Weltweit feiert die 4-Tage-Woche zahlreiche Erfolge. Immer mehr Unternehmen verschiedener Branchen und zahlreiche Länder experimentieren mit kürzeren Arbeitszeiten. Viele Pilotprojekte zeigen positive Auswirkungen auf Arbeitszufriedenheit, Gesundheit und Produktivität. Im Zentrum steht eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibendem Lohn.
Unter anderem in Island, Großbritannien, Deutschland, Portugal, Spanien, Südafrika und Brasilien wurde die 4-Tage-Woche bereits erprobt. Auch in Österreich gibt es ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt. Die folgende Übersicht zeigt, welche Länder die 4-Tage-Woche testen und welche Arbeitszeitmodelle bereits umgesetzt wurden.
4-Tage-Woche weltweit: Welche Länder haben sie eingeführt oder getestet?
| Land | Arbeitszeitmodell | Umsetzungsstand |
|---|---|---|
| Island | 35–36 statt 40 Stunden | Pilotprojekte abgeschlossen; kollektivvertraglich verbreitet |
| Brasilien | Bis zu 20 % weniger Stunden, voller Lohn | Pilotprojekt 2024 abgeschlossen; teils fortgeführt |
| Südafrika | 4 Tage, voller Lohn | Pilotprojekt 2023; 92 % planten Fortführung |
| Namibia | 4 Tage mit Arbeitszeitverkürzung | 2024 angekündigt; Durchführung nicht bestätigt |
| Großbritannien | Rund 32 Stunden, voller Lohn | Pilotprojekte; vielfach dauerhaft eingeführt |
| Irland | 4 Tage mit Arbeitszeitverkürzung | Pilotprojekt 2022 ausgewertet |
| Schottland (UK) | 32 Stunden, voller Lohn | Pilotprojekt in zwei Behörden abgeschlossen |
| Portugal | Weniger Stunden, voller Lohn | Pilotprojekt 2023; Ergebnisse 2024 |
| Spanien | Mindestens 10 % weniger Stunden | Staatliches Förderprogramm; Versuch in Valencia |
| Schweden | Bis zu 20 % weniger Stunden | Pilotprojekte; Ergebnisse 2026 |
| Dominikanische Republik | Durchschnittlich 15 % weniger Stunden | Pilotprojekt 2024 ausgewertet |
| Neuseeland | 4 Tage, voller Lohn | Unternehmensmodelle und Pilotprojekte |
| Australien | 4 Tage, voller Lohn | Pilotprojekte abgeschlossen |
| Schweiz | 34–36 statt 42 Stunden | Erste Studienergebnisse 2025 |
| Deutschland | Verkürzte und flexible Arbeitszeiten | 70 % der befragten Pilotbetriebe machten 2026 weiter |
| Österreich | Verkürzte oder verdichtete 4-Tage-Woche | Betriebliche und wissenschaftliche Pilotprojekte |
| Frankreich | 32 Stunden, voller Lohn | Pilotprogramm seit 2024; 2026 fortgeführt |
| USA | Weniger Stunden, voller Lohn | Pilotprojekte ausgewertet |
| Kanada | Weniger Stunden, voller Lohn | Pilotprojekte ausgewertet |
| Südkorea | 4,5 Tage, 35 Stunden und weitere Modelle | Staatliches Programm seit 2025; 2026 ausgeweitet |
| Japan | Wochenstunden auf 4 Tage verteilt | Betriebliche Modelle; Tokio seit 2025 |
| Litauen | 32 Stunden für bestimmte Eltern | Gesetzliche Regelung im öffentlichen Dienst |
| Belgien | Gleiche Wochenstunden an 4 Tagen | Gesetzlich auf Antrag möglich |
| Vereinigte Arabische Emirate | 4,5 Tage; Schardscha 4 Tage | Seit 2022 im öffentlichen Dienst |
Island als Vorreiter
Ein wahrer Pionier, wenn es um den Versuch der 4-Tage-Woche geht, ist Island. Als eines der ersten Länder hat es zwischen 2015 und 2019 in über 100 Unternehmen das Projekt durchgeführt. Bis heute handelt es sich hierbei um eine der größten Initiativen.
Rund 2.500 Personen – das sind mehr als ein Prozent der arbeitenden Bevölkerung – nahmen daran teil. Bei gleicher Bezahlung wurde die Wochenarbeitszeit von 40 auf 35 Stunden verringert, und das mit Erfolg: Die Arbeiter: innen waren glücklicher, gesünder, produktiver und auch wirtschaftliche Vorteile wurden sichtbar. Die Ergebnisse waren so positiv, dass das Konzept in Island Fuß fasste.
