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Ö3-Jugendstudie 2026: Neutralität und Energiewende hoch im Kurs, Krisen belasten

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Junge Menschen erzählen in der Ö3-Jugendstudie 2026, was sie bewegt. (Foto: Unsplash)

Junge Menschen erzählen in der Ö3-Jugendstudie 2026, was sie bewegt. (Foto: Unsplash)

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Nachrichten
Lesezeit:24 Minuten
15. April 2026
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Im März 2026 hat der Radiosender Ö3 seine jährliche Jugend-Studie durchgeführt. In einer Online-Befragung haben mehr als 13.500 16- bis 25-Jährige Fragen zu ihrem Leben und ihren Gedanken zu ihrer Zukunft beantwortet. Begleitet wurde die Studie vom Sozialforschungsinstitut Foresight. Die sogenannte „GenZ“ blickt mit Sorge auf globale Entwicklungen – bleibt aber für ihr eigenes Leben mehrheitlich optimistisch.

Neutralität und Wehrpflicht: Skepsis gegenüber Aufrüstung

In sicherheitspolitischen Fragen zeigt sich die junge Generation zurückhaltend. Eine klare Mehrheit befürwortet die Neutralität Österreichs weiterhin. Gleichzeitig lehnen viele eine Verlängerung des Wehrdienstes sowie eine stärkere militärische Aufrüstung ab. Auch eine europäische Armee findet keine breite Zustimmung. Offenbar wünschen sich die jungen Menschen eine Sicherheitspolitik, die eher auf Zusammenarbeit statt auf militärische Stärke setzt.

Gleichberechtigung: Wahrnehmungslücke zwischen den Geschlechtern

Beim Thema Gleichberechtigung zeigt die Ö3-Studie deutliche Unterschiede zwischen jungen Männern und Frauen: Während 40 Prozent der jungen Männer Österreich bereits näher an der Gleichberechtigung sehen, sind 78 Prozent der jungen Frauen überzeugt, dass davon noch keine Rede sein kann. Beim Blick in die Zukunft erwarten zudem mehr junge Männer (63 Prozent) als junge Frauen (56 Prozent), dass unbezahlte Care-Arbeit in zehn Jahren fair verteilt sein wird.

Ö3-Studie zu digitalem Leben: Zwischen Nutzen und Überforderung

Das digitale Leben ist zentraler Bestandteil des Alltags. Die Mehrheit bewertet Digitalisierung grundsätzlich positiv, gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele schon problematische Erfahrungen gemacht haben: stundenlanges Scrollen, belastende Nachrichten, Online-Betrug oder sexualisierte Übergriffe. Ein Social-Media-Verbot für Jüngere findet hier Unterstützung.

Junge Menschen erzählen in der Ö3-Jugendstudie 2026, was sie bewegt. (Foto: Unsplash)
Doomscrolling: Mehr als die Hälfte der jungen Menschen findet die Flut an schlechten Nachrichten belastend. (Foto: Unsplash)

Energie und Klimafrage: Offen für Wandel

In der Energiefrage der Ö3-Studie sind die Wünsche der GenZ sehr klar: Erneuerbare Energien wie Solar-, Wasser- und Windkