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Wie schnell führt Telegram Nutzer:innen von den Inhalten einer Parlamentspartei zu extremistischen Kanälen? Um das zu untersuchen, haben wir einen Selbstversuch durchgeführt: Mit einem neuen, passiven Account sind wir ausschließlich offiziellen FPÖ-Kanälen beigetreten und haben uns über die Funktion „ähnliche Kanäle“ durch die Plattform bewegt. Innerhalb eines Nachmittags führte uns der Algorithmus über Empfehlungen schrittweise von offiziellen Parteikanälen zu offen antisemitischen, nationalsozialistischen und gewaltbereiten Neonazi-Gruppen. Unsere Reportage dokumentiert die – wenigen – Stationen und zeigt, welche Inhalte dort offen zirkulieren.
Blitz-Emojis unter einem Bild von SS-Soldaten. Flammen-Emojis unter einem Foto von Adolf Hitler. Fotos von Nazi-Aufmärschen, die Zuspruch bekommen. Solche Inhalte und Reaktionen finden sich tausendfach in Telegram-„Kanälen“, also Gruppen, in denen Nutzer:innen miteinander schreiben, Fotos teilen, reagieren und kommentieren.
Muss man sich in solche Kanäle einschleusen, um das alles mit eigenen Augen zu sehen? Vertrauen aufbauen, bestimmte Kommentare schreiben, Codes kennen? Nein. Ein neuer Telegram-Account und ein Nachmittag Zeit reichen aus. Der Algorithmus von Telegram erledigt den Rest.
Wir wollten wissen, was passiert, wenn man sich ganz unbedarft für die FPÖ und ihre Politiker:innen interessiert, sich ein paar Inhalte anschaut und ein bisschen scrollt. Wo schickt Telegram uns hin? Und wie schnell? Um das herauszufinden, haben wir einen Selbstversuch gemacht. Hier sind die acht Stationen unserer Recherche.
Der Start: Ein neuer Account scrollt durch den Kanal von Herbert Kickl und der FPÖ
Der Beginn sollte möglichst neutral sein. Ein neuer Telegram-Account und die Vorgabe an uns selbst, passiv zu bleiben. Wir sind nur zwei Kanälen beigetreten: dem FPÖ-Kanal „Festung Österreich“ und dem offiziellen Kanal von Herbert Kickl.
Danach haben wir uns einen Nachmittag lang durch Telegram geklickt. Wir haben keine „Likes“ vergeben, keine Kommentare geschrieben, keine eigenen Postings erstellt und sind mit niemandem in privaten Chats in Kontakt getreten. Bewegt haben wir uns über eine Funktion, die Telegram allen Nutzer:innen anbietet: das Klicken auf vorgeschlagene „Ähnliche Kanäle“ („Similar Channels“). Also Kanäle (Gruppen), die Telegram als ähnlich in Bezug auf Interessen bzw. Inhalte einstuft.
Station 1: Die offiziellen Telegram-Channels der FPÖ
Wir sind mit unserem Account zwei Kanälen beigetreten. „Herbert Kickl“, einem Kanal mit knapp 34.500 Mitgliedern und dem Parteikanal „Festung Österreich“ (über 18.000 Mitglieder). Hier startet unser Experiment.
Die Inhalte in den FPÖ-Kanälen umfassen im Großen und Ganzen parteipolitische Kommunikation: Zitate von Politiker:innen, Ankündigungen von Medienterminen, Pressefotos. Zugespitzte Botschaften, starke Feindbilder, viel Empörung.
In der Gruppe des FPÖ-Bundesparteiobmanns schreibt ausschließlich der Account „Herbert Kickl“. Mitglieder können keine eigenen Nachrichten versenden. Es ähnelt eher einem News-Feed. Der Begriff „Remigration“ fällt uns direkt in einigen Beiträgen auf. Es ist eine Wortschöpfung, die – beschönigend und vermeintlich neutral – erzwungene Deportation meint und fordert.
Station 2: Der Algorithmus übernimmt
Unter jedem Telegram-Kanal schlägt die Plattform automatisch „ähnliche Kanäle“ vor. Diese Empfehlungen basieren nicht auf redaktioneller Prüfung, sondern auf algorithmischer Zuordnung. Von den FPÖ-Kanälen aus führen diese Vorschläge zunächst zu weiteren FPÖ-nahen Seiten, rechten Medien und verschwörungsideologischen Accounts. Zum Beispiel Auf1.
