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Rechtsextremismusbericht 2025: Österreichs Neonazis sind gut vernetzt und gewaltbereit

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Foto: Marek Peters / GFDL, Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: GNU Free Documentation License (GFDL), https://www.gnu.org/licenses/fdl-1.3.html

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Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Rechtsextremismus
Lesezeit:3 Minuten
23. Januar 2026
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Der aktuelle Rechtsextremismus-Bericht des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) für 2025 zeichnet ein beunruhigendes Bild der extremen Rechten in Österreich. Er dokumentiert nicht nur neonazistische Strukturen, sondern beschreibt auch neuere, vernetzte Milieus, die eine Gefahr für die Demokratie darstellen.

Das DÖW untersuchte im Auftrag des Innen- und Justizministeriums die rechtsextreme und neonazistische Szene in Österreich. Im Zentrum stehen dabei vier Gruppen: Neonazis, deutschnationale Verbindungen, die sogenannte Neue Rechte und rechtsextreme Strömungen in diversen Communitys. Besonders auffällig ist laut DÖW der Wiederanstieg jugendlicher Neonazi-Symbole wie Bomberjacken oder Springerstiefel und eine stärkere Gewaltbereitschaft junger Akteur:innen. Extremismusforscher Berichtsautor Bernhard Weidinger sieht darin eine direkte Folge der Normalisierung rechter und rechtsextremer Positionen.

„In Zeiten eines fortschreitenden Mainstreamings rechtsextremer Ansichten fühlen manche sich offenbar ermächtigt, den erhofften politischen Umsturz nicht erst abzuwarten, sondern bereits jetzt einen vermeintlichen Mehrheitswillen umzusetzen – buchstäblich auf eigene Faust“, sagt er gegenüber dem STANDARD.

Übergriffe auf Minderheiten und queere Personen könnten noch mehr zunehmen

Der Bericht hält allerdings fest, dass seit jeher jede neue Generation im Neonazismus zunächst gewalttätiger und aktionistischer auftritt auf als ihre Vorgänger. Auch 2024 ging das Auftreten einer neuen Neonazi-Alterskohorte mit einem deutlichen Anstieg von 23 Prozent bei einschlägiger Straftaten einher. Hier geht es um Verstöße gegen das Verbotsgesetz, Sachbeschädigung und Körperverletzung.

Aufgrund der gesetzlichen Schranken und fehlender massentauglicher Anreize scheint die Neonazi-Ideologie laut DÖW allerdings formal wenig Wachstumsmöglichkeiten zu haben. Für bestimmte Personengruppen könnten gewaltvolle Übergriffe aber weiter zunehmen:

Der Neonazismus ist für bestimmte Personengruppen, allen voran sichtbare Minderheiten und queere Personen, eine ernste Gefahr. „Insofern neonazistischer Nachwuchs sich seinen Peers und Altvorderen über Gewalttaten zu beweisen pflegt, ist eine (weitere) Zunahme entsprechender physischer Übergriffe zu befürchten“, heißt es im Bericht.

Rechtsextreme Netzwerke statt fester Organisationen

Statt klassischer Parteien oder Vereine entstehen zunehmend lose Netzwerke, die digitale Plattformen und moderne Kommunikationstechnologien nutzen. Diese Strukturen sind schwerer zu beobachten und erlauben schnelle Mobilisierung – etwa bei Konzerten, Kampfsport-Events oder subkulturellen Szenetreffen. Auch Initiativen wie die rechtsextreme „Tanzbrigade Wien“ zeigen, wie Musik- und Jugendkultur gezielt politisiert werden.

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Alternative Medien – mitfinanziert durch die FPÖ

Ein zentrales Kapitel widmet sich der rechtsextremen Medienlandschaft. Laut DÖW-Chef Andreas Kranebitter ist es der extremen Rechten „mittlerweile gelungen, durch ihre Medien, die sogenannte ‚alternative Fakten‘ berichten, eine Parallelgesellschaft zu schaffen“.

Das könnte künftig weiter zunehmen. Denn solche Medien profitieren mitunter von einer finanzstarken FPÖ:

„Die rechtsextreme Publizistik verfügt mit der vielfältigen Unterstützung, die die aktuell stärkste Partei des Landes ihr angedeihen lässt, über ein wichtiges Asset, das ihr sowohl finanzielle Mittel als auch Reichweitengewinne zuführt. Wird diese Unterstützung beibehalten bzw. weiter intensiviert, ist von einer weiter wachsenden gesellschaftlichen Prägewirksamkeit rechtsextremer Medienprojekte auszugehen“, resümiert der Bericht.

Das sind nicht die einzigen Verstrickungen, die laut Bericht zwischen der FPÖ und den rechtsextremen Strukturen bestehen. So gibt es beispielsweise personelle Überschneidungen, etwa mit Burschenschaften oder den „Identitären“. Über den gesamten 220-Seiten langen Bericht hinweg wird die Freiheitliche Partei 252 Mal erwähnt.

Demonstration der Identitären in Wien. (Foto: Ivan Radic/flickr/ CC BY 2.0)
Demonstration der Identitären 2021 in Wien. (Foto: Ivan Radic/flickr/ CC BY 2.0)

Wegen ÖVP-FPÖ-Regierung gab es 22 Jahre keinen Rechtsextremismusbericht in Österreich

Den Rechtsextremismusbericht hat Schwarz-Blau 2002 abgeschafft. Erst 22 Jahre später, Ende 2024, wurde vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) wieder einer erstellt. Bereits damals beschrieb er rechtsextreme Aktivitäten und einige Verbindungen zur FPÖ.

Im Mai 2021 hat das Parlament dann einen nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus beschlossen. Die FPÖ war als einzige Partei dagegen. Zusätzlich zum Aktionsplan gibt es eine Online-Kampagne „Wir sind mehr“, die ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus setzt.

FPÖ-Klub füttert rechte Medien mit 50.000 Euro Steuergeld über Inserate gegen NGOs

Parlament Das Thema "Rechtsextremismus" im Parlament

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