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Regierung halbiert Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, auch Energie und Sprit sollen billiger werden

Klausurtagung der Bundesregierung in Mauterbach, Jänner 2026; mit Bundeskanzler Christian Stocker, Vizekanzler Andreas Babler und Bundesministerin Beate Meinl-Reisinger, BKA/Andy Wenzel

Klausurtagung der Bundesregierung in Mauterbach, Jänner 2026; mit Bundeskanzler Christian Stocker, Vizekanzler Andreas Babler und Bundesministerin Beate Meinl-Reisinger, BKA/Andy Wenzel

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Energie, Teuerung, Wirtschaft und Finanzen
Lesezeit:5 Minuten
14. Januar 2026
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Steigende Preise belasten vor allem dort, wo Ausgaben unausweichlich sind: beim Essen, beim Heizen, beim Tanken. Die Bundesregierung reagiert nun mit einem Maßnahmenpaket gegen die Inflation. Herzstück ist die Halbierung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab Juli 2026. Ergänzt wird sie durch schärfere Regeln für den Lebensmittelhandel sowie Maßnahmen bei Strom- und Spritpreisen. Rechnet man alle inflationsdämpfenden Maßnahmen der Regierung zusammen, spart sich ein Haushalt bis zu knapp 1.000 Euro im Jahr.

Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wird halbiert

Ab 1. Juli 2026 soll die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel deutlich sinken. Sie wird auf fünf Prozent halbiert. Die Regierung will damit den täglichen Einkauf günstiger machen und gezielt Grundbedürfnisse absichern. Die Bundeswettbewerbsbehörde soll verstärkt kontrollieren und sicherstellen, dass diese Senkung auch tatsächlich bei den Konsument:innen ankommt und nicht im Handel hängen bleibt. Studien zeigen, dass solche Maßnahmen nachweislich die Preise im Supermarkt senken. So wurde in Portugal oder Spanien die Mehrwertsteuersenkung unmittelbar und fast vollständig an die Kund:innen weitergegeben.

Finanziert werden soll diese etwa 400 Mio. Euro schwere Maßnahme u.a. durch Abgaben auf nicht recycelbares Plastik sowie für Drittstaatspakete, also Sendungen aus Nicht-EU-Ländern.

Auf diese Produkte wird die Steuer halbiert

Produktkategorie Beispiele / Details
Milch, Milcherzeugnisse und Eier Milch (inkl. laktosefreie Milch), Butter, Hühnereier
Gemüse Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Salate, Karotten, Rüben, Knollensellerie, Gurken, Bohnen, Erbsen, Kürbis, Paprika, Spargel, tiefgekühlter Spinat usw.
Obst Äpfel, Birnen, Marillen, Kirschen u. a.
Getreide, Backwaren und Salz Weizenmehl und Weizengrieß, Nudeln, Brot und Gebäck (u.a. Semmeln – auch glutenfreies Brot), Reis, Salz

 

Strafen bei Preis-Tricks verzehnfacht

Parallel zur Steuersenkung verschärft die Regierung die Regeln im Lebensmittelbereich. Ziel ist mehr Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unternehmen müssen ihre Margen künftig vertraulich an die Bundeswettbewerbsbehörde melden. Damit kann die Behörde besser kontrollieren, wenn sich jemand „ein Körberlgeld“ auf Kosten der Konsument:innen verdienen will.

Unlautere Geschäftspraktiken sollen konsequenter bekämpft werden. Bei Verstößen gegen die Preisauszeichnung drohen höhere Strafen – bis zu 15.000 Euro. Diese orientieren sich an den Regelungen des Anti-Mogelpackungsgesetzes. So wird die Strafe bei Rabattbetrug verzehnfacht.

Auch die Rahmenbedingungen für Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaften werden reformiert. Der Direktvertrieb hochwertiger bäuerlicher Produkte soll dadurch einfacher werden.

Leistbare Energie für Haushalte und Betriebe

Nach dem umfassenden Stromgesetz, das die Regierung im Dezember beschlossen hat, kündigt nun der teilstaatliche Energiekonzern Verbund einen neuen „Österreich-Tarif“ an. Der Netto-Strompreis liegt bei 9,5 Cent pro Kilowattstunde. Im ersten Halbjahr 2025 lag dieser durchschnittlich noch bei 16,3 Cent. Ein durchschnittlicher Haushalt spart dadurch rund 200 Euro pro Jahr.

