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Kaufhaus Österreich: Unbrauchbarer 1,26 Mio €-Online-Shop sperrt nach 3 Monaten zu

Gerald Demmel Gerald Demmel
in Politik
Lesezeit:3 Minuten
9. Februar 2021
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Der Handel ist vom Lockdown schwer geschädigt. Die Regierung reagierte viel zu spät mit einem Online-„Kaufhaus Österreich“. Die Webseite kostete 1,26 Millionen Euro und hat mehr Schwächen als Funktionen. Zu kaufen gibt es im Kaufhaus auch nichts. Nach drei Monaten fällt dem Wirtschaftsministerium ein, dass es gar keinen Shop betreiben darf und sperrt das „Kaufhaus Österreich“ wieder zu.

Es ist eine unglaubliche Pannenserie: Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer erstellen einen „österreichischen Online-Shop“. In dem Shop funktioniert so gut wie gar nichts und er kostet mit 1,26 Millionen Euro doppelt so viel wie eigentlich geplant. Drei Monate nach Start des Projekts wird die Homepage wohl wieder eingestellt, da das Ministerium plötzlich bemerkt, dass es gar keinen Onlineshop betreiben darf. Zum Vergleich: Alle Buchhändler Österreichs bekamen zusammengenommen nur 20.000 Euro Förderung für das Erstellen von Online-Shops.

Ein Shop ohne Produkte

Der Lockdown im Herbst, kurz vor Weihnachten, hat den österreichischen Handel schwer getroffen. Und das in einem Jahr, das ohnehin von zeitweiligen Schließungen und weniger Kunden geprägt war. Viele Menschen stiegen aus Angst vor Corona auf Online-Shopping um, große Händler wie der Krisengewinner Amazon durften sich über zahlreiche neue Kunden und Rekordeinnahmen freuen. Mit dem „Kaufhaus Österreich“ wollen Wirtschafts- und Digitalministerin Margarete Schramböck und WKÖ-Präsident Harald Mahrer nun „den heimischen Online-Handel stärken und Regionalität mit dem Digitalen verbinden“. Das wird schwierig, denn im Kaufhaus Österreich findet man keine Produkte, man kann lediglich nach Händlern suchen.

Eine Übersicht über Online-Händler hat übrigens schon existiert. Die Publizistin Nunu Kaller hat bereits im Frühling eine Initiative „mit ein paar Tausendern an Spendengeld“ gestartet, die österreichische Online-Händler auflistet. „Kaufhaus Österreich ist genauso wenig eine Antwort auf Amazon wie es meine Liste ist. Und obwohl ich mich über alles freu, das UnternehmerInnen momentan hilft, halt ich das Kaufhaus Österreich für einen Rohrkrepierer. Die Leute checken doch, dass da kein Mehrwert zu bisherigen Seiten besteht, und gleichzeitig kann man sich eigentlich nur ärgern, weil die 627.000 besser eingesetzt hätten werden können“, schreibt Kaller auf Facebook.

In Österreich werden übrigens jährlich etwa 7,4 Milliarden Euro über Verkäufe auf Plattformen umgesetzt. Ungefähr ein Prozent entfällt dabei auf heimische Anbieter. Laut Umfrage unter Unternehmern, bieten 54 Prozent der österreichischen Verkäufer ihre Waren online an.

Nach 3 Monaten sperrt das Kaufhaus Österreich wieder zu

Drei Monate nach Projektstart sperrt das Kaufhaus Österreich wieder zu, berichtet etwa der Standard. Das Wirtschaftsministerium kommt drei Monate nach Start des 1,26 Millionen Euro Projekts drauf, dass es gar keinen kommerziellen Marktplatz betreiben dürfe. Außerdem sei die schlechte Nutzbarkeit ein Problem gewesen. Möglicherweise werde man die Seite als Firmenverzeichnis weiterführen.

Die Erstellung eines Firmenverzeichnisses könnte sich aber ebenfalls als unnötig herausstellen. Denn eine Übersicht über Online-Händler hat längstens existiert.

Österreichs Buchhändler erhalten 180 Euro Förderung pro Webshop

Österreichs Buchhändler müssen sich mit etwa 180 Euro Förderung pro Webshop zufriedengeben. Für alle 1.100 heimischen Buchhandlungen hat die Regierung nämlich insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung gestellt als Förderung zur Einrichtung von Online-Shops.

Parlament Das Thema "Kaufhaus Österreich" im Parlament

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Ernst R.
Ernst R.
12. Februar 2021 12:48

Ich habe Interneterfahrung seit der ersten Stunde aber so schlechte Webseiten habe ich selten gesehen. Bleibt nur zu wünschen, dass diese Firma das Geld für diesen Pfusch zurück zahlen muss. Unsere Hauptschüler hier würden das besser machen.
Und ich wette, das es keine Konsequenzen gibt.

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher
Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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Impressum: SPÖ-Klub - 1017 Wien - Telefon: +43 1 40110-3393 - e-mail: redaktion@kontrast.at

 
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