Auf1 ist als rechtsextrem eingestuftes Medium mit Sitz in Linz, gegründet von Stefan Magnet, der auch als Chefredakteur agiert. Der deutsche Verfassungsschutz überwacht den Sender. Telegram schlägt auch Martin Rutter als Kanal vor. Rutter ist ein österreichischer rechtsextremer Verschwörungstheoretiker und ehemaliger Politiker. Eva Hermann, ebenfalls vorgeschlagen, ist eine rechtspopulistische und verschwörungstheoretische Autorin. All diese Kanäle verbindet der Telegram-Algorithmus offenbar direkt mit der FPÖ.
Station 3: „Messerstechende Steinzeitislamisten“ – Der Kanal Neue Normalität
Die meisten „ähnlichen Kanäle“ sind bereits sehr etabliert. Wir probieren kleinere Kanäle. Unsere Annahme: Dort ist der Inhalt weniger breit gestreut, User:innen interagieren mehr und fühlen sich dort weniger beobachtet.
Wir entscheiden uns für den Kanal „Neue Normalität“. Über 20.000 Menschen sind hier Mitglied. Hier schreibt nur der Kanal „Neue Normalität“. Die User:in postet Links zu News-Artikeln oder eigene Meinungsbeiträge. Es geht viel um die USA, um Kriege und Innenpolitik. Geflüchtete bezeichnet man schon mal als „messerstechende Steinzeitislamisten“. Der Inhalt und die Sprache sind in diesem Kanal aggressiver und herablassender als in den FPÖ-Kanälen. Die vielen Emoji-Reaktionen unter den Beiträgen zeigen die Zustimmung und auch den Austausch der Gruppe.
Stationen 4 bis 6: Antisemitische Verschwörung und NS-Verherrlichung
Ausgehend von „Neue Normalität“ schlägt uns Telegram den „Kanal Sturmzeichen“ mit knapp 7.000 Abonennt:innen vor. Der Sturmzeichen-Verlag ist ein Bücherverlag, der auf der Website schreibt, dass er „den Interessen unseres deutschen Volkes und der historischen Wahrheit verpflichtet“ ist. In diesem Kanal stellt der Kanal-Inhaber Bücher und Autor:innen vor, welche auf den ersten Blick einer rechten Gesinnung zugeordnet werden können. Der Verlag vergibt beispielsweise einen Preis für „Das beste rechte Sachbuch des Jahres 2025“.
Uns fällt auf, dass man direkt nach dem Beitritt in den Kanal („You joined the channel“) neue „ähnliche Kanäle“ vorgeschlagen bekommt. Beim „Kanal Sturmzeichen“ bekamen wir mehrere Vorschläge.
Wir klicken auf „Der III. Weg“, „Infokanal Deutschösterreich“ und den „Völkischer Aufklärer“.
Der „Infokanal Deutschösterreich“ taucht auch prominent im aktuellen Rechtsextremismusbericht auf
Der III. Weg ist eine seit 2013 bestehende rechtsextreme Kleinpartei aus Deutschland. Das Partei-Programm ist völkisch und neonazistisch geprägt. Mit einem „dritten Weg“ ist üblicherweise eine Alternative zu Kapitalismus und Kommunismus gemeint. Der Kanal hat über 15.000 Mitglieder. Die Beiträge, die hier gepostet werden, führen meistens per Link zur Website der Partei. Die Inhalte fokussieren sich oft auf Probleme wie: steigende Mieten, Gewaltvorfälle, steigende Kosten für die Gesundheitsversorgung. Schuld sind, so finden es die User:innen im Kanal, die Migrationspolitik und die Ausländer:innen, weil die so viel kosten und allen die Wohnungen wegnehmen.
Im „Infokanal Deutschösterreich“ (2.400 Abonennt:innen) werden zum einen auf Deutsch übersetzte Gedicht-Passagen und Zitate von Dichtern und Philosophen gepostet und zum anderen News-Artikel. Dazu verfasst der Kanal-Inhaber Meinungsbeiträge. Der Kanal ist auch im aktuellen Rechtsextremismusbericht zu finden (siehe S.88). Der Bericht betont die enge Zusammenarbeit des Telegram-Kanals mit der Neonazi-Szene und die Vernetzung von rechtsextremen Deutschen und Österreicher:innen nach Osteuropa.
