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Perchtenläufe, Erntedank, Almabtrieb: Woher kommen unsere Bräuche und was feiern wir da eigentlich?

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Bräuche in Österreich (Foto: Wikipedia: Tobias Spitaler/CC BY 3.0, Horst A. Kandutsch/ CC BY-SA 3.0, Unsplash/ Paul Pastourmatzis, Bengt Nyman/ CC BY 3.0, Montage)

Bräuche in Österreich (Foto: Wikipedia: Tobias Spitaler/CC BY 3.0, Horst A. Kandutsch/ CC BY-SA 3.0, Unsplash/ Paul Pastourmatzis, Bengt Nyman/ CC BY 3.0, Montage)

Sarah Hammerschmid Sarah Hammerschmid
in Erklärt, Gesellschaft, Kultur
Lesezeit:7 Minuten
18. Dezember 2025
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In Österreich gibt es eine Vielzahl an Bräuchen, die auf eine lange Geschichte zurückblicken und bis heute gelebt werden. Bräuche können Orientierung, Sicherheit und ein Gefühl für Identität und Gemeinschaft geben. Viele sind zur Gewohnheit geworden und mancher fragt sich vielleicht: „Woher kommt das eigentlich?“

Inhalt
Seit wann gibt es Bräuche?
Perchten: Brauchtum zum Austreiben böser Geister oder Ausleben von Gewaltfantasien?
Moderne Perchtenläufe: Aggression und Alkohol
Nikolaus und Krampus: Das christliche Duo aus Gut und Böse
Almabtrieb: Kunstvoll geschmückte Kühe werden nach der Almsaison ins Tal gebracht
Sonnwendfeuer: Der längste Tag des Jahres
Maibaum aufstellen: ein geschmückter Baum, der Fruchtbarkeit und Lebensfreude bringen soll
Erntedank: zum Ende des Sommers für die reiche Ernte bedanken
Räuchern in den Raunächten: Offene Tore zu einer anderen Welt
Von Ostern bis Weihnachten: Wie die Nazis traditionelle Bräuche für ihre Propaganda missbrauchten

Seit wann gibt es Bräuche?

Bräuche, die in Österreich traditionell gefeiert werden, gehen oft weit in die Geschichte zurück. Die Ursprünge von Ostern und Weihnachten reichen bis ins 2. Jahrhundert bzw. 4. Jahrhundert. Bäuerliche und ländliche Bräuche wie Erntedank und Maibaumaufstellen entwickelten sich über einen langen Zeitraum, einzelne Formen sind ab dem Mittelalter, viele heute bekannte Ausprägungen ab der frühen Neuzeit belegt. Sonnwendfeiern sind ab dem Mittelalter vielfach belegt, ihnen werden in der Forschung teilweise auch ältere Wurzeln zugeschrieben. Der Perchten- und Krampusbrauch ist in unterschiedlichen Formen vor allem ab der frühen Neuzeit sowie im 18. und 19. Jahrhundert gut dokumentiert.

Perchten: Brauchtum zum Austreiben böser Geister oder Ausleben von Gewaltfantasien?

Das alpenländische Brauchtum der Perchten wird häufig mit vorchristlichen Vorstellungen in Verbindung gebracht. Seine konkrete Ausprägung ist jedoch vor allem mittelalterlich und frühneuzeitlich geprägt und ist kein eindeutig christlicher Brauch. Die konkreten Ursprünge des heute bekannten Perchten- und Krampusbrauchtums sind umstritten. Laut Profil könnte etwa ein Teil der Entwicklung auf randalierende, verkleidete Jugendliche im Fürsterzbistum Salzburg Anfang des 19. Jahrhunderts zurückgehen oder auf konfessionelle Konflikte in Tirol.

Heute gehen zwischen November und Jänner die Perchten in unterschiedlichsten Ausführungen auf die Straßen in Österreich. Es wird zwischen „guten“ Schönperchten und „bösen“ Schiachperchten unterschieden. Erstere sollen Hoffnung und gute Wünsche fürs neue Jahr überbringen, Letztere sollen das Böse vertreiben. Darüber hinaus gibt es auch weibliche Perchten.

