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Klimaschutz: G20-Länder versagen – Österreich könnte die Ziele mit einer Klimamilliarde erreichen

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Klimaschutz: G20-Länder versagen – Österreich könnte die Ziele mit einer Klimamilliarde erreichen

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Umwelt & Klima
Lesezeit:3 Minuten
11. November 2019
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Die G20-Staaten sind für 80% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Von einer Reduktion sind sie weit entfernt. Im Gegenteil, sie befördern die Erderhitzung weiter. Auch Österreich hinkt beim Klimaschutz hinterher. Mehr Investitionen in erneuerbare Energie, thermische Sanierung und öffentlichen Verkehr könnten das ändern. Die SPÖ hat eine Klimaschutz-Milliarde beantragt. Die wäre günstiger als die drohenden Strafzahlungen fürs untätig bleiben.

G20-Länder versagen beim Klimaschutz

Mit den Pariser Klimazielen haben sich 196 Staaten und die EU 2015 auf der UN-Klimakonferenz verpflichtet, mehr für den Klimaschutz zu tun. Konkret haben sie sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasse massiv zu reduzieren. So wollen sie die Erderhitzung stoppen. Die menschengemachte globale Erwärmung soll auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber den vorindustriellen Werten gesenkt werden.

ORF-Wetterprofi Marcus Wadsak demonstriert die Entwicklung der globalen durchschnittlichen Temperaturen.

Wenn du 41 Jahr oder jünger bist hast du noch nie ein normales (=dem langjährigem Durchschnitt entsprechendes) Klima…

Gepostet von Marcus Wadsak am Donnerstag, 10. Oktober 2019

Das sind die G20-Staaten

Zu den G20-Staaten gehören Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei, die USA und die Europäische Union.

Die Länder scheitern vor allem am Umstieg auf erneuerbare Energien. Noch immer beziehen die größten Industrieländer ihre Energie zu 82 Prozent aus fossilen Quellen.

Jährlich 16.000 Klimatote und 129 Milliarden Folgekosten

Die letzten 4 Jahre waren die 4 wärmsten Jahre seit Beginn der Temperatur-Aufzeichnungen. Strengen sich die Industrieländer nicht mehr für den Klimaschutz an, könnte sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um 3 Grad Celsius weiter erhitzen.

Die Folgen: Naturkatastrophen nehmen in Zahl und Ausmaß zu. Ganze Landstriche stehen unter Wasser. Immer mehr Menschen sind deswegen auf der Flucht. Tendenz steigend. Biologen warnen vor einem Massensterben, wie es das letzte Mal vor 66 Millionen Jahren passiert ist, als ein Meteorit auf der Erde einschlug und die Dinosaurier ausrottete.

Klimabedingte Wetterkatastrophen sind schon jetzt für Menschen tödlich.

In den G20-Ländern sterben jährlich 16.000 Menschen durch Stürme, Überschwemmungen und Hitze.

Zudem verursachen derartige Wetterereignisse Schäden. Die jährlichen Kosten in den Ländern belaufen sich auf 129 Milliarden Euro.

Was die Staaten leisten müssten: Keine Treibhausgase bis 2070

Damit sich das ändert, müssten die G20-Länder ihre CO2-Emissionen bis 2030 – im Vergleich zu 2010 – um fast die Hälfte reduzieren. Bis 2070 dürfte es gar keine Treibhausgas-Emissionen mehr geben, wenn wir die Erderhitzung tatsächlich stoppen wollen. Dafür müssten die Länder viel mehr in erneuerbare Energie investieren. Doch tatsächlich nimmt die Nachfrage nach fossiler Energie noch immer zu.

Österreich hinkt bei Klimaschutz auch hinterher

Auch Österreich hinkt beim Erreichen der Klimaziele derzeit hinterher. Es wird zu wenig in erneuerbare Energie investiert. Nationale Klimapläne kritisieren Experten als unambitioniert und zu vage.

klimaschutz g20 staaten co2

Die Grafik zeigt die prozentuelle Erfüllung der individuellen Ziele der Einzelnen Staaten für das Pariser Abkommen. Quelle: CAN (Climate Action Network)

Klimaschutz-Milliarde könnte Österreich zum Klima-Vorbild machen

Das Klima-Volksbegehren, NGOs (z.B. Global2000) und die Arbeiterkammer fordern seit einiger Zeit mehr Geld für den Klimaschutz. Die Sozialdemokraten haben nun im Budgetausschuss des Parlaments eine Klimaschutz-Milliarde beantragt. Damit soll der Staat in Energieforschung, thermische Sanierung von Gebäuden und in den öffentlichen Verkehr investieren (denkbar wäre die Umsetzung des 1-2-3-Tickets). Das Geld wäre vorhanden – und es wäre langfristig günstiger, in Klimaschutz zu investieren als abzuwarten. Denn reduziert Österreich seine CO2-Emissionen nicht seinem Ziel entsprechend, muss das Land eine hohe Geldstrafe zahlen: Bis 2030 könnten sich die Strafzahlung laut Umweltministerium auf 6,6 Milliarden Euro belaufen.

Antrag auf Klimamilliarde von ÖVP, Grünen und FPÖ vertagt

Der Gesetzesantrag der SPÖ für die Klimamilliarde gelangte am 11. November 2019 im Budgetausschuss des Nationalrats zur Abstimmung. Dort wurde er von ÖVP, Grünen und FPÖ vertagt.

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1 Kommentar
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Michael Leon
Michael Leon
12. November 2019 14:20

Das Thema ist eigentlich Mobilität. Und solange sich die SPD nicht von der liberal-suizidalen Idee verabschiedet, dass man ein Anrecht auf Mobilität hätte, haben immer die das Sagen, die das Gegenteil behaupten. Ich denke, dass mit Gerhard Schröder, der quasi aus dem Hause VW liiert ist (ebenso wie Peter Hartz) die Sozialdemokratie endgültig ins Lager des Wolfsburger Sozialismus übergetreten ist, der die Freude am Leben durch die Kraft der Maschinen ersetzt.

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