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MAN Steyr soll auf die Produktion von Öffis umsatteln, raten Wissenschafter der Unis Linz und Wien

MAN-Belegschaft stimmt gegen Übernahmeangebot mit Lohnverzicht und Jobabbau

Foto: MAN Truck & Bus SE

Gerald Demmel Gerald Demmel
in Umwelt & Klima
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9. April 2021
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Das MAN-Werk in Steyr soll statt Lastwagen mittelfristig Züge und Straßenbahnen bauen – wie Siemens Österreich. Das empfehlen Sozialwissenschafter der Kepler Uni Linz (JKU) sowie der Uni Wien. Außerdem sind Elektro-Autos nicht der einzige Lösungs-Ansatz für die Mobilität der Zukunft, warnen die Experten. In Zeiten von Pandemie und Klimawandel sei ein sozial-ökologischer Umbau zu bedenken, empfahlen sie in einer Mitteilung des Wissenschaftsnetzes „Diskurs“.

Das Problem des MAN-Werks Steyr biete auch Chancen für die Beschäftigten und die Region. Wissenschafter*innen von Wiener und Linzer Unis empfehlen langfristig einen Umstieg von der Automobil- hin zur Zug- und Straßenbahn-Produktion.“Die Beschäftigten bei MAN Steyr könnten künftig mittlere E-LKWs und Busse herstellen. Dazu braucht es politischen Willen und Kreativität. Mittelfristig muss die Produktion von Zügen und Straßenbahnen ausgebaut werden, auch wenn es hier um andere Technologien und Märkte geht und der Umstellungsprozess länger dauert“, empfiehlt etwa Universitätsprofessor Ulrich Brand.

Es ist Zeit für einen sozial-ökologischen Umbau

Für das Bewältigen der Klimakrise sei eine wichtige Aufgabe der Umbau des Mobilitätssystems, erklärt der Wiener Wissenschafter Brand. Der starken Fixierung auf das Automobil müsse entgegengewirkt werden, das betreffe auch die Infrastrukturen und die Produktion. „Machen wir uns nichts vor, wir benötigen aus klimapolitischen Gründen mittelfristig einen geordneten Rückbau von Teilen der Autoproduktion.“ Das spreche für Strategien, auch andere Produkte jenseits des Autos herzustellen. „Neben dem Verbrennungsmotor nur auf Elektro-Automobilität zu setzen, könnte sich als falsches Versprechen und damit als dramatisches Versagen der Politik erweisen“, warnt Brand.

Die JKU-Soziologin Julia Eder schlug vor, die neue Industriestrategie auf vier Säulen zu stützen: Unterstützung der Betriebe bei einem sozial-ökologischen Umbau, Stärkung lokaler und regionaler Wirtschaftskreisläufe – auch durch öffentliche Beschaffung, gerechtes Verteilen von Gewinnen und Verbreiterung der Eigentumsverhältnisse – damit nicht ausschließlich gewinnorientierte Konzerne die Weichen für die Zukunft stellen.

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