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Europas Großkonzerne: Für Aktionäre ist immer Geld da, nicht aber für die eigenen Beschäftigten und den Klimaschutz

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Oxfam-Bericht zeigt: Europas Großkonzerne: Dividenden stiegen doppelt so stark wie Löhne (Bild: Unsplash/KI-Montage)

Oxfam-Bericht zeigt: Europas Großkonzerne: Dividenden stiegen doppelt so stark wie Löhne (Bild: Unsplash/KI-Montage)

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Nachrichten, Reichtum & Macht
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9. Juni 2026
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Die 100 umsatzstärksten Konzerne Europas haben zwischen 2022 und 2024 etwa 70 Prozent ihrer Gewinne an Aktionäre ausgeschüttet. Sechs Konzerne zahlten 2024 sogar trotz Verlusten ihre Dividenden aus. Laut einem neuen Oxfam-Bericht sorgen diese Unternehmen mit dafür, Ungleichheit in Europa zu verfestigen. Über zwei Jahrzehnte sind die Ausschüttungen doppelt so stark gestiegen wie die Löhne der Konzern-Beschäftigten. 

Zwischen 2022 und 2024 floss bei Europas 100 umsatzstärksten Konzernen im Schnitt 70 Prozent des Gewinns an die Aktionäre. 2024 stieg die Ausschüttungsquote auf 80 Prozent. Das zeigt eine Untersuchung der Hilfsorganisation Oxfam. Sie hat die Konzerne der Fortune-500-Europe-Liste anhand von Lohn-, Steuer- und Klimadaten bewertet. Mit dem Instrument will Oxfam messen, wie einzelne Konzerne soziale, wirtschaftliche, politische und ökologische Ungleichheit beeinflussen.

Insgesamt zahlten die 100 Unternehmen von 2022 bis 2024 rund 785 Milliarden Euro an Dividenden und kauften für weitere 302 Milliarden Euro eigene Aktien zurück.

Der einzige österreichische Konzern in der Auswahl ist der Energiekonzern OMV.

Konzerne zahlen Dividenden an Aktionäre trotz Verlusten

22 Konzerne gaben 2024 mehr für Aktionäre aus als sie an Reingewinn erwirtschafteten. Sechs Unternehmen zahlten Dividenden, obwohl sie im selben Jahr Verluste schrieben: Bayer, die Deutsche Bahn, ZF Friedrichshafen, die türkische Koç Holding, der Rohstoffhändler Glencore und Vodafone.

Über zwei Jahrzehnte stiegen die Dividenden europäischer Unternehmen um 139 Prozent, die nominalen Durchschnittslöhne allerdings um nur 69 Prozent.

Allein 2024 erreichten die Dividenden in Summe 387,6 Milliarden Euro. Das ist doppelt so viel wie der EU-Haushalt für 2026.

Vorstände der größten 100 Konzerne verdienen das 78-Fache eines Angestellten

Oxfam hat sich auch die Vorstandsgehälter näher angesehen. Das Ergebnis: Die Vorstandschefs der 100 größten Konzerne verdienten 2024 durchschnittlich das 78-Fache eines normalen Beschäftigten. Zwei Jahre zuvor lag dieses Verhältnis noch bei 1:74. Besonders groß war die Kluft beim französischen Handelskonzern Carrefour: Dort erhielt der CEO das 361-Fache des durchschnittlichen Mitarbeiterlohns.

Die durchschnittliche Vergütung der Vorstandschefs lag bei 6 Millionen Euro pro Jahr. Am höchsten fiel sie beim Autohersteller Stellantis aus: Dort bekam der Konzernchef rund 22 Millionen Euro. Deutlich niedriger waren die Gehälter in staatlichen französischen Unternehmen. Die Chefs von Électricité de France und der Bahngesellschaft SNCF verdienten jeweils rund 450.000 Euro. Grund dafür ist ein französisches Gesetz, das die Bezüge von Führungskräften in Staatsbetrieben begrenzt.

In jenen Unternehmen, die entsprechende Daten veröffentlichten, verdienten Männer im Schnitt 10,7 Prozent mehr als Frauen.