In der letzten Raunacht, also von 5. auf 6. Jänner, finden in vielen Regionen Österreichs Perchtenläufe statt. Der Mythos besagt: In der Zeit ‘zwischen den Jahren’ können Dämonen und der Teufel leichter in die Welt eindringen. Deshalb erscheint in der Perchtnacht Frau Percht (auch Frau Holle) mit ihren Gefolgsleuten und vertreibt mit Ruten, Glocken und Trommeln alle bösen Geister. Perchtenläufe gibt es vor allem im Alpenraum: in Salzburg, Kärnten, Tirol und der Steiermark.

Pongauer Perchtenlauf in St. Johann (Foto: Wikimedia Commons/Holger Uwe Schmitt)
Pongauer Perchtenlauf in St. Johann (Foto: Wikimedia Commons/Holger Uwe Schmitt)

Moderne Perchtenläufe: Aggression und Alkohol

Die moderne Ausführung der Perchten sieht dann so aus: Menschen – meist junge Männer – verkleiden sich mit Fellkostümen und geschnitzten Holzmasken mit Hörnern und ziehen mit Ruten und Glocken durch die Straßen. Zuschauer:innen werden dabei mancherorts – mal leichter, mal schwerer – mit den Ruten geschlagen.

Im Laufe der Jahre arteten Krampus- und Perchtenläufe immer wieder gewaltvoll aus. 2024 wurde eine 22-Jährige von drei Perchten geschlagen und musste aufgrund von Kopf- und Fußverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Im selben Jahr wurde ein 15-Jähriger im Krampuskostüm von jemandem im Publikum verletzt. Die Psychologin Ursula Wisiak sagt im Interview mit dem Standard: „Bei den modernen Krampusläufen geht es den Darstellern zum Teil um das Ausleben von Aggressionen.“ Die Umzüge sind allerdings mitunter streng geregelt und kontrolliert, weshalb es laut Medien- und Polizeiberichten häufig erst nach den eigentlichen Umzügen zu gewaltvollen Vorfällen kommt. Dabei spielt wie bei anderen Volksfesten auch immer wieder Alkohol eine Rolle.

Nikolaus und Krampus: Das christliche Duo aus Gut und Böse

Im Gegensatz zum Perchten handelt es sich beim Krampus um eine religiöse Gestalt. Am 6. Dezember wird im Christentum der Heilige Nikolaus gefeiert. Aber der Nikolaus kommt bekanntlich nicht allein. Mit ihm als gute Figur und Gesandter des Himmels kommt sein böses Gegenstück: Der Krampus ähnelt dem Teufel und ist ein Gesandter der Hölle. Der Krampus, auch „Kramperl” genannt, ist die alpenländische Version vom Knecht Ruprecht.

Die Ursprünge des Krampus-Brauchtums sind nicht klar, gehen aber vermutlich bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Quellen belegen, dass bereits zu dieser Zeit Nikolaus und Krampus Haushalte in Wien besuchten und Kinder für ihr Verhalten im vergangenen Jahr entweder lobten oder bestraften. Eine andere These besagt, dass der Brauch aus dem protestantischen Deutschland um 1800 nach Österreich kam, um Kinder zu motivieren, in die Schule zu gehen.

Almabtrieb: Kunstvoll geschmückte Kühe werden nach der Almsaison ins Tal gebracht

Die Almsaison beginnt üblicherweise im Juni in alpinen Regionen in Tirol, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten und der Steiermark. In dieser Zeit machen sich Senner:innen, Hirt:innen und Bäuerinnen und Bauern gemeinsam mit ihren Kühen auf den Weg auf die Almen. Manchmal wird auch der Almauftrieb feierlich und mit einem Segen begleitet, aber wesentlich pompöser ist der Almabtrieb am Ende der Saison.

Im September oder Oktober werden die Almen geschlossen, die Tiere geschmückt und ins Tal getrieben – der Almabtrieb. Wenn der Sommer für Mensch und Tier ohne Krankheit und Unfälle zu Ende geht, wird gefeiert. Die Senner:innen fertigen kunstvollen Kopfschmuck für die Kühe an: Kränze aus Reisig, Blumen, Holzschildern und bunten Bändern. Glocken und manchmal auch Spiegel sollen das Böse vertreiben. In vielen Regionen ist der Almabtrieb bereits zu einer großen touristischen Attraktion geworden.

