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600.000 Arbeitslose: Und wo ist die Arbeitsministerin?

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600.000 Arbeitslose: Und wo ist die Arbeitsministerin?

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Arbeit & Freizeit
Lesezeit:3 Minuten
22. April 2020
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Fast 1,5 Millionen Menschen sind in Österreich von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen. Man sieht: Die Corona-Krise ist auch eine Job-Krise. Doch von der zuständigen Ministerin für Arbeit Christine Aschbacher fehlt jede Spur.

Noch nie hat es in Österreich so viele Arbeitslose gegeben wie jetzt – 600.000. Hinzu kommen 900.000 Menschen, die für Kurzarbeit angemeldet sind. Von der Arbeitsministerin Christine Aschbacher hört man aber überraschend wenig und das, obwohl die Regierung rund 60 Pressekonferenzen seit Corona abgehalten hat. Fragen nach höheren Arbeitslosengeld oder ob der Härtefallfonds auch für freie Dienstnehmer gilt, lässt sie in Interviews unbeantwortet. Auch für ihr zweites Ressort – den Familienagenden hat sie wenig in Planung. Dabei sind es gerade auch Familien, die der Lockdown besonders hart trifft.

Maulkorb für Aschbacher nach ZIB Interview?

Am 20. März wurde Christine Aschbacher in der Zeit im Bild interviewt. Sie weigerte sich Antworten abseits der auswendig gelernten Message-Control Floskeln zu geben. Die Reaktionen auf das Interview waren vernichtend – und offenbar sogar der ÖVP zu viel. Politische Kommentatoren vermuten, dass Aschbacher ein Maulkorb verpasst wurde.

Und tatsächlich: Das Interview war für Aschbacher und die ÖVP blamabel. Auf die Frage, ob freie Dienstnehmer einen Anspruch auf den Härtefallfonds für Selbstständige hätten, oder ob sie ganz ohne Unterstützung dastehen würden, verwies sie auf die Homepage der Wirtschaftskammer.

„Es gibt weitere Informationen zu den Härtefallfonds ganz detailliert auf der Homepage der Wirtschaftskammer.“

Und der Frage der ORF-Moderatorin, was denn falsch gelaufen ist, dass innerhalb von vier Tagen 100.000 Menschen ihren Job verloren haben und nicht auf Kurzarbeit zurückgegriffen wurde, entgegnete sie nur mit Lob für die Regierungsarbeit.

Österreich hat eines der geringsten Arbeitslosengelder Europas

Auch über ein höheres Arbeitslosengeld will Aschbacher nicht sprechen. Eine eigentlich dringende Maßnahme, schließlich sind in Österreich derzeit so viele Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen wie noch nie – und das österreichische Arbeitslosengeld ist mit 55 % des Nettogehaltes eines der geringsten Europas. In Deutschland liegt es bei 60 Prozent, der Durchschnitt in der EU liegt bei 65% und bei unserem Nachbarn Slowenien bekommt man ganze 80 %. Doch Aschbacher, die bevor sie Ministerin wurde, Unternehmensberaterin war, ist auch in der Vergangenheit nicht mit großem Verständnis für Jobsuchende aufgefallen. In einem Kurier Interview vom 28. Jänner meinte sie etwa:

„Wir akzeptieren keine Arbeitsverweigerer.“

Und das obwohl weit mehr Menschen arbeitslos sind, als es offene Stellen gibt – und ihre Partei erfolgreiche Jobprogramme für ältere Arbeitslose ersatzlos gestrichen hat.

Für die „Vereinbarkeitsministerin“ ist die Vereinbarkeit bei Corona kein Thema

Aschbacher ist aber nicht nur für die Arbeitsagenden zuständig, sondern auch für die Themen Jugend und Familie. Sie selbst nennt sich „Vereinbarkeitsministerin“ und will es Frauen erleichtern Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Gerade bei Corona ist das ein Thema.

Für Eltern mit betreuungspflichtigen Kindern gab es drei Wochen Sonderurlaub. Mittlerweile sind wir in der sechsten Woche mit eingeschränktem Schul- und Kindergartenbetrieb. Die drei Wochen bezahlte Corona-Freistellung reichen schon lange nicht mehr aus. Eltern brauchen ihren Urlaub auf, damit sie Homeoffice und Kinderbetreuung halbwegs unter einem Hut bringen und das, obwohl die Sommerferien erst noch bevor stehen. Die „Vereinbarkeitsministerin“ hat diesbezüglich noch nichts geplant. Konzepte, die helfen könnten, wie eine Eltern-Corona-Sonderkarenz, gäbe es aber genug.

Aschbacher ist mit Kurz seit der Schulzeit befreundet

Wie wurde aus einer Unternehmensberaterin die Arbeits- und Familienministerin? Der Kurier etwa spekuliert, dass es vor allem ihr steirisches ÖVP-Parteibuch war, dass sie zur Ministerin machte. Schließlich fehlte eine Frau aus der Steiermark im Regierungsteam, um der komplizierten ÖVP Machtverteilung aus Bünden und Ländern gerecht zu werden. Was wohl auch nicht geschadet hat: Aschbacher kennt Kurz schon seit ihrer Schulzeit, als sie bei der schwarzen Schülerunion aktiv war.

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6 Comments
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zeindlhofer
zeindlhofer
25. April 2020 17:57

Was war den das für eine schule ? Kurz hat ja nicht weiß-Gott für eine Bildung . Er ist eine gute gebrauchsfähige Marionette für einige ÖVP- Hintermänner aus der Wirtschaft und gibt Gelder aus für Berater wie es noch nie gegeben hat . Kurz wird einmal dafür stehen der teuerste BK. aller Zeiten gewesen zu sein .

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Barbara F
Barbara F
Reply to  zeindlhofer
27. April 2020 09:13

vor allem wird diese Politik die Menschen sehr teuer zu stehen kommen

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Eva
Eva
24. April 2020 07:18

Man kann nicht nicht kommunizieren. Und wenn sie den Mund so offensichtlich nicht aufmacht, dass es auffällt, ist das zumindest auch schon was. Mir würde es besser gefallen, wenn alle zusammen auspacken würden. Wer was wann und womit gekauft wurde. Je früher, desto weniger tut es *allen* weh. Und Angst zu haben und deswegen blöde Entscheidungen zu treffen, ist Fehler und Fehler sind menschlich. Nur stur weiter zu beharren, dass man Recht hat, wenn es schon stinkt, das ist leider wirklich dumm.

3
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Gottfried
Gottfried
23. April 2020 10:39

Diese Person ist für Ihren Job absolut ungeeignet und unqualifiziert – bitte 90% Ihres Gehaltes zurückfordern! Aber Sie passt halt in das „Freunderlwirtschaftsteam“Kurz, wo ohnehin Gehorsam und nicht eigene Meinung gewünscht ist

7
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Navratil
Navratil
22. April 2020 21:12

Die Frau Minister ist ein Mitglied der Kurz Mafia wann begreifen das einmal alle die Arbeiter sind für Sie eine Mindere Masse die nur faul und dumm ist aber Ihren Gehalt bezahlt!!!!!!

13
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Hinrenner Rudi
Hinrenner Rudi
22. April 2020 19:55

Sie ist eben eine Sprechpuppe von Kurzens Gnaden, ohne jede Fachkompetenz. Vor Corona wusste sie auf Arbeitssuchende keck hinzubeißen und etwa Köche peitschenschwingend von Wien nach Tirol zu treiben. Jetzt, wo unerwartet Kompetenz gefragt ist: Schweigen im Walde.

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