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Liberaler LGBT-Aktivist Robert Biedroń tritt für Linke bei Präsidentschaftswahl in Polen an

Robert Biedroń während der polnischen Parlamentswahlen 2019

Robert Biedroń während der polnischen Parlamentswahlen 2019, Credits: Waenceslaus

Sara Mohammadi Sara Mohammadi
in Europa, Politik
Lesezeit:2 Minuten
20. Februar 2020
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Im erzkonservativen Polen war er als Bürgermeister mit seiner Politik beliebt und erfolgreich. Nun will der offen schwule Robert Biedroń bei der Präsidentschaftswahl in Polen antreten. Der Kandidat für die Linke fordert die Trennung zwischen Kirche und Staat, gleiche Gehälter für Männer und Frauen sowie mehr Sozialausgaben

Ein offen homosexueller Atheist, der sich für Frauen- und LGTB-Rechte ausspricht und sich für grüne und soziale Themen einsetzt: Robert Biedroń, Europaabgeordneter und Ex-Oberbürgermeister der Stadt Słupsk verkörpert alles, was die konservative und rechtspopulistische Regierungspartei PiS in Polen ablehnt. Nun will er für das Linksbündnis in den Präsidentschaftswahlkampf einziehen.

Biedrón setzt in Polen auf soziale und grüne Themen

Mit Biedroń hat die linke Partei nun einen Kandidaten, der polarisiert und ein Gegenstück zu den konservativen und rechtspopulistischen Kandidaten darstellt. Biedroń gründete erst im Februar 2019 seine neue Partei „Wiosna“ („Frühling“). Als einziger Mainstream-Politiker Polens sprach er sich in seinem Programm ganz klar für eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts und eine Einführung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften aus. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt: eine strikte Trennung zwischen Kirche und Staat. Er fordert gleiche Gehälter für Männer und Frauen sowie mehr Sozialausgaben. Dazu gehören eine Grundrente und eine Steigerung des gesetzlichen Mindestlohns auf 60 Prozent des Durchschnittslohns. Auch grüne Themen haben in seiner Politik Platz: Er will bis 2035 alle polnischen Kohlebergwerke schließen.

Viele sehen in Biedroń einen frischen Wind für Polens Politik. Denn: Alles deutet darauf hin, dass die zweite Amtszeit der derzeitigen Regierung noch rechter und konservativer ausfallen wird. Nicht-heterosexuellen Menschen werden weiter durch das Kirche-Staat-Bündnis stigmatisiert. Die Regierung wird weiterhin die Wichtigkeit von Klimaschutz ignorieren. Frauenrechte werden wie bislang weiter eingeschränkt.

Robert Biedroń: LGBT-Aktivist undEx-Bürgermeister, der für die linke Partei in der polnischen Politik mitmischen möchte
Robert Biedroń: LGBT-Aktivist und Politiker. Quelle: Wikimedia Commons, Kuba Bożanowski

Erfolge bei der Parlamentswahl

Im August schloss sich Wiosna mit der sozialdemokratische Partei SLD und Razem zu dem Linksbündnis Lewica zusammen. Bereits im Oktober konnte die linke Partei im Zuge der Parlamentswahl erste Erfolge erbringen: mit 12,5 Prozent wurde Lewica zur drittstärksten Kraft in Polen. An diesen Erfolg anknüpfend, kündigte das linke Bündnis im Januar 2020 an, Biedroń als ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Mai aufzustellen. Denn der Politiker ist medial bekannt und konnte sich als Bürgermeister von Słupsk bereits viel Respekt erwerben.

LGBT-Aktivist und Bürgermeister

Biedroń wurde 1976 geboren und wuchs in Krosno auf. Später studierte er Politik in Olsztyn und Wien. 2001 hatte er nach dem Vorbild deutscher und englischer LGBT-Organisationen die „Kampagne gegen Homophobie“ gegründet. Von dieser Organisation blieb er acht Jahre lang ihr Vorsitzender. 2014 wählten ihn die Bürger der Stadt Słupsk zu ihrem Bürgermeister. Das brachte der Stadt zu einer ungeheuren Popularität: Aus ganz Polen reisten junge Paare an, um sich von Biedroń standesamtlich trauen zu lassen. Słupsk, das bisher als eher verschlafene Stadt galt, nahm einen unerwarteten Aufschwung. Die Stadt wird regelmäßig zu einer der lebenswertesten Städte Polens gewählt.

 

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Umberto Eco war Schriftsteller, Philosoph und einer der bekanntesten Intellektuellen Europas. Weltberühmt wurde er 1980 mit seinem Roman „Der Name der Rose“. Der historische Krimi spielt in einem mittelalterlichen Kloster und verbindet Spannung mit klugen Fragen über Wissen, Macht und Wahrheit. Das Buch wurde ein internationaler Bestseller und erfolgreich verfilmt. Geboren 1932 in Italien, war Eco vor allem Professor für Semiotik – die Lehre von den Zeichen. Er untersuchte, wie Sprache, Medien und Popkultur Bedeutung erzeugen und wie leicht Öffentlichkeit manipuliert werden kann. Schon früh warnte er vor Propaganda und vereinfachenden Weltbildern. Eco schrieb nicht nur Romane, sondern auch Essays, in denen er verständlich und oft mit Humor komplexe Themen erklärte. Er mischte sich politisch ein und kritisierte Rechtspopulismus sowie Geschichtsvergessenheit. Zitat: Um tolerant zu sein, muss man die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen. Umberto Eco

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