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Eine Gemeinde verzichtet auf Asphalt und wird zum Klima-Vorbild

Eine Gemeinde verzichtet auf Asphalt und wird zum Klima-Vorbild

Foto © Jürgen Durl

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Umwelt & Klima
Lesezeit:2 Minuten
9. August 2019
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Die kleine Marktgemeinde zählt weniger als 5.000 Einwohner. Und sie nimmt die Klimakrise ernst. Mit seiner Klimapolitik hat sich Ober-Grafendorf in Niederösterreich zum Vorbild für ganz Österreich entwickelt. Auch das Gemeindeleben im Zentrum wird gestärkt. Was macht Ober-Grafendorf? 

Rainer Handlfinger interessiert sich schon seit Jahren für Energieeffizienz und Umweltschutz. Der Bürgermeister von Ober-Grafendorf (SPÖ) hat nach Lösungen gesucht, um Überflutungen und Hitze der niederösterreichischen Marktgemeinde einzudämmen.

1. Wohnungen im Zentrum bauen, statt Wiesen betonieren

Statt nur neue Flächen am grünen Stadtrand zuzubauen, nutzt die Gemeinde schon bebaute Flächen, um dort neue Gebäude – auch für Wohnungen – zu errichten. Im Ortszentrum, im Gebäude einer einstigen Elektrofirma, entstehen beispielsweise in diesem Jahr 10 Wohnungen.

Ober-Grafendorf Asphalt Ökostraße
Bürgermeister Rainer Handlfinger nach Errichtung der Ökostraße. (©Marktgemeinde Ober-Grafendorf, Foto Durl)

Das kostet zwar mehr, ist aber klimafreundlich und gut für die Stadtentwicklung. Denn üblicherweise werden Grünflächen am Stadt- oder Ortsrand zubetoniert, um neue Wohnhäuser und Geschäfte bauen.

Das heißt: Die  Stadtzentren der  Gemeinden und Städte werden vernachlässigt – man nennt das auch den „Donut-Effekt“: Die Ortskerne sterben aus, statt Geschäften im Zentrum gibt es nur mehr Einkaufszentren außerhalb der Stadt. Die Orte sehen aus wie ein Donut mit einem Loch in der Mitte. Und wer einkauft, muss mit dem Auto an den Stadtrand fahren.

In Ober-Grafendorf kann man ohne Auto einkaufen und das Gemeindezentrum bleibt belebt – daneben wirkt sich das auch positiv auf die Umwelt aus.

2. „Ökostraße“ ohne Asphalt

Ober-Grafendorf Asphalt Ökostraße
Die Ökostraße in Ober-Grafendorf kurz nach der Errichtung. (©Marktgemeinde Ober-Grafendorf, Foto Durl)

Ein anderes Vorzeigeprojekt der Gemeinde ist die „Ökostraße“. Als 2015 eine Straße erneuert werden musste, ließ Handlfinger mit Gräben und Kies eine Drainage errichten – mitsamt Begrünung des Straßenrands. Auf Asphalt verzichtete er. So wird Wasser gespeichert, gefiltert und sickert dann ins Grundwasser. Die Pflanzen vor Ort filtern dann das CO2 aus der Luft und kühlen die Umgebung ab.

„Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Kühlung in etwa der Kühlungsleistung einer hundertjährigen Buche entspricht“, erklärt Bürgermeister Rainer Handlfinger (SPÖ).

Ein weiteres Plus: Diese Form der Straße ist günstiger als Bau und Erhalt einer herkömmlichen Asphaltstraße. 2016 erhielt Ober- Grafendorf für das Projekt den Energy Globe Award.

In Österreich asphaltiert man täglich 4  Fußballfelder

In Österreich werden jeden Tag 3 Hektar Land „versiegelt“, also betoniert. Das entspricht 4 Fußballfeldern. Was passiert, wenn es weniger Bäume und weniger Wiesenfläche gibt? Mehr Hitze, Abwasserprobleme, sterbende Fauna und Flora.

Asphalt heizt sich besonders schnell auf und führt zu Überhitzung. Ohne Begrünung fehlt es an Schatten – die Wege werden, vor allem ältere Menschen, im Sommer noch beschwerlicher.

Fehlende Wiesen führen auch dazu, dass Regenwasser nicht gespeichert wird. Die Klimakatastrophe verursacht öfter Gewitter und Starkregen – vom Asphalt fließt das Wasser direkt in Kanäle, die die Massen aber nicht aufnehmen können. Überflutungen auch in Wohngegenden sind die Folge.

Gründe gegen „Versiegelungen“ gibt es genügend. Ober-Grafendorf hat Alternativen entwickelt.

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… ist eine
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10. August 2019 22:42

Unverschämtheit der Regierungsparteien … Yes, auch bei uns!
https://youtu.be/4tUWXRqu31c?t=3166

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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