Almabtrieb nach Bad Kleinkirchheim (Foto: Wikimedia Commons / CC BY 2.0)
Almabtrieb nach Bad Kleinkirchheim (Foto: Wikimedia Commons / CC BY 2.0)

Sonnwendfeuer: Der längste Tag des Jahres

Mit dem längsten Tag des Jahres am 21. Juni und dem Johannistag am 24. Juni beginnt hierzulande der Sommer. Das feiern die Menschen – und zwar schon sehr, sehr lange. Laut Wissenschaftler:innen soll der Brauch weit bis in die Frühgeschichte der Menschheit zurückgehen. Kulturanthropologe Thomas Schindler sagt, dass das Ritual des Sonnwendfeuers “offensichtlich etwas mit Vegetation und Pflanzenwachstum zu tun hat”.

Es gibt Belege, dass die Menschen im Mittelalter in der Nacht vor dem Johannistag Feuer entzündeten – das Johannisfeuer. Dieses entzündeten sie in der Tradition der katholischen Kirche seit dem 4. Jahrhundert am 24. Juni, um den Geburtstag von Johannes dem Täufer zu feiern. Der Brauch der Sommersonnenwende wird in vielen Ländern Nord- und Osteuropas gefeiert. In Schweden ist der “Midsommar” (Mittsommer) für viele sogar wichtiger als Weihnachten. Schwed:innen feiern und tanzen den längsten Tag im Jahr, an dem es so gut wie gar nicht dunkel wird.

Midsommar in Schweden (Foto: Wikimedia Commons/Bengt Nyman/ CC BY 3.0)
Midsommar in Schweden (Foto: Wikimedia Commons/Bengt Nyman/ CC BY 3.0)

Maibaum aufstellen: ein geschmückter Baum, der Fruchtbarkeit und Lebensfreude bringen soll

Die früheste bekannte schriftliche Erwähnung eines Maibaums in Österreich stammt aus dem Jahr 1230, und zwar in Wien. Der Brauch wurde über die Jahrhunderte unterschiedlich gedeutet. Im 17. Jahrhundert bekam das Maibaumsetzen zur Zeit der Hexenverfolgungen mancherorts auch eine Schutzfunktion, zur Vertreibung des Bösen. Daraus entwickelte sich die Tradition, in der Walpurgisnacht, also von 30. April auf den 1. Mai, einen geschmückten Baum aufzustellen. Dieser sollte Fruchtbarkeit und Lebensfreude bringen.

Noch heute wird am Ersten Mai, dem Tag der Arbeit, ein Maibaum aufgestellt, der an der Spitze mit einem Baumwipfel sowie mit drei Kränzen aus Reisig und Bändern geschmückt ist. In vielen österreichischen Orten wird das Maibaumaufstellen in Tracht mit Blasmusik und üppigen Speisen und Getränken gefeiert.

Erntedank: zum Ende des Sommers für die reiche Ernte bedanken

Auch das Erntedankfest geht weit in die Geschichte zurück. Schon in der Antike haben sich die Menschen nach dem Sommer bei den Göttern für eine – im besten Fall reiche – Ernte bedankt. Gläubige Christ:innen feierten das Erntedankfest schon im 3. Jahrhundert. Heute knüpfen viele Erntedankfeste an eine bäuerliche Tradition an, wonach es früher nach harter Arbeit ein Festessen mit Musik und Tanz gab.

Das Erntedankfest, wie es heute noch in Österreich weit verbreitet ist, hat kein bestimmtes Datum. Üblicherweise findet es aber um den 29. September (Michaelitag) statt. Kirchen werden mit Gemüse, Getreide, Obst, Nüssen und Blumen geschmückt. Manchmal entstehen dadurch “Ernteteppiche” und “Ernteräder”, die die Vielfalt des Ertrages zeigen sollen. Das kirchliche Fest wird oft von Umzügen mit geschmückten Wagen, Musik und Weinverkostungen begleitet.

Dekoration zum Erntedankfest in der Pfarrkirche hl. Georg in Wernstein am Inn in Oberösterreich (Foto: Wikimedia Commons / CC BY 3-0)
Dekoration zum Erntedankfest in der Pfarrkirche hl. Georg in Wernstein am Inn in Oberösterreich (Foto: Wikimedia Commons / CC BY 3-0)

Räuchern in den Raunächten: Offene Tore zu einer anderen Welt

Von 25. Dezember bis 6. Jänner sollen in den Raunächten die Tore zu einer anderen Welt weit offen stehen. In den zwölf “heiligen Nächten” zwischen Weihnachten und Neujahr haben nach mythologischem Glauben die Geister und Seelen der Verstorbenen Ausgang. Manche Mythen besagen sogar, dass Tiere in der Nacht zu sprechen anfangen würden.

