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Proteste gegen Mietwahnsinn: Das kann Berlin von Wien lernen

Proteste gegen Mietwahnsinn: Das kann Berlin von Wien lernen

Patricia Huber Patricia Huber
in Nachrichten, Wohnen & Miete
Lesezeit:3 Minuten
9. April 2019
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In Berlin gehen zehntausende Mieter auf die Straße gegen den „Mietwahnsinn“. Es gibt so wenige leistbare Wohnungen in der deutschen Hauptstadt, dass ein Volksbegehren jetzt fordert: Die Stadt soll großen Immobilien-Konzernen 200.000 Wohnungen gegen eine Entschädigungszahlung wegnehmen und zu Gemeinschafts-Eigentum erklären. So soll Berlin die Kontrolle über die Mietpreise und den Wohnbau zurückerlangen. Dass Wohnpolitik auch anders geht, zeigt Wien.

85 Prozent der Menschen in Berlin wohnen zur Miete. Und diese Mieten haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, das können sich viele nicht mehr leisten. „Die nächste Mieterhöhung kann bedeuten, dass man die Miete nicht mehr zahlen kann. Die Angst ist spürbar“, sagt Hermann Werle von der Berliner Mietergemeinschaft.

Größter Immobilien-Konzern Berlins schreibt 1,8 Mrd. Euro Gewinn

Das hat am Wochenende zehntausende Menschen auf die Straßen Berlins getrieben. Sie unterstützen das Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“. Die Forderung: Die Stadt soll rund 200.000 Wohnungen von Immobilien-Spekulanten zurückkaufen: Wer mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin besitzen, muss diese gegen Entschädigung der Stadt übergen. Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Berliner diese Forderung unterstützt, die Stadtregierung ist gespalten.

Der wichtigste Wohneigentümer in Berlin ist der Konzern „Deutsche Wohnen“. Ihm gehören 116.000 Wohnungen im Großraum Berlin. Im vergangenen Jahr lag sein Gewinn bei 1,8 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 5,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum sind die Wohnpreise in Berlin um 20 Prozent gestiegen. Die Deutsche Wohnen hatte außerdem wiederholt Mieterhöhungen über der Grenze des Mietspiegels verlangt und hatte zur Durchsetzung gegen Mieter geklagt.

Berliner wollen mehr gemeinnützigen Wohnbau

„Das Recht auf Spekulation darf nicht mehr zählen, als das Recht auf Wohnen“, sagt eine der Demonstrantinnen am Sonntag. Die Initiative fordert daher mehr gemeinnützigen Wohnbau in Berlin. Die Stadt Berlin und ihre Gesellschaften sollen leistbare Wohnungen bauen – nicht private Investoren. Denn die Investoren bauen am Bedarf vorbei – zu groß, zu teuer, mit Blick auf den maximalen Profit.

Viele deutsche Zeitungen und Politiker blicken daher dieser Tage auf Wien: Denn Wien ist ein Sonderfall. Zwischen 2007 und 2017 drängten 206.000 Menschen neu in die Stadt. Wien hat mittlerweile fast 1,9 Millionen Einwohner und ist hinter Berlin die zweitgrößte Stadt im deutschsprachigen Raum. Und dennoch bleibt der Mietmarkt im europäischen Vergleich entspannt. Wie funktioniert das?

Hier wohnen 62 Prozent der Wiener und Wienerinnen in geförderten Wohnungen. Die Stadt Wien besitzt rund 220.000 Gemeindewohnungen. Hinzu kommen 200.000 gemeinnützige Genossenschaftswohnungen. Die Stadt baut 7.000 Wohnungen im Jahr.

Wien entzieht zwei Drittel der Wohnungen den Immobilien-Spekulanten

Dort sind die Mieten begrenzt und die Verträge unbefristet. Das dämpft auch die Mietpreise am freien Markt. Außerdem hat die Stadt Wien im November Immobilien-Spekulanten mit einer neuen Bauordnung in die Schranken gewiesen: Zwei Drittel der Flächen sind in Wien für den geförderten Wohnbau reserviert. Für Mieter heißt das: Höchstens fünf Euro Miete pro Quadratmeter, keine Befristungen und keine Provision.

Berlin hat hingegen wie viele andere europäische Städte tausende Sozialwohnungen verkauft. In 2 von 3 Fällen sind die Mieten nach den Verkäufen deutlich gestiegen. Das fällt Berlin heute auf den Kopf. Der Berliner Senat zieht einen Rückkauf der Wohnungen in Betracht.

Europäische Bürgerinitiative fordert 50% sozialen Wohnbau

Mehr gemeinnützigen Wohnbau fordert auch die europaweite Bürgerinitiative „Housing for All“. Sie sammelt Unterschriften, damit die EU soziales Wohnen rechtlich und finanziell fördert. Unter anderem soll der gemeinnützige Wohnbau in ganz Europa künftig bei 50 Prozent liegen.

Werden bis zum 18. März 2020 mehr als eine Million Unterschriften in ganz Europa gesammelt, dann müssen sich sowohl die EU-Kommission und auch das Europäische Parlament mit dem Anliegen befassen.

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Einheimischer
Einheimischer
10. April 2019 23:24

Der Wohnungsbereit ist vermutlich der Bereich, wo sich Migration und Masseneinwanderung für den einheimischen Bürger am schädlichsten auswirkt.
Der Mietwahnsinn besteht auch in Wien, beide Städte haben eine kriminelle Rot-Regierung, welche Masseneinwanderung fördert. Und NUR deswegen sind Mieten hoch. Ist doch klar: Angebot und Nachfrage. Hunderttausende Ausländer suchen Wohnungen, darum steigen die Mietpreise. Mind. 800000 Migranten hat eine kriminelle Politik in den letzten Jahrzehnten hier produziert.
Darum: Remigration sofort, dann fallen die Mietpreise in den Keller.
Und die Kriminalität nimmt ab, und die Arbeitslosigkeitsziffer wird kleiner, und die Luft wird besser, …

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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