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Das Leben und Wirken von Nelson Mandela – eine Biografie

Marco Pühringer Marco Pühringer
in Geschichte, Internationales, Politik, Video
Lesezeit:4 Minuten
17. Juli 2018
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10.053 Tage verbrachte er in Haft. Sein ganzes Leben widmete er dem Befreiungskampf der Schwarzen in Südafrika. Dieses Jahr würde Nelson Mandela seinen 100. Geburtstag feiern. Ein Porträt.

Am 11. Februar 1990 wurde er aus seiner fast drei Jahrzehnte dauernden Haft entlassen. Nur vier Jahre später erhielt er Friedensnobelpreisträger – und wurde zum ersten schwarzen Präsident Südafrikas gewählt. Der Höhepunkte eines bewegten Lebens, das ganz im Zeichen des Kampfes gegen Rassismus und soziale Ungleichheit stand.

Nelson Mandela: Vom Unruhestifter zum Vater der Nation

Artikel: Nelson Mandela Biografie
Nelson Mandela / CC BY 2.0

Nelson Mandela wurde am 11. Juli 1918 als Rolihlahla Mandela geboren. Den englischen Namen Nelson erhielt er erst an seinem ersten Schultag. Sein Geburtsname Rolihlahla bedeutet übersetzt „Unruhestifter“ – dem wurde er auch mehr als gerecht. Seine ersten Proteste organisierte er an der Universität gegen die schlechte Verpflegung der schwarzen Studenten. Später wurde er von seinen Anhängern „Tata“ Vater genannt. Der Wandel im Namen zeigt auch den Wandel im Leben: Vom Kämpfer gegen die Apartheid – zum Präsidenten, der den Frieden im Land garantierte und selbst jenen verzeihen konnten, die ihm zuvor eingesperrt hatten.

Politische Situation

Nelson Mandela engagierte sich während seines Jus-Studiums gegen das weiße Minderheitsregime und kämpfte für gleiche politische, soziale und wirtschaftliche Rechte von Schwarzen und Weißen. 1940 trat Mandela in den African National Congress (ANC) ein, jener Partei, mit der er später Präsident werden sollte. Sein Engagement verstärkte sich 1948, als mit der Nasionale Party (Nationalen Partei) eine politische Gruppierung die Parlamentswahlen gewann, die einen rassisch getrennten Staat befürwortete. In kürzester Zeit wurde das Apartheids-System aufgebaut, um die Vorherrschaft der Weißen zu garantieren. Die Regierung teilte alle Südafrikaner nach „Rassenzugehörigkeit“ ein, verbat Mischehen, schaffte weitgehend das Wahlrecht für Nichtweiße ab und trennte die Wohnbezirke nach Hautfarbe ein. Die schon vorher schlechte Situation der Schwarzen verschlechterte sich also nochmals stark.

Protest gegen die Apartheid

Der ANC protestierte anfangs friedlich gegen das Apartheids-Regime und orientierte sich in ihren Aktionen an Gandhi. 1960 kam es zum Massaker von Sharpeville, bei dem unbewaffnete Demonstranten erschossen wurden. Das führte es zu landesweiten Streiks. Auf diese reagierte die Regierung mit der Verhaftung von 18.000 Teilnehmern und dem Verbot des ANC. Damit wurde der African National Congress und Mandela in die Illegalität getrieben. Sie begangen mit Sabotage-Aktionen und versuchten im Ausland Unterstützung für ihre Untergrund-Aktivitäten zu bekommen.

Gefängnis

1962 wurde Nelson Mandela wegen dieser Untergrund-Aktivitäten zunächst zu fünf Jahren Arrest und 1964 schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt. Den Großteil seiner Strafe verbrachte er auf „Robben Island“. Trotz der harten Haftbedingungen auf der Gefängnisinsel lehnte Mandela nach 20 Jahren Haft ein Angebot des Regimes zur vorzeitigen Entlassung ab. Stattdessen forderte er die Legalisierung des ANC und die Abschaffung der Apartheid. Zu seiner Entlassung kam es aber schließlich doch nach 27 Jahren. Nach internationalen Sanktionen und einem vom ANC aus dem Untergrund geführten Kampf gegen das Apartheids-Regime, kündigte 1990 der damalige Präsident Frederik de Klerk an, alle politischen Gefangenen freizulassen, Gesetze zur Rassentrennung aufzuheben und Parteiverbote zu beenden. Am 11. Februar verließ Mandela schließlich das Gefängnis als freier Mann.

Friedensnobelpreisträger und Präsident

Nach seiner Freilassung hielt Nelson Mandela eine viel beachtete Rede vor 120.000 Anhängern. Er rief zur Versöhnung auf, forderte das Ende der Apartheid und freie Wahlen für alle. Schließlich erreichte Mandela in Verhandlungen mit der Regierung einen Kompromiss, dieser sah demokratische Wahlen im Jahr 1994 und die Schaffung einer Übergangsregierung der nationalen Einheit vor. Für diese Leistung haben er und der damalige Präsident Frederik de Klerk den Friedensnobelpreis erhalten. Der ANC gewann die ersten freien Wahlen deutlich und so wurde Mandela zum 1. schwarzen Präsidenten Südafrikas. Seine wohl größte politische Leistung aber der Erhalt des Friedens im Land. Kaum jemand rechnete damit, dass das Ende der Apartheid keinen blutigen Bürgerkrieg zur Folge haben würde, doch Mandela schaffte mit seiner Politik der Versöhnung ein friedliches Südafrika.

