmen. Denn die Zahl der Krankenstandstage schrumpfte um rund zwei Drittel. Und auch die Zahl an Angestellten, die kündigten, ging mit 57 Prozent steil nach unten.

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Auch langfristig zeigt die Arbeitszeitverkürzung positive Ergebnisse. Eine Nachfolgeuntersuchung des Forschungsinstituts Autonomy vom Februar 2024 ergab, dass 54 der ursprünglich 61 teilnehmenden Unternehmen (89 Prozent) die 4-Tage-Woche auch ein Jahr nach dem Pilotprojekt beibehielten.

Mindestens 31 Unternehmen (51 Prozent) hatten das Modell dauerhaft eingeführt. Auch die Verbesserungen bei Gesundheit, Arbeitszufriedenheit und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben hielten laut den Nachbefragungen weitgehend an.

Die 4-Tage-Woche verbreitete sich auch über die ursprünglichen Teilnehmerunternehmen hinaus. Anfang 2025 führen 200 britische Unternehmen die 4-Tage-Woche ein, wie der „Guardian“ berichtet. Insgesamt profitieren künftig 5000 Angestellte von einer 32-Stunden-Woche mit gleichem Lohn.

Die allermeisten von ihnen arbeiten entweder in der Tech-Branche, im Marketing-Bereich, für NGOs oder für soziale Dienste. Fast 60 Prozent der 200 Unternehmen haben ihren Sitz in der Hauptstadt London. Mehr dazu gibt es im Direkt-Magazin.

Irland

Ein Rückgang des Stressniveaus und von Burnout – dieses Fazit konnten die Beschäftigten nach Ende des Versuches der 4-Tage-Woche in Irland ziehen. Ein halbes Jahr lang haben 17 irische Unternehmen den Versuch durchgeführt und die dort erzielten Ergebnisse konnten die bereits in den anderen Ländern gezeigten Vorteile nur unterstreichen.

Schottland

Der Erfolg der Nachbarländer inspiriert: Auch Schottland startete Anfang 2024 einen einjährigen Testlauf der 4-Tage-Woche. Die beiden Organisationen South of Scotland Enterprise (SOSE) und Accountant in Bankruptcy (AiB) nahmen an dem Pilotprojekt teil und beschäftigten während des Versuchszeitraumes insgesamt 259 Mitarbeiter:innen.

Das Ergebnis von einem Jahr mit der 32-Stunden-Woche ohne Lohn- und Sozialleistungseinbußen kann hergezeigt werden: Die schottischen Mitarbeiter:innen berichteten von weniger arbeitsbedingtem Stress und mehr Zufriedenheit mit ihrer Arbeit. Gleichzeitig gab es weniger krankheitsbedingte Ausfälle. Das Forschungsinstitut Autonomy Institute führte das Pilotprojekt für die schottische Regierung durch und stellte fest, dass die Mitarbeiter:innen durch die Arbeitszeitverkürzung nachweislich produktiver wurden.

4-Tage-Woche in Schottland
Auch Schottland testet die 4-Tage-Woche.

Beide Organisationen verlängerten das Modell nach dem Pilotprojekt jeweils um sechs und zwei Monate. Die schottische Regierung kündigte an, die Ergebnisse in einem Reformprogramm für den öffentlichen Dienst zu berücksichtigen, nahm aber noch Abstand von einer landesweiten Einführung der 4-Tage-Woche.

Portugal

Auch in Portugal testeten 2023 sechs Monate lang 39 Unternehmen kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn. 95 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beurteilten die Erfahrung als positiv und auch die Arbeitnehmer:innen waren durchwegs zufrieden mit den Entwicklungen. Die teilnehmenden Unternehmen stammen dabei aus den verschiedensten Branchen.

