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Studie zeigt: Überstunden machen krank – Beschäftigte wollen mehr Freizeit

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Studie zeigt: Überstunden machen krank – Beschäftigte wollen mehr Freizeit

Marco Pühringer Marco Pühringer
in Arbeit & Freizeit
Lesezeit:3 Minuten
15. Februar 2019
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Eine neue Studie hat untersucht, wie zufrieden die Österreicher mit ihrer Work Life Balance sind. Das Ergebnis: Mit steigender Arbeitszeit sinkt die Zufriedenheit. Zu viele Überstunden führen zu Krankheiten wie Burnout. Außerdem sind Manager deutlich zufriedener als die Durchschnitts-Beschäftigten. Mehr Freizeit und betriebliche Kinderbetreuung würde die Lebensqualität verbessern.

Der Büroartikel Lieferant Viking hat eine Studie über die Work Life Balance der Österreicher in Auftrag gegeben. Darin wurden 1.000 Beschäftigte befragt, wie zufrieden sie mit dem Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit sind. Die Ergebnisse zeigen: Viele leiden unter zu hohem Druck und wünschen sich kürzere Arbeitszeiten. Die Ergebnisse im Detail.

Lange Arbeitstage haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit

Zwar gaben 61% der Befragten an, zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Work Life Balance zu sein, doch gleichzeitig sagen 62%, dass sie zu wenig Zeit für sich selbst haben.

4 von 10 Beschäftigten würden gern mehr Zeit für Freunde und Familie haben. Außerdem belegt die Studie die negativen Auswirkungen von zu langen Arbeitstagen auf die Gesundheit:

  • 38 % leiden der Befragten leiden an stressbezogenen Symptomen wie Schlaflosigkeit oder Panik-Attacken
  • 31 % wurden mit körperlichen Beschwerden diagnostiziert (Rückenprobleme, Migräne, …)
  • 21 % haben eine Diagnose über psychische Probleme (Burnout, Depression, …)

Je höher die Arbeitszeit – desto ungesünder und unzufriedener

Diese Symptome häufen sich bei zunehmender Arbeitszeit – und das betrifft viele. 3 von 5 Österreichern leisten unbezahlte Überstunden. Und die haben spürbare Folgen auf die Work Life Balance. Von den Beschäftigten, die keine unbezahlten Überstunden leisten, sagen 63 % der Befragten, dass sie zufrieden mit ihrem Arbeits- und Privatleben sind. Bei jenen, die mindestens 30 Überstunden pro Monat arbeiten, ist jeder Zweite unzufrieden. Vor allem die psychische Belastung steigt durch die zusätzliche Arbeit. So zeigt die Studie, dass ab der 20. unbezahlten Überstunde im Monat das Risiko an Burnout oder Migräne zu leiden um 30 Prozent steigt.

Laut AK bleibt jede 5. Überstunde in Österreich unbezahlt. Das sind insgesamt 45 Millionen Arbeitsstunden.

Den Beschäftigten wurde dadurch rund eine Milliarde Euro vorenthalten, im Schnitt fast 10.000 Euro pro betroffener Person.

Nur jeder zweite junge Beschäftigte ist zufrieden – aber 4 von 5 Managern geht es top

Auch Alter und Position im Unternehmen wirken sich auf die Zufriedenheit aus. So ist nicht mal jede 2. Nachwuchskraft zufrieden, während bei Unternehmens-Eigentümern der Wert auf 70% und bei Managern gar auf 81% klettert.

Arbeitnehmer zwischen 35 und 44 sind am glücklichsten (64%) – Millenials, also jene, die rund um die Jahrtausendwende geboren wurden, sind hingegen deutlich unzufriedener. 22% gaben dezidiert an unglücklich zu sein und nur 52% sind zufrieden.

Kinderbetreuung erhöht Zufriedenheit

Eine Möglichkeit um die Zufriedenheit dieser Gruppe zu steigern ist eine betriebliche Kinderbetreuung. Für jeden 5. dieser Gruppe ist dieses Thema sehr wichtig. Und nicht umsonst:

81% der Eltern, die in Betrieben mit Kinderbetreuung arbeiten, geben an zufrieden mit ihrer Work Life Balance zu sein.

Wunsch nach Arbeitszeitverkürzung

Eine weitere Möglichkeit um die Zufriedenheit mit der Work Life Balance zu erhöhen, ist eine Verkürzung der Arbeitszeit. So hat sich jeder 5. Arbeitnehmer dazu entschieden, seine Stunden zu reduzieren oder ein flexibleres Arbeitssystem in Anspruch zu nehmen. Und das, obwohl damit Gehalts-Einbußen einhergehen. Man kann annehmen, dass die Zahl bei vollem Lohnausgleich deutlich höher wäre.

Zu ähnlichen Zahlen kommt auch der Arbeitsklima-Index der AK Oberösterreich. Darin gaben mehr als Dreiviertel der Beschäftigten, die über 40 Stunden die Woche arbeiten, an,  sich andere Arbeitszeiten zu wünschen. Von jenen, die unter 35 Stunden arbeiten, wünschen sich hingegen nur 11 % andere Arbeitszeiten.

Auch eine Studie der AK OÖ kommt zu ähnlichen Ergebnissen, was die Work Life Balance betrifft. Die Leute wollen weniger arbeiten. Damit wollen sie beispielsweise Stress reduzieren und ein Burnout vermeiden

Mehr Urlaub für bessere Work Life Balance

Außerdem wünschen sich die Beschäftigten mehr Urlaub – bei einem Drittel der Befragten ist Wunsch sogar so groß, dass sie dafür sogar auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten würden. Diese Option bieten jedoch nur 11 % der Betriebe an. Das liegt wohl auch daran, dass für viele die 6. Urlaubswoche nicht erreichbar ist, wie AK und Gewerkschaft schon seit langem kritisieren. Das und kürzere Arbeitszeiten würden zu einer deutlich besseren Wor Life Balance beitragen.

Parlament Das Thema "Arbeitszeit" im Parlament

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Johann Wagner
Johann Wagner
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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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