Denn nach dem Versuch haben einige Gewerkschaften die Arbeitszeiten neu verhandelt: 86 Prozent aller Beschäftigten haben nun kürzere Arbeitszeiten oder zumindest die Möglichkeit dazu.
Brasilien
Auch Brasilien testete die 4-Tage-Woche bei gleichbleibendem Lohn. Nach der Vorbereitung Ende 2023 startete im Januar 2024 ein sechsmonatiges Pilotprojekt. Von den 21 Unternehmen, die in die Umsetzungsphase gingen, schlossen 19 den Versuch ab. Ziel war es, die Arbeitszeit um 20 Prozent zu reduzieren, ohne die Gehälter zu kürzen.
Die Ergebnisse des Pilotprojekts zeigten positive Entwicklungen: 71,5 Prozent der befragten Beschäftigten berichteten von einer höheren Produktivität und 60,3 Prozent von stärkerem Engagement. Allerdings ließ sich das Modell nicht in allen Unternehmen dauerhaft unverändert umsetzen. Einige Betriebe passten ihre Arbeitszeitmodelle an.
Eine wissenschaftliche Auswertung der Fundação Getulio Vargas vom Februar 2026 zeigt zudem, dass der Erfolg der Arbeitszeitverkürzung stark von der betrieblichen Organisation abhängt. Besonders Unternehmen mit flexiblen Strukturen, eigenverantwortlich arbeitenden Beschäftigten und einer vertrauensbasierten Führung erzielten bessere Ergebnisse.
Südafrika als erstes afrikanisches Land
Als erstes Land auf dem afrikanischen Kontinent startete Anfang März 2023 Südafrika den Pilotversuch zur 4-Tage-Woche. Daran beteiligt haben sich 28 südafrikanische Unternehmen sowie eines aus Botswana. Die Ergebnisse unterstreichen den globalen Trend: Rund 92 Prozent der teilnehmenden Unternehmen wollen die Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn beibehalten.
Eine Besonderheit gab es bei dem Versuch allerdings: Jede:r Arbeitnehmer:in durfte selbst entscheiden, an welchem Tag sie freihaben möchte. Das Fazit: Freitags freihaben wollen nur die wenigsten Südafrikaner:innen.

Nach Südafrika kündigte 2024 auch Namibia einen sechsmonatigen Versuch zur 4-Tage-Woche mit Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich an. Anfang März 2024 hatten sich laut der namibischen Zeitung „The Namibian“ bereits 15 Organisationen zur Teilnahme angemeldet.
UK
Der bisher weltweit größte Versuch einer 4-Tage-Woche war in Großbritannien. Über 60 Unternehmen und fast 3.000 Beschäftigte nahmen an dem sechsmonatigen Projekt teil. Die teilnehmenden Unternehmen waren dabei sehr vielfältig: von Bildung, Gesundheitsbranche und Automobilzulieferdienste bis hin zur Hautpflege und dem Gastgewerbe.
Die Mitarbeiter:innen arbeiteten 80 Prozent der üblichen Arbeitszeit und bekamen das volle Gehalt. Das Projekt war ein voller Erfolg und die erzielten Ergebnisse können sich auf jeden Fall sehen lassen: Die Beschäftigten waren produktiver und der Firmenumsatz stieg sogar an.
Das Projekt fiel nicht nur zugunsten der Mitarbeiter:innen gut aus, sondern auch für die Unternehmen. Denn die Zahl der Krankenstandstage schrumpfte um rund zwei Drittel. Und auch die Zahl an Angestellten, die kündigten, ging mit 57 Prozent steil nach unten.
Auch langfristig zeigt die Arbeitszeitverkürzung positive Ergebnisse. Eine Nachfolgeuntersuchung des Forschungsinstituts Autonomy vom Februar 2024 ergab, dass 54 der ursprünglich 61 teilnehmenden Unternehmen (89 Prozent) die 4-Tage-Woche auch ein Jahr nach dem Pilotprojekt beibehielten.
Mindestens 31 Unternehmen (51 Prozent) hatten das Modell dauerhaft eingeführt. Auch die Verbesserungen bei Gesundheit, Arbeitszufriedenheit und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben hielten laut den Nachbefragungen weitgehend an.
Die 4-Tage-Woche verbreitete sich auch über die ursprünglichen Teilnehmerunternehmen hinaus. Anfang 2025 führen 200 britische Unternehmen die 4-Tage-Woche ein, wie der „Guardian“ berichtet. Insgesamt profitieren künftig 5000 Angestellte von einer 32-Stunden-Woche mit gleichem Lohn.
Die allermeisten von ihnen arbeiten entweder in der Tech-Branche, im Marketing-Bereich, für NGOs oder für soziale Dienste. Fast 60 Prozent der 200 Unternehmen haben ihren Sitz in der Hauptstadt London. Mehr dazu gibt es im Direkt-Magazin.
Irland
Ein Rückgang des Stressniveaus und von Burnout – dieses Fazit konnten die Beschäftigten nach Ende des Versuches der 4-Tage-Woche in Irland ziehen. Ein halbes Jahr lang haben 17 irische Unternehmen den Versuch durchgeführt und die dort erzielten Ergebnisse konnten die bereits in den anderen Ländern gezeigten Vorteile nur unterstreichen.
Schottland
Der Erfolg der Nachbarländer inspiriert: Auch Schottland startete Anfang 2024 einen einjährigen Testlauf der 4-Tage-Woche. Die beiden Organisationen South of Scotland Enterprise (SOSE) und Accountant in Bankruptcy (AiB) nahmen an dem Pilotprojekt teil und beschäftigten während des Versuchszeitraumes insgesamt 259 Mitarbeiter:innen.
Das Ergebnis von einem Jahr mit der 32-Stunden-Woche ohne Lohn- und Sozialleistungseinbußen kann hergezeigt werden: Die schottischen Mitarbeiter:innen berichteten von weniger arbeitsbedingtem Stress und mehr Zufriedenheit mit ihrer Arbeit. Gleichzeitig gab es weniger krankheitsbedingte Ausfälle. Das Forschungsinstitut Autonomy Institute führte das Pilotprojekt für die schottische Regierung durch und stellte fest, dass die Mitarbeiter:innen durch die Arbeitszeitverkürzung nachweislich produktiver wurden.

Beide Organisationen verlängerten das Modell nach dem Pilotprojekt jeweils um sechs und zwei Monate. Die schottische Regierung kündigte an, die Ergebnisse in einem Reformprogramm für den öffentlichen Dienst zu berücksichtigen, nahm aber noch Abstand von einer landesweiten Einführung der 4-Tage-Woche.
Portugal
Auch in Portugal testeten 2023 sechs Monate lang 39 Unternehmen kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn. 95 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beurteilten die Erfahrung als positiv und auch die Arbeitnehmer:innen waren durchwegs zufrieden mit den Entwicklungen. Die teilnehmenden Unternehmen stammen dabei aus den verschiedensten Branchen.
So haben neben dem produzierenden Sektor beispielsweise auch eine Kindertagesstätte, ein Pflegeheim und eine Stammzellenbank am Projekt teilgenommen. Während sich zuvor noch fast die Hälfte der Arbeitnehmer:innen beklagt hat, Arbeit und Familie nicht unter einen Hut zu bringen, waren es nach drei Wochen nur noch acht Prozent.
Im Juli 2024 folgte der Abschlussbericht. Die Resultate reihen sich in die positiven Erfahrungen anderer Projekte ein: 93 Prozent der Angestellten würden die 4-Tage-Woche gerne weiterführen. Und 72 Prozent der Unternehmen gaben an, dass die Profite im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind – im Schnitt um 12 Prozent.
Spanien
2023 entschied sich mit Spanien ein weiteres europäisches Land für einen Versuch zur 4-Tage-Woche. Die Regierung stellte dafür knapp zehn Millionen Euro bereit. Ziel war es, dass kleine und mittlere Industriebetriebe ihre Wochenarbeitszeit mindestens zwei Jahre lang um zehn Prozent reduzieren – bei vollem Lohnausgleich.
Unabhängig von diesem staatlichen Programm wurde in Valencia ein weiterer Versuch durchgeführt. Dafür wurden im April und Mai 2023 vier aufeinanderfolgende Montage zu arbeitsfreien Feiertagen. Rund 360.000 Beschäftigte hatten dadurch vier Wochen lang eine 4-Tage-Woche. Die Untersuchung zeigte weniger Stress, geringere Luftverschmutzung und ein verbessertes Wohlbefinden.
Schweden
Die 4-Tage-Woche sorgte in Schweden bereits 2015 für Schlagzeilen. Das Experiment fand damals in Göteborg statt und dauerte zwei Jahre. Schon damals kamen die auch heute beobachteten positiven Effekte des Modells zum Vorschein.
2023 startete ein neues Projekt zur 4-Tage-Woche. Elf Betriebe, darunter Pflegeeinrichtungen, Sozialdienste, Energieversorger und NGOs, verkürzten die Arbeitszeit um 20 Prozent. Der Lohn blieb gleich. Die Ergebnisse: ausgeruhte, zufriedenere Mitarbeiter:innen und positive Effekte für den Umsatz.
Dominikanische Republik
Auch die Dominikanische Republik testete die 4-Tage-Woche bei gleichbleibendem Lohn. Im Februar 2024 startete ein Pilotprojekt mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Ziel war es, die wöchentliche Arbeitszeit von 44 auf 36 Stunden zu reduzieren.
Im Juli 2024 veröffentlichten das Arbeitsministerium und die Pontificia Universidad Católica Madre y Maestra (PUCMM) die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung. An dem Versuch nahmen 492 Beschäftigte aus sechs Organisationen teil. Ihre wöchentliche Arbeitszeit verringerte sich im Durchschnitt um 15 Prozent.

Die Ergebnisse zeigen positive Auswirkungen: 95,3 Prozent der befragten Beschäftigten berichteten von einer verbesserten Lebensqualität, 76 Prozent von weniger Stress. Zudem gaben 88,6 Prozent an, dass sich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessert habe.
Auch die Unternehmen profitierten laut Untersuchung: 91 Prozent der betrieblichen Ziele wurden vollständig erreicht, weitere neun Prozent nahezu vollständig. Mehr als die Hälfte der befragten Vorgesetzten beobachtete eine höhere Produktivität und bessere Arbeitsleistungen als bei Beschäftigten mit regulären Arbeitszeiten.
Die 4-Tage-Woche in Neuseeland & Australien
Ein neuseeländisches Finanz- und Immobilienunternehmen hat sich 2018 zum Ziel gesetzt, die Auswirkungen der 4-Tage-Woche auf die Firma und die Beschäftigten zu untersuchen. Das Projekt zeigte Erfolge und das Unternehmen hat die 4-Tage-Woche seither als Fix-Modell beibehalten.
Im Zuge der Corona-Pandemie hat die neuseeländische Regierung Unternehmen das Modell der Arbeitszeitreduktion nahegelegt, um damit einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erreichen und die Folgen der Krise abzufedern.
Im August 2022 entschieden sich dann 20 neuseeländische und australische Unternehmen dazu, den Versuch einer 4-Tage-Woche zu starten. Verschiedene Unternehmen waren dabei in die sechsmonatige Testphase eingebunden. Die erzielten Ergebnisse schließen sich dem globalen Trend an und deuten darauf hin, dass sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer:innen eine klare Präferenz für die 4-Tage-Woche haben.
Laufendes Pilotprojekt in der Schweiz
Seit Jahrzehnten ist die Arbeitszeitverkürzung eine zentrale Forderung der Sozialdemokratie und der Arbeiter:innenbewegung in der Schweiz. Dieser kommt man nun näher als je zuvor. Im Rahmen eines Pilotprojekts testeten Unternehmen die Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibendem Lohn.
Das Projekt entstand aus einer Kooperation der NGO «4 Day Week Global» mit der Organisationsberatung «Hailperin». Die Berner Fachhochschule begleitete die Untersuchung wissenschaftlich.

In acht befragten Unternehmen wurde die wöchentliche Vollzeitarbeitszeit von 42 auf 34 bis 36 Stunden reduziert. Alle acht Unternehmen berichteten, dass sie dadurch leichter Fachkräfte gewinnen konnten. Teilzeitbeschäftigte waren teilweise sogar bereit, ihre Arbeitsstunden aufzustocken.
Deutschland
Im Februar 2024 startete in Deutschland ein sechsmonatiges Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche mit 45 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, darunter Industrie, Energieversorgung, Handel und IT. Untersucht wurde, wie sich kürzere Arbeitszeiten auf die Produktivität und das Wohlbefinden der Beschäftigten auswirken.
Die Ergebnisse der Pilotstudie führten dazu, dass viele Betriebe an der Arbeitszeitverkürzung festhielten. Im Oktober 2024 wollten 73 Prozent der teilnehmenden Unternehmen das Modell zunächst fortsetzen.
Eine Nachfolgeuntersuchung der Universität Münster und Intraprenör vom Februar 2026 zeigt, dass noch 70 Prozent der befragten Betriebe eine Form der Arbeitszeitverkürzung praktizierten. Allerdings blieb es nicht überall bei der ursprünglichen 4-Tage-Woche. Viele Unternehmen entwickelten flexiblere Arbeitszeitmodelle. Die Nachfolgeuntersuchung erfasste 40 der 41 Betriebe, die das ursprüngliche Pilotprojekt abgeschlossen hatten.
Österreich testet 4-Tage-Woche
Auch in Österreich gibt es einige Unternehmen, die sich dafür entschieden haben, eine 4-Tage-Woche einzuführen. Vom Friseursalon, über den Installateur-Betrieb bis hin zum Hotel und der Konditorei – die Bandbreite an Unternehmen ist dabei vielfältig.
Seit 2025 läuft auch in Österreich ein Pilotprojekt, begleitet von Forschenden der TU Wien, der Webster Vienna Private University und der Züricher Organisationsberatung Hailperin. Der Versuch ist offen für alle Betriebe – jeder Größe und Branche –, NGOs und öffentliche Stellen. Interessierte Betriebe können sich hier melden.
Daneben untersuchten die TU Wien und die Webster Vienna Private University ein anderes Modell: die verdichtete 4-Tage-Woche, bei der die reguläre Wochenarbeitszeit auf vier Tage verteilt wird. Für diese im Oktober 2025 veröffentlichten Forschungsergebnisse wurden rund 500 Menschen aus mehr als 20 Unternehmen in Wien und Niederösterreich befragt.
Die Beschäftigten berichteten überwiegend von positiven Erfahrungen, insbesondere bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die positiven Bewertungen blieben auch nach einem Jahr bestehen.
Frankreich
Die gesetzliche Wochenarbeitszeit in Frankreich beträgt 35 Stunden. Trotzdem führen immer mehr Unternehmen eine 4-Tage-Woche ein. Rund 10.000 Menschen profitieren in Frankreich bereits davon.
Im April 2024 startete die Initiative 4 Day Week Global gemeinsam mit der emlyon business school ein nationales Pilotprojekt. Ziel war es, bis zu 50 Unternehmen bei der Einführung einer 32-Stunden-Woche ohne Lohnkürzungen zu begleiten.
Nach Angaben der französischen Initiative vom Jänner 2026 hatten rund zehn Unternehmen das Modell zwischen 2024 und 2025 getestet. Das Projekt wird 2026 fortgesetzt, weitere Unternehmen sollen teilnehmen.
USA & Kanada
Von durchschnittlich 38 auf 33 Stunden in der Woche und das bei gleichem Lohn: Diesem Experiment stellten sich 41 Firmen aus den USA und Kanada.
Nach einem Jahr wurden die Ergebnisse in diesen Ländern evaluiert und die können sich sehen lassen: ein besserer Ausgleich von Arbeit und Freizeit der Beschäftigten und ein Umsatzanstieg von durchschnittlich 15 Prozent. Außerdem wollen 89 Prozent der Unternehmen die 4-Tage-Woche auf jeden Fall beibehalten. Die restlichen 11 Prozent tendieren dazu.

Südkorea
Südkorea ist bekannt für besonders lange Arbeitszeiten. Im August 2024 wurde bekannt, dass auch in diesem Land kürzere Arbeitswochen getestet werden sollen.
Im Juni 2025 startete die Provinz Gyeonggi-do ein staatlich gefördertes Pilotprojekt mit 67 Unternehmen und einer öffentlichen Einrichtung. Die Beschäftigten können ihre Arbeitszeit ohne Lohnkürzung reduzieren. Zur Auswahl stehen eine 4,5-Tage-Woche, eine 35-Stunden-Woche oder eine 4-Tage-Woche im Zweiwochenrhythmus.
Für 2025 waren rund 10,1 Milliarden südkoreanische Won (damals etwa 6,7 Millionen Euro) zur Unterstützung der Betriebe vorgesehen. Das Programm wurde 2026 fortgesetzt. Im März nahmen 97 Unternehmen und eine öffentliche Einrichtung daran teil. Die Provinz unterstützt die Betriebe finanziell bei der Arbeitszeitverkürzung.
Alternative Modelle
Abseits des bereits genannten Modells der Arbeitszeitverkürzung gibt es auch einige Länder, die alternative Konzepte für sich entdeckt haben.