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So haben neben dem produzierenden Sektor beispielsweise auch eine Kindertagesstätte, ein Pflegeheim und eine Stammzellenbank am Projekt teilgenommen. Während sich zuvor noch fast die Hälfte der Arbeitnehmer:innen beklagt hat, Arbeit und Familie nicht unter einen Hut zu bringen, waren es nach drei Wochen nur noch acht Prozent.

Im Juli 2024 folgte der Abschlussbericht. Die Resultate reihen sich in die positiven Erfahrungen anderer Projekte ein: 93 Prozent der Angestellten würden die 4-Tage-Woche gerne weiterführen. Und 72 Prozent der Unternehmen gaben an, dass die Profite im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind – im Schnitt um 12 Prozent.

Spanien

2023 entschied sich mit Spanien ein weiteres europäisches Land für einen Versuch zur 4-Tage-Woche. Die Regierung stellte dafür knapp zehn Millionen Euro bereit. Ziel war es, dass kleine und mittlere Industriebetriebe ihre Wochenarbeitszeit mindestens zwei Jahre lang um zehn Prozent reduzieren – bei vollem Lohnausgleich.

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Unabhängig von diesem staatlichen Programm wurde in Valencia ein weiterer Versuch durchgeführt. Dafür wurden im April und Mai 2023 vier aufeinanderfolgende Montage zu arbeitsfreien Feiertagen. Rund 360.000 Beschäftigte hatten dadurch vier Wochen lang eine 4-Tage-Woche. Die Untersuchung zeigte weniger Stress, geringere Luftverschmutzung und ein verbessertes Wohlbefinden.

Schweden

Die 4-Tage-Woche sorgte in Schweden bereits 2015 für Schlagzeilen. Das Experiment fand damals in Göteborg statt und dauerte zwei Jahre. Schon damals kamen die auch heute beobachteten positiven Effekte des Modells zum Vorschein.

2023 startete ein neues Projekt zur 4-Tage-Woche. Elf Betriebe, darunter Pflegeeinrichtungen, Sozialdienste, Energieversorger und NGOs, verkürzten die Arbeitszeit um 20 Prozent. Der Lohn blieb gleich. Die Ergebnisse: ausgeruhte, zufriedenere Mitarbeiter:innen und positive Effekte für den Umsatz.

Dominikanische Republik

Auch die Dominikanische Republik testete die 4-Tage-Woche bei gleichbleibendem Lohn. Im Februar 2024 startete ein Pilotprojekt mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Ziel war es, die wöchentliche Arbeitszeit von 44 auf 36 Stunden zu reduzieren.

Im Juli 2024 veröffentlichten das Arbeitsministerium und die Pontificia Universidad Católica Madre y Maestra (PUCMM) die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung. An dem Versuch nahmen 492 Beschäftigte aus sechs Organisationen teil. Ihre wöchentliche Arbeitszeit verringerte sich im Durchschnitt um 15 Prozent.

4-Tage-Woche in der Dominikanischen Republik - Foto: Freepik
In der Karibik hat die Dominikanische Republik in Hinblick auf die 4-Tage-Woche eine Vorreiterrolle eingenommen – Foto: Freepik

Die Ergebnisse zeigen positive Auswirkungen: 95,3 Prozent der befragten Beschäftigten berichteten von einer verbesserten Lebensqualität, 76 Prozent von weniger Stress. Zudem gaben 88,6 Prozent an, dass sich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessert habe.

Auch die Unternehmen profitierten laut Untersuchung: 91 Prozent der betrieblichen Ziele wurden vollständig erreicht, weitere neun Prozent nahezu vollständig. Mehr als die Hälfte der befragten Vorgesetzten beobachtete eine höhere Produktivität und bessere Arbeitsleistungen als bei Beschäftigten mit regulären Arbeitszeiten.

