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Gipfel der Bösartigkeit: Regierung zieht Spenden von Sozialhilfe ab

Gipfel der Bösartigkeit: Regierung zieht Spenden von Sozialhilfe ab

Daniel Bohmann Daniel Bohmann
in Daniel Bohmann - Kinderecke
Lesezeit:2 Minuten
10. April 2019
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Im Dezember inszenierten sich Kurz und Strache noch am Spendentelefon für „Licht ins Dunkel“. Nun will die Regierung Familien in Notsituationen die Sozialhilfe um die erhaltenen Spenden kürzen. Der Geschäftsführer der Kinderfreunde Daniel Bohmann fragt sich, wann der Gipfel der Bösartigkeit der Regierung erreicht ist.

Irgendwann muss doch der Gipfel der Bösartigkeit erreicht sein. Zum Beispiel mit der oft zitierten Kürzung der Mindestsicherung, vulgo Sozialhilfe neu. Wenn vorgesehen ist, dass einige Kinder mit 1,50 pro Tag auskommen müssen, dann wähnt man sich doch zumindest auf einem Achttausender angekommen. Leider ist das nicht der Fall. Denn manchmal sind die Bösartigkeiten auf den ersten Blick unscheinbar, wie ein wolkenverhangener Hügel, der seine schroffen Abgründe erst auf den zweiten Blick preisgibt.

Spenden werden von „Sozialhilfe Neu“ abgezogen

Beispiel gefällig? Im §7 des besagten „Sozialhilfe-Grundsatzgesetz“ findet sich der Satz „Bei der Bemessung von Leistungen der Sozialhilfe sind – soweit dieses Bundesgesetz keine Ausnahmen vorsieht – alle zur Deckung der eigenen Bedarfe zur Verfügung stehenden Leistungen Dritter, sonstige Einkünfte und verwertbares Vermögen – auch im Ausland – anzurechnen.“ Aber was heißt das auf deutsch? Es heißt, dass eine Familie, die Leistungen aus der Sozialhilfe bezieht, alle anderen Leistungen angerechnet bekommt. Jede direkte Maßnahme, die dieser Familie zu Gute kommt, wird von der Sozialhilfe abgezogen.

Bestes Beispiel: Der Soforthilfefonds von Licht ins Dunkel. Hier wird über 5.000 Familien Jahr für Jahr schnell und unkompliziert geholfen. Bei einer akuten Notlage, weil ein Familienmitglied krank wird und Therapie benötigt. Wenn nach einem Unfall die Wohnung plötzlich barrierefrei werden muss. Oder, wenn das neugeborene Kind beeinträchtigt ist und vom ersten Tag kostspielige Unterstützung braucht.

Wenn diese Familien Sozialhilfe beziehen, ist jede Spendenmaßnahme für die Katz: Der zusätzliche Betrag wird einfach abgezogen, der Staat spart sich Geld und die Familie hat nicht einen Cent mehr als vorher. Diesen Fakt bitte einfach mal sickern lassen. Der Gipfel der Bösartigkeit? Für diese Bundesregierung klingt das wie ein Ansporn, sich jeden Tag auf’s neue mit einem höheren Aufstieg zu übertrumpfen.

Regierung hat sich von Moral verabschiedet

Wir befinden uns inzwischen in ungeahnten Höhen. Jeder unnötige Ballast wie Moral, Gewissen und Empathie sind abgeworfen: Es ist nicht einmal vier Monate her, da saßen sie in einem TV-Studio am Küniglberg. Der Bundes- und sein Vizekanzler zum Beispiel. Sie plauderten vor Kamin und Christbaum, überreichten übergroße Schecks und telefonierten an der Seite von Bundesheersoldaten. Sie freuten sich über den neuen Spendenrekord. Und sie lobten die Österreicherinnen und Österreicher als Spendenweltmeister, die mit ihrer Warmherzigkeit Familien helfen, die unverschuldet in Not geraten sind. Man muss schon einen ganz besonderen Charakter haben, um nur ein paar Monate später ein Gesetz zu beschließen, mit dem man genau diesen Familien das gespendete Geld wieder wegnimmt. Es ist zynisch, perfide und unmoralisch. Eine Kaltherzigkeit, die ihres gleichen sucht. Für die Bundesregierung ist es ganz normal. Und wer so etwas umsetzt, für den ist der Gipfel der Bösartigkeit nicht viel mehr als eine Zwischenstation.

Spenden von Sozialhilfe neu abziehen – ist Gipfel der Bösartigkeit erreicht?

Parlament Das Thema "Soziale Absicherung" im Parlament

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Karl K.
Karl K.
11. April 2019 13:55

Also ich finde die Idee super! Und nachdem vor dem Gesetz alle gleich sind, bitte auch bei den politischen Parteien in Österreich konsequent umsetzen! Diese sind ohnehin durch Parteienförderung finanziert…

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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