Österreichs Medienlandschaft zeichnet sich durch eine geringe Pressevielfalt und eine enorme Konzentration am Tageszeitungs-Markt aus. Die wichtigsten Eigentümer der 12 noch bestehenden Tageszeitungen sind reiche Familien, Investoren und die katholische Kirche. Wir geben eine Übersicht über Eigentümer, politische Ausrichtung, Auflagenstärke, Reichweite und öffentliche Förderungen.
Geringe Pressevielfalt bei Tageszeitungen
In Österreich gibt es für neun Millionen Einwohner:innen nur 12 Tageszeitungen: Nur 7 davon werden österreichweit verbreitet. Zum Vergleich: Die Schweiz (8,7 Mio. EW) hat über 40 Tageszeitungen, Schweden (10,4 Mio. EW) sogar über 90. Der österreichische Printmarkt wird von der Kronen Zeitung dominiert. In den jeweiligen Bundesländern wird ihre Vormachtstellung durch starke regionale Tageszeitungen allerdings relativiert.
„In Österreich gibt es wenige Medieneigentümer und einen hohen Konzentrationsprozess – auch auf regionaler Ebene. In manchen Bundesländern gibt es überhaupt nur einen großen Anbieter. In nordeuropäischen Staaten etwa hatte man durch klügere und gezieltere Medienförderungen unterstützt, dass es zumindest zwei oder drei Zeitungen pro Bundesland gibt und insgesamt mehr Anbieter“, sagt Medienforscher Andy Kaltenbrunner gegenüber Kontrast.
Würde die öffentliche Hand die heimischen Tageszeitungen nicht durch staatliche Medienförderung und Inserate finanzieren, so würden gut die Hälfte der täglichen Printprodukte zusperren müssen, mutmaßen Experten. Deshalb herrscht in den allermeisten Medienhäusern Österreichs eine gewisse „Politik-Medien-Symbiose“, erklärt Kaltenbrunner. „Manche Verbindungen – denken wir nur an die verhängnisvollen Affären von Sebastian Kurz und seinen Freunden mit der Mediengruppe Österreich – sind besonders eng. Und je weniger verschiedene Zeitungshäuser es gibt, desto einfacher ist es, wirksames Agenda-Setting zu betreiben. So etwas wäre im oft wegen Politiknähe gescholtenen ORF redaktionell kaum möglich. Er ist da derzeit jedenfalls noch ein Informationskompass und oft auch Korrektiv“, stellt der Medienexperte fest.
Im Ständestaat ließ die Regierung Dollfuss die oppositionelle Presse verbieten, in der Zeit des Nationalsozialismus kam es zur Gleichschaltung der österreichischen bzw. deutschen Medien und viele Zeitungstitel verschwanden von der Bildfläche.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Österreichs Medienlandschaft unter Aufsicht der Besatzungsmächte (USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion) neu aufgebaut. Als erste Tageszeitung erschien „Neues Österreich“ als „Organ der demokratischen Einigung“. Es wurde von den Parteien SPÖ, ÖVP und der KPÖ gemeinsam herausgegeben und von den Alliierten beaufsichtigt. Als nächstes entstanden unter französischer Kontrolle die Welt am Abend, unter britischer Kontrolle die Weltpresse und unter US-Aufsicht der Wiener Kurier. Etwas später produzierten die Parteien ihre eigenen Zeitungen: Die SPÖ druckte ihre Arbeiterzeitung, die ÖVP das Kleine Volksblatt, die KPÖ die Volksstimme. Und noch 1945 gründeten sich die überparteilichen Blätter Salzburger Nachrichten, Oberösterreichische Nachrichten, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten, Kärntner Nachrichten und Neue Steirische Zeitung.
Diese Neugestaltung der Medienlandschaft führte zu einem System, in dem einzelne reiche Familien große Medienunternehmen aufbauen konnten. In den 50er Jahren gab es in Österreich 26 Tageszeitungen. Diese wurden sukzessive weniger, bis es in den 80er Jahren zu Beteiligungen deutscher Medienriesen an österreichischen Zeitungen und zu Zusammenschlüssen großer Medienhäuser kam. Die österreichischen Gesetzesgeber haben dabei kartellrechtlich nicht eingegriffen, was von Experten vielfach kritisiert wurde. Inzwischen sinken auch die Druckauflagen der noch verbliebenen Zeitungen langsam, aber stetig.
Liste der österreichischen Tageszeitungen
Im Folgenden geben wir einen Überblick zu den 12 heute in Österreich erscheinenden Tageszeitungen. Das beinhaltet Auflagen, Reichweiten, Eigentümer sowie die Höhe der Presseförderungen und Regierungsinserate. Die Zahlen zu den Reichweiten entstammen der Media Analyse 2025. Die Zahlen für die öffentliche Presseförderung, Qualitäts-Journalismus-Förderungen, Förderungen der digitalen Transformation sowie weitere Förderungen wurden für das Jahr 2025 von der Seite Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) entnommen. Die Informationen über die Summen der Inserate stammen von Medien-Transparenz.at.
Vorsicht mit den Zahlen zur Auflage
Die „Media Analyse“ wird vom „Verein Arbeitsgemeinschaft Media – Analysen (VMA)“ mit Hilfe von Interviews erstellt. Die ermittelten Zahlen bestimmen den Werbewert der beteiligten Medien. Da der VMA ein Zusammenschluss von Verlagen und Werbeagenturen ist, kann von einem Interesse an sehr hohen Verbreitungszahlen der beteiligten Medienunternehmen ausgegangen werden. Die Vertreter von Medien und Agenturen finden sich sowohl im Vorstand als auch im Präsidium der VMA. Auch deshalb wird von verschiedenen Seiten Kritik an Zahlen und Methoden der Berechnungen der „Media Analyse“ geübt. Die Online-Bekanntheit für Print-Produkte wird seit 2020 dazu „gerechnet“.
1. Kronen Zeitung
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Die Kronen Zeitung ist mit einer Reichweite von 19,8 Prozent mit Abstand die größte Tageszeitung Österreichs. In den östlichen Bundesländern ist die Kronen Zeitung Nr. 1 oder knapp dahinter, in den westlichen Bundesländern wie Vorarlberg und Tirol spielt sie traditionell eine untergeordnete Rolle. Dort verfügt sie auch über keine eigenen Redaktionen. Im Print hat die Kronen Zeitung eine Auflage von 510.876, sie zählt aber auch online zu den größten Playern am österreichischen Markt. So gibt sie im Jahr 2025 an, mehr als 75.000 aktive Digital-Abonnenten zu haben.
Die Krone ist unter den Print-Zeitungen der einzige Publikums-Millionär in Österreich, doch auch sie hat schon bessere Zeiten gesehen: In den 1980er Jahren kam sie auf eine Druckauflage von einer Million Exemplaren und eine Reichweite von knapp 40 Prozent. Die Kronen Zeitung gehört damit gemessen an der Einwohnerzahl zu den meistgelesenen Tageszeitungen der Welt.
Zum Vergleich: Die Reichweite der deutschen Bild-Zeitung ist nicht einmal halb so groß wie die der Kronen Zeitung.