Die 4-Tage-Woche in Neuseeland & Australien

Ein neuseeländisches Finanz- und Immobilienunternehmen hat sich 2018 zum Ziel gesetzt, die Auswirkungen der 4-Tage-Woche auf die Firma und die Beschäftigten zu untersuchen. Das Projekt zeigte Erfolge und das Unternehmen hat die 4-Tage-Woche seither als Fix-Modell beibehalten.

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Im Zuge der Corona-Pandemie hat die neuseeländische Regierung Unternehmen das Modell der Arbeitszeitreduktion nahegelegt, um damit einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erreichen und die Folgen der Krise abzufedern.

Im August 2022 entschieden sich dann 20 neuseeländische und australische Unternehmen dazu, den Versuch einer 4-Tage-Woche zu starten. Verschiedene Unternehmen waren dabei in die sechsmonatige Testphase eingebunden. Die erzielten Ergebnisse schließen sich dem globalen Trend an und deuten darauf hin, dass sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer:innen eine klare Präferenz für die 4-Tage-Woche haben.

Laufendes Pilotprojekt in der Schweiz

Seit Jahrzehnten ist die Arbeitszeitverkürzung eine zentrale Forderung der Sozialdemokratie und der Arbeiter:innenbewegung in der Schweiz.  Dieser kommt man nun näher als je zuvor. Im Rahmen eines Pilotprojekts testeten Unternehmen die Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibendem Lohn.

Das Projekt entstand aus einer Kooperation der NGO «4 Day Week Global» mit der Organisationsberatung «Hailperin». Die Berner Fachhochschule begleitete die Untersuchung wissenschaftlich.

4-Tage-Woche Schweiz
Auch die Schweiz testet 4-Tage-Woche.

In acht befragten Unternehmen wurde die wöchentliche Vollzeitarbeitszeit von 42 auf 34 bis 36 Stunden reduziert. Alle acht Unternehmen berichteten, dass sie dadurch leichter Fachkräfte gewinnen konnten. Teilzeitbeschäftigte waren teilweise sogar bereit, ihre Arbeitsstunden aufzustocken.

Deutschland

Im Februar 2024 startete in Deutschland ein sechsmonatiges Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche mit 45 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, darunter Industrie, Energieversorgung, Handel und IT. Untersucht wurde, wie sich kürzere Arbeitszeiten auf die Produktivität und das Wohlbefinden der Beschäftigten auswirken.

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Die Ergebnisse der Pilotstudie führten dazu, dass viele Betriebe an der Arbeitszeitverkürzung festhielten. Im Oktober 2024 wollten 73 Prozent der teilnehmenden Unternehmen das Modell zunächst fortsetzen.

Eine Nachfolgeuntersuchung der Universität Münster und Intraprenör vom Februar 2026 zeigt, dass noch 70 Prozent der befragten Betriebe eine Form der Arbeitszeitverkürzung praktizierten. Allerdings blieb es nicht überall bei der ursprünglichen 4-Tage-Woche. Viele Unternehmen entwickelten flexiblere Arbeitszeitmodelle. Die Nachfolgeuntersuchung erfasste 40 der 41 Betriebe, die das ursprüngliche Pilotprojekt abgeschlossen hatten.

Österreich testet 4-Tage-Woche

Auch in Österreich gibt es einige Unternehmen, die sich dafür entschieden haben, eine 4-Tage-Woche einzuführen. Vom Friseursalon, über den Installateur-Betrieb bis hin zum Hotel und der Konditorei – die Bandbreite an Unternehmen ist dabei vielfältig.

Seit 2025 läuft auch in Österreich ein Pilotprojekt, begleitet von Forschenden der TU Wien, der Webster Vienna Private University und der Züricher Organisationsberatung Hailperin. Der Versuch ist offen für alle Betriebe – jeder Größe und Branche –, NGOs und öffentliche Stellen. Interessierte Betriebe können sich hier melden.

