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Klimakrise: 57 Konzerne verursachen 80% aller CO2-Emissionen

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Klima: 57 Konzerne verursachen 80% aller CO2-Emissionen

Klima: 57 Konzerne verursachen 80% aller CO2-Emissionen

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Umwelt & Klima
Lesezeit:4 Minuten
1. August 2024
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Ständig wird uns gesagt „recycle“, „iss vegan“ oder „flieg weniger“. Dabei hat das Verhalten einzelner Personen nur einen geringen Einfluss auf das Klima – und damit auch, wenn Einzelne ihr Verhalten ändern. Anders bei den internationalen Konzernen. Sie sind die größten Umweltverpester: Laut einer neuen Studie verursachen 57 Konzerne 80 Prozent aller CO₂-Emissionen.

80 Prozent aller CO₂-Emissionen, die zwischen 2016 und 2022 ausgestoßen wurden, stammen von nur 57 Konzernen, wie eine Analyse der internationalen Non-Profit-Organisation InfluenceMap zeigt. Das ist deshalb beachtlich, weil von 1988 bis 2015 noch 100 Konzerne für „nur“ 70 Prozent aller Emissionen weltweit verantwortlich waren.

@kontrast.atKonzerne haben Millionen für PR-Kampagnen ausgegeben, damit du die Schuld für den Klimawandel bei dir selbst suchst. Du bist am Klimawandel schuld, weil du zu viel fliegst, zu viele neue Sachen kaufst oder die falschen Lebensmittel isst. Was Konzerne gerne verschweigen: Nur 57 von ihnen stoßen 80 Prozent des gesamten CO₂ weltweit aus. Wenn wir den Klimawandel in den Griff kriegen wollen, dann brauchen wir Gesetze, die diese Konzerne dazu zwingen, ihre CO₂-Emissionen stark und schnell zu reduzieren. Mehr dazu findet ihr in den Kommentaren. #klimakrise #klimawandel #co2 #konzerne #greewashing #klima #emissionen #umwelt♬ Originalton – Kontrast


Immer weniger Konzerne sind also für einen immer größeren Anteil am CO₂-Ausstoß verantwortlich. Die Analyse zeigt, dass die meisten Mega-Produzenten in den letzten sieben Jahren mehr CO₂ ausgestoßen haben als in den Jahren davor. Und das, obwohl sich 2016 die Regierungen aller Länder im Pariser Klimaabkommen dazu verpflichtet haben, ihre Emissionen zu reduzieren. Diese Mega-Produzenten sind der Hauptgrund, wieso die CO₂-Emissionen seit Jahren stark steigen.

Konzerne CO2 Klima
Weltweite CO2-Emissionen seit 1854. Quelle Carbon Majors

Bei den 57 größten Klimasündern handelt es sich hauptsächlich um Gas-, Kohle- und Zementhersteller. Das private Unternehmen mit den meisten Emissionen ist der US-amerikanische Öl-Konzern ExxonMobil. In den acht Jahren seit dem Pariser Klimaabkommen hat ExxonMobil 3,6 Gigatonnen CO₂ ausgestoßen. Das sind 1,4 Prozent aller Emissionen der Welt, die seit 2016 verursacht wurden.

Die 100 Konzerne mit dem größten CO₂-Ausstoß (2016–2022)

# Unternehmen / Entity Emissionen (MtCO₂e) Anteil an globalen CO₂-Emissionen

Hinweis: Werte aus Tabelle 13 des Carbon-Majors-Berichts (2016–2022) transkribiert; Darstellung auf Top 100 begrenzt.

Nationalstaaten werden dann als CO₂-Produzent angegeben, wenn die Daten zu einzelnen Unternehmen in diesem Sektor nicht ausreichend vorhanden sind und es einen starken staatlichen Anteil in den CO₂-intensiven Industrien wie Kohle, Zement oder Erdöl gibt.

Konzerne schieben die Schuld am Klimawandel auf die Konsument:innen

Nur wenige Großkonzerne sind also für die allermeisten Emissionen verantwortlich. Darüber wird aber nur selten gesprochen. Stattdessen reden wir häufig über das individuelle Verhalten von Einzelpersonen. Oft hören wir Sätze wie „flieg weniger“, „iss vegan“ oder „achte auf deinen Co2-Fußabdruck“.