Politisches Wirken

Seine Amtszeit dauerte zwar nur bis 1997, doch er baute erfolgreich das von der Apartheid geprägte Südafrika in eine funktionierende Demokratie um. In seiner Amtszeit wurden die Polizei und Armee unter Einbeziehung der Schwarzen neu gegründet, eine kostenlose Primäre-Gesundheitsversorgung eingeführt und der Wohnungsnot mit dem Bau von 750.000 Häusern begegnet. Außerdem brachte Nelson Mandela eine neue Verfassung auf den Weg und setzte Schritte zu einer für die Schwarzen wichtigen Landreform.

Südafrika heute

Nelson Mandela gilt als Gründervater des demokratischen Südafrikas und ist nach wie vor populär. Seine Partei der ANC profitiert auch nach seinen Tot 2014 davon. Sie ist mit über 65 % stärkste Kraft im Parlament und stellt seit Mandela den Präsidenten. In letzter Zeit hatte sie mit Korruptions-Skandalen zu kämpfen, die schließlich zum Rücktritt von Jacob Zuma als Präsidenten führte. Seit diesem Jahr hat das Amt Cyril Ramaphosa inne. Er ist nun mit der Aufarbeitung der Korruption der Amtszeit von Zuma beschäftigt. Seine wohl größte Herausforderung ist aber wohl die soziale Lage im Land. Mandela konnte zwar demokratische Gleichheit schaffen – die sozialen Unterschiede im Land konnten aber bis heute nicht ausgeglichen werden.

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10.053 Tage verbrach
10.053 Tage verbrach
25. August 2018 20:35

hte er in Haft Was für ein fremdverschwendetes Leben. Ähnlich verschwendet die neue Reg. die Leben hunderttausender Mitbürger.

2
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Und der
Und der
Reply to  10.053 Tage verbrach
28. August 2018 14:54

für unsere Pensionen dringend benötigten Zuwanderer. Wenn deren Kinder nämlich bei uns zur Schule gehen, sind sie so klug wie wir: mindestens.

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Trump hat im Wahlkampf versprochen, keine neuen Kriege zu beginnen. Doch das war reine Rhetorik. "Wer verstanden hat, dass Trump faschistisch agiert, konnte das vorhersehen", sagt der US-Philosoph Jason Stanley. Wir haben mit ihm gesprochen: Über die USA und warum er sich dort nicht mehr sicher fühlt. Über Friedensversprechen, die nichts wert sind – und warum es ihn hoffnungsvoll stimmt, wenn sich in Städten wie Minneapolis Widerstand gegen eine scheinbare Übermacht formiert. Zitat: Europa muss sich gegen Trump wehren. Die USA sind die größte Gefahr für Freiheit in der Welt aktuell. Hoffentlich merken die Europäer, dass sie ihre liberalen Demokratien verteidigen und rechtsradikale Parteien stoppen müssen. Jason Stanley

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Trump hat im Wahlkampf versprochen, keine neuen Kriege zu beginnen. Doch das war reine Rhetorik. "Wer verstanden hat, dass Trump faschistisch agiert, konnte das vorhersehen", sagt der US-Philosoph Jason Stanley. Wir haben mit ihm gesprochen: Über die USA und warum er sich dort nicht mehr sicher fühlt. Über Friedensversprechen, die nichts wert sind – und warum es ihn hoffnungsvoll stimmt, wenn sich in Städten wie Minneapolis Widerstand gegen eine scheinbare Übermacht formiert. Zitat: Europa muss sich gegen Trump wehren. Die USA sind die größte Gefahr für Freiheit in der Welt aktuell. Hoffentlich merken die Europäer, dass sie ihre liberalen Demokratien verteidigen und rechtsradikale Parteien stoppen müssen. Jason Stanley
Trump hat im Wahlkampf versprochen, keine neuen Kriege zu beginnen. Doch das war reine Rhetorik. "Wer verstanden hat, dass Trump faschistisch agiert, konnte das vorhersehen", sagt der US-Philosoph Jason Stanley. Wir haben mit ihm gesprochen: Über die USA und warum er sich dort nicht mehr sicher fühlt. Über Friedensversprechen, die nichts wert sind – und warum es ihn hoffnungsvoll stimmt, wenn sich in Städten wie Minneapolis Widerstand gegen eine scheinbare Übermacht formiert. Zitat: Europa muss sich gegen Trump wehren. Die USA sind die größte Gefahr für Freiheit in der Welt aktuell. Hoffentlich merken die Europäer, dass sie ihre liberalen Demokratien verteidigen und rechtsradikale Parteien stoppen müssen. Jason Stanley

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