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Daneben untersuchten die TU Wien und die Webster Vienna Private University ein anderes Modell: die verdichtete 4-Tage-Woche, bei der die reguläre Wochenarbeitszeit auf vier Tage verteilt wird. Für diese im Oktober 2025 veröffentlichten Forschungsergebnisse wurden rund 500 Menschen aus mehr als 20 Unternehmen in Wien und Niederösterreich befragt.

Die Beschäftigten berichteten überwiegend von positiven Erfahrungen, insbesondere bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die positiven Bewertungen blieben auch nach einem Jahr bestehen.

Frankreich

Die gesetzliche Wochenarbeitszeit in Frankreich beträgt 35 Stunden. Trotzdem führen immer mehr Unternehmen eine 4-Tage-Woche ein. Rund 10.000 Menschen profitieren in Frankreich bereits davon.

Im April 2024 startete die Initiative 4 Day Week Global gemeinsam mit der emlyon business school ein nationales Pilotprojekt. Ziel war es, bis zu 50 Unternehmen bei der Einführung einer 32-Stunden-Woche ohne Lohnkürzungen zu begleiten.

Nach Angaben der französischen Initiative vom Jänner 2026 hatten rund zehn Unternehmen das Modell zwischen 2024 und 2025 getestet. Das Projekt wird 2026 fortgesetzt, weitere Unternehmen sollen teilnehmen.

USA & Kanada

Von durchschnittlich 38 auf 33 Stunden in der Woche und das bei gleichem Lohn: Diesem Experiment stellten sich 41 Firmen aus den USA und Kanada.

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Nach einem Jahr wurden die Ergebnisse in diesen Ländern evaluiert und die können sich sehen lassen: ein besserer Ausgleich von Arbeit und Freizeit der Beschäftigten und ein Umsatzanstieg von durchschnittlich 15 Prozent. Außerdem wollen 89 Prozent der Unternehmen die 4-Tage-Woche auf jeden Fall beibehalten. Die restlichen 11 Prozent tendieren dazu.

4-Tage-Woche in den USA und Kanada - Foto: Unsplash/Ben Duchac
Positive Ergebnisse der 4-Tage-Woche in den USA und Kanada – Foto: Unsplash/Ben Duchac

Südkorea

Südkorea ist bekannt für besonders lange Arbeitszeiten. Im August 2024 wurde bekannt, dass auch in diesem Land kürzere Arbeitswochen getestet werden sollen.

Im Juni 2025 startete die Provinz Gyeonggi-do ein staatlich gefördertes Pilotprojekt mit 67 Unternehmen und einer öffentlichen Einrichtung. Die Beschäftigten können ihre Arbeitszeit ohne Lohnkürzung reduzieren. Zur Auswahl stehen eine 4,5-Tage-Woche, eine 35-Stunden-Woche oder eine 4-Tage-Woche im Zweiwochenrhythmus.

Für 2025 waren rund 10,1 Milliarden südkoreanische Won (damals etwa 6,7 Millionen Euro) zur Unterstützung der Betriebe vorgesehen. Das Programm wurde 2026 fortgesetzt. Im März nahmen 97 Unternehmen und eine öffentliche Einrichtung daran teil. Die Provinz unterstützt die Betriebe finanziell bei der Arbeitszeitverkürzung.

Alternative Modelle

Abseits des bereits genannten Modells der Arbeitszeitverkürzung gibt es auch einige Länder, die alternative Konzepte für sich entdeckt haben.

Japan

Obwohl Japan für seine intensive Leistungs- und Arbeitskultur bekannt ist, ist seit einigen Jahren ein kleiner Umschwung zu erkennen. Denn das Land hat Richtlinien herausgegeben, die Arbeitgeber dazu ermutigen sollen, auf eine 4-Tage-Woche umzusteigen. Vorgeschlagen und auch bereits umgesetzt wurde die Idee von einigen Unternehmen wie zum Beispiel Microsoft Japan.