Zusätzlich arbeitet die Regierung an der konkreten Ausgestaltung des Energiekrisenmechanismus. In anhaltenden Preiskrisen soll er den Arbeitspreis für Haushalte sowie kleine und mittlere Betriebe auf zehn Cent pro Kilowattstunde begrenzen. Finanziert werden könnte er womöglich über zusätzliche Beiträge der Energiebranche. Ebenso wie den günstigen Stromtarif für die Industrie, dessen Kosten in Höhe von 250 Mio. Euro jährlich die Energiewirtschaft trägt. Dieser 5-Cent-Industriestrompreis nach deutschem Vorbild soll ab 2027 kommen. Auch für die Bahn sollen ab nächsten Jahr die Energiekosten sinken.

Der Strompreis auf deiner Rechnung
Der Strompreis, der sich auf der Rechnung für Haushalte befindet, setzt sich grob gesagt aus drei Teilen zusammen. Der größte Betrag ist der Netto-Strompreis. Der lag im ersten Halbjahr 2025 im Durchschnitt bei 16,3 Cent pro Kilowattstunde. Hier setzt der Österreich-Tarif vom Verbund sowie der Energiekrisenmechanismus an. Hinzu kommt der Netzpreis, mit dem das Stromnetz finanziert wird. Hier hat die Regierung bereits beschlossen, dass sich künftig auch große Energieerzeuger an den Kosten beteiligen und sie somit gerechter verteilt werden. Für Haushalte lag der durchschnittliche Preis im 1. Halbjahr bei 9,3 Cent pro Kilowattstunde. Steuern und Abgaben machten dann noch 7,2 Cent aus. Hier senkte die Regierung für 2026 die Elektrizitätsabgabe.

Maßnahmen gegen hohe Spritpreise

Auch die Spritpreise will sich die Regierung genauer ansehen. Wie Finanzminister Markus Marterbauer bereits im Dezember kritisierte, „ist etwas faul“,  wenn die Rohölpreise auf den internationalen Märkten um 30 Prozent sinken, aber man an den heimischen Zapfsäulen davon nichts merkt.

„Auch wenn die Spritpreise im Dezember leicht gesunken sind, stimmt hier etwas nicht. Denn auf den Weltmärkten sind die Rohölpreise stark zurückgegangen. Bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ist dies aber nicht angekommen. Hier ist etwas faul, und manche scheinen sich ein Körberlgeld zu verdienen“, so der Finanzminister.

Jetzt kündigt die Regierung verstärkte Kontrollen bei der Preisauszeichnung an Tankstellen an. Zusätzlich wird die Preiskommission einberufen. Sie prüft, ob sinkende Ölpreise ausreichend weitergegeben werden. Eine Sonderprüfung analysiert bis Ende des ersten Quartals 2026 die Entwicklung von Rohöl- und Spritpreisen in Österreich. Auf dieser Basis kann die Regierung weitere Schritte setzen.

Abstimmungsgrafik Inflation Maßnahmen Zusammenfassung, Auswahl
Diese Maßnahmen gegen die Inflation beschloss die Regierung in Österreich 2025-2026

Haushalte sparen sich insgesamt bis zu knapp 1.000 Euro jährlich

Bereits 2025 hat die Regierung inflationsdämpfende Maßnahmen beschlossen, wie etwa die Mietpreisbremse, der Sozialtarif beim Strom oder den Preisdeckel bei den Medikamenten. Je nach Lebens-, Wohn- und Einkommenssituation unterscheidet sich die konkrete Ersparnis. Eine alleinstehende Pensionistin, die in einer 70m2 großen Wiener Altbauwohnung wohnt und eine Netto-Pension von 1.400 Euro hat, erspart sich beispielsweise etwa 977 Euro jährlich. Rechnet man neben den direkt preissenkenden Maßnahmen auch zusätzliche Mittel des Staates hinzu (etwa die Valorisierung des Pflegegeldes und die neue Gratis-Impfungen für Ältere), ist der Betrag entsprechend höher.

Bei diesen Kosten spart sie … im Schnitt pro Jahr
Mietkosten 318 €
Sozialtarif für Strom 194 €
Senkung Elektrizitätsabgabe und Ökostrombeitrag
+ Dämpfung Netzkosten
50 €
MwSt-Senkung auf Grundnahrungsmittel 55 €
Medikamentenpreisdeckel
+ Einfrieren Rezeptgebühren
360 €
Ersparnis pro Jahr 977 €

Bei einer Familie (zwei Angestellte mit einer Tochter), die in einer 78m2 großen Altbau-Mietwohnung im Burgenland wohnen, macht die Ersparnis etwa 651 Euro aus – wenn man lediglich von preissenkenden (inflationsdämpfenden) Maßnahmen berücksichtigt. Hinzu kommen auch hier zusätzliche öffentliche Mittel wie die Verdreifachung des Pendlereuros, die Erhöhung der Pendlerpauschale, Begünstigungen bei Überstunden und der Feiertagsarbeit.

