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Genderwahn-Partei FPÖ: Keine andere Partei redet ansatzweise so viel über „Gender“ und „Trans“ wie die Freiheitlichen

FPÖ agitiert gegen Gender und Trans (Foto: Parlamentsdirektion/Thomas Topf; Unsplash; Montage)

FPÖ agitiert gegen Gender und Trans (Foto: Parlamentsdirektion/Thomas Topf; Unsplash; Montage)

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Nachrichten
Lesezeit:3 Minuten
3. April 2026
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Sie wettern über „Genderwahnsinn“, ein „Woke-Diktat“ oder „Trans-Irrsinn“. Überall lauert die Gefahr, dass man uns unserer Geschlechter und Identitäten beraubt und dass wir nicht tun und sagen können, was wir wollen. Die FPÖ poltert, linke Kräfte hätten nur noch Gendern und Wokeness (auf Deutsch: Sensibilisierung) im Sinn. Dabei zeigt eine – nüchterne – Auswertung von Anträgen und Anfragen im Parlament sowie von Presseaussendungen: Es sind die Freiheitlichen, die ständig übers Gendern reden wollen und voll all diesen Themen offenbar in den Bann gezogen wurden. Hier die Daten.

Eine Untersuchung des parlamentarischen Recherche-Dienstes, angestoßen durch den SPÖ-Abgeordneten Mario Lindner, hat die Aktivitäten aller Parlamentsparteien seit 1.1. 2020 ausgewertet. Berücksichtigt hat man parlamentarische Anfragen, Anträge und Presseaussendungen zu Begriffen wie „Transgender“, „Woke“, „Gender“ sowie verwandten Themenbereichen.

Mehr als die Hälfte der parlamentarischen Anträge und Anfragen zu „Transgender“ stammen von der FPÖ

Die Ergebnisse zeigen: Es ist die FPÖ, die von diesen Themen nicht loskommt. Von insgesamt 233 parlamentarischen Initiativen (Anträge und Anfragen) zum Thema „Transgender“ entfielen allein 144 auf die Freiheitlichen. Damit stammt mehr als die Hälfte aller Beiträge aus einer einzigen Partei. Besonders auffällig ist das Jahr 2025 mit 50 entsprechenden Initiativen der FPÖ. Andere Parteien lagen deutlich darunter.

Ein ähnliches Bild bei den Begriffen „Drag“ und angeblicher „Frühsexualisierung“ (also: Aufklärung von Kindern über die eigenen Körper). Von 85 Initiativen dazu kamen 71 von der FPÖ.

Auch beim Schlagwort „Woke“ dominieren die Freiheitlichen mit 61 von insgesamt 72 Initiativen.

Beim Thema „Gender“ gab es seit 2020 dazu 836 parlamentarische Aktivitäten. Davon 364 durch die FPÖ. Allein im Jahr 2025 brachte die Partei 120 Initiativen ein. Die anderen Parlamentsparteien blieben deutlich darunter.

Grafik: So oft behandeln die Parteien Transgender in Anträgen und Anfragen (Grafik: Kontrast.at)
Grafik: So oft behandeln die Parteien Transgender in Anträgen und Anfragen (Grafik: Kontrast.at)

„Gender“ und „Wokeness“ als blaue Dauerbrenner auch in Presseaussendungen

Nicht nur im Parlament, auch in den Presseaussendungen schlägt sich diese Schwerpunktsetzung nieder.

Beim Thema „Transgender“ stammen im Auswertungszeitraum 51 von 109 Presseaussendungen von der FPÖ. Noch klarer fällt das Ergebnis beim Begriff „Woke“ aus. Von 170 Presseaussendungen dazu haben 162 die Freiheitlichen veröffentlicht. Beim Thema „Gender“ entfallen 215 von 456 Aussendungen auf die FPÖ.

Das zeigt, wie die Partei sich nicht nur parlamentarisch sondern auch kommunikativ auf diese Themen draufsetzt und mit ihnen – negative – Stimmung machen will.