Seit April 2025 ermöglicht auch die Verwaltung von Tokio ihren Beschäftigten eine freiwillige 4-Tage-Woche. Die regulären 155 Arbeitsstunden innerhalb von vier Wochen bleiben dabei unverändert, werden aber auf vier Arbeitstage pro Woche verteilt. Die Maßnahme soll insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Eine tatsächliche Arbeitszeitverkürzung ist damit jedoch nicht verbunden.

Litauen

Im letzten Jahr traten in Litauen neue Bestimmungen des Arbeitsgesetzes in Kraft, die zu einem geringen Teil eine 4-Tage-Woche vorsehen. So hat eine Person, die ein oder mehrere Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren erzieht, Anspruch auf ihr durchschnittliches Monatsgehalt bei einer reduzierten Wochenarbeitszeit von 32 Stunden. Derzeit gilt diese Bestimmung aber nur für Personen, die im öffentlichen Sektor arbeiten.

Belgien

Seit Anfang 2022 haben Arbeitnehmer:innen in Belgien das Recht, zu wählen, ob sie 4 oder 5 Tage pro Woche arbeiten wollen. Der große Unterschied zu den anderen Ländern: Die Arbeitsstunden werden nicht reduziert. Die übliche Wochenarbeitszeit muss somit nicht mehr an fünf Tagen, sondern kann an nur vier Tagen abgearbeitet werden. Somit kommt es nicht zu einer Arbeitszeitverkürzung, sondern zu einer Verdichtung der Arbeitszeit.

Belgien Foto: Unsplash
Belgien hat ein alternatives Modell zur 4‑Tage-Woche – Foto: Unsplash

Vereinigte Arabische Emirate

In den Vereinigten Arabischen Emiraten existiert zwar keine Vier-Tage-Woche, dafür allerdings eine Vier-Einhalb-Tage-Woche. Denn das Wochenende beginnt bereits am Freitagmittag. Diese Regelung wurde Anfang 2021 offiziell eingeführt und gilt verpflichtend für alle Regierungseinrichtungen und Schulen.

Was internationale Studien über die 4-Tage-Woche zeigen

Die positiven Erfahrungen mit der 4-Tage-Woche werden durch internationale Forschungsergebnisse gestützt. Eine 2025 im Fachjournal Nature Human Behaviour veröffentlichte Studie untersuchte 2.896 Beschäftigte in 141 Organisationen aus sechs Ländern. Nach sechs Monaten mit verkürzter Arbeitszeit bei gleichem Lohn berichteten die Beschäftigten von weniger Burnout, höherer Arbeitszufriedenheit und einer besseren psychischen und körperlichen Gesundheit.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen fallen dagegen unterschiedlich aus. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit von 2025 zeigt, dass die Produktivität nicht in allen Unternehmen gleichermaßen steigt. Entscheidend sind unter anderem die Arbeitsorganisation und die betrieblichen Rahmenbedingungen. Die Forschung liefert damit deutliche Hinweise auf gesundheitliche Vorteile, während sich die wirtschaftlichen Ergebnisse je nach Unternehmen unterscheiden.

FAQ – 4-Tage-Woche weltweit

In welchen Ländern gibt es die 4-Tage-Woche?

Die 4-Tage-Woche wurde unter anderem in Island, Großbritannien, Deutschland, Österreich, Portugal, Spanien, Brasilien und Südafrika getestet. Die meisten Projekte betreffen einzelne Unternehmen. Eine allgemeine gesetzliche 4-Tage-Woche gibt es in diesen Ländern nicht.

Welches Land ist Vorreiter bei der 4-Tage-Woche?

Island gehört zu den Vorreitern der Arbeitszeitverkürzung. Zwischen 2015 und 2019 nahmen rund 2.500 Menschen an groß angelegten Pilotprojekten teil. Anschließend wurden kürzere Arbeitszeiten für einen großen Teil der Beschäftigten kollektivvertraglich vereinbart.