Kampagnen-Journalismus als Markenzeichen der Krone
Groß ist die Medienmacht der Krone und das Drohpotenzial ihres Kampagnenjournalismus gegenüber Politiker:innen. Immer wieder hat ihr Gründer Hans Dichand mit Krone-Kampagnen die Stimmung im Land zu lenken versucht. Politiker:innen oder deren Projekte werden in Kolumnen und Leserbriefen bejubelt oder geächtet. Die Krone kampagnisierte gegen das Kraftwerk in Hainburg und den Atommeiler Temelin, gegen Gen-Technik, für die Wahl von Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten, gegen Schriftsteller:innen wie Thomas Bernhard oder Elfriede Jelinek, den Burgtheater-Chef Claus Peymann oder die LIF-Gründerin Heide Schmidt.
Die Krone wurde 1959 von Hans Dichand als Neue Kronen Zeitung wiederbelebt, die „alte“ Krone war eine 1900 gegründete Boulevardzeitung – der Name stammt vom Preis: Eine Krone kostete die Zeitung im Abo damals. Dichand war bis dahin Chefredakteur des Kurier gewesen. Bis heute ist die Finanzierung der Kronen Zeitung nicht restlos geklärt. Jedenfalls hat der ehemalige SP-Politiker und Gewerkschaftspräsident Franz Olah mitgeholfen und mit Gewerkschaftsgeldern Garantien übernommen, die viel später im Streit um die Eigentümerschaft bekannt wurden.
Auch ein Markenzeichen der Krone war das Bild einer nackten Frau auf Seite 5 oder 7. Hans Dichand führte das Bild der „Nackerten“ 1971 ein, die täglich (außer an hohen christlichen Feiertagen) abgebildet und mit einem infantilen Begleittext versehen wurden. Das Ende der „Nackerten“ kam 2017 im Zuge der #meetoo Debatte.
Mit der Krone reich geworden: Die Familie Dichand
Die Gründer-Familie Dichand verfügt nicht nur über Millionen bei den Leser:innen, sondern auch beim Geld. Die Dichands gehören zu den reichsten Zeitungsmachern des Landes. Über Jahre erhielt sie vertraglich garantierte Vorabgewinne aus der Kronen Zeitung, die monatlich bis zu 700.000 Euro gelegen haben sollen. Bis 2024 sollen sie zehn Millionen Euro pro Jahr ausgemacht haben, seitdem immerhin noch die Hälfte. Mit der deutschen Funke-Gruppe führten diese Zahlungen zu einem langen Rechtsstreit.
Ende 2025 übernahmen Christoph und Michael Dichand schließlich die bisherige 50-Prozent-Beteiligung von Funke und Signa. Seitdem befindet sich die Kronen Zeitung wieder vollständig in Familienbesitz. Das Vermögen der Dichands schätzt Trend 2026 auf 850 Millionen Euro, womit die Familie Rang 62 der reichsten Österreicher einnimmt.
Eigentumsverhältnisse nach der Signa-Insolvenz – Stand 2026
Die Insolvenz von René Benkos Signa Holding hat eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse bei Kurier, Kronen Zeitung und der gemeinsamen Verlagsgesellschaft Mediaprint ausgelöst. Während die Übernahme der Kronen Zeitung im November 2025 endgültig geklärt werden konnte, bleibt die Beteiligung am Kurier weiter offen.
Vor der Neuordnung hielt Signa indirekt 49,49 Prozent an jener Funke-Beteiligungsgesellschaft, die mit 49,44 Prozent am Kurier beteiligt war und 50 Prozent der Kronen Zeitung besaß. Die übrigen Anteile am Kurier lagen bei Raiffeisen, jene an der Krone bei der Familie Dichand. Die Funke-Gruppe hat sich inzwischen vollständig aus den Krone-Gesellschaften zurückgezogen. Die Transaktion veränderte jedoch nicht unmittelbar die Eigentumsverhältnisse bei Mediaprint; Funke hält weiterhin knapp die Hälfte an der Kurier-Gruppe.
Gegen Vermögens- und Erbschaftssteuern
Eine der wichtigsten medialen Kampagnen der Krone ließ der Gründer und langjährige Herausgeber Hans Dichand ganz in eigener Sache journalistisch ausführen: Die Krone wetterte jahrzehntelang massiv gegen Vermögenssteuern und vor allem gegen die Erbschaftssteuer. Das Motiv war wohl, dass das von Hans Dichand angesammelte Vermögen 750 Millionen Euro betrug, als seine Ehefrau Helga Dichand 2010 das Erbe antrat. Davon sollte möglichst kein Cent an den österreichischen Staat abgegeben werden. All die Jahre „warnte“ Dichands Zeitung vor etwaigen Erbschaftssteuern. Und auch wenn es um Erbschaftsteuern erst ab über einer Million ging, ließ Dichand vor dem „Griff ins Handtaschl der Großmutter“ und „Enteigner der kleinen Sparer“ warnen.
2. Kleine Zeitung
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Die Kleine Zeitung ist das zweitgrößte Blatt des Landes. Sie ist allerdings keine landesweite Zeitung, sondern ein Regionalblatt in der Steiermark und Kärnten. In Kärnten liegt die Kleine mit einer Reichweite von 37,6 Prozent und 185.000 Leser: innen klar vor dem Erzkonkurrenten Krone, die im südlichsten Bundesland nur auf 26,8 Prozent kommt. Ihre politische Ausrichtung ist katholisch-konservativ. „Sie steht auf dem Boden christlicher Weltanschauung, tritt für eine plurale, demokratische Gesellschaftsordnung, die Eigenständigkeit der Bundesländer und die völkerrechtliche Unabhängigkeit der Republik Österreich ein und begrüßt den europäischen Einigungsprozess“, schreibt die Kleine Zeitung selbst in ihrem Impressum.
Die Kleine Zeitung gehört zur Styria Medien AG, die wiederum zu 98,33 Prozent im Eigentum der Katholischer Presseverein Privatstiftung und zu 1,67 Prozent des Katholischen Medien Vereins steht. Historisch gehen die Pressevereine auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Gegründet als Antwort auf bürgerlich-liberale Medien und die Arbeiter-Medien. „Der Katholizismus hat sich in Pressevereinen organisiert“, sagt Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell. Die Styria gehört neben der Media-Print und der Fellner-Gruppe zu den größten Verlagshäusern des Landes. Die Styria betreibt neben der Kleinen Zeitung auch die Presse, Die Furche und dazu eine Reihe von Online-Portalen wie meinbezirk.at, willhaben.at, ligaporta.at, ichkoche.at und andere.
Die Kleine Zeitung erscheint im Kleinformat seit Oktober 1948 wieder und wurde in den 1960er Jahren zur größten Bundesländerzeitung. Sie verfügt über zahlreiche Regionalbüros in der Steiermark, in Kärnten und Osttirol. Die regionalen Schwerpunkte sind die große Stärke der Kleinen Zeitung.
