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Ökonomin Pettifor: Als allererstes müssen die Millionäre für die Kosten der Klimakrise aufkommen!

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Ann Pettifor (Foto: Francis Clarke / CC BY-SA 2.0)

Foto: Francis Clarke / CC BY-SA 2.0

Gerald Demmel Gerald Demmel
in Umwelt & Klima
Lesezeit:2 Minuten
5. Januar 2022
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Die reichsten 10 Prozent dieser Welt verursachen allein 50 Prozent der globalen Emissionen, die den Klimawandel hervorrufen. Die Vorstellung, dass Millionen von Menschen über Nacht ihren Lebensstil ändern müssten, sei falsch, findet Ann Pettifor. Stattdessen müsse die Politik schnellstens den Lebensstil der Superreichen zügeln und das Wirtschafts- und Finanzsystem zugunsten grüner, nachhaltiger Aktivitäten ausrichten.

„Wenn wir uns auf Vielflieger, große Jacht- und Privatjetbesitzer konzentrieren, könnten wir die Emissionen sehr schnell massiv senken“, sagt die Ökonomin in einem Gespräch mit dem „New Statesman“. Denn die Bedrohung durch den Klimawandel sei in Wahrheit vor allem darauf zurückzuführen, dass ein sehr mächtiger Teil der Bevölkerung massiv zu viel emittiert. Die reichsten 10 Prozent seien allen für 50 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich.

„Die grüne Bewegung hat sich verirrt, indem sie uns das Gefühl gibt, dass wir alle gleichermaßen für die Klima-Krise verantwortlich sind“, sagt die Wissenschafterin. Wenn die Menschen aufgefordert werden, ihren Heizkessel über 20.000 Euro auszutauschen, sei das für die Menschen kaum nachvollziehbar. Und die Vorstellung, Millionen von Menschen über Nacht zu bitten, ihren Lebensstil zu ändern, sei enorm entmutigend und sinnlos, kritisiert Ann Pettifor. Vielmehr muss die Politik schnellstens den Lebensstil der Superreichen zügeln.

Zur Person Ann Pettifor

Ann Pettifor wurde in Südafrika geboren, studierte Politik und Wirtschaftswissenschaften und ist Direktorin der Denkfabrik PRIME (Policy Research in Macroeconomics). Ende 90er wurde sie für ihre globale „Jubilee 2000“ Kampagne bekannt, bei der sie die Streichung aller Schulden der ärmsten Staaten eintrat. 2018 erhielt sie für ihr Buch „Die Produktion des Geldes“ den Hannah-Arendt-Preis.

Klimawandel: Das Finanzsystem zugunsten grüner, nachhaltiger Aktivitäten ausrichten

Damit menschen- und klimafreundliche Alternativen aufgebaut werden können, muss der Staat Rahmenbedingungen schaffen, innerhalb derer der Privatsektor den Wandel vollziehen kann, fordert Pettifor. „Niemand investiert in produktive, einkommensschaffende Aktivitäten, weil sie teuer, zeitaufwendig und schwierig sind. Es ist viel einfacher, zu spekulieren; einfach daraufzusetzen, ob Bitcoin oder der Aktienmarkt oder Öl steigen oder fallen werden.“

Die Welt müsse sich von einem System abwenden, das sich auf das Geldverdienen konzentriert, anstatt Arbeitsplätze zu schaffen und unsere Ökosysteme zu schützen. Das aktuelle Wertesystem führe zu Unterbeschäftigung, Unterinvestitionen und globaler Instabilität.

Der Wandel, so Pettifor, werde aktuell von den Mächtigen der Welt blockiert, von Männern wie Elon Musk. Ihnen sei die Notwendigkeit, das Finanzsystem zu verändern und die Arbeitsweise der Zentralbanken zu kontrollieren, ein Gräuel.

Mitschuldig am Status quo, sagt Pettifor, seien wir alle, vor allem aber die politischen Bewegungen: „Weil wir immer noch denken, dass Geld, Finanzen und Wirtschaft etwas für die Jungs in Nadelstreifenanzügen sind und nicht für uns. Das muss sich ändern, vor allem für die Grünen, die stolz auf ihre wirtschaftliche Unschuld sind. Das ist keine Raketenwissenschaft, es ist keine schwierige Physik: Wir alle verstehen Wechselkurse, Angebot und Nachfrage. Wir haben alle schon mit Geld und Zinssätzen gearbeitet.“

Parlament Das Thema "Klimawandel" im Parlament

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3 Comments
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Frank
Frank
5. Januar 2022 21:51

gebe ihr völlig recht das ist die Retourkutsche zum Reichtum der Pharma gates und cvo die haben ja bis jetzt geglaubt sie können sich alles kaufen Weltraumflug und co. das geld muss zurück an die welche es verdienen. Unsere Reichen müssen ab jetzt auch aufpassen kern und co

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Monikaluise
Monikaluise
Reply to  Frank
6. Januar 2022 04:17

Frank, was heißt Kern und Co.? Kern hat sicher nichts geerbt, aber erarbeitet mit seiner Frau. Da kann man von anderen Leuten sprechen, die groß gespendet haben für Kurz und Co. Die Frau Ann Pettifor, spricht von den Reichen diese Welt, da ist sicher Kerns Vermögen ein Trinkgeld. Bitte gscheid lesen

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Jokli
Jokli
Reply to  Frank
7. Januar 2022 08:15

Wenn meinst mit Kern und Co. Ist ein bisschen einseitig und parteipolitisch motiviert ihr Kommentar

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