Japan
Obwohl Japan für seine intensive Leistungs- und Arbeitskultur bekannt ist, ist seit einigen Jahren ein kleiner Umschwung zu erkennen. Denn das Land hat Richtlinien herausgegeben, die Arbeitgeber dazu ermutigen sollen, auf eine 4-Tage-Woche umzusteigen. Vorgeschlagen und auch bereits umgesetzt wurde die Idee von einigen Unternehmen wie zum Beispiel Microsoft Japan.
Seit April 2025 ermöglicht auch die Verwaltung von Tokio ihren Beschäftigten eine freiwillige 4-Tage-Woche. Die regulären 155 Arbeitsstunden innerhalb von vier Wochen bleiben dabei unverändert, werden aber auf vier Arbeitstage pro Woche verteilt. Die Maßnahme soll insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Eine tatsächliche Arbeitszeitverkürzung ist damit jedoch nicht verbunden.
Litauen
Im letzten Jahr traten in Litauen neue Bestimmungen des Arbeitsgesetzes in Kraft, die zu einem geringen Teil eine 4-Tage-Woche vorsehen. So hat eine Person, die ein oder mehrere Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren erzieht, Anspruch auf ihr durchschnittliches Monatsgehalt bei einer reduzierten Wochenarbeitszeit von 32 Stunden. Derzeit gilt diese Bestimmung aber nur für Personen, die im öffentlichen Sektor arbeiten.
Belgien
Seit Anfang 2022 haben Arbeitnehmer:innen in Belgien das Recht, zu wählen, ob sie 4 oder 5 Tage pro Woche arbeiten wollen. Der große Unterschied zu den anderen Ländern: Die Arbeitsstunden werden nicht reduziert. Die übliche Wochenarbeitszeit muss somit nicht mehr an fünf Tagen, sondern kann an nur vier Tagen abgearbeitet werden. Somit kommt es nicht zu einer Arbeitszeitverkürzung, sondern zu einer Verdichtung der Arbeitszeit.

Vereinigte Arabische Emirate
In den Vereinigten Arabischen Emiraten existiert zwar keine Vier-Tage-Woche, dafür allerdings eine Vier-Einhalb-Tage-Woche. Denn das Wochenende beginnt bereits am Freitagmittag. Diese Regelung wurde Anfang 2021 offiziell eingeführt und gilt verpflichtend für alle Regierungseinrichtungen und Schulen.
Was internationale Studien über die 4-Tage-Woche zeigen
Die positiven Erfahrungen mit der 4-Tage-Woche werden durch internationale Forschungsergebnisse gestützt. Eine 2025 im Fachjournal Nature Human Behaviour veröffentlichte Studie untersuchte 2.896 Beschäftigte in 141 Organisationen aus sechs Ländern. Nach sechs Monaten mit verkürzter Arbeitszeit bei gleichem Lohn berichteten die Beschäftigten von weniger Burnout, höherer Arbeitszufriedenheit und einer besseren psychischen und körperlichen Gesundheit.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen fallen dagegen unterschiedlich aus. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit von 2025 zeigt, dass die Produktivität nicht in allen Unternehmen gleichermaßen steigt. Entscheidend sind unter anderem die Arbeitsorganisation und die betrieblichen Rahmenbedingungen. Die Forschung liefert damit deutliche Hinweise auf gesundheitliche Vorteile, während sich die wirtschaftlichen Ergebnisse je nach Unternehmen unterscheiden.
FAQ – 4-Tage-Woche weltweit
Großbritannien-Studie: Experte empfiehlt auch Österreich die 4-Tage-Woche
Der Artikel erschien am 31. Mai 2024 und wurde laufend aktualisiert: Am 2. September 2024 aufgrund des Abschlussberichts aus Portugal und neuer Entwicklungen in Südkorea; am 5. Februar und 15. September 2025 aufgrund der Entwicklungen in Großbritannien; am 4. Februar 2026 aufgrund neuer Ergebnisse aus Schweden und Österreich. Zuletzt wurde der Artikel am 13. Oktober 2026 umfassend überarbeitet und um aktuelle internationale Studien, neue Ergebnisse zur 4-Tage-Woche, eine Länderübersicht und FAQ ergänzt.
Kreuze maximal 4 Antworten an, die für dich am meisten zutreffen.


