2023 wurde bei der Kleinen Zeitung der Sparstift angesetzt und strich mehrere Stellen: Sieben Redaktionsmitglieder verloren laut Standard ihren Job, insgesamt trennte sich das Unternehmen im Zuge des Sparpakets von neun Journalist:innen. Ein zusätzliches freiwilliges Austrittsangebot nahmen später sechs von rund 220 Redaktionsmitarbeiter:innen an.
2026 berichtete der Standard, dass die beiden Styria-Zeitungen Kleine Zeitung und Presse stärker Inhalte gemeinsam nutzen wollen. Die Kleine Zeitung konzentriert sich stärker auf Regionales, während sie bei Innenpolitik, Außenpolitik und Wirtschaft vermehrt Beiträge der Presse übernehmen soll.
3. Heute
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Die Zeitung Heute kam 2004 als Gratiszeitung auf den Markt, zwei Jahre vor dem Fellner-Konkurrenten Österreich. Die Ausrichtung von Heute lässt sich keiner politischen Strömung klar zuordnen. Die Berichterstattung unterscheidet sich auch von Bundesland zu Bundesland. Herausgeberin ist die Ehefrau von Krone-Chefredakteur und Mit-Eigentümer Christoph Dichand, Eva Dichand.
Die Zeitung und das Onlineportal heute.at gehören seit 2025 zur Heute Verlag Holding und Management GmbH. Dieser gehört der Periodika Privatstiftung mit 36,98 %, der mit Eva Dichand verbundenen ALTA GmbH mit 36,92 %, Wolfgang Jansky mit 25,10 % und Robert Knobl mit 1 %.
Die Schweizer TX Group AG, die 2016 zunächst 25,5 % an der Print-Verlagsholding und 51 % an der Digitalgesellschaft DJ Digitale Medien übernommen hatte, ist inzwischen ausgestiegen. 2024 verkaufte sie beide Beteiligungen an die bisherigen Mitgesellschafter.
Bis Anfang 2024 teilten sich Eva Dichand und Wolfgang Jansky die Geschäftsführung von Heute, danach führte Jansky den Gratiszeitungsverlag alleine. Jansky war davor Pressesprecher von Werner Faymann als dieser noch Wohnbaustadtrat in Wien war. Die Stiftung gilt daher als SPÖ-nahe, von der Heute wird eine Beteiligung SPÖ-naher Organisationen stets bestritten.
Im September 2026 wurde bekannt, dass Marc Lange als CEO die Geschäftsführung der Digitalgesellschaft des Medienhauses und damit die Verantwortung für das digitale Angebot von Heute übernimmt. Ab 2027 soll er Wolfgang Jansky ganz als Geschäftsführer des Medienhauses ablösen. Letzterer bleibt aber Gesellschafter der Heute Verlag Holding.
Heute mit der größten Reichweite in Wien
Heute ist die zweitgrößte Tageszeitung Österreichs, in der Hauptstadt Wien ist Heute sogar die Tageszeitung mit der größten Reichweite. Im Oktober 2023 wurden die Print- und Onlineredaktion zusammengeführt. Clemens Ositric führt seitdem beide Redaktionen als Chefredakteur. Die Tageszeitung erscheint von Montag bis Freitag und wird vor allem über Entnahmeboxen im öffentlichen Raum, in Krankenhäusern, Bahnhöfen, Bäckereien und Supermärkten an die Menschen gebracht. In Wien hat die Zeitung dank einem Vertrag mit den Wiener Linien Entnahmeboxen in U-Bahnstationen.
Auf der Seite drei der Zeitung war – ähnlich der Krone – bis zum Jahr 2014 das Bild einer nackten Frau abgebildet. Eva Dichand setzte dann durch, dass am Mittwoch stattdessen ein nackter Mann erscheint. Heute-Insider sagen, Dichand habe die Fotos selbst „jede Woche handverlesen ausgewählt“. Krone-Insider haben das gleiche über Hans Dichand und die „Nackerte“ in der Krone geäußert.
Heute im Strudel der Kurz-Affäre
Im März 2023 führte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eine Hausdurchsuchung bei der AHVV Verlags GmbH durch, dem Herausgeber von Heute. Im Zusammenhang mit den Chat-Protokollen des ehemaligen Kabinettschefs im Finanzministerium, Thomas Schmid, kam der Verdacht von gegenseitigen, unerlaubten Geschäften zwischen Heute und der ÖVP auf.
Die WKStA wirft Eva Dichand vor, gemeinsam mit ihrem Mann Christoph Dichand, dem Chef der Kronen Zeitung, Sebastian Kurz und sein Umfeld mit guter Berichterstattung bestochen zu haben. Im Gegenzug sollen die Kronenzeitung und die Heute von Regierungsseite mehr Inserate erhalten haben. Außerdem habe die ÖVP eine für Heute unangenehme Reform des Stiftungsgesetzes im Sinne von Eva Dichand verhindert. Laut Thomas Schmid habe dieser „Eva Dichand geschrieben, dass man eine negative Stellungnahme zum Stiftungsgesetz abgeben werde, so Schmid laut Ö1. Dichand habe darauf geantwortet: ‚Danke für Info. Hoffe, sehr negativ‘, worauf hin Schmid geschrieben habe: ‚Wir sagen, dass wir ein Paket und kein Stückwerk wollen und das daher ablehnen.'“ Alle Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.
4. Österreich
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2006 haben die Gebrüder Fellner die Tageszeitung Österreich gegründet, überwiegend als Gratis-Blatt. Seit 2018 erscheint das Gratis-Blatt Oe24 allerdings getrennt von der dickeren Bezahl-Ausgabe.
In Sachen Reichweite liegt die Tageszeitung im landesweiten Vergleich auf Platz 4, allerdings nur, wenn die Gratisausgabe mitgezählt wird. Ohne diese kostenlose Schmalspur-Ausgabe oe24 liegt Österreich im Jahr 2025 auf Platz 5.
Die Eigentumsverhältnisse haben sich in den letzten Jahren immer wieder geändert, wobei das Medium bis heute zum Firmengeflecht der Familie Fellner gehört. An der Spitze der Eigentümerkette steht 2026 die Na2 Beteiligung GmbH. Laut Firmenbuch werden 94,98 Prozent dieser Gesellschaft direkt oder indirekt von Ursula Reithofer gehalten, einer langjährigen Mitarbeiterin und Controllerin im Umfeld von Helmuth Fellner. Je 2,51 Prozent halten dessen Kinder Alexandra und Maximilian Fellner.
Der heutigen Eigentümerstruktur gingen erhebliche finanzielle Probleme voraus. 2022 einigte sich die Mediengruppe mit zahlreichen kreditgebenden Banken auf einen Schuldenschnitt. Die Verbindlichkeiten zentraler Gesellschaften lagen zuvor zusammengerechnet im dreistelligen Millionenbereich. Gleichzeitig wurde die Gruppe umfassend saniert: Die Sonntagsausgabe von „Österreich“ und die eigene Druckerei wurden eingestellt, Personal und Büroflächen reduziert und Immobilien verkauft.
