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Im März 2026 hat der Radiosender Ö3 seine jährliche Jugend-Studie durchgeführt. In einer Online-Befragung haben mehr als 13.500 16- bis 25-Jährige Fragen zu ihrem Leben und ihren Gedanken zu ihrer Zukunft beantwortet. Begleitet wurde die Studie vom Sozialforschungsinstitut Foresight. Die sogenannte „GenZ“ blickt mit Sorge auf globale Entwicklungen – bleibt aber für ihr eigenes Leben mehrheitlich optimistisch.
Neutralität und Wehrpflicht: Skepsis gegenüber Aufrüstung
In sicherheitspolitischen Fragen zeigt sich die junge Generation zurückhaltend. Eine klare Mehrheit befürwortet die Neutralität Österreichs weiterhin. Gleichzeitig lehnen viele eine Verlängerung des Wehrdienstes sowie eine stärkere militärische Aufrüstung ab. Auch eine europäische Armee findet keine breite Zustimmung. Offenbar wünschen sich die jungen Menschen eine Sicherheitspolitik, die eher auf Zusammenarbeit statt auf militärische Stärke setzt.
Gleichberechtigung: Wahrnehmungslücke zwischen den Geschlechtern
Beim Thema Gleichberechtigung zeigt die Ö3-Studie deutliche Unterschiede zwischen jungen Männern und Frauen: Während 40 Prozent der jungen Männer Österreich bereits näher an der Gleichberechtigung sehen, sind 78 Prozent der jungen Frauen überzeugt, dass davon noch keine Rede sein kann. Beim Blick in die Zukunft erwarten zudem mehr junge Männer (63 Prozent) als junge Frauen (56 Prozent), dass unbezahlte Care-Arbeit in zehn Jahren fair verteilt sein wird.
Ö3-Studie zu digitalem Leben: Zwischen Nutzen und Überforderung
Das digitale Leben ist zentraler Bestandteil des Alltags. Die Mehrheit bewertet Digitalisierung grundsätzlich positiv, gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele schon problematische Erfahrungen gemacht haben: stundenlanges Scrollen, belastende Nachrichten, Online-Betrug oder sexualisierte Übergriffe. Ein Social-Media-Verbot für Jüngere findet hier Unterstützung.

Energie und Klimafrage: Offen für Wandel
In der Energiefrage der Ö3-Studie sind die Wünsche der GenZ sehr klar: Erneuerbare Energien wie Solar-, Wasser- und Windkraft sollen eine größere Rolle spielen. Windräder in der eigenen Umgebung bekommen mehrheitlich Zustimmung.
EU und gesellschaftliche Spaltung
Die europäische Zusammenarbeit erachten die jungen Menschen als wichtig. Man wünscht sich eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der EU, wenn auch nicht in allen Bereichen. Parallel dazu wächst die Sorge über gesellschaftliche Spaltung: Viele junge Menschen nehmen eine zunehmende Polarisierung wahr und haben das Gefühl, ihre Meinung nicht immer frei äußern zu können.
Ausgewählte Fragen der Ö3-Studie als Daten im Überblick
Wir haben ein paar der Fragen grafisch aufbereitet. Die gesamte Ö3-Jugendstudie 2026 könnt ihr hier einsehen!
Neutralität: Österreichs Jugend hält an der Neutralität fest
Frage: „Österreichs immerwährende Neutralität …“
befürworten die Neutralität – „damit wir in keinen Krieg hineingezogen werden und in Frieden leben können“
halten sie für ein Auslaufmodell – „wenn wir sicher sein wollen, müssen wir in die NATO“
Spaltung: 3 von 4 Jugendlichen spüren eine gesellschaftliche Spaltung im eigenen Umfeld
Aussage: „Man hört oft: ‚Die Gesellschaft ist gespalten!‘“
ja – „das merke ich auch in meiner direkten Umgebung (Familie, Freund:innen, Schule, Arbeit …)“
nein – „davon spüre ich persönlich (fast) nichts“
Alltagssorgen: Geld, Wohnen, soziale Unruhen – diese Sorgen haben die jungen Menschen in Österreich
Frage: „Diese 3 Punkte machen mir am meisten Sorgen …“
genug Geld haben
40%
leistbare Wohnungen
31%
soziale Unruhen
27%
Zuwanderung
24%
Wirtschaftskrisen
23%
die Umwelt
23%
allgemeine Unsicherheiten
20%
Pensionen
17%
Jobsuche
16%
Bildungssystem
15%
Gesundheitssystem
15%
Steuern
14%
Atomkraft
8%
Staatsverschuldung
7%
Steueroasen
2%
nichts davon
2%
Zuwanderung: Nur 8 Prozent wollen die Grenzen für niemanden öffnen
Frage: „Für wen sollten wir unsere Grenzen öffnen?“
gut ausgebildete Menschen aus der ganzen Welt
33%
für alle
24%
Flüchtlinge aus Kriegsgebieten
17%
Quoten nach Job und Herkunftsland
13%
für niemanden
8%
Zuwander:innen aus Industrieländern
3%
Zuwander:innen aus Entwicklungsländern
2%
EU: Klares „Ja“ zur EU – aber „Nein“ zu einer EU-Armee
Frage: „Die EU …“
89% / 11%
88% / 12%
86% / 14%
80% / 20%
54% / 46%
38% / 62%
nein
Energie: Klares „Ja“ zu Erneuerbaren – klares „Nein“ zur Atomkraft
Frage: „Diese Energieform wird in Österreich (auch) in Zukunft eine große Rolle spielen …“
96% / 4%
92% / 8%
91% / 9%
83% / 17%
65% / 35%
26% / 74%
nein
Ein Windrad in der Umgebung? Die Mehrheit ist dafür.
Frage: „Ein Windrad in meiner Umgebung …“
finde ich gut – „wir brauchen Strom und irgendwo müssen sie ja stehen“
finde ich nicht gut – „sie verschandeln die Landschaft“
Wehrpflicht: Mehrheit gegen Wehrpflicht für Frauen und gegen längeren Wehrdienst
Zwei Fragen aus dem Themenfeld Bundesheer
Die Wehrpflicht sollte auch für Frauen eingeführt werden …
stimmt
stimmt nicht
Eine Verlängerung des Wehrdienstes finde ich …
gut
nicht gut
Digitaler Raum: Jugendliche erleben Doomscrolling, Belästigung bis Sextortion
Frage: „Diese negativen Online-Folgen haben mich schon direkt betroffen …“
73% / 27%
53% / 47%
36% / 64%
34% / 66%
27% / 73%
18% / 82%
16% / 84%
nein
Social Media: Mehrheit der Jugend für Social-Media-Verbot unter 14
Frage: „Social Media – besser finde ich …“
Verbot – „es für alle z.B. unter 14 zu verbieten“
Medienkompetenz – „von Anfang an einen verantwortungsvollen Umgang damit zu vermitteln“
Stillstand statt Gleichstellung – die Jugend rechnet nicht mit schnellen Verbesserungen
Frage: „Österreich in 10 Jahren. Wie sieht’s da mit den Geschlechterrollen aus?“
59% / 41%
56% / 44%
43% / 57%
32% / 68%
25% / 75%
nein, stimmt nicht
Vertrauen: Klassische Medien und Hilfsorganisationen vorne, KI-Chatbots und Religion hinten
Frage: „Ich vertraue …“ – sortiert nach Anteil „sehr“ + „ziemlich“
69%
64%
39%
29%
ziemlich
wenig
gar nicht


