In welchen Ländern gibt es eine 4-Tage-Woche bei vollem Lohn?

Unternehmen in Großbritannien, Deutschland, Portugal, Brasilien und weiteren Ländern haben eine verkürzte Arbeitswoche bei gleichbleibendem Gehalt getestet. Auch in Island wurden die Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich reduziert. Die Modelle gelten allerdings nicht automatisch für alle Beschäftigten dieser Länder.

In welchen Ländern ist die 4-Tage-Woche gesetzlich geregelt?

Belgien ermöglicht Beschäftigten unter bestimmten Voraussetzungen, ihre reguläre Wochenarbeitszeit auf vier Tage zu verteilen. Litauen sieht für bestimmte Eltern im öffentlichen Dienst eine 32-Stunden-Woche bei vollem Lohn vor. Diese Regelungen unterscheiden sich von einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung für alle Beschäftigten.

Gibt es in Österreich bereits eine 4-Tage-Woche?

Ja. Einzelne österreichische Unternehmen haben die 4-Tage-Woche bereits eingeführt. Zudem wurde 2025 ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt gestartet. Eine allgemeine gesetzliche 4-Tage-Woche mit Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich gibt es in Österreich nicht.

Bedeutet eine 4-Tage-Woche automatisch weniger Arbeitsstunden?

Nein. Bei einer echten Arbeitszeitverkürzung sinkt die wöchentliche Arbeitszeit, beispielsweise von 40 auf 32 Stunden. Bei einer verdichteten 4-Tage-Woche bleibt die Wochenarbeitszeit gleich und wird auf vier längere Arbeitstage verteilt. Belgien ermöglicht beispielsweise das zweite Modell.

Großbritannien-Studie: Experte empfiehlt auch Österreich die 4-Tage-Woche

Der Artikel erschien am 31. Mai 2024 und wurde laufend aktualisiert: Am 2. September 2024 aufgrund des Abschlussberichts aus Portugal und neuer Entwicklungen in Südkorea; am 5. Februar und 15. September 2025 aufgrund der Entwicklungen in Großbritannien; am 4. Februar 2026 aufgrund neuer Ergebnisse aus Schweden und Österreich. Zuletzt wurde der Artikel am 13. Oktober 2026 umfassend überarbeitet und um aktuelle internationale Studien, neue Ergebnisse zur 4-Tage-Woche, eine Länderübersicht und FAQ ergänzt.

Parlament Das Thema "4-Tage-Woche" im Parlament

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17. August 2026
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    97 Stimmen - 19% aller Stimmen
  • Ich mache mir Sorgen um Datenschutz und Überwachung. 17%, 87 Stimmen
    87 Stimmen 17%
    87 Stimmen - 17% aller Stimmen
  • Halte ich für gefährlich. 14%, 73 Stimmen
    73 Stimmen 14%
    73 Stimmen - 14% aller Stimmen
  • Ich vertraue den Ergebnissen von KI nicht. 12%, 62 Stimmen
    62 Stimmen 12%
    62 Stimmen - 12% aller Stimmen
  • Halte ich für nützlich. 10%, 51 Stimme
    51 Stimme 10%
    51 Stimme - 10% aller Stimmen
  • Nutze ich privat. 9%, 48 Stimmen
    48 Stimmen 9%
    48 Stimmen - 9% aller Stimmen
  • Ich glaube, dass KI viele Arbeitsplätze gefährdet. 8%, 43 Stimmen
    43 Stimmen 8%
    43 Stimmen - 8% aller Stimmen
  • Nutze ich für die Arbeit. 7%, 36 Stimmen
    36 Stimmen 7%
    36 Stimmen - 7% aller Stimmen
  • Vermeide ich absolut. 4%, 20 Stimmen
    20 Stimmen 4%
    20 Stimmen - 4% aller Stimmen
Stimmen insgesamt: 517
Wähler: 151
17. August 2026
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Zitate

Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque
Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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