Konzerne CO2 KlimaIronischerweise stammt das Konzept des CO₂-Fußabdrucks ausgerechnet von einem Öl-Konzern – nämlich BP. Zumindest machte BP den CO₂-Fußabdruck in einer 2004 gestarteten Kampagne erst richtig bekannt. Damit lenkte BP die Aufmerksamkeit auf den individuellen Verbrauch und weg von ihren eigenen Emissionen und den anderer Großkonzerne – damit Staaten nicht auf die Idee kommen, Konzernen klimaschädliches Verhalten zu verbieten. Denn das würde ihre Profite schmälern.

Ähnlich lenkte auch Shell von seinen eigenen Klimasünden ab: Der Öl-Konzern ließ Studien verfassen, die uns raten, saisonaler zu essen und mehr zu recyclen. Ben von Beurden, der von 2014 bis 2022 CEO von Shell war, stellte in einem Interview Verbraucher an den Pranger, „die sich dafür entscheiden, im Winter Erdbeeren zu essen“.

ExxonMobil wusste schon in den 1970ern vom Klimawandel – und leugnete ihn trotzdem

Diese Strategie hat eine lange Geschichte: Schon in den 1970er Jahren wusste der Öl-Konzern ExxonMobil, dass fossile Brennstoffe zu globaler Erwärmung führen. Zur Erinnerung: Das ist einer der Konzern, die zwischen 2016 und 2024 das meiste CO₂ ausgestoßen haben. Obwohl ExxonMobil über die Folgen von übermäßigem CO₂-Ausstoß Bescheid wusste, ließ das Unternehmen die Forschungsergebnisse verschwinden, wie das Magazin Inside Climate News aufdeckte. In der Öffentlichkeit leugnete ExxonMobil fortan den Klimawandel – und das jahrelang. Der ÖL-Riese gab sogar Gegenstudien in Auftrag. Darin wurde bezweifelt, dass CO₂-Emissionen wirklich zum Klimawandel beitragen.

Andere Öl-, Gas- und Kohlekonzerne finanzierten millionenschwere Kampagnen, in denen die Ökologiebewegung als „Haufen Spinner“  oder sogar als gefährlich diffamiert wurde. Doch als die wissenschaftlichen Erkenntnisse immer schlagender wurden, änderten die Konzerne ihre Strategie. Den Klimawandel zu leugnen, war keine Option mehr. Und so konzentrierten sie sich darauf, Konzepte wie den CO₂-Fußabdruck populär zu machen. Damit gelang es ihnen, von der Möglichkeit der Regulierungen durch den Staat abzulenken.

5 Konzerne verursachten 8 Billionen € Schaden – Studie könnte Ölfirmen haftbar machen

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9 Comments
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Gerhard Wagner
Gerhard Wagner
19. August 2024 09:38

Die Konzerne erzeugen nur das, was wir kaufen.

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Antworten
Peter
Peter
4. August 2024 17:48

Jetzt ExxonMobil den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben, ist mehr als lächerlich.
–
In Österreich wusste man ebenso seit dem Jahr 1970 ob das Klimawandels. Die ganze Geschichte fing 1965 an, mit dem ersten Vegetationstag am Sonnblick, seit dem steigt das kontinuierlich an. Die 5 Jahre sind geschuldet um auszuschließen das das ein einmaliger zufälliger Ausreißer war, dem war nicht so.
–
Für die SPÖ wird es doppelt peinlich begann 1970 die große Zeit der Sozialdemokratie mit Bruno Kreisky. Das Thema wurde von der Politik ebenso totgeschwiegen wie von der Presse und den Experten. Die Zivilgesellschaft hatte damals keine Möglichkeit die Problematik unabhängig zu erkennen, sie war auf die Politik, den Experten und der Presse angewiesen.
–
Österreich spielte in der Vertuschung sogar ein Hauptrolle, ist das Sonnblick Observatorium eine weltweiter Standard, das wir noch dem Kaiser zu verdanken haben, der wohl sehr weitsichtig war. Ansonsten hätte man damals wohl kaum so etwas grotenblödes gemacht, wie eine Observatorium am Sonnblick zu erreichten.
–
Zu behaupten man hätte damals nichts gemacht ist falsch, es wurde massiv auf Atomkraft gesetzt, das das ein Irrweg sein wird, von dem wusste man 1970 nichts, und das kann man dieser Generation auch nicht vorwerfen.
–
Die zweite unrühmliche Rolle der SPÖ betrifft die Verkehrspolitik, das große Streckensterben bei der Bahn begann ebenso wie das große Straßenbahnsterben in Wien in den 1970er Jahren. Das setzt sich fort bis heute, Wien hat Ruckzuckie die Stadtstraße errichtet, während sich die Stadt gleichzeitig weigert die Straßenbahnlinie 13 wieder zu errichteten, und das obwohl ohnedies schon Feuer am Dach ist. (Der U2/U5 Komplex löst das Problem mit dem 13er in keinster weise, das einzige was man damit erreicht ist, das viel Verkehr produziert wird, ohne den geringsten Mehrwert für jene die das dann benutzen sollen…)

