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Steigende Preise belasten vor allem dort, wo Ausgaben unausweichlich sind: beim Essen, beim Heizen, beim Tanken. Die Bundesregierung reagiert nun mit einem Maßnahmenpaket gegen die Inflation. Herzstück ist die Halbierung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab Juli 2026. Ergänzt wird sie durch schärfere Regeln für den Lebensmittelhandel sowie Maßnahmen bei Strom- und Spritpreisen. Rechnet man alle inflationsdämpfenden Maßnahmen der Regierung zusammen, spart sich ein Haushalt bis zu knapp 1.000 Euro im Jahr.
Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wird halbiert
Ab 1. Juli 2026 soll die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel deutlich sinken. Sie wird auf fünf Prozent halbiert. Die Regierung will damit den täglichen Einkauf günstiger machen und gezielt Grundbedürfnisse absichern. Die Bundeswettbewerbsbehörde soll verstärkt kontrollieren und sicherstellen, dass diese Senkung auch tatsächlich bei den Konsument:innen ankommt und nicht im Handel hängen bleibt. Studien zeigen, dass solche Maßnahmen nachweislich die Preise im Supermarkt senken. So wurde in Portugal oder Spanien die Mehrwertsteuersenkung unmittelbar und fast vollständig an die Kund:innen weitergegeben.
Finanziert werden soll diese etwa 400 Mio. Euro schwere Maßnahme u.a. durch Abgaben auf nicht recycelbares Plastik sowie für Drittstaatspakete, also Sendungen aus Nicht-EU-Ländern.
Auf diese Produkte wird die Steuer halbiert
| Produktkategorie | Beispiele / Details |
|---|---|
| Milch, Milcherzeugnisse und Eier | Milch (inkl. laktosefreie Milch), Butter, Hühnereier |
| Gemüse | Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Salate, Karotten, Rüben, Knollensellerie, Gurken, Bohnen, Erbsen, Kürbis, Paprika, Spargel, tiefgekühlter Spinat usw. |
| Obst | Äpfel, Birnen, Marillen, Kirschen u. a. |
| Getreide, Backwaren und Salz | Weizenmehl und Weizengrieß, Nudeln, Brot und Gebäck (u.a. Semmeln – auch glutenfreies Brot), Reis, Salz |
Strafen bei Preis-Tricks verzehnfacht
Parallel zur Steuersenkung verschärft die Regierung die Regeln im Lebensmittelbereich. Ziel ist mehr Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unternehmen müssen ihre Margen künftig vertraulich an die Bundeswettbewerbsbehörde melden. Damit kann die Behörde besser kontrollieren, wenn sich jemand „ein Körberlgeld“ auf Kosten der Konsument:innen verdienen will.
Unlautere Geschäftspraktiken sollen konsequenter bekämpft werden. Bei Verstößen gegen die Preisauszeichnung drohen höhere Strafen – bis zu 15.000 Euro. Diese orientieren sich an den Regelungen des Anti-Mogelpackungsgesetzes. So wird die Strafe bei Rabattbetrug verzehnfacht.
Auch die Rahmenbedingungen für Einkaufs- und Verkaufsgenossenschaften werden reformiert. Der Direktvertrieb hochwertiger bäuerlicher Produkte soll dadurch einfacher werden.
Leistbare Energie für Haushalte und Betriebe
Nach dem umfassenden Stromgesetz, das die Regierung im Dezember beschlossen hat, kündigt nun der teilstaatliche Energiekonzern Verbund einen neuen „Österreich-Tarif“ an. Der Netto-Strompreis liegt bei 9,5 Cent pro Kilowattstunde. Im ersten Halbjahr 2025 lag dieser durchschnittlich noch bei 16,3 Cent. Ein durchschnittlicher Haushalt spart dadurch rund 200 Euro pro Jahr.
Zusätzlich arbeitet die Regierung an der konkreten Ausgestaltung des Energiekrisenmechanismus. In anhaltenden Preiskrisen soll er den Arbeitspreis für Haushalte sowie kleine und mittlere Betriebe auf zehn Cent pro Kilowattstunde begrenzen. Finanziert werden könnte er womöglich über zusätzliche Beiträge der Energiebranche. Ebenso wie den günstigen Stromtarif für die Industrie, dessen Kosten in Höhe von 250 Mio. Euro jährlich die Energiewirtschaft trägt. Dieser 5-Cent-Industriestrompreis nach deutschem Vorbild soll ab 2027 kommen. Auch für die Bahn sollen ab nächsten Jahr die Energiekosten sinken.
