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Volkswagen gehört zu den profitabelsten Industriekonzernen Europas. Es wurden in den letzten Jahren Milliarden-Profite erzielt, von denen ein großer Teil in die Taschen der Aktionäre floss. Trotzdem sollen nun zehntausende Arbeitsplätze gestrichen werden. Auch bei Mercedes will das Management, dass die Beschäftigten auf Lohn verzichten und länger arbeiten sollen. Während ihr Chef in den letzten Jahren 50 Millionen Euro verdiente.
VW verdiente in fünf Jahren über 68 Milliarden Euro
Volkswagen ist einer der größten Automobilkonzerne der Welt. Neben der Marke VW gehören auch Audi, Porsche, Škoda, Bentley oder Lamborghini dazu. Allein in den vergangenen fünf Jahren (2021-2025) erzielte der Autobauer nach Steuern Gewinne von rund 68 Milliarden Euro. Obwohl der Gewinn zuletzt stark zurückging, schrieb der Konzern auch 2025 schwarze Zahlen. Nach Steuern blieb ein Gewinn von 6,9 Milliarden Euro.
Parallel dazu schüttete der Konzern hohe Dividenden aus. Für die Geschäftsjahre 2021 bis 2025 flossen laut Jahresbericht insgesamt rund 28,1 Milliarden Euro an die Aktionär:innen. Allein für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand eine Ausschüttung von rund 2,6 Milliarden Euro vor.
Dividenden fließen an Porsche und Piëch, eine der reichsten Familien
Der größte Aktionär ist die Porsche Automobil Holding SE. Dahinter stehen die Unternehmerfamilien Porsche und Piëch, die den Volkswagen-Konzern kontrollieren. Sie zählen mit einem geschätzten Vermögen von 33,5 Milliarden Euro zu einer der reichsten Unternehmerdynastien im deutschsprachigen Raum. Neben dem Land Niedersachsen hält auch die staatliche Qatar Holding Aktien an dem Konzern. Somit profitierte auch der Staatsfonds des Emirats Katar regelmäßig von den Ausschüttungen.

VW will bis zu 50.000 Jobs streichen – laut Medien sogar doppelt so viele
Während Aktionär:innen Dividenden erhalten, verschärft Volkswagen seinen Sparkurs. Offiziell kündigte Konzernchef Oliver Blume an, dass bis 2030 rund 50.000 Stellen im Volkswagen-Konzern in Deutschland wegfallen sollen. Allein bei der Kernmarke Volkswagen sollen 35.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Weitere Stellen entfallen bei Audi und Porsche.
Doch dabei könnte es nicht bleiben. Das manager magazin berichtete zuletzt unter Berufung auf Konzernkreise, Volkswagen könnte bis zu 100.000 Jobs streichen. Der Konzern hat diese Zahl bisher nicht bestätigt. Zu möglichen Gründen schreibt die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen Insider:
„Blume werde von den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch unter Druck gesetzt, härter zu sparen als geplant und den Aktienkurs nach oben zu treiben.“
Bei den Beschäftigten stößt der Sparkurs auf massiven Widerstand. Die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, und die Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, Daniela Cavallo, erklärten:
„Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen. Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern.“
Mercedes verschiebt Sonderzahlungen und will längere Arbeitszeiten
Nicht nur Volkswagen verschärft den Sparkurs. Auch die Mercedes-Benz kürzt bei den Beschäftigten. Und das, obwohl auch dieser Auto-Konzern in den letzten Jahren Milliardengewinne verbucht hat. Das Management begründet die Maßnahmen mit sinkenden Gewinnen, Kostendruck und dem Umbau des Unternehmens. So soll die Sonderzahlung für etwa 90.000 Beschäftigte um ein Jahr verschoben werden. Sie hätte im Juli in Höhe von 18,4 Prozent des Monatsgehalts ausgemacht.
Gleichzeitig will der Konzern für seine Mitarbeiter:innen längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Derzeit gilt für viele Beschäftigte die tarifliche 35-Stunden-Woche.
Mehrere tausend Beschäftigte protestierten deshalb zuletzt gegen den Sparkurs. Die Gewerkschaft stellt sich auf lange Proteste ein: „Die IG Metall und die Beschäftigten der Hersteller und Zulieferer werden den Unternehmenslenkern der Autoindustrie einen heißen Sommer und Herbst bescheren, solange sie weiter auf Arbeitsplatzabbau und Verlagerung setzen, statt echte Problemlösungen zu suchen.“ Denn die Beschäftigten seien nicht schuld an der Misere.
50 Millionen Euro für den Mercedes-Chef
Während die Beschäftigten auf Geld verzichten und möglicherweise länger arbeiten sollen, gehört Mercedes-Chef Ola Källenius weiterhin zu den bestbezahlten Managern Deutschlands. Nach den offiziellen Vergütungsberichten erhielt Källenius seit 2019 jedes Jahr zwischen 3,6 Mio. Euro und 12,2 Mio. Euro. Sein Einkommen sank zwar zuletzt wieder auf 8,2 Mio. Euro, weil Mercedes geringere Gewinne erzielte. Dennoch erhielt Källenius innerhalb von sieben Jahren insgesamt rund 50,9 Millionen Euro.
Für diese Summe müsste eine VW-Fabriksarbeiterin etwa 1.000 Jahre lang arbeiten.
(maximal 5 Antwortmöglichkeiten)



































