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Kriminalisieren statt informieren: Rasanter Anstieg von HIV in Osteuropa

Kriminalisieren statt informieren: Rasanter Anstieg von HIV in Osteuropa

Flickr/World Bank Photo Collection - CC BY-ND 2.0

Susanne Halmer und Selma Kaya Susanne Halmer und Selma Kaya
in Gesundheit
Lesezeit:2 Minuten
1. Dezember 2017
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Die Zahl der HIV-Infektionen ist dank Aufklärung und Prävention weltweit stark zurückgegangen. Während in West- und Mitteleuropa die Zahl der HIV-Infektionen auf recht niedrigem Niveau bleibt, ist es in Osteuropa zu einem dramatischen Anstieg gekommen und das hat politische Gründe. 

In nur zehn Jahren hat sich die Zahl der Aids-Toten fast halbiert: Rund eine Million Menschen sind 2016 weltweit an der Immunschwächekrankheit gestorben, 2005 waren es noch 1,9 Millionen. Auch die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist stark zurückgegangen: Von 3,5 Millionen im Jahr 1997 auf 1,8 Millionen 2016.  Doch der Trend gilt nicht für alle Länder.

Drastischer Anstieg in Russland 

In Russland hat etwa die jährliche Zahl der Neuinfektionen 2016 mit 153.000 erstmals die 100.000er Marke überschritten. 79% der diagnostizierten Fälle entfielen dabei auf die osteuropäischen Gebiete des Landes.  Mit 64% der Neuinfektionen ist Russland das am meisten betroffene Land in Europa.

Das hat mehrere Gründe: Die russische Regierung gibt viel zu wenig Geld für die Prävention aus, Programme zum Nadeltausch für Drogenabhängige wurden eingestellt und nur ein knappes Drittel der Betroffenen erhält eine HIV-Behandlung. Der Fall Osteuropa macht deutlich:

Wenn Staaten Risiko-Gruppen Homosexuelle, DrogenkonsumentInnen oder Prostituierte verfolgen und kriminalisieren, statt sie gegen eine HIV-Ansteckung zu unterstützen, dann nimmt die Zahl der Infizierten zu. Und das hat negative Auswirkungen für die ganze Gesellschaft.

HIV-Neuinfektionen in Österreich 

Österreich befindet sich mit 450 Neuinfektionen (das sind 3,1 je 100.000 EinwohnerInnen) pro Jahr im untersten Drittel Europas. Österreich setzt auf Aufklärung, Prävention, Tests und Therapien. So können HIV-Tests hierzulande kostenlos und anonym bei den Aids-Hilfe durchgeführt werden. Auch in HIV-Behandlungszentren in Krankenhäusern ist eine Untersuchung möglich. Die Behandlungskosten im Falle einer Infektion werden grundsätzlich von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

Strategie 90-90-90 

UNAIDS (United Nations Programme on HIV and AIDS) geht davon aus, dass nur 30-50% der Infizierten weltweit auch tatsächlich über ihren Status Bescheid wissen. Auch in Österreich dürfte die Anzahl HIV-positiver Menschen weit höher liegen. Daher wird bis zum Jahr 2020 die 90-90-90 Strategie verfolgt: 90% der HIV-Infizierten sollen über ihren Status Bescheid wissen, davon sollen 90% eine wirksame antiretrovirale Therapie bekommen und 90% dieser Behandelten sollen ohne nachweisbare HI-Viren im Blut leben.

ÖGPP – Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung

Die „Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung“ (ÖGPP) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich zur Förderung der Allgemeinheit auf geistigem und politischem Gebiet mit grundsätzlichen Fragen der Politikberatung und Politikentwicklung sowie der Trend- und Zukunftsforschung befasst. Das heißt: Wir denken nach und wir denken voraus. Über die Politik, über Trends und Entwicklungen – und über die Zukunft.

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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