32-mal mehr Geld für Aktionäre als fürs Klima

Die Hälfte der Konzerne, die dazu Angaben machte, zahlte 2024 im Schnitt 32-mal so viel an Aktionäre als sie in klimafreundliche Anlagen investiert haben. Beim Baustoffkonzern Saint-Gobain lag das Verhältnis bei 838 zu 1.

Nach Oxfams Berechnung hätten 2,2 Prozent der 2024 ausgeschütteten Dividenden und Aktienrückkäufe gereicht, um die für das Klimaziel 2050 nötigen Mindestinvestitionen zu decken.

Die 100 untersuchten Konzerne waren 2024 gemeinsam für rund 26 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Den größten Anteil daran hatte der Energiekonzern Shell.

Oxfam fordert deshalb strengere Regeln für Großunternehmen. So soll die Bezahlung von Vorstandschefs höchstens das 20-Fache des durchschnittlichen Beschäftigtengehalts betragen. Außerdem sollen Unternehmen erst dann Dividenden an Aktionär:innen ausschütten dürfen, wenn sie existenzsichernde Löhne zahlen und ausreichend in den Klimaschutz investieren.

OMV Tankstelle Preise (APA-Images / <yoastmark class=

Konzerne zahlen fast 75 Millionen Euro für Lobbying in Brüssel

Die 100 größten Konzerne haben auch politische Macht. Laut EU-Transparenzregister haben 77 der Konzerne 2024 zusammen 74,6 Millionen Euro für Lobbyarbeit in Brüssel ausgegeben. Das entspricht etwa 1.100 Jahresgehältern ihrer Beschäftigten.

Für die Konzerne zahlt sich das Lobbying aus: Im Februar 2025 stellte die EU-Kommission das Omnibus-I-Paket vor, das Berichts- und Sorgfaltspflichten für Unternehmen verringert. Die Kommission begründet es mit Bürokratieabbau und Wettbewerbsfähigkeit. Oxfam wertet es als Schwächung des Green Deal und führt es auf den Druck von Industrieverbänden zurück.

Liste: Das sind die 100 größten Konzerne Europas

Unternehmen Land Sektor
Accenture Irland Technologie
ACS Spanien Ingenieurwesen & Bau
Airbus Frankreich Luft- und Raumfahrt & Verteidigung
Allianz Deutschland Finanzwesen
Anheuser-Busch InBev Belgien Lebensmittel & Getränke
ArcelorMittal Luxemburg Grundstoffe
Assicurazioni Generali Italien Finanzwesen
AstraZeneca Vereinigtes Königreich Pharma & Gesundheit
AXA Frankreich Finanzwesen
Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) Spanien Finanzwesen
Banco Santander Spanien Finanzwesen
Barclays Vereinigtes Königreich Finanzwesen
BASF Deutschland Chemie
Bayer Deutschland Pharma & Gesundheit
BMW Deutschland Fahrzeuge & Teile
BNP Paribas Frankreich Finanzwesen
Bosch Deutschland Fahrzeuge & Teile
Bouygues Frankreich Ingenieurwesen & Bau
BP Vereinigtes Königreich Energie
Carrefour Frankreich Einzelhandel
Christian Dior – LVMH Frankreich Bekleidung
Chubb Schweiz Finanzwesen
Compass Group Vereinigtes Königreich Hotels, Gastronomie & Freizeit
Continental Deutschland Fahrzeuge & Teile
Coop Group Schweiz Lebensmittel- & Drogeriehandel
Crédit Agricole Frankreich Finanzwesen
Crédit Mutuel Group Frankreich Finanzwesen
Daimler Truck Holding Deutschland Fahrzeuge & Teile
Deutsche Bahn Deutschland Transport
Deutsche Bank Deutschland Finanzwesen
Deutsche Telekom Deutschland Telekommunikation
DHL Group Deutschland Transport
DZ Bank Deutschland Finanzwesen
E.ON Deutschland Energie
Edeka Deutschland Großhandel
Electricité de France Frankreich Energie
Enel Italien Energie
Energie Baden-Württemberg Deutschland Energie
Engie Frankreich Energie
ENI Italien Energie
Equinor Norwegen Energie
EXOR Group Niederlande Finanzwesen
Glencore Schweiz Energie
Groupe BPCE Frankreich Finanzwesen
GlaxoSmithKline Vereinigtes Königreich Pharma & Gesundheit
HSBC Holdings Vereinigtes Königreich Finanzwesen
Iberdrola Spanien Energie
Inditex Spanien Einzelhandel
ING Group Niederlande Finanzwesen
Ingka Group Schweden Einzelhandel
Intesa Sanpaolo Italien Finanzwesen
J. Sainsbury Vereinigtes Königreich Lebensmittel & Getränke
Koç Holding Türkei Industrie
Landesbank Baden-Württemberg Deutschland Finanzwesen
Lloyds Banking Group Vereinigtes Königreich Finanzwesen
L’Oreal Frankreich Haushaltsprodukte
Louis Dreyfus Frankreich Lebensmittel & Getränke
Lufthansa Group Deutschland Transport
LyondellBasell Industries Niederlande Chemie
Maersk Group Dänemark Transport
Mercedes-Benz Group Deutschland Fahrzeuge & Teile
Munich Re Group Deutschland Finanzwesen
Nestlé Schweiz Lebensmittel & Getränke
Novartis Schweiz Pharma & Gesundheit
OMV Group Österreich Energie
Orange Frankreich Telekommunikation
Orlen Polen Energie
Phoenix Pharma Deutschland Pharma & Gesundheit
Renault Frankreich Fahrzeuge & Teile
Repsol Spanien Energie
REWE Group Deutschland Lebensmittel & Getränke
Rio Tinto Group Vereinigtes Königreich Energie
Roche Group Schweiz Pharma & Gesundheit
Royal Ahold Delhaize Niederlande Lebensmittel & Getränke
Saint-Gobain Frankreich Grundstoffe
Sanofi Frankreich Pharma & Gesundheit
Schneider Electric Frankreich Industrie
Shell Vereinigtes Königreich Energie
Siemens Deutschland Industrie
SNCF Group Frankreich Transport
Société Générale Frankreich Finanzwesen
Standard Chartered Vereinigtes Königreich Finanzwesen
Stellantis Frankreich Fahrzeuge & Teile
Swiss Re Schweiz Finanzwesen
Talanx Deutschland Finanzwesen
Telefónica Spanien Telekommunikation
Tesco Vereinigtes Königreich Lebensmittel & Getränke
ThyssenKrupp Deutschland Grundstoffe
TotalEnergies Frankreich Energie
UBS Group Schweiz Finanzwesen
UniCredit Group Italien Finanzwesen
Unilever Vereinigtes Königreich Haushaltsprodukte
Uniper Deutschland Energie
Veolia Environnement Frankreich Energie
Vinci Frankreich Ingenieurwesen & Bau
Vodafone Group Vereinigtes Königreich Telekommunikation
Volkswagen Deutschland Fahrzeuge & Teile
Volvo Schweden Fahrzeuge & Teile
ZF Friedrichshafen Deutschland Fahrzeuge & Teile
Zurich Insurance Group Schweiz Finanzwesen
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Marie Curie war eine der bedeutendsten Wissenschaftlerinnen des 20. Jahrhunderts und die erste Frau, die einen Nobelpreis erhalten hat. Sie wurde vor allem durch ihre Forschungen zur Radioaktivität bekannt, ein Begriff, den sie selbst prägte. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre Curie entdeckte sie die Elemente Polonium und Radium. Zitat: Ich habe gelernt, dass der Weg des Fortschritts weder kurz noch unbeschwerlich ist. Marie Curie

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Marie Curie war eine der bedeutendsten Wissenschaftlerinnen des 20. Jahrhunderts und die erste Frau, die einen Nobelpreis erhalten hat. Sie wurde vor allem durch ihre Forschungen zur Radioaktivität bekannt, ein Begriff, den sie selbst prägte. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre Curie entdeckte sie die Elemente Polonium und Radium. Zitat: Ich habe gelernt, dass der Weg des Fortschritts weder kurz noch unbeschwerlich ist. Marie Curie
Marie Curie war eine der bedeutendsten Wissenschaftlerinnen des 20. Jahrhunderts und die erste Frau, die einen Nobelpreis erhalten hat. Sie wurde vor allem durch ihre Forschungen zur Radioaktivität bekannt, ein Begriff, den sie selbst prägte. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre Curie entdeckte sie die Elemente Polonium und Radium. Zitat: Ich habe gelernt, dass der Weg des Fortschritts weder kurz noch unbeschwerlich ist. Marie Curie

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