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Kontrast
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Marterbauer: Unternehmen müssen Dividenden und Boni beschränken, wenn sie Staatshilfen bekommen

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Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Politik
Lesezeit:2 Minuten
26. März 2020
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Während der Corona-Krise besteht die Gefahr, dass viele Unternehmen ohne staatliche Hilfe Pleite gehen. Um die Auswirkungen der Krise auf die österreichische Wirtschaft abzufedern, hat die Regierung bereits ein Hilfspaket von 38 Milliarden Euro angekündigt. Wichtig ist jetzt, dass dieses Geld in der Wirtschaft bleibt und nicht Teile davon als Bonuszahlungen in den Taschen von Managern landen, erklärt Ökonom Markus Marterbauer.

Die österreichische Regierung hat ein Hilfspaket von 38 Milliarden Euro angekündigt. Wichtig ist, dass die Hilfsgelder der Regierungen wirklich dort ankommen, wo sie hinsollen. Der Chefökonom der Arbeiterkammer Wien Markus Marterbauer warnt davor, den Fehler aus der Bankenkrise 2008/2009 zu wiederholen: Damals schütteten Unternehmen trotz finanzieller Unterstützung von Staaten astronomisch hohe Dividenden an ihre Aktionäre und Boni an ihre Manager aus. Das darf nicht nochmal passieren.

Kontrast: Wieso ist es in der jetzigen Krise wichtig, dass man Dividenden-, Boni- u Managergehälter beschränkt bei Unternehmen, die Staatshilfe in Anspruch nehmen?

Marterbauer: Es widerspricht ja jeder Vorstellung von Fairness, wenn Unternehmen mit der einen Hand Staatshilfen in Anspruch nehmen und mit der anderen Hand Aktionäre und Manager bedienen. Es wäre auch ein Schlag ins Gesicht für alle jene Menschen, die gerade ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Unterstützungen des Staats müssen dafür eingesetzt werden, die Unternehmen über Wasser zu halten und Arbeitsplätze zu sichern.

Corona Unternehmen Pleite Hilfe
Unternehmen sollen in Zeiten von Corona staatliche Hilfe bekommen um sie vor der Pleite zu bewahren. Diese Geld darf aber nicht in die Taschen der Manager und Aktionäre wandern, erklärt Ökonom Marterbauer.

Dazu wissen wir aus historischer Erfahrung, dass es gerade bei Banken in einer Krisenzeit wichtig ist, Ausschüttungen zu begrenzen, damit diese ihr Eigenkapital stärken. Die Ausstattung mit genügend Eigenkapital ist zentral um Banken in der Krise vor der Pleite zu bewahren.

Kontrast: Wie könnten solche Beschränkungen durchgesetzt werden?

Beschränkung der Dividenden, Boni und Managergehälter kann als Bedingung für Staatshilfen gesetzt werden. Es wird ja kein Unternehmen dazu gezwungen, Hilfe vom Staat zu nehmen. Wenn sie sich dafür entscheiden, müssen sie solche sinnvollen Bedingungen akzeptieren. Unser Steuergeld soll ja in die Wirtschaft fließen – und nicht in die Taschen der Manager und Aktionäre.

Bei Banken muss es zusätzliche zu den Regulationen in Österreich auch noch Bestimmungen auf der europäischen Ebene geben.

Kontrast: Wie viel Geld würde durch solche Beschränkungen in den Unternehmen gehalten werden?

Das ist schwer zu sagen, solange es keine konkreten Forderungen für diese Beschränkungen gibt. Was wir uns aber anschauen können, ist: Wie viel die Unternehmen am ATX, der österreichischen Börse, an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben. 2018 waren das 3,2 Milliarden Euro. Die drei größten Banken Österreichs, die Erste Group, Unicredit Bank Austria und die Raiffeisen Zentralbank allein haben 1 Milliarden davon an ihre Aktionäre ausgezahlt. Wenn dieses Geld, oder auch nur ein guter Teil davon, in den Unternehmen gehalten werden könnte, wäre das ein enormer Turbo für diese Unternehmen und die gesamte Wirtschaft.

Parlament Das Thema "Hilfspaket" im Parlament

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1 Kommentar
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Moder Johannes
Moder Johannes
27. März 2020 20:57

Alle leistungslosen Vermögenszuwächse müssten jetzt pausieren! Es gibt kein Recht auf Zuwächse, schon gar nicht in einer solchen Krise!
Blackrock on Co. haben leider schon abkassiert, indem sie auf Abschwung gewettet haben oder Aktien frühzeitig abgestoßen haben.
Blackrock ist Großaktionar bei der Buwog! Die Mieten werden weiter eingefordert?

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