In diesen Bereichen spart der Haushalt … im Schnitt pro Jahr
Mietkosten 360 €
Österreich-Tarif (bei einem Stromverbrauch von 2.500 kWh pro Jahr) 165 €
Senkung Elektrizitätsabgabe und Ökostrombeitrag
+ Dämpfung Netzkosten
62 €
MwSt-Senkung auf Grundnahrungsmittel 101 €
Entfall Steuer Frauenhygieneartikel & Verhütungsmittel 25 €
Ersparnis pro Jahr 651 €

Der Artikel wurde am 14.1.2026 veröffentlicht und am 21.1.2026 mit der Beispielrechnung sowie Details zur MwSt-Senkung aktualisiert.

Parlament Das Thema "Teuerung" im Parlament

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2 Comments
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Perry
Perry
28. Januar 2026 12:54

Wieso werden nur bestimmte Grundnahrungsmittel gesenkt? Wäre es nicht unbürokratischer, sowohl für Staat als auch die betroffenen Händler, wenn einfach auf alle Lebensmittel die Ust gesenkt werden würde?

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Dieter
Dieter
16. Januar 2026 17:19

Schade um das Geld. Die geldgierigen Unternehmen werden sehr schnell Gründe dafür haben warum das Lebensmittel nicht billiger werden kann. Die einzige Möglichkeit wäre die Preise amtlich festzusetzen, oder den wirklich Bedürftigen Marken zuzuteilen.

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Der puertoricanische Musiker Bad Bunny hat den Grammy für sein Album „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“ gewonnen. Er ist der erste Latino-Künstler, der die prestigeträchtigte Grammy-Auszeichnung erhalten hat. Bad Bunny nutzte seine Siegesrede, um die US-Einwanderungsbehörde ICE zu kritisieren und den Hass, den die Politik von Donald Trump schürt. Seit Trump wieder im Amt ist, hat die Behörde unzählige Menschen rechtswidrig festgehalten, darunter auch US-Bürger:innen sowie Kinder. Mindestens zwei Menschen wurden von ICE-Agenten ermordet. In seinen Songtexten und öffentlichen Auftritten macht Bad Bunny sich immer wieder stark für Migrant:innen, einkommensschwache Menschen und andere ausgegrenzte Gruppen und kritisiert die Unterdrückung seines Heimatlandes Puerto Rico durch die USA. Zitat: ICE muss weg! Wir sind keine Wilden oder Tiere - Wir sind Menschen, wir sind Amerikaner. In Zeiten wie diesen ist es schwierig nicht zu hassen, aber Hass vergiftet uns alle. Das Einzige, das stärker ist als Hass, ist Liebe. Wir müssen anders sein. Wir müssen für die Liebe kämpfen und gegen den Hass. Bad Bunny
Der puertoricanische Musiker Bad Bunny hat den Grammy für sein Album „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“ gewonnen. Er ist der erste Latino-Künstler, der die prestigeträchtigte Grammy-Auszeichnung erhalten hat. Bad Bunny nutzte seine Siegesrede, um die US-Einwanderungsbehörde ICE zu kritisieren und den Hass, den die Politik von Donald Trump schürt. Seit Trump wieder im Amt ist, hat die Behörde unzählige Menschen rechtswidrig festgehalten, darunter auch US-Bürger:innen sowie Kinder. Mindestens zwei Menschen wurden von ICE-Agenten ermordet. In seinen Songtexten und öffentlichen Auftritten macht Bad Bunny sich immer wieder stark für Migrant:innen, einkommensschwache Menschen und andere ausgegrenzte Gruppen und kritisiert die Unterdrückung seines Heimatlandes Puerto Rico durch die USA. Zitat: ICE muss weg! Wir sind keine Wilden oder Tiere - Wir sind Menschen, wir sind Amerikaner. In Zeiten wie diesen ist es schwierig nicht zu hassen, aber Hass vergiftet uns alle. Das Einzige, das stärker ist als Hass, ist Liebe. Wir müssen anders sein. Wir müssen für die Liebe kämpfen und gegen den Hass. Bad Bunny

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