1
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Gerhard
Gerhard
12. August 2021 10:28

Also wenn ich mit meinem Auto lustig durch die Welt fahre, ist an den Emissionen der schuld, wo ich getankt habe?

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Thomas
Thomas
8. Juni 2021 11:46

Ich finde diese Schlagzeile gerade zu reißerisch. Natürlich verkaufen die Ölkonzerne ihre Ware, wenn sie Abnehmer finden. Die wollen schließlich auch nur wirtschaftlich rentabel sein. Und in wie weit „China (Coal)“ als Unternehmen durchgeht ist auch sehr fragwürdig.

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Jürgen
Jürgen
29. Juni 2020 11:49

Die großen Konzerne gaben schon Studien in Auftrag, durch die bewiesen werden sollte, dass nur die Konsumenten Schuld sind. So wie die Tabakkonzerne das früher auch gemacht haben.
Für mich ist die wesentlichste Information aus diesem Artikel die, dass man die Produkte der größten Konzerne mit so etwas wie Umweltschutz-Steuern (Steuern zur Reparatur der Schäden für die sie verantwortlich sind) belastet werden müssen. Progressiv, abhängig vom Anteil der Schäden im Bezug zum Anteil der Emmissionen.
Damit würde jeder Konzern bestrebt sein den Ausstoß relativ zu den anderen zu reduzieren und es würde sich automatisch nach unten nivellieren.
Ich gehe auch davon aus, dass es hier nur um die Emissionen durch die Firmen selbst und nicht die Emissionen die daraus in Folge durch den Verbrauch entstehen gemeint sind.

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Heiko
Heiko
23. Mai 2020 12:09

klimaneutral = bildungsneutral
Das ist das größte Problem unserer Zeit. Den Coronawahn können ja einige noch durchschauen, beim Klima schaffen das die meisten leider nicht.

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Guiseppe Forcher
Guiseppe Forcher
12. Mai 2020 11:46

Ja das Treibstoffkonzerne wie BP und Shell indirekt am Treibhausgas-Emissionsausstoß Schuld sind is irgendwie logisch, die entstehen einfach durch die Verbrennung von Treibstoff und das verkaufen die halt und profitieren dadurch.
Aber Shell verheizt ja nicht einfach so Benzin für Geld, die verkaufen den an uns und wir verbrennen den in unseren Autos oder wir konsumieren Waren die mithilfe dieses Teibstoffs um die halbe Welt geschifft werden.

Ich versteh die Aussage dieses Artikels gar nicht, ich würde gern wissen was die so genannten „strukturellen Probleme“ sind.
Kann mich bitte wer aufklären?

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Franz Rössler
Franz Rössler
Reply to  Guiseppe Forcher
8. Juni 2021 08:43

Platzbedingte Kurzfassung: Geschäftsmodell um Geld zu erwirtschaften -> kein Interesse an global verträglicher Lösung – Lobbying für Politentscheidungen (PKW, LKW, Schiff, Flug) – Rockefeller-Prinzip für Marktankurbelung – Die Zukunft liegt in der Hand der denkenden Zivilgesellschaft.

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Antworten
xx1xx
xx1xx
5. Mai 2020 21:46

Vielleicht könnte der Autor daa ganze Wirrwar nochmals ordnen und strukturiert nochmals bringen?

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Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann
Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann

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