Grafik: So oft behandeln die Parteien Gendern in Anträgen und Anfragen (Grafik: Kontrast.at)
Grafik: So oft behandeln die Parteien Gendern in Anträgen und Anfragen (Grafik: Kontrast.at)

FPÖ erst seit wenigen Jahren betont aggressiv gegen LGBT-Themen

Der starke negative – weil ablehnende – Fokus auf LGBTIQ+-Themen ist eine vergleichsweise neue Entwicklung. Noch vor wenigen Jahren äußerten sich FPÖ-Politiker:innen deutlich zurückhaltender oder sogar unterstützend in einzelnen Fragen. So sprach sich die Partei 2019 für ein Verbot von Konversionstherapien aus.

Die Analyse zeigt aber, dass sich die Strategie der FPÖ ab etwa 2022 geändert hat. Seither rücken insbesondere trans-bezogene Themen stärker in den Mittelpunkt.

Grafik: Nennungen von Gender(n) in Parlamentsdebatten (Grafik: Kontrast.at)
Grafik: Nennungen von Gender(n) in Parlamentsdebatten (Grafik: Kontrast.at)

Der rechte Kulturkampf: Gegen Feministinnen, gegen Gleichstellung

Was FPÖ-Politiker:innen – wie auch die AfD in Deutschland, Orbán in Ungarn, Meloni in Italien oder Trump in den USA – betreiben, fällt unter den Begriff Kulturkampf. Das ist eine politische Strategie. Die FPÖ sucht sich Themen, die man als große Gefahren aufbauschen kann – auch wenn sie gar nichts oder niemanden real bedrohen. Es geht um Dauer-Konflikt, Dauer-Angst, um große Gefühle, vor allem Angst oder Aggression. Das zeigt sich etwa in Debatten über Gendern, Lehrplan-Inhalte, Kunst, Denkmäler oder queere Rechte, die als Bedrohung für ‚unsere Kultur‘ dargestellt werden.

Die FPÖ macht auch aus einem einzigen Buchstaben – dem Binnen-I – einen gesellschaftlichen Dauerkonflikt, der angeblich alle im Land bewegt und aufwühlt. Sie bringt es immer wieder in die Diskussion ein, um über den vermeintlich gefährlichen Feminismus und den Angriff auf die „gute, alte Geschlechterordnung“ zu schimpfen.

Grafik: Nennungen von Transgender in Parlamentsdebatten (Grafik: Kontrast.at)
Grafik: Nennungen von Transgender in Parlamentsdebatten (Grafik: Kontrast.at)

Rechte Parteien wiegeln international Menschen gegen Gleichstellung auf – mit einem Milliarden-Budget

Dass sich rechte Parteien gerade bei diesen Themen so radikalisieren, ist nicht nur in Österreich so. Der Bericht „The Next Wave: Wie religiöser Extremismus wieder an die Macht kommt“ (2025) beschreibt eine europaweite Vernetzung von Organisationen, die gegen Gleichstellung und gegen LGBTIQ-Rechte kämpfen. Zwischen 2019 und 2023 investierten 275 Organisationen rund 1,2 Milliarden US-Dollar in entsprechende Kampagnen.

Auch politische Entwicklungen in den USA werden in diesem Zusammenhang genannt. Dort flossen im Wahlkampf 2024 hohe Summen in Anti-Transgender-Werbung. Gleichzeitig entstehen Netzwerke, die Parteien und Initiativen in Europa unterstützen.

Wien gilt laut Studienautor Neil Datta sogar als ein Knotenpunkt dieser Aktivitäten. Organisationen wie „Alliance Defending Freedom“ oder „CitizenGo“ sind in diesem Umfeld aktiv und zeigen Interesse an politischen Positionen der FPÖ.

Daten aus dem Parlament belegen: FPÖ will am stärksten über Gendern, Trans und Co. reden

Die vorliegenden Daten widersprechen der häufig geäußerten Darstellung, wonach vor allem linke Parteien LGBTIQ+-Themen in den Mittelpunkt stellen. Stattdessen zeigt die Analyse, dass die FPÖ diese Themen besonders intensiv aufgreift, sowohl im Parlament als auch in der öffentlichen Kommunikation.

Parlament Das Thema "Gender" im Parlament

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher
Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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