Das nehmen einige Menschen zum Anlass, ihre Häuser und Ställe zu räuchern, um sich vor bösen Mächten und Krankheiten zu schützen. Manche besprengen ihre Wohnräume auch mit Weihwasser. Außerdem waschen viele Menschen in dieser Zeit nach altem Brauch keine Wäsche – denn in aufgehängter Wäsche könnten sich böse Geister verfangen und im neuen Jahr bleiben. Bei den Raunächten handelt es sich – wie bei so vielen Bräuchen – um eine Mischung aus altem Volksglauben und christlichen Ritualen.

Von Ostern bis Weihnachten: Wie die Nazis traditionelle Bräuche für ihre Propaganda missbrauchten

Bräuche und Traditionen haben sich über die Zeit auch gewandelt. Ein besonders düsteres Kapitel stellt dabei der Nationalsozialismus dar. Nach der Machtübernahme 1933 begannen die Nazis, traditionelle Feiertage und Bräuche für ihre ideologischen Zwecke zu missbrauchen. Ziel war, das Publikum emotional zu binden, den Führerkult zu stärken und das Christentum zu verdrängen. Dazu gehörte beispielsweise das Erntedankfest, das ja ursprünglich ein christlich-bäuerliches Fest war.

Die Nationalsozialisten veranstalteten am 2. Oktober 1933 ein riesiges “Reichserntedankfest” am Bückeberg unter dem Motto “Blut – Boden – Arbeit”. Das Ziel war, einen staatlich inszenierten Feiertag zu schaffen, der dazu dienen sollte, dass sich die Landbevölkerung mit NS-Ideologie identifiziert. In zahlreichen Festreden (mitunter von Hitler und Goebbels) sowie mithilfe von Nazi-Symbolik und militärischen Darbietungen verbreiteten sie dort Nazi-Propaganda. Anstatt die Erntekränze symbolisch an Gott zu übergeben, wurden sie Hitler überreicht.

Aber die Nazis instrumentalisierten nicht nur das Erntedankfest. Sie wandelten zahlreiche christliche Bräuche in nationale, ideologische Rituale um. Weihnachten wurde zum germanischen “Julfest”, wo christliche Symbole wie die Krippe oder Engel durch deutsche Symbole wie Runen oder Hakenkreuze ersetzt wurden. Sie deuteten auch Lieder um, mit dem Ziel, Krieg und nationalen Zusammenhalt zu unterstützen. Ostern, die Sommersonnenwende, der Maibaum-Brauch und sämtliche kirchliche emotionale Anlässe wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen wurden ideologisch verfärbt, um Führerkult, Volksgemeinschaft und “Blut-und-Boden”-Ideologie zu stärken.

Heute werden manche Bräuche wie zum Beispiel die Sonnwendfeier als Treffpunkt und Vernetzungsmöglichkeit im deutsch-nationalen bzw. rechtsextremen Milieu genutzt. So etwa die Sonnwendfeier im Flachgau 2025, bei der deutschnationale Burschenschafter, ein AfD-Politiker und der Freiheitliche Akademikerverband aufeinandertrafen.

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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  • Vermeide ich absolut. 4%, 59 Stimmen
    59 Stimmen 4%
    59 Stimmen - 4% aller Stimmen
Stimmen insgesamt: 1436
Wähler: 427
17. August 2026
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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque
Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Burschenschaft

Burschenschaften sind konservative bis nationalistische Männervereinigungen. Ihre Ursprünge gehen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Aktuell gibt es in Österreich ungefähr 4.000 Mitglieder. Sie sind vor allem politische Netzwerke. Burschenschaften sehen sich als Teil der Elite der Gesellschaft. Burschenschaften sind farbentragend. Das bedeutet, die Mitglieder tragen ein farbiges Band um den Oberkörper sowie eine Kappe. In schlagenden Burschenschaften muss man mit Säbeln fechten, um seine Treue und Männlichkeit zu beweisen. Bei den Kämpfen kommt es oft zu schweren Verletzungen mit lebenslangen Narben, z.B. im Gesicht („Schmiss“). Immer wieder werden Burschenschaften wegen ihrer Verbindungen zu Rechtsextremisten oder Geschichtsverharmlosung in Bezug auf den Nationalsozialismus beobachtet. Mitglied einer Burschenschaft bleibt man nach dem Ablegen des Burschenschafter-Eids lebenslang. Allerdings kann man bei grobem Fehlverhalten

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