Das erste Bild, das wir in der Gruppe sehen: Sticker auf einem Skilift, darunter die Hashtags #Whiteboywinter, #VerbotsgesetzAbschaffen, #FreiheitfüralleNationalisten.
Der Kanal und seine Mitglieder haben also ein Problem mit dem Verbotsgesetz. Zur Info: Das österreichische Verbotsgesetz von 1947 verbietet jede Form der nationalsozialistischen Wiederbetätigung, einschließlich der Leugnung oder Verharmlosung des Holocaust und NS-Verbrechen, der Verherrlichung von Hitler oder der Verunglimpfung von Widerstandskämpfern, und dient der konsequenten Strafverfolgung dieser Taten. Es stellt die gesetzliche Grundlage für das Verbot der NSDAP und ihrer Organisationen dar und wird durch Paragrafen wie § 3g für allgemeine NS-Betätigung bestraft, wobei Verstöße, auch online, mit Freiheitsstrafen bis zu 20 Jahren geahndet werden können.
Antisemitismus und Verschwörungstheorie warten in den Kanälen
Im Kanal „Völkischer Aufklärer“ (knapp 6.000 Abonnent:innen) finden wir sehr schnell eine antisemitische Verschwörungstheorie rund um die Klima-Organisation „Letzte Generation“ mit dem Titel „Wer steckt hinter der letzten Generation?“. Man kritisiert, dass der Vorstand vom Climate Emergency Fund (eine Non-Profit-Organisation, die Einzelpersonen und Gruppen finanziert, darunter auch Letzte Generation) jüdischstämmig sei. Weiter schreibt die User:in, dass das Ziel dieser Organisation eine Deindustrialisierung der westlichen Länder ist. Indem die User:in ohne konkrete Beweise eine Verbindung zwischen vermeintlichen böswilligen Zielen und jüdischen Personen zieht, bedient sie sich typischer antisemitischer Verschwörungstheorien.
Wir klicken erneut auf „ähnliche Kanäle“ und finden den Kanal „Unvergessene Helden“. Hier postet die User:in Archiv-Bilder von Wehrmachtssoldaten und erinnert an ihre „Erfolge“ während des 2. Weltkriegs. Wir merken: Das geht alles wirklich sehr schnell. Der Algorithmus lotst uns zu immer extremeren Gruppen.
Von dem Kanal „Unvergessene Helden“ geht unser Experiment weiter und wir stoßen auf die Kanäle „DB Footage Archive“ (4.600 Abonennt:innen) und „Blitzkrieg“ (5.400 Abonennt:innen).
Station 7: Flammen- und Blitz-Emojis unter NS-Bildern
In diesen Kanälen werden fast ausschließlich Inhalte in Form von Archiv-bildern aus der NS-Zeit gepostet: SS-Symbole, Nazi-Aufmärsche und Wehrmachtssoldaten. Die Beiträge werden oft kontext- und beschreibungslos von User:innen hochgeladen. Ein Bild im Kanal „Blitzkrieg“ zeigt Adolf Hitler beim Kegeln. 74 Abonennt:innen kommentieren das mit einem Herz, 11 sind entzückt (Smiley mit Herzaugen).
Auch in dem Kanal „DB Footage Archive“ finden wir viele Archiv-Bilder aus der NS-Zeit. Die Emoji-Reaktionen auf die geposteten Bilder sind dabei besonders relevant: Eine weiße Taube, ein Blitz-Emoji, Flammen und Herzen. Die Reaktionen wirken auf den ersten Blick banal. Doch im Kontext offen nationalsozialistischer Inhalte sind sie als Zustimmung und Verherrlichung zu lesen.
Emojis dienen hier als Codes: Sie ermöglichen es Nutzer:innen, NS-Propaganda zu bejahen, ohne strafbare Kommentare zu verfassen. Die weiße Taube verherrlicht SS-Soldaten als „Friedensstifter“. Die Blitz-Emojis verweisen auf die SS-Runen („Sig-Runen“) und sind ein international bekanntes Neonazi-Symbol. Flammen und Herzen zeigen eine generelle Sympathie und das unkritische Gutheißen von den Inhalten.

