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Thomas Schmid will Kronzeugenstatus – Hausdurchsuchungen bei Rene Benkos Signa Gruppe

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Jakob Zerbes Jakob Zerbes
in ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss
Lesezeit:3 Minuten
18. Oktober 2022
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Es ist ein kleines innenpolitisches Erdbeben, als die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft am Dienstag, dem 18. Oktober 2022 veröffentlicht, dass Thomas Schmid den Kronzeugenstatus beantragen will. Seit April hat der ehemalige Generalsekretär im Finanzministerium in 15 (!) ganztägigen Einvernahmen sein Wissen über mutmaßliche Korruption bekannt gegeben. Seine Aussagen werden nun in den offiziellen Akt übernommen und sind damit bald für alle Beschuldigten einsehbar. Zeitgleich fanden in Innsbruck bei der Signa Gruppe des Kurz Intimus Rene Benko Hausdurchsuchungen statt. Beobachter vermuten einen Zusammenhang. 

https://www.tiktok.com/@kontrast_at/video/7156165759247420678

„Eine Bombe“ nennt es der Innenpolitik-Redakteur Fabian Schmid auf Twitter. Seine Einschätzung ist wohl nicht übertrieben. Thomas Schmid, der Ex-Generalsekretär und ehemalige ÖBAG-Chef, will um den Status als Kronzeuge ansuchen. 15 Tage lang hat Schmid seither bei der WKStA ausgepackt, und sich den Fragen der Staatsanwälte gestellt. Der Inhalt ist der Öffentlichkeit unbekannt – noch. Denn die Protokolle werden dem Akt zur Causa um die Casinos hinzugefügt. Damit haben alle 45 Beschuldigten (natürliche Personen und Verbände) Einsicht in die Protokolle – ein ziemlich großer Personenkreis. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Untreue, der falschen Beweisaussage, des Missbrauchs der Amtsgewalt, der Bestechlichkeit, der Bestechung und der Verletzung des Amtsgeheimnisses. Seit April liegen die Einvernahmen bereits bei der WKStA – bisher wurden keine Informationen „geleakt“. Die ÖVP hatte der WKStA immer wieder vorgeworfen, Erkenntnisse an die Medien zu spielen.

 

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft lässt die „Bombe“ platzen: Thomas Schmid packt aus und will den Kronzeugenstatus. (Screenshot)

Thomas Schmids Chats

Im Zuge der Ibiza-Untersuchungen konfiszierte die WKStA Thomas Schmids Handy – und seine Backups. 300.000 Nachrichten konnten wiederhergestellt werden, die mitunter große politische Sprengkraft besaßen. So wurde die Inseratenkorruption des „Beinschab-Österreich-Tools“ bekannt, die letztlich auch zum Rücktritt des ehemaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz geführt hatten. Auch in anderen Themenbereichen lieferten die Chats Einblicke in die Machenschaften der türkisen ÖVP. So wurde etwa besprochen, wie man flächendeckende Kinderbetreuung in Österreich verhindern könnte oder kirchliche Vertreter unter Druck setzen könnte. Zur Erinnerung: Hier geht es zu den „Best-of“ der Schmid-Chats.

Hausdurchsuchungen bei der Signa Gruppe in Innsbruck

Zeitnah mit der Veröffentlichung der WKStA kam es zu Hausdurchsuchungen in Innsbruck. Dort wurde bei der Signa Gruppe nach Unterlagen gesucht. Anscheinend hat es mit einem Immobiliendeal in Wien zu tun – doch das konnte noch nicht bestätigt werden. Der Kurz-Förderer Rene Benko ist Mehrheitseigentümer der Signa-Gruppe und im Jahr nach Erstellung des Ibiza-Videos bei der Kronen Zeitung eingestiegen.

Nach ORF-Infos soll heut bei Rene Benkos Signa in Innsbruck eine Hausdurchsuchung stattgefunden haben – nach den Aussagen von Thomas Schmid, der Kronzeuge werden will. Es dürfte um Steuerverfahren gehen, wo Schmid Benko unterstützt haben soll. @PetraPichler1 berichtet um 14 Uhr

— Bernt Koschuh (@BerntKoschuh) October 18, 2022

Der Fall: Kika-Leiner

Auf Twitter mutmaßen manche, dass es bei der Hausdurchsuchung um den Mega-Immobilien-Deal aus 2018 gehen könnte. Damals übernahm Benkos Signa den kriselnden Möbelhändler Kika-Leiner vom südafrikanischen Konzern Steinhoff. Benko hatte seit Jahren geplant, in den österreichischen Möbelmarkt einzusteigen. Als Kika-Leiner 2017 in die Krise schlittert, wittert Benko seine Chance und übernimmt zunächst den großen Leiner-Flagshipstore auf der Mariahilfer Straße. Ende Juni 2018 übernimmt Benkos Signa schließlich alle 68 Filialen der Kika-Leiner-Kette.

Für alle Immobilien legt Signa rund 450 Millionen Euro auf den Tisch und verpflichtet sich, 100 Millionen Euro Sanierungsbetrag zu zahlen. Bei diesem Deal hatte Benko einen wichtigen Unterstützer: den damaligen ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz. Er soll in engem Kontakt mit Benko gestanden sein und sich für den Einstieg des Milliardärs in den österreichischen Möbelmarkt eingesetzt haben.

Kurz und Benko standen auch abseits der Kika-Leiner-Übernahme in Kontakt. Benko hat den ÖVP-Chef in Wirtschaftsfragen beraten. Kurz wiederum half dem Konzernchef bei seinen Geschäftsanbahnungen, etwa in den Vereinigten Emiraten. Das österreichische Wirtschaftsmagazin Trend zählte Benko zum „innersten Kreis“ und Netzwerk von Kurz‘ Förderern.

„Und in den Häf’n schick i euch a!“

Einstweilen ist man auf Twitter durchaus hämisch:

https://twitter.com/wurzelmann/status/1582314703636041728?s=46&t=CFQ5QiIlwEKRj0o5oVxYOQ

Liebe vergeht pic.twitter.com/uIFrRARfBz

— Eva Sager (@evas_sager) October 18, 2022

https://twitter.com/Wurzelmann/status/1582314241331064832

Parlament Das Thema "Kronzeugenstatus" im Parlament

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Kronzeuge

Eine Kronzeugin bzw. ein Kronzeuge ist jemand, der selbst eine Straftat begangen hat und freiwillig einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der Straftat leistet. Er oder sie muss nicht nur über die eigenen strafbaren Handlungen ein Geständnis ablegen, sondern auch über die Handlungen anderer berichten. Es geht also darum, dass der Beitrag zur Aufklärung das Gewicht (also den Schaden) der eigenen Tathandlungen übersteigt. Man muss schon großzügig "auspacken" über alles, was man weiß. Im Gegenzug kann die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen die Kronzeugin  unter Vorbehalt späterer Verfolgung einstellen. Einen Anspruch darauf gibt es nicht. Eine weitere wichtige Voraussetzung: Freiwilligkeit. Der potenzielle Kronzeuge bzw. die potenzielle Kronzeugin muss aktiv an die Staatsanwaltschaft oder die Kriminalpolizei herantreten. Angewendet wird die Kronzeugen-Regelung im Bereich

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ÖVP

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) ist eine der traditionellen Großparteien Österreichs. Sie vertritt vor allem bürgerlich-konservative Werte. Traditionell gilt sie als Interessenvertreterin der Wirtschaft, der Bauern sowie der römisch-katholischen Kirche.

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