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Kündigt der Zeitungsverband den Journalismus-KV auf, beschleunigt er Niedergang der ganzen Branche

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Kündigt der Zeitungsverband den Journalismus-KV auf, beschleunigt er Niedergang der ganzen Branche

Zeitung Redaktion historisch (Foto: Pixabay)

Barbara Teiber Barbara Teiber
in Gastbeiträge
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27. September 2023
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Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) kündigt den Journalist:innen-Kollektivvertrag auf. Einseitig. Ohne Betroffene und Gewerkschaft vorab zu informieren. Die Folgen: Die Arbeitsbedingungen für Journalist:innen werden schlechter, prekärer. Das wird der gesamten Branche, der Medienvielfalt und am Ende auch uns Medien-Konsument:innen schaden, erklärt Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA in ihrem Gastbeitrag.

Bekommen Sie Weihnachts- und Urlaubsgeld? Sind Ihre Arbeitszeiten fix geregelt? Gibt es in Ihrer Branche ein Mindestgehalt unter dem niemand verdienen darf? Gratuliere! Es geht Ihnen wir 97 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer:innen: Sie unterliegen einem Kollektivvertrag!

Ein Kollektivvertrag (KV) ist eine Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber:innen, die jeweils für eine ganze Branche gilt. Jährliche Gehaltserhöhungen gibt es auch nur mit Kollektivvertrag, sie werden von den Gewerkschaften Jahr für Jahr in schwierigen Verhandlungen erkämpft.

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) will den Journalist:innen im Land all diese Rechte künftig nicht mehr zugestehen. Er kündigt den Kollektivvertrag einfach auf. Völlig stillos wurde die Kündigung des KV über die Medien bekannt, bevor wir als zuständige Gewerkschaft GPA überhaupt informiert wurden. Jeder Fischereiverein beweist in seinen Geschäftsbeziehungen mehr Anstand.

Der VÖZ riskiert Einbruch in der gesamten Journalismus-Branche

Der Journalist:innen-Kollektivvertrag hat eine wichtige Bedeutung für die österreichische Medienbranche. Nicht zuletzt deshalb ist er auch Voraussetzung für die künftige Journalismus-Förderung, die viele Medien kassieren wollen.

Wer jetzt die Arbeitsbedingungen im Journalismus verschlechtert, liefert einen endgültigen Abgesang auf die ganze Branche. Während die Digitalisierung weitgehend verschlafen und Geschäftsmodelle nicht angepasst wurden, sollen nun die Beschäftigten die Leidtragenden sein. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch wirtschaftlich sinnbefreit: Nur durch guten Journalismus sind Medien konkurrenzfähig. Gerade in Zeiten, in denen Künstliche Intelligenz am Vormarsch ist, kann die Zeitungsbranche nur überleben, wenn gut ausgebildete Redakteur:innen  mit Fachwissen und Kompetenz interessante und spannende Recherchen liefern, Themen einordnen und komplexe Sachverhalte erklären.

Wo aber sollen künftig solche Journalist:innen herkommen? Wer will in einer Branche beginnen, in der die Arbeitgeber die Beschäftigten so respektlos behandeln wie der VÖZ es jetzt tut? Wer nimmt einen Job an, wo es kein gesichertes Urlaubs- und Weihnachtsgeld gibt, keine geregelten Arbeitszeiten und keine jährlichen Gehaltserhöhungen, die die Inflation ausgleichen?

Nicht nur wird es einen Mangel an journalistischem Nachwuchs geben. Auch bestehendes Personal wird sich überlegen, ob es die Branche verlässt. Der Niedergang einer Branche im Straucheln wird damit beschleunigt.

Als Gewerkschaft GPA werden wir uns das nicht gefallen lassen. Eine Betriebsrätekonferenz am Montag (2. Oktober) wird über weitere Schritte beraten. Wir waren zu jedem Zeitpunkt verhandlungsbereit und sind offen für innovative Modelle. Ein Aufkündigen des Kollektivvertrags und damit den Bruch mit der Sozialpartnerschaft werden wir aber nicht dulden.

„Ein einseitiges Aufkündigen des Kollektivvertrags werden wir nicht dulden“, sagt Barbara Teiber. (Foto: GPA/Michael Mazohl)

Barbara Teiber ist Vorsitzende der Gewerkschaft GPA

Parlament Das Thema "Kollektivvertrag" im Parlament

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Inflation

In einer Marktwirtschaft können sich die Preise von Waren und Dienstleistungen immer wieder ändern. Einige Produkte werden teurer, andere billiger. Steigen die Preise von vielen Produkten auf einmal, und damit das allgemeine Preisniveau, nennt man das Inflation. Von seinem Geld kann man sich dann weniger kaufen als vorher. Wie entsteht eine Inflation? Was ist die Inflationsrate? Was sind Deflation und Rezession?

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