Maßnahmen gegen hohe Spritpreise
Auch die Spritpreise will sich die Regierung genauer ansehen. Wie Finanzminister Markus Marterbauer bereits im Dezember kritisierte, „ist etwas faul“, wenn die Rohölpreise auf den internationalen Märkten um 30 Prozent sinken, aber man an den heimischen Zapfsäulen davon nichts merkt.
„Auch wenn die Spritpreise im Dezember leicht gesunken sind, stimmt hier etwas nicht. Denn auf den Weltmärkten sind die Rohölpreise stark zurückgegangen. Bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ist dies aber nicht angekommen. Hier ist etwas faul, und manche scheinen sich ein Körberlgeld zu verdienen“, so der Finanzminister.
Jetzt kündigt die Regierung verstärkte Kontrollen bei der Preisauszeichnung an Tankstellen an. Zusätzlich wird die Preiskommission einberufen. Sie prüft, ob sinkende Ölpreise ausreichend weitergegeben werden. Eine Sonderprüfung analysiert bis Ende des ersten Quartals 2026 die Entwicklung von Rohöl- und Spritpreisen in Österreich. Auf dieser Basis kann die Regierung weitere Schritte setzen.

Haushalte sparen sich insgesamt bis zu knapp 1.000 Euro jährlich
Bereits 2025 hat die Regierung inflationsdämpfende Maßnahmen beschlossen, wie etwa die Mietpreisbremse, der Sozialtarif beim Strom oder den Preisdeckel bei den Medikamenten. Je nach Lebens-, Wohn- und Einkommenssituation unterscheidet sich die konkrete Ersparnis. Eine alleinstehende Pensionistin, die in einer 70m2 großen Wiener Altbauwohnung wohnt und eine Netto-Pension von 1.400 Euro hat, erspart sich beispielsweise etwa 977 Euro jährlich. Rechnet man neben den direkt preissenkenden Maßnahmen auch zusätzliche Mittel des Staates hinzu (etwa die Valorisierung des Pflegegeldes und die neue Gratis-Impfungen für Ältere), ist der Betrag entsprechend höher.
| Bei diesen Kosten spart sie … | im Schnitt pro Jahr |
|---|---|
| Mietkosten | 318 € |
| Sozialtarif für Strom | 194 € |
| Senkung Elektrizitätsabgabe und Ökostrombeitrag + Dämpfung Netzkosten |
50 € |
| MwSt-Senkung auf Grundnahrungsmittel | 55 € |
| Medikamentenpreisdeckel + Einfrieren Rezeptgebühren |
360 € |
| Ersparnis pro Jahr | 977 € |
Bei einer Familie (zwei Angestellte mit einer Tochter), die in einer 78m2 großen Altbau-Mietwohnung im Burgenland wohnen, macht die Ersparnis etwa 651 Euro aus – wenn man lediglich von preissenkenden (inflationsdämpfenden) Maßnahmen berücksichtigt. Hinzu kommen auch hier zusätzliche öffentliche Mittel wie die Verdreifachung des Pendlereuros, die Erhöhung der Pendlerpauschale, Begünstigungen bei Überstunden und der Feiertagsarbeit.
| In diesen Bereichen spart der Haushalt … | im Schnitt pro Jahr |
|---|---|
| Mietkosten | 360 € |
| Österreich-Tarif (bei einem Stromverbrauch von 2.500 kWh pro Jahr) | 165 € |
| Senkung Elektrizitätsabgabe und Ökostrombeitrag + Dämpfung Netzkosten |
62 € |
| MwSt-Senkung auf Grundnahrungsmittel | 101 € |
| Entfall Steuer Frauenhygieneartikel & Verhütungsmittel | 25 € |
| Ersparnis pro Jahr | 651 € |
Der Artikel wurde am 14.1.2026 veröffentlicht und am 21.1.2026 mit der Beispielrechnung sowie Details zur MwSt-Senkung aktualisiert.


































Wieso werden nur bestimmte Grundnahrungsmittel gesenkt? Wäre es nicht unbürokratischer, sowohl für Staat als auch die betroffenen Händler, wenn einfach auf alle Lebensmittel die Ust gesenkt werden würde?
Schade um das Geld. Die geldgierigen Unternehmen werden sehr schnell Gründe dafür haben warum das Lebensmittel nicht billiger werden kann. Die einzige Möglichkeit wäre die Preise amtlich festzusetzen, oder den wirklich Bedürftigen Marken zuzuteilen.