Damals hielt Niki Fellner noch 62,5 Prozent an der zentralen Fellner Medien Holding, seine Cousine Alexandra Fellner die übrigen 37,5 Prozent. Ende 2023 gab Niki Fellner seine Anteile laut Firmenbuch vollständig ab. Der Medienjournalist Harald Fidler geht nach eigenen Recherchen davon aus, dass Helmuth Fellner in dieser Phase die wirtschaftliche Kontrolle über die Mediengruppe übernahm, nachdem er im Zuge der Sanierung selbst wesentliche Summen eingebracht hatte. Reithofer halte die Anteile demnach treuhändig für Helmuth Fellner beziehungsweise dessen Familie.
Über mehrere Tochtergesellschaften kontrolliert die Na2 Beteiligung GmbH heute die oe24 Holding und damit letztlich die oe24 media group.
Der erste Österreich-Aufmacher 2006 war ein Interview mit dem damaligen ÖVP-Bundeskanzler Wolfang Schüssel. In den ersten 10 Ausgaben war sechs Mal das Entführungsopfer Natascha Kampusch am Titelblatt – und in dem Stil ging es weiter. Ursprünglich kündigte Gründer Wolfgang Fellner eine Zeitung zwischen Boulevard und Qualität an (als Hauptkonkurrent zum Kurier), geworden ist es die aggressivste Boulevardzeitung des Landes. Die Zeitung gerät immer wieder in die Kritik für ihre Skandalberichte oder ihren „Hyänenjournalismus“. 2007 versuchte ein Redakteur etwa während eines Banküberfalls ein Telefon-Interview mit dem Täter zu führen, indem er in der Bank anrief. Beim Terror-Anschlag in Wien 2020 gab es heftige Kritik an der reißerischen Berichterstattung, ebenso an jener beim Amoklauf an einer Grazer Schule 2025. Neben der Kronen Zeitung und der Heute erhält die Zeitung Österreich die meisten Rügen vom Presserat.
Die Fellner-Zeitung ist auch bekannt für „exklusive“ Ankündigungen, die so nie eintreten: Etwa eine angebliche SPÖ-Minderheitsregierung 2006 (es wurde eine SPÖ-ÖVP-Koalition) oder dass Franco Foda 2011 Teamchef der Österreichischen Fußballnationalmannschaft werden würde (es wurde der Schweizer Marcel Koller). Das Oberlandesgericht Wien sprach in diesem Zusammenhang von einer „Tatsache“, dass die Zeitung Österreich Interviews einfach erfinde. Oft fiel das Fellner-Blatt durch unsauberes Arbeiten auf. So verarbeitete Österreich ein Kurzinterview und alte Zitate des österreichischen Politikwissenschaftlers Peter Filzmaier zu einer Kolumne, die er nie verfasst hat.
Der „Fellnerismus“
Die Fellners sind verrufen, einen Journalismus des Gegengeschäfts zu betreiben. Wer Geld für Inserate zahlt, bekommt wohlwollende Berichterstattung – wer dies nicht tut, wird bestraft. Politiker:innen und ihre Pressesprecher:innen erzählten von Drohgesprächen mit Helmuth Fellner, der vor negativen Kampagnen warnte, wenn keine Inserate fließen. Im Zuge der ÖVP-Inseratenkorruptionsaffäre flog dann auf: Das türkise Team von Sebastian Kurz kaufte mit Inseraten aus dem Finanzministerium mutmaßlich frisierte Umfragen und geschönte Berichterstattung in der Zeitung Österreich. Aktuell ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft dazu. Im Sommer 2026 kam dazu ein erster 1.435-seitiger Auswertungsbericht an die Öffentlichkeit. Fellner bestreitet die Vorwürfe. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.
Deutlich ist aber, dass in der Zeitung Österreich die Schranken zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung häufig verschwinden. Ein häufiger Vorwurf lautet: Den Fellners ginge es weniger um Journalismus und Information, sondern darum, möglichst viel Geld mit ihrer Zeitung zu verdienen. Der Multi-Millionär Fellner gab 2021 bei Gericht an, zwei Häuser in Österreich im Wert von zusammen 28 Mio. zu besitzen. Zu Fellners Besitz werden laut Dossier-Recherchen aber auch eine Villa in Malibu, ein Anwesen in Kitzbühel und ein Haus in Ibiza gezählt.
5. Kurier
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Der Kurier war lange Zeit die größte Tageszeitung Österreichs – bis die Kronen Zeitung Ende der 1960er kam. Er wurde ursprünglich als Zeitung der US-Besatzung nur für Wien herausgegeben und war lange das Flaggschiff des Nachkriegsjournalismus – „das Symbol des bürgerlich-liberalen Journalismus“, wie es Medienwissenschafter Andy Kaltenbrunner nennt.
Knapper Mehrheitseigentümer ist die Raiffeisenbank: Über die Printmedien Beteiligungsgesellschaft hält sie 50,56 Prozent. Raiffeisen war bereits in den 1970er-Jahren beim Kurier eingestiegen, als die Zeitung wirtschaftlich gefährdet war. Die übrigen 49,44 Prozent liegen bei der WAZ Ausland Holding. An dieser Holding sind die Funke Mediengruppe mit 50,5 Prozent und die insolvente Signa Holding mit 49,5 Prozent beteiligt. Die Eigentumsanteile der Signa Holding am Kurier werden derzeit neu ausgehandelt.
In den letzten Jahren sind außerdem spürbar Stellen abgebaut worden: 2023 wurden rund 20 Jobs gekürzt und ein Jahr später weitere 40. Im Juni 2026 berichtete Der Standard von möglichen weiteren 25 bis 30 Stellen, die vor einer Kürzung stehen.
Der Kurier ist eine bürgerlich-konservative Tageszeitung, die heute zwischen Boulevard und Qualität angesiedelt ist. Er gilt als ÖVP-nahe, was nicht zuletzt aus der Eigentümerstruktur kommt: Schließlich hat die Raiffeisenbank sehr viele Berührungs- und Überschneidungspunkte mit der ÖVP. Über den Mehrheitseigentümer Raiffeisen – immerhin eine der größten Banken Österreichs mit zahlreichen Töchtern in der Lebensmittelindustrie – liest man im Kurier naturgemäß selten Kritisches. „Wo immer wir medienfremdes Kapital in Medien haben, haben wir mit diesem Problem zu tun: Dass es eine Steuerung von Medien gibt, die auch anderen Interessen dienen als den journalistischen Interessen der Redaktion. Die Wahrscheinlichkeit, in der Tageszeitung Kurier eine große kritische Geschichte über den Raiffeisenkonzern zu lesen, ist sehr gering. Aber sie ist nicht null. Das ist die Herausforderung für die Kurier-Redaktion“, erklärt der Medienwissenschaftler Fritz Hausjell dazu.
Laut Fritz Hausjell würde die redaktionelle Führung des Kurier eine „komfortable Situation sowohl für Raiffeisen als auch für die ÖVP bieten“. Von 2018 bis 2024 war Martina Salomon Chefredakteurin des Kurier und ist seitdem dessen Herausgeberin. Sie gilt als besonders ÖVP-freundlich. Chefredakteur ist seit Februar 2024 Martin Gebhart, der seine journalistischen Wurzeln in Niederösterreich hat und mit ÖVP-Spitzenpolitikern privat golfen geht, wie Dossier aufdeckte. Sein Vertrag als Chefredakteur wurde 2026 um weitere drei Jahre verlängert, ebenso wie jener von Martina Salomon als Herausgeberin. Geschäftsführer ist seit 2024 Richard Grasl, der zuvor als ÖVP-Mann im ORF galt.
Helmut Brandstätter war früher Chefredakteur des Kurier und stand für eine kritische Linie gegenüber Sebastian Kurz. Aber auch im Kurier gibt es nicht wenige Journalist:innen, die sich ihrem Beruf verpflichtet fühlen und ausgewogen berichten, es sei also auch der Kurier keine „gmahte Wiesen“ für eine ÖVP-Regierung, betont Medienwissenschaftler Hausjell.
6. Die Presse
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Die Presse ist eine der ältesten Zeitungen Österreichs. Ihre politische Ausrichtung ist liberal-konservativ, das Medium steht im Besitz der katholischen Styria Medien AG. Sie wurde 1864 von den ehemaligen Redakteuren der Presse, Michael Etienne und Max Friedländer unter dem Namen „Neue freie Presse“ gegründet. Während der Monarchie war sie die meistgelesene Zeitung des Landes, druckte eine Auflage von 50.000 – 90.000 Exemplare und bot bis zu 500 Journalisten eine fixe Beschäftigung.
Prominente Autor:innen waren u.a. Karl Emil Franzos, Eduard Hanslick, Theodor Hertzka, Theodor Herzl, Hugo von Hofmannsthal, Karl Marx, Felix Salten, Alice Schalek, Arthur Schnitzler, Berta von Suttner oder Stefan Zweig.
Erster Weltkrieg, Karl Kraus und Alice Schalek
Während des Ersten Weltkriegs verfiel auch die Neue Freie Presse der grassierenden Kriegsbegeisterung. Vor allem der Schriftsteller und Publizist Karl Kraus wandte sich mit klaren Worten gegen die Kriegsstimmungsmache der Zeitung, insbesondere gegen Herausgeber Moritz Benedikt und die Journalistin und Kriegsberichterstatterin Alice Schalek. Karl Kraus kritisierte die Zeitung und ihren Herausgeber Benedikt in seinem Anti-Kriegsdrama „Die letzten Tage der Menschheit“ ausgiebig. Für ihn stand die Tatsache fest, „daß es keine Schlechtigkeit gibt, die der Herausgeber der Neuen Freien Presse nicht für bares Geld zu vertreten, und keinen Wert gibt, den er aus Idealismus nicht zu verleugnen bereit ist…“ Kraus bezeichnete Benedikt als „Herrn der Hyänen“ und zitierte die Kriegsberichterstatterin der Neuen Freien Presse, „die Schalek“ aus dem Jahr 1915:
“Im Angesicht der Schönheit der Natur wird der Krieg zum natürlichen Schauspiel, damit legitimiert und zelebriert. So ist der Tiroler Krieg. Überall herrscht Feiertagsstimmung. Es ist, als ob ein endloser Sonntag über dem Land läge. Und fragt man die Offiziere: Sehnt ihr euch heim? — dann stehen sie betroffen, als spräche man von versunkenen Dingen … Und sie schmecken es, was es heißt, frei sein von Luxus; sie staunen selbst über ihre Glückseligkeit darüber, ohne die Bürde des Komforts, ohne die Ketten der Bequemlichkeit, ohne die Last der Etikette zu sein.” (Schalek 1915, 54—55).
Nach dem Anschluss Österreichs wurde die Neue Freie Presse arisiert. Alle Redakteur:innen, die keinen Ariernachweis vorweisen konnten, wurden entlassen. Ende 1939 wurde die Zeitung mit dem Neuen Wiener Journal gemeinsam zum Neuen Wiener Tagblatt.
Die Presse nach dem Zweiten Weltkrieg
1946 gründete der liberal-konservative Ernst Molden die Zeitung neu als Die Presse. Molden war politischer Gegner der Nationalsozialisten. 1950 übernahm sein Sohn Fritz Molden die wirtschaftliche Leitung des Mediums. Fritz Molden war während des Zweiten Weltkriegs im Widerstand gegen die Nationalsozialisten tätig. Nach der Neugründung der Presse hatte Molden bereits als Auslandsredakteur für die Presse in den USA gearbeitet. Dort heiratete er auch 1948 die Tochter des späteren CIA-Chefs Allen Dulles.
1950 erhielt die in finanziellen Schwierigkeiten steckende Presse einen 2-Millionen-Kredit aus den USA. 2009 deckte das Magazin profil auf, dass der Redakteur und spätere Chefredakteur, Otto Schulmeister (1916-1976), jahrzehntelang für die CIA tätig war. Laut profil waren „seine Leitartikel fallweise argumentativ nach den Wünschen der CIA ausgerichtet, Geschichten unterdrückt, wenn sie dem US-Standpunkt schadeten, und Informationen aus Hintergrundgesprächen mit österreichischen Politikern und Ostblock-Botschaftern preisgegeben“.
1965 kaufte die Wirtschaftskammer die mehrheitlichen Anteile an der Zeitung.
1991 übernahm die katholische Styia Medien AG 51 Prozent der Presse, 1999 auch die restlichen 49 Prozent und ist somit alleinige Besitzerin der Zeitung.
Die Presse und die ÖVP-Korruptionsaffäre
Im Jahr 2021 eskalierte die sogenannte ÖVP-Korruptionsaffäre. Im Zuge des Ibiza-Skandals der Strache-FPÖ kam es zu mehreren Beschlagnahmungen von Mobiltelefonen. Unter anderem kam auf, dass gefälschte Umfragen bei der Zeitung Österreich mit Geld aus dem Finanzministerium bestellt und bezahlt wurden.
Und es stellte sich heraus, dass der „Strippenzieher“ in der ÖVP, Thomas Schmid, ein sehr enges Naheverhältnis zum damaligen Presse-Chefredakteur Rainer Nowak hatte. Der als sehr konservativ geltende Nowak wurde in den Chats um ÖVP-freundliche Berichterstattung gebeten. Nowak wiederum erwartete sich von der ÖVP Hilfe bei seinem angepeilten Aufstieg zum ORF-Generalsekretär.
„Ende Jänner 2017 schreibt Thomas Schmid, noch Generalsekretär im Finanzministerium, Nowak per iMessage: „Ich will lieber Geld verdienen/Als zu verwalten.“ – „Ich auch!!!“, antwortet Nowak. „Wobei ORF-Chef geht schon.“ Schmid antwortet mit zwei Daumen-hoch-Emojis und einer Faust“, berichtete der Standard.
