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Die ÖVP-Regierungsmannschaft boykottiert die Befreiungsfeier in Mauthausen

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Antisemitismus einfach erklärt: Bedeutung und Geschichte

Gerald Demmel Gerald Demmel
in Politik
Lesezeit:4 Minuten
17. Mai 2021
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200.000 Menschen waren in der Zeit zwischen 1938 und 1945 in Mauthausen und den 49 Nebenlagern unter entsetzlichen Bedingungen interniert. Mehr als 100.000 von ihnen wurden grausam ermordet oder starben an den Folgen der Haftbedingungen. Am Sonntag fand die alljährliche Gedenkfeier für die Opfer und Überlebenden statt. Es war kein einziger Vertreter der ÖVP-Regierungsmannschaft und keiner der 71 ÖVP-Abgeordneten im Parlament dabei.

Am 16. Mai 2021 jährte sich die Befreiung des Vernichtungslagers Mauthausen zum 76. Mal. Auf dem Areal des ehemaligen Todeslagers in Mauthausen befindet sich seit 1947 eine Gedenkstätte der Republik Österreich. Vergangenen Sonntag wurde wie jedes Jahr der Befreiung der letzten 40.000 Häftlinge gedacht. Zu dem Festakt kommen jährlich die Überlebenden des Konzentrationslagers, Delegationen aus zahlreichen Ländern und Vertreter der österreichischen Politik, Religionsgemeinschaften und zahlreicher Zivilorganisationen.

Während von Seiten der Grünen Vizekanzler Kogler, Umweltministerin Leonore Gewessler und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein zur Gedenkfeier erscheinen, fehlt die ÖVP-Regierungsriege. Auch kein einziger ÖVP-Nationalrat erscheint. Der ÖVP-Abgeordnete Martin Engelberg rückt für die ÖVP aus, um den Boykott durch die Türkisen zu erklären. Es falle ihm „schwer zu unterscheiden, ob das eine 1. Mai Feier ist, oder die Befreiungsfeier eines Konzentrationslagers“, meint er. Ihn würden auch rote Fahnen von Antifaschist:innen stören. Engelberg hat auch der ÖVP-Parteispitze geraten, von einer Teilnahme abzusehen.

Vorbei, der „Geist der Lagerstraße“. Wie man auf Seiten der ÖVP die heutige Gedenkfeier in Mauthausen sieht und das Fernbleiben erklärt. pic.twitter.com/m5h0NDUO5J

— tanja 🤯 malle (@scharlatanja) May 16, 2021

Tatsächlich haben an der Gedenkfeier auch im heurigen Jahr Abgesandte des ÖVP-nahen Kartellverbands, Kirchenvertreter und die Katholische Jugend teilgenommen. Der Jurist und Ökonom Stephan Schulmeister wiederum mutmaßt, dass die ÖVP gewisse Kreise innerhalb des nationalen Lagers der FPÖ nicht vergraulen wollte.

Die ÖVP boykottiert erstmalig die Mauthausenfeier, offiziell, weil diese politisch missbraucht würde (Kartellverband, KIrchen etc. waren da), inoffiziell, weil man die gewonnenen Wähler der FPÖ nicht vergraulen möchte (sie legt ja wieder zu). Ab 12,09:https://t.co/WSciRqxSLR

— Stephan Schulmeister (@StSchulmeister) May 17, 2021

 

Weitere Tweets zum Thema

#Mauthausen @profilonline Warum hat die ÖVP nicht an der Befreiungsfeier in Mauthausen teilgenommen? Dass der Abgeordnete Martin Engelberg meint, er könne das nicht von „einer 1. Mai-Feier“ unterscheiden, soll er den dort anwesenden Botschaftern von F/NL/P/SL/Rus erklären.

— Christian Rainer (@chr_rai) May 17, 2021

Und hier noch die Botschafter_innen von Frankreich, Polen und der Niederlande, die heute beim Mauthausen-Gedenken anwesend waren. pic.twitter.com/9tDoTY1k8e

— tanja 🤯 malle (@scharlatanja) May 16, 2021

Der Mauthausen-Schwur

Anfang Mai flohen die letzten SS-Schergen aus dem Lager und die US-Armee befreite die letzten 40.000 Gefangenen. Man fand hunderte Leichen der in den letzten Tagen verstorbenen Gefangenen. Tausende weitere Menschen starben in den Monaten danach an den Folgen der unmenschlichen Behandlung. Als am 16. Mai die sowjetischen Häftlinge verabschiedet wurden, verlas Heinrich Dürmayer als Vertreter des Internationalen Häftlingskomitees im Namen der politischen KZ-Opfer den sogenannten „Mauthausen-Schwur“:

„Es öffnen sich die Tore eines der schwersten und blutigsten Lager: des Lagers Mauthausen. Nach allen Himmelsrichtungen werden wir in freie und vom Faschismus befreite Länder zurückkehren. Die befreiten Häftlinge –denen noch gestern der Tod aus den Händen der Henker der nazistischen Bestie drohte –danken aus tiefstem Herzen den siegreichen alliierten Nationen für die Befreiung und grüßen alle Völker mit dem Rufe der wiedererlangten Freiheit.

Der vieljährige Aufenthalt im Lager hat in uns das Verständnis für die Werte einer Verbrüderung der Völker vertieft.
Treu diesen Idealen schwören wir, solidarisch und im gemeinsamen Einverständnis, den weiteren Kampf gegen den Imperialismus und nationale Verhetzung zu führen. So, wie die Welt durch die gemeinsame Anstrengung aller Völker von der Bedrohung durch die hitlerische Übermacht befreit wurde, so müssen wir diese erkämpfte Freiheit als das gemeinsame Gut aller Völker betrachten.
Der Friede und die Freiheit sind die Garantien des Glücks der Völker, und der Aufbau der Welt auf neuen Grundlagen sozialer und nationaler Gerechtigkeit ist der einzige Weg zur friedlichen Zusammenarbeit der Staaten und Völker. Wir wollen nach erlangter Freiheit und nach Erkämpfung der Freiheit unserer Nationen die internationale Solidarität des Lagers in unserem Gedächtnis bewahren und daraus die Lehren ziehen: Wir werden einen gemeinsamen Weg beschreiten, den Weg der unteilbaren Freiheit aller Völker, den Weg der gegenseitigen Achtung, den Weg der Zusammenarbeit am großen Werk des Aufbaus einer neuen, für alle gerechten, freien Welt.
Wir werden immer gedenken, mit welch großen blutigen Opfern aller Nationen diese neue Welt erkämpft wurde.
Im Gedenken an das vergossene Blut aller Völker, im Gedenken an die Millionen, durch den Nazifaschismus ermordeten Brüder geloben wir, dass wir diesen Weg nie verlassen werden. Auf den sicheren Grundlagen internationaler Gemeinschaft wollen wir das schönste Denkmal, das wir den gefallenen Soldaten der Freiheit setzen können, errichten:

Die Welt des freien Menschen

Wir wenden uns an die ganze Welt mit dem Ruf: Helft uns bei dieser Arbeit. Es lebe die internationale Solidarität! Es lebe die Freiheit!“

 

Parlament Das Thema "Mauthausen" im Parlament

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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FPÖ

Die FPÖ gibt sich gerne als „soziale Heimatpartei“. Egal ob unter Jörg Haider, Heinz-Christian Strache oder jetzt Herbert Kickl. Sie tut so, als ob sie die Partei der “kleinen Leute” wäre. Doch egal, ob in Opposition oder Regierung: Die FPÖ vertritt gemeinsam mit der ÖVP Konzerne und Österreichs Reichste. Hier der Beweis!

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