Neben Archiv-Bildern werden auch Beiträge gepostet, die das Ziel haben, die NS-Zeit und die Nationalsozialisten zu beschönigen. Man verweist darauf, dass die meisten NS-Politiker:innen an der Uni waren. Die Botschaft dahinter lautet: Wenn sogar gebildete Menschen mitgemacht haben, kann es so schlimm doch nicht gewesen sein.
Endstation: Neonazi-Schläger-Truppen „Active Clubs“
Die Telegram-Empfehlungen enden jedoch nicht bei Archiv-Bildern. Von dem oben bereits erwähnten Kanal „Der III. Weg“ bekommen wir als „ähnlichen Kanäle“ sogenannte „Active Clubs“ vorgeschlagen. Der deutsche Verfassungsschutzbericht beschreibt „Active Clubs“ wie folgt:
„[Bei Active Clubs] wird hauptsächlich die Plattform Telegram genutzt, um über Kampfsport, Ästhetik und öffentlichkeitswirksame Propagandaaktivitäten junge weiße Männer anzusprechen und für das rechtsextremistische Spektrum zu gewinnen.”
Der Extremismus-Experte Alexander Ritzmann sagte in der Tagesschau, dass „Active Clubs” einem Ziel dienen: Ein Netzwerk von kampf- und gewaltbereiten Rechtsextremen aufzubauen.
Auch in unserem kurzen Aufenthalt in dem Kanal „Active Club Germania“ sahen wir ein Bild mit Merchandise, in dem man Gewaltfantasien auslebt: „Casuals against antifa”, dazu ein blutiger Schuh. Auf einem anderen Bild verherrlicht man mit einem „Volkstrauertag“ die Wehrmacht. Wieder zustimmende Blitz-Emojis.
Nachdem wir dem „Active Club Germania“ beigetreten sind, wurden uns direkt sehr viele weitere dieser „Active Clubs”-Kanäle vorgeschlagen.
Unser Experiment endet hier. Wir konnten uns an einem Nachmittag von offiziellen FPÖ-Kanälen zu rechtsextremen und gewaltbereiten Neonazi-Gruppen klicken – und das ohne selbst wirklich aktiv zu werden, nur durch die Funktion „ähnliche Kanäle“, die uns der Telegram-Algorithmus vorschlägt.
Radikalisierung auf Telegram per Algorithmus
Der Weg von einem offiziellen FPÖ-Kanal zu offen neonazistischen und verfassungsfeindlichen Inhalten erfolgte über Telegrams Empfehlungslogik und das innerhalb von acht Stationen und weniger Stunden. Der Telegram-Algorithmus führt Menschen zu extremistischen Inhalten und lenkt sie direkt in radikale Netzwerke. An diesen Orten können sie sich direkt mit Extremisten vernetzen.
Viele der gezeigten Inhalte sind offen problematisch, teils klar verfassungsfeindlich. Dennoch sind sie frei zugänglich. Telegram moderiert kaum, löscht selten und kooperiert nur eingeschränkt mit Behörden. Während andere Plattformen zumindest rudimentäre Kontrollschritte aufgebaut haben, bleibt Telegram weitgehend ein rechtsfreier Raum.
Digitalexpertin Brodnig: Telegram ist „Magnet“ für User, die rechtsextreme Inhalte sehen und verbreiten wollen
Die Journalistin und Digitalexpertin Ingrid Brodnig hat schon vor längerem vor den Gefahren gewarnt, die von Telegram ausgehen. Sie nennt den Messenger-Dienst einen „Magnet für User:innen, die sich für impfkritische, verschwörungsaffine oder rechtsextreme Inhalte interessieren.“ Das Problem ist für sie auch, mit welchem Motiv die App gestaltet und eben nicht moderiert wird. Denn die Gründer – die Brüder Pawel und Nikolai Durow – vertreten eine „radikale Auslegung der Meinungsfreiheit“, wie es Brodnig beschreibt. Folglich bleiben sogar strafrechtlich relevante Inhalte auf Telegram online. Die Organisation Jugendschutz.net hat sich im Jahr 2020 im Rahmen einer Untersuchung 200 rechtsextremistische Inhalte auf Telegram angesehen und diese gemeldet. Das Ergebnis: 9 von 10 Inhalte hat Telegram trotz Meldung stehen lassen.
Bernhard Weidinger: Um mitzumachen, reicht eine Telefonnummer – man braucht keine Klarnamen
Bernhard Weidinger, Leiter der Rechtsextremismusforschung im DÖW, erklärt, was Telegram auch für gezielt propagandistische Zwecke so attraktiv macht: „Es gibt dort die Möglichkeit, öffentliche Kanäle mit sehr hohen Mitgliederzahlen zu betreiben. Dazu kommt die hierarchische One-Way-Kommunikation durch Administrator:innen. Klarnamen sind nicht nötig, für die Registrierung reicht eine Telefonnummer, die auch virtuell sein kann. Starke Verschlüsselung ist optional verfügbar, auch können Kanäle einfach gespiegelt und nach etwaiger Löschung schnell neu errichtet werden.“
Besonders schwierig: Telegram ist nicht mal für den Staat greifbar. Sogar die deutsche Bundesregierung war auf die Hilfe von Apple angewiesen, um eine gültige Adresse des Unternehmens zu finden. Denn Telegram bietet kein Impressum und keinen klaren Firmensitz.
Rechtsextremisten nutzen Telegram auch zum Geldsammeln
Telegram hat als Werkzeug noch einen weiteren Nutzen für die rechtsextreme Szene. Man nutzt die Plattform zur Finanzierung. Das Center für Monitoring, Analyse und Strategie hat 1,3 Millionen Telegram-Nachrichten im Zeitraum 2016 bis 2023 ausgewertet. Es hat sie dahingehend untersucht, wie man im rechtsextremen Spektrum Geld sammelt. Ihre Erkenntnis: Jugendorganisationen bis Kleinsparteien sammeln dort Geld. User:innen haben oft mehrere IBANs aus mehreren Ländern und rufen damit zu Spenden auf. Die Vielzahl unterschiedlicher IBANs lässt sich unter anderem durch das Sperren von Konten erklären: Banken schließen Konten prominenter Rechtsextremer, woraufhin diese auf alternative Finanzierungswege ausweichen oder neue Konten bei anderen Banken, teils im Ausland, eröffnen.
Rufe nach Regulierung von Social Media-Plattformen und nach Beschränkungen für junge User:innen werden lauter
Dass Social Media-Kanäle – bzw. die Konzerne, die sie betreiben – Inhalte ungefiltert zulassen und Algorithmen unseren Blick auf die Welt verzerren, uns radikalisieren, ist für Initiativen und die Politik Anlass, für mehr Sicherheit zu sorgen. Aktuell stehen dabei vor allem Kinder und Jugendliche im Fokus, die auf den Plattformen süchtig machenden Spielen, anonymen Annäherungsversuchen durch Erwachsene, aber eben auch Gewalt-Videos oder rechtsextremen Inhalten ausgesetzt werden.
„Tech-Konzerne haben in der Regulierung ihrer Inhalte versagt. Wenn man schon nach wenigen Klicks Gewalt oder extremistische Inhalte angezeigt bekommt, müssen wir handeln. Wir dürfen nicht vergessen, dass schon Kindern derartige Inhalte ausgespielt werden“, erklärt Paul Stich. Er ist Jugendsprecher der SPÖ und fordert ein Social Media-Verbot für Kinder. „Wir greifen ein, weil die Selbstregulierung der Konzerne nicht greift.“
Bernhard Weidinger vom DÖW sieht auch ein Screenings der Plattformen eine Möglichkeit, derartige Inhalte generell einzudämmen. „Social Media haben sowohl für die Sicherheitsbehörden als auch für Monitoringarbeit wie unsere eine große Herausforderung geschaffen. Denn aufgrund der Interaktivität der Kommunikation, der Zahl der an ihr Beteiligten und der Vielfalt an Plattformen ist das Phänomen nicht vollständig überblickbar ist. Eine Lösung kann hier wohl nur im verstärkten Einsatz automatisierter Screening-Tools bestehen, die wiederum mit individuellen Freiheiten und datenschutzrechtlichen Erwägungen in Einklang zu bringen sind.“



















































