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Kolumbien stärkt regionales Wirtschaften und fördert Zusammenarbeit statt Konkurrenz

Kolumbien stärkt regionales Wirtschaften und fördert Zusammenarbeit statt Konkurrenz

Quelle: Unsplash, jorge-gardner

Anna Drujan Anna Drujan
in Good News, Internationales, Wirtschaft und Finanzen
Lesezeit:2 Minuten
11. Januar 2024
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Es lohnt sich nach Lateinamerika zu blicken, wenn man nach Alternativen zum neoliberalen System der Wirtschaft sucht: In Kolumbien setzt die Regierung unter Gustavo Petro seit einem Jahr ein Projekt um, bei dem sie den bisher vereinzelten Sektor der Kleinunternehmen und Kooperativen zu einem solidarischen Sektor umstrukturiert.

Durch den Aufbau eines solidarischen Sektors sollen in Kolumbien heimische Kleinunternehmen gefördert werden – das berichtet das deutschsprachige Lateinamerika-Nachrichtenportal amerika21. Zu diesen Unternehmen gehören beispielsweise Produzent:innen von Kaffee, Verkäufer:innen von Lebensmitteln, Künstler:innen sowie kleine Betriebe im Bausektor. Die Regierung Kolumbiens hat bereits in elf Regionen solidarische Zusammenschlüsse von Mikrogewerben initiiert, insgesamt sind 33 dieser Projekte geplant. Bei einer Jahresabschlussversammlung in Ibagué feierten nun 3.200 Organisationen den Aufbau der Solidarwirtschaft im Land.

Neue Wirtschaft: Zusammenarbeit statt Konkurrenz

Die Genossenschaften, Kleinunternehmen und Kleinbauern in den elf Regionen haben sich zu sogenannten Kreisläufen zusammengeschlossen. Das bedeutet, dass sich die Betriebe, basierend auf den Wechselwirkungen zwischen ihren Produkten und Dienstleistungen, auch branchenübergreifend vernetzt haben. Beispielsweise ist im nördlichen Departamento La Guajira der „Kreislauf für Industrie, Handel und Tourismus“ entstanden oder in der Wüstenregion Tatacoa der „Kreislauf für Tourismus und erneuerbare Energien“.
Im „Solidarischen Netzwerk des Kaffees“ (Cafesol) im Departamento Huila können sich kleine Kaffeebauern jetzt zusammenschließen, statt gegeneinander zu konkurrieren.

Petro will Kooperativen bei Aufträgen bevorzugen

Die Regierungsabteilung für solidarische Organisation in Kolumbien startete letztes Jahr das Projekt zur Bildung eines solidarischen Sektors. Zunächst organisierte die Abteilung lokale Treffen zum Thema der Solidarwirtschaft, bei denen Kleinbauern, Kooperativen und Mikrobetriebe sich kennenlernen und austauschen konnten. Anschließend wurden in einem Bildungsprogramm Unternehmer:innen darin geschult, Führungspositionen zu übernehmen. Dadurch konnten bestehende Kooperativen gestärkt und neue Kreisläufe gegründet werden.

Präsident Gustavo Petro betont die strategische Bedeutung des solidarischen Sektors für die Wirtschaft in Kolumbien:

„Wir wollen Zusammenschlüsse von kleinen Ladenbesitzern neben den Finanzkooperativen. Wir wollen Vereinigungen von kleinen Kartoffelbauern, die sich zusammenschließen, um subventionierte Kredite zu erhalten, damit sie mit der leichten Industrialisierung ihrer Produkte beginnen können.“

Zusätzlich werden 30 % der Aufträge des Staates künftig nicht mehr von Großunternehmen, sondern von gemeinschaftlichen Kooperationen ausgeführt – dies betrifft beispielsweise den Straßenbau. Die Zusammenschlüsse der Kleinunternehmen ermöglichen es daher, auch größere Aufträge umzusetzen, was dem Sektor wiederum mehr Profit einbringt.

Solidarische Wirtschaft statt Neoliberalismus

Die Regierung Kolumbiens unter der Präsidentschaft von Gustavo Petro zeigt so, dass es Ansätze für Alternativen zum neoliberalen Modell gibt. Statt Konkurrenz in den Vordergrund zu stellen, soll die Ökonomie sich durch die Förderung des Genossenschaftssektors stärker auf ein Solidaritätsprinzip hin ausrichten. Das Projekt legt nahe, dass eine Stärkung der heimischen Wirtschaft mit Hilfe der Kleinunternehmen und Kooperativen möglich ist. Mit dem Aufbau eines solidarischen Sektors können die kleinen Betriebe erhalten bleiben und sich gemeinschaftlich weiterentwickeln.

Parlament Das Thema "Genossenschaften" im Parlament

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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