Auch der ORF zitierte Chats zwischen Schmid und Nowak:
So schrieb Schmid etwa: „Jetzt du noch ORF-Chef“/„Alter – dann geht’s aber ab“/„Danke für alles.“ Nowak reagierte mit den Worten: „Ehrensache. Jetzt musst du mir bitte beim ORF helfen.“ Schmid: „Unbedingt.“ Darüber hinaus gab Nowak Schmid Formulierungstipps für die Kommunikation mit seiner Redaktion.”
Im November 2022 trat Nowak aufgrund der ÖVP-Korruptionsaffäre von seiner Anstellung bei der Presse zurück. Neuer Chefredakteur wurde Anfang 2023 Florian Asamer.
7. Der Standard
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Die Tageszeitung Der Standard wurde 1988 von Oscar Bronner gegründet, 50 Prozent gehörten dem deutschen Axel Springer-Verlag. Der deutsche Eigentümer verkaufte 1995 seine Anteile an Bronner. 1998 stieg der Süddeutsche Verlag mit 49 Prozent beim Standard ein. 1998 stieg der Süddeutsche Verlag mit 49 Prozent beim Standard ein. Diese Beteiligung wurde jedoch 2008 wieder zurückgekauft. Seither ist der Süddeutsche Verlag nicht mehr Eigentümer.
Heute gehört die STANDARD Medien AG zu knapp 59 Prozent Oscar Bronner, zu je knapp 20 Prozent seinem Sohn Alexander Mitteräcker und seiner Frau Andrea Bronner. 1,49 Prozent sind in Streubesitz.
Mit seiner starken Online-Präsenz gehört Der Standard zu den wichtigsten und einflussreichsten Zeitungen des Landes. Die politische Ausrichtung des Standard kann als linksliberal und wirtschaftsliberal beschrieben werden. Der Standard vertritt pluralistische, minderheiten-freundliche Positionen und argumentiert tendenziell für eine aktive Klimapolitik und eine humane Flüchtlingspolitik.
So gesehen hat Der Standard Österreichs konservative Medienlandschaft aufgebrochen. Neben der Parteizeitung der SPÖ, der AZ (Arbeiterzeitung) gab es nun eine Tageszeitung, die nicht entweder sehr ÖVP-nah und konservativ war oder aus dem katholischen Bereich kam. Nachdem die AZ 1991 aus wirtschaftlichen Gründen schließen musste, wechselte ein guter Teil ihrer Leser:innenschaft zum rosa Blatt. Das gab dem Standard in seiner Gründungsphase einen zusätzlichen Schub.
Online mitreden: Der Beginn des Web 2.0
1995 geht derStandard.at online, zunächst als Abbildung der Print-Zeitung. So konnte Der Standard rund um den Globus aktuell gelesen werden.
1997 gründete Der Standard eine eigene Online-Redaktion, welche die Nachrichten auf der Webseite während des Tages aktualisierte. Mit dem Service der „Nachrichten in Echtzeit“ war der Standard.at die erste deutschsprachige Zeitung.
Eine große Neuerung am österreichischen Mediensektor war die Einführung der Online-Kommentare durch die Leser:innen. Erstmals in der Geschichte war es Zeitungsleser:innen möglich, Kommentare oder Berichtigungen zu Zeitungsartikeln zu verfassen. Das war vorher nur via Leser:innen-Briefe möglich, wobei nur ein kleiner Teil der Zuschriften veröffentlicht werden konnte – Papier ist zwar geduldig, aber teuer in Produktion und Verbreitung. Laut Standard.at haben die Leserinnen und Leser bis 2018 40.000 Millionen Kommentare unter den Artikeln und in den Foren abgegeben.
8. Vorarlberger Nachrichten (VN)
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Die Vorarlberger Nachrichten haben eine monopol-ähnliche Stellung in Vorarlberg. Im westlichsten Bundesland Österreichs verfügt sie über eine Reichweite von 37,4 Prozent. Zum Vergleich: Die Kronen Zeitung kommt dort nur auf 3,5 Prozent.
Die VN stehen im Besitz von Russmedia, der Privatstiftung der Familie Russ. Vorarlberger Großverleger Eugen Russ hat den Zeitungsverlag mit knapp 30 Jahren übernommen, er trat in die Fußstapfen von Vater und Großvater. Im April 2024 gab es einen Wechsel an der Spitze der VN: Gerold Riedmann wechselte als Chefredakteur zum Standard und übergab seinen Posten als Geschäftsführer und Chefredakteur bei der Neuen Vorarlberger Zeitung an Isabell Russ, der Tochter des Herausgebers Eugen A. Russ.
Die Familie hat eine gewisse Nähe zur ÖVP. So war die Schwester des Verlegers Eugen Russ, Gabriele Nußbaumer, bis Jänner 2018 Vize-Landtagspräsidentin für die Volkspartei. Im Zuge der Inseraten-Affäre um den ÖVP-Wirtschaftsbund wurde bekannt, dass Russmedia gemeinsam mit dem ÖVP-Wirtschaftsbund-Direktor Kessler zu 40 Prozent an der Werbeagentur Mediateam beteiligt war. Die Agentur wickelte das Anzeigengeschäft für die Zeitung der vom Wirtschaftsbund dominierten Vorarlberger Wirtschaftskammer ab. Für Kritik sorgte, dass über diese Affäre weder die Vorarlberger Nachrichten noch die Vorarlberger Tageszeitung anfangs berichteten. „In Vorarlberg berichtete bis dato nur der ORF über die Verflechtungen. In den Medien der Russmedia-Gruppe gab es hingegen keine Beiträge“, schrieb der Standard im November 2021. Auch der Ö1 #doublechek berichtete. Erst als der Druck zu groß wurde, fand eine korrekte Berichterstattung statt.
Die Süddeutsche Zeitung hat die VN einmal „Kundenklub mit angeschlossener Zeitung“ genannt, weil es für Abonnent:innen Strom zum Sondertarif, Unfallversicherung oder Gutscheinhefte mit Einkaufstipps gibt – praktischerweise im redaktionellen Teil ausführlich erläutert. Wer all das nutzt, steigt nach Abzug des Abo-Preises mit einem Plus im Börsel aus, wie VN-Chef Russ immer wieder vorgerechnet hat.
9. Oberösterreichische Nachrichten
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Die Oberösterreichischen Nachrichten sind die meistgelesene Zeitung im Bundesland. Fast jeder Dritte (23,3 Prozent Reichweite bzw. 302.000 Leser:innen) konsumiert dort die OÖN, nach jahrzehntelangem Match konnte die Vormachtstellung der Krone beendet werden. Das Kleinformat kommt in Oberösterreich nur auf 18,8 Prozent Reichweite.
Die politische Ausrichtung ist bürgerlich-konservativ, die Rolle der katholischen Kirche hat einen ausgeprägten Wert in der Berichterstattung. Die Zeitung bedient die klassischen Ressorts, dazu kommen noch regionale Beilagen, co-finanziert durch die Werbeeinnahmen der lokalen Unternehmen.
