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Kontrast
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„Da weichen wir sicher keinen Millimeter zurück!“: Hilde Dalik im Interview über Demokratie und Frauenrechte

Sarah Hammerschmid Sarah Hammerschmid
in Interview, Video
Lesezeit:3 Minuten
24. September 2024
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Die Schauspielerin Hilde Dalik erzählt im Kontrast-Interview über ihre jahrelange Zusammenarbeit mit geflüchteten Menschen, wie integrativ Schauspiel ist und was wir alle tun können, um die Demokratie und unsere Menschenrechte zu schützen. Für sie geht es bei der kommenden Nationalratswahl um jede einzelne Stimme. Außerdem spricht sie darüber, warum sie das Personenkomitee für Andi Babler mitgegründet hat. 

Die meisten kennen sie von Serien wie dem „Bergdoktor“ oder den „Vorstadtweibern“ sowie Filmen wie „Hotel Rock’n’Roll“ oder „Contact High“ – die österreichische Schauspielerin Hilde Dalik. Die Schauspielerin ist allerdings auch seit mehreren Jahren politisch aktiv, etwa in der Flüchtlingshilfe seit 2013. Im Jahr 2014 hat sie einen integrativen Theaterverein gegründet. Dalik engagiert sich auch für den Klimaschutz – gemeinsam mit Michael Ostrowski las sie aus dem Kinderbuch „Mit dem Klimachecker durch das Jahr“ und unterstützt das Klimaschutzprojekt „Zukunftsallianz“. Sie kämpft für den Erhalt unserer Demokratie sowie Menschen- und Frauenrechte. Deshalb hat sie gemeinsam mit Heinz Fischer das Personenkomitee „Wir für Andi Babler“ gegründet. Im Gespräch mit Kontrast erzählt sie, warum.

Demokratie schützen und Offenheit wagen

Hilde Dalik findet grundsätzlich nicht, dass Künstler:innen ihre politische Meinung äußern müssen. Künstler:innen sind da, um Kunst zu machen. Aber:

„In dem Moment, wo die Demokratie bedroht wird, dann denke ich, dass wir Künstler:innen die Aufgabe haben, sich einzureihen mit denen, die die Demokratie retten wollen.“

Schon seit über zehn Jahren engagiert sich Hilde Dalik in der Flüchtlingshilfe. Als Grund nennt sie den Wunsch, etwas zur Gesellschaft beizutragen. Weil sie zuvor kaum Kontakt zu Personen mit Fluchthintergrund hatte, entschied sie sich dazu, in diesem Bereich aktiv zu werden und startete mehrere Theaterproduktionen. Für sie ist die langjährige gemeinsame Arbeit ein großer persönlicher Gewinn.

„Ich bin tatsächlich belohnt worden mit ganz vielen interessanten Bekanntschaften. Ich habe neue Kulturen kennen gelernt, ich habe eine Art Humor kennengelernt, die ich vorher nicht gekannt habe.“

Im Zusammenhang mit der Besorgnis, die manche Menschen aufgrund von Zuwanderung haben, ruft Dalik aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung zu gegenseitiger Offenheit auf, die sie selbst erlebt hat:

„Ich glaube auch, dass diese Angst oder Vorsicht beidseitig war. Natürlich ist es aufregend, wenn man einen Menschen neu kennenlernt. Und wenn der noch dazu aus einer anderen Kultur ist, ist das natürlich noch aufregender. Aber ich finde, man sollte sich diese Chance geben und offen aufeinander zugehen.“

Klimaschutz geht nur mit Klimagerechtigkeit

Doch nicht nur die Arbeit mit geflüchteten Menschen ist Hilde Dalik ein großes Anliegen, sondern vor allem auch der Klimaschutz. Sie wünscht sich einen niederschwelligen Zugang, damit sich alle Menschen an der Gestaltung der Umwelt und dem Schutz der Erde beteiligen können. Jeder Mensch kann selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, doch auch die Politik muss dringend Maßnahmen setzen, um der Klimakrise entgegenzuwirken.

„Allerdings ist es schwer, nachhaltig zu leben in einer Welt, die nicht nachhaltig ist. Deshalb ist die Politik gefragt. Deswegen brauchen wir Gesetze, die den Klimaschutz ernst nehmen. Weil der betrifft uns alle.

Ich wünsche mir von der Politik, dass sie Klimaschutz und Klimagerechtigkeit endlich ernst nimmt. Ich wünsche mir eine Politik, die dafür sorgt, dass weder der Klimawandel noch der Klimaschutz auf Kosten von sozial Schwächeren geht.“

Warum Andi Babler?

Die Schauspielerin und Aktivistin hat Andi Babler vor neun Jahren kennengelernt. Sie hält ihn für eine glaubwürdige und inspirierende Persönlichkeit. Er nimmt Politik ernst und kann Krisen meistern. Für sie geht es in der folgenden Nationalratswahl um die Verteidigung von Demokratie und Menschenrechten – und gegen einen Rechtsruck in Österreich. Auch Gewaltschutz und Frauenrechte müssen unbedingt verteidigt werden – und meint in Bezug auf die Aussage von FPÖ-Chef Herbert Kickl:

„Ich möchte nicht gesagt bekommen, dass es meine Aufgabe ist, zuhause zu bleiben und meinem Mann den Rücken frei zu halten. Wir Frauen haben lange genug für unsere Rechte gekämpft und da weichen wir sicher keinen Millimeter zurück!“

Hilde Dalik über Frauenrechte
Parlament Das Thema "Demokratie" im Parlament

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Peter Dalheimer
Peter Dalheimer
25. September 2024 15:03

Ich finde Frau Dalik ausgesprochen positiv. Ich komme halt aus der Unternehmer Ecke und verstehe die politsche Richtung nicht die sie eingeschlagen hat. Gottseidank wird Herr Babler in der Politik ausser babbeln nichts erreichen. Für die Idee von Frau Dalik ist es aber 100% wert zu kämpfen. Natürliche Häfen wären die Grünen (auf dem absteigenden Ast) oder die NEOS (als potentielle Mehrheitsbeschaffer wahrscheinlich wichtiger als man denkt).

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Umberto Eco war Schriftsteller, Philosoph und einer der bekanntesten Intellektuellen Europas. Weltberühmt wurde er 1980 mit seinem Roman „Der Name der Rose“. Der historische Krimi spielt in einem mittelalterlichen Kloster und verbindet Spannung mit klugen Fragen über Wissen, Macht und Wahrheit. Das Buch wurde ein internationaler Bestseller und erfolgreich verfilmt. Geboren 1932 in Italien, war Eco vor allem Professor für Semiotik – die Lehre von den Zeichen. Er untersuchte, wie Sprache, Medien und Popkultur Bedeutung erzeugen und wie leicht Öffentlichkeit manipuliert werden kann. Schon früh warnte er vor Propaganda und vereinfachenden Weltbildern. Eco schrieb nicht nur Romane, sondern auch Essays, in denen er verständlich und oft mit Humor komplexe Themen erklärte. Er mischte sich politisch ein und kritisierte Rechtspopulismus sowie Geschichtsvergessenheit. Zitat: Um tolerant zu sein, muss man die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen. Umberto Eco

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