Das Medium bemüht sich um eine annähernd politisch neutrale Haltung, eine gewisse Nähe zur Landeshauptmann-Partei ÖVP ist dabei aber nicht zu übersehen. Von 1967 bis 1992 war etwa Hermann Polz Chefredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten. Er war mit dem Langzeit-Landeshauptmann Josef Ratzenböck verschwägert, nachdem seine Schwester den obersten ÖVP-ler geheiratet hatte. Polz galt allerdings als ein unabhängiger Geist und hat vielleicht gerade ob der familiären Situation einen gewissen Abstand zur ÖVP gehalten. So behielt er etwa in der Waldheim-Affäre kritische Distanz zur Position der Partei.
Die Eigentumsverhältnisse bei den OÖN
Auch in Oberösterreich erlaubte die US-amerikanische Besatzungsmacht nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Entstehen neuer Medien. Unter anderem wurden dabei 1945 die Oberösterreichischen Nachrichten gegründet. Eigentümer und Besitzer waren Persönlichkeiten aus der Region, die politisch aus verschiedenen Lagern kamen. Produziert wird die Zeitung in der Druckerei Wimmer. Die Druckerei Wimmer produziert und besitzt daneben auch die Zeitung Tages-Post.
Besitzer der J Wimmer KG sind seit 1954 Ilse Cuturi und ihre Kinder. Die Oberösterreichischen Nachrichten sind seit 1953 vollständig im Besitz von Alfred Maleta. 1955 fusionieren die Projekte. Es entsteht die J. Wimmer GesmbH als Eigentümerin und Herausgeberin der Oberösterreichischen Nachrichten. Sie gehört zu 74 Prozent der J. Wimmer KG und zu 26 Prozent Alfred Maleta. 1986 verkauft Maleta seine Anteile an Rudolf Andreas Cuturi. Somit sind alle Anteile der Firma Wimmer wieder in Familienbesitz. (Quelle: OÖN).
10. Tiroler Tageszeitung (TT)
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Die TT ist der absolute Platzhirsch im Bundesland Tirol. Sie verfolgt einen reinen Tirol-Kurs ohne großen nationalen Anspruch. Die TT gehört gemeinsam mit dem kleinformatigen Gratis-Ableger TT kompakt zur Moser-Holding. Diese ist seit 2026 zu 77 Prozent im Besitz der Vorarlberger Russmedia (siehe Vorarlberger Nachrichten) und zu 23 Prozent der Bank für Tirol und Vorarlberg AG. Die Gründerfamilie Moser ist vollständig ausgestiegen – und die Familie Russ zur wichtigsten Medienfamilie Westösterreichs aufgestiegen. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat den Zusammenschluss zwar unter Auflagen erlaubt, äußerte allerdings ausdrücklich Bedenken hinsichtlich der Medienvielfalt. Für Schlagzeilen sorgte 2026 allerdings, dass Russmedia die Druckerei in Innsbruck zusperren wird und 63 Beschäftige ihren Job verlieren.
Die Moser Holding beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter:innen und betreibt neben der TT und tt.com unter anderem Life Radio Tirol sowie Beteiligungen an weiteren Regionalmedien. Trotz Printkrise ist die TT nach wie vor das Flaggschiff der Holding. Sie hat laut Media-Analyse 2025 in Tirol eine Reichweite von 37,3 Prozent. Mit gehörigem Abstand folgen dann die Kronen Zeitung (21,7 %), Der Standard (6,2 %) und Österreich (Kauf+Gratis) (4,4 %).
Die politische Ausrichtung bzw. Blattlinie der Zeitung wird als liberal-konservativ beschrieben. Ähnlich wie die VN setzt die TT auch auf Vergünstigungen für ihre Leser:innen: Der TT-Club zählt zu den erfolgreichsten Kundenklubs Tirols. Rund 85.000 Club-Mitglieder profitieren von Veranstaltungen, Gewinnspielen, vergünstigten Eintritten, Urlaubsangeboten und anderen Dauervorteilen bei TT-Partnerunternehmen.
Der Tiroler Investigativ-Journalist Markus Wilhelm kritisiert die TT immer wieder für ihre zögerliche Berichterstattung zu Skandalen in Tirol.
11. Salzburger Nachrichten (SN)
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Die Salzburger Nachrichten sind eine überregionale österreichische Tageszeitung mit Schwerpunkt im Bundesland Salzburg. Die SN erscheinen im Großformat, mit einem Regionalteil im Kleinformat. Die Salzburger nennen ihn „das Zwergerl“. Die Zeitung betreibt eine eigene Wien-Redaktion. Chefredakteurin ist Karin Zauner, ihre Stellvertreterin Anja Kröll.
Die Redaktion der SN teilt sich in Salzburg ein Gebäude mit der Kronen Zeitung. Die beiden Zeitungstitel werden auch in der gleichen Druckerei gedruckt. „Würden die Salzburger Nachrichten eine harte Strategie gegenüber der Salzburger Kronen Zeitung fahren, könnte sie die Mediaprint aus der Druckerei schmeißen“, sagt Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell dazu.
Medieninhaber ist die in Familienbesitz befindliche Salzburger Nachrichten Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co. KG, deren Eigentümer lange Zeit Herausgeber Dr. Max Dasch war, der im April 2024 im Alter von 77 Jahren verstorben ist. In der Medienlandschaft galt Dasch als „große Verlegerpersönlichkeit“. Dementsprechend groß war die Anteilnahme. Bereits 2013 hat er seinen Sohn – auch er heißt Max Dasch – in die Geschäftsführung der SN geholt. Er gilt nun als Herausgeber.
Nach 1945 wurden die SN vom Druckereidirektor Max Dasch und dem Journalisten Gustav Adolf Canaval gegründet. Der konservative Canaval hätte wegen seiner austrofaschistischen Vergangenheit beinahe keine Zulassung als Journalist von den US-Besatzern nach dem Krieg erhalten. Doch ÖVP und Kirche setzten sich sehr für Carnaval ein, der zur Zeit des Austrofaschismus Chefredakteur der Heimwehr-Wochenzeitung Sturm über Österreich war. Canaval erhielt schließlich die Zulassung und leitet die SN bis 1959 als Chefredakteur. Die amerikanische Besatzungsmacht sei aber „hochgradig unzufrieden“ mit der Zeitung gewesen, weil sie sich damals „stark gegen die Sühnemaßnahmen gegen ehemalige Nationalsozialisten positioniert hatte“, wie Medienhistoriker Hausjell schildert. Der damalige stellvertretende Chefredakteur Viktor Reimann ist schließlich einer der Gründer des VdU (der Vorläuferpartei der FPÖ und ein Sammelbecken für ehemalige Nationalsozialisten) geworden und aus der Redaktion ausgeschieden.
„Die Salzburger Nachrichten hatten in den Augen der Amerikaner antisemitische und großdeutsch argumentierende Artikel und wollten die Zeitung wieder in ihren Besitz bekommen, was ihnen aber nicht gelungen ist“, erklärt Hausjell.
Heute gelten die Salzburger Nachrichten als Qualitätszeitung, eine konservativ-liberale Blattlinie prägt die politische Ausrichtung. Im Impressum der Salzburger Nachrichten beschreibt sich die Zeitung als „parteipolitisch unabhängige Tageszeitung, dem christlichen Weltbild verpflichtet“.
12. Neue Vorarlberger TZ
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Wie die Vorarlberger Nachrichten steht die Neue Vorarlberger Tageszeitung im Besitz von Russmedia. Der Konzern produziert in Österreich, Deutschland, Ungarn und Rumänien Medien. Darunter befinden sich Tageszeitungen, Wochenzeitungen und über 100 Online-Medien.
In Vorarlberg besitzt Russmedia beinahe ein Medien-Monopol. Denn neben den beiden Tageszeitungen besitzt man auch lokale Online-Portale (u.a. vol.at), den Radiosender Antenne Vorarlberg, sowie den TV-Kanal Ländle TV.
Die engen Verbindungen des Herausgebers Russmedia zur Vorarlberger ÖVP sind bereits Thema weiter oben im Kapitel Vorarlberger Nachrichten. Die scheinbare Medienvielfalt mit zwei Tageszeitungen im Bundesland wird vielfach kritisch betrachtet.
Dass 95 % der Vorarlberger:innen von nur einem einzigen Medienhaus erreicht werden, findet der damalige Geschäftsführer von Russmedia und Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten Gerold Riedmann im Jahr 2017 nicht weiter komisch. Seine Medien stünden durchaus in Konkurrenz zueinander, behauptete er.
Rein zufällig produziert aber die Vorarlberger Tageszeitung eine eigene Sonntags-Ausgabe (Die NEUE am Sonntag) mit einer beachtlichen Reichweite von 14,1 Prozent im Bundesland. Am Montag erscheint statt der NEUE Vorarlberger Tageszeitung die Vorarlberger Nachrichten.
Zur Unabhängigkeit und inhaltlicher Unterschiedlichkeit der beiden Russmedia-Zeitungen passt die Nicht-Berichterstattung von Skandalen, in welche die ÖVP und Russmedia involviert sind. So verloren sowohl Vorarlberger Nachrichten als auch die Vorarlberger Tageszeitung zur Affäre um fragwürdige Inseraten-Geschäfte sowie personelle Überschneidungen zwischen ÖVP, Russmedia der Firma Media Team anfangs kein Wort. „In Vorarlberg berichtete bis dato nur der ORF über die Verflechtungen. In den Medien der Russmedia-Gruppe gab es hingegen keine Beiträge“, schrieb der Standard im November 2021. Auch Ö1 berichtete. Erst als der Druck zu groß wurde, fand korrekte Berichterstattung statt.
Ehemalige Print-Tageszeitungen
Oberösterreichisches Volksblatt
Oberösterreichisches Volksblatt Titelseite
Eigentümer: Oberösterreichische Media Data Vertriebs- und Verlags GmbH (Österreichische Volkspartei Oberösterreich)
Die letzte gedruckte Parteizeitung Österreichs wurde bis Ende 2023 in Linz von der ÖVP produziert. Seit Jänner 2024 war das Blatt nur noch online abrufbar, 2025 wurde auch das Online-Format eingestellt.
Der Schwerpunkt der Berichterstattung lag auf dem Bundesland Oberösterreich, es wurden aber auch Teile Niederösterreichs, Salzburgs und Wiens abgedeckt. Die Zeitung und ihre Verbreitung wurden weder von der Media-Analyse noch von der Auflagenkontrolle gemessen.
Dass die Parteizeitung der ÖVP die Weltsicht der Partei wiedergab, ist klar. Dem Redaktionsstatut nach ist man „dem christlich-sozialen Gedankengut verpflichtet“. Klingt ein wenig nach Kirchenzeitung und soll davon ablenken, dass die „Volkspartei“ mit ihrer Politik doch sehr ihren Wirtschaftsflügel und da vor allem die großen Konzerne bedient.
Das Parteiorgan lebte primär von den bezahlten Anzeigen im Blatt. Das Land Oberösterreich inserierte gern und viel in der ÖVP-Parteizeitung. Experten fiel immer wieder auf, dass die sehr kleine Zeitung in etwa gleich viele Inseraten-Gelder aus Landesmittel erhält wie wesentlich größere Zeitungen. Dossier rechnete für das Jahr 2015 aus, dass jede Ausgabe des Volksblattes mit 5,8 Cent gesponsert wird und jedes Exemplar der OÖN mit 1,3 Cent.
Licht ins Finanz-Dunkel des Volksblattes brachte ausgerechnet der frühere ÖVP-Landeschef Josef Pühringer in einem OÖN-Interview. Er beantwortete die Frage nach unzulässigen Parteispenden an die ÖVP so:
„Wir haben das Problem mit direkten Parteispenden nicht. Wer uns unterstützen möchte, kann im Volksblatt inserieren.“
Josef Pühringer, ehem. Parteivorsitzender der ÖVP Oberösterreich
Wiener Zeitung
Wiener Zeitung Titelseite
Eigentümer: Republik Österreich
Die aus dem 1703 gegründeten Wiennerischen Diarium hervorgegangene Wiener Zeitung war aus wenigstens zwei Gründen etwas Besonderes. Zum einen war sie nicht in privatem Besitz, Herausgeber war die Republik Österreich. Finanziert wurde sie durch Pflichtbeiträge der Unternehmen, die dort im Amtsblatt veröffentlichen mussten.
Zum anderen war sie die älteste Tageszeitung der Welt, die in gedruckter Ausgabe verfügbar war. Mit Betonung auf „war“. Denn Ende Juni 2023 hieß es „Aus nach 320 Jahren“ für die Wiener Zeitung. Die Entscheidung der österreichischen ÖVP-Grünen-Regierung wurde heftig kritisiert. Die Wiener Zeitung ist seitdem als Online-Ausgabe verfügbar.
Die Wiener Zeitung verstand sich als überparteilich und hatte den eigenen Anspruch „einer qualitätsvollen Berichterstattung, bei der sie die Äquidistanz zu allen Parteien und Sozialpartnern wahrt“. Ihr starkes Redaktionsstatut schützte sie vor der Einflussname ihres Eigentümers. Die Wiener Zeitung galt in den meisten Jahren ihres Erscheinens als relativ neutrales Blatt. Allerdings litt das neutrale Ansehen der Zeitung etwa unter der Bestellung des als erzkonservativ geltenden Andreas Unterberger zum Chefredakteur (2005 bis 2009).
Für die Wiener Zeitung haben zahlreiche bekannte Journalist:innen und Autor:innen gearbeitet, zB Franzobel, Marlen Haushofer, Friedrich Hebbel, Katharina Krawagna-Pfeifer, Konrad Paul Liessmann, Max Mell, Alfons Petzold oder Paul Wertheimer.
Die österreichischen Zeitungen und Magazine und ihre Eigentümer
Der Artikel erschien am 7. Mai 2023 und wurde am 29. August 2024 sowie am 7. Oktober 2026 aktualisiert.
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Falls das Geschäft mit dem Staatsfond Mubadala während des Staatsbesuchs in Abu Dhabi bzw. noch unter der Kanzlerschaft von Kurz zustande gekommen wäre, dann wäre doch eine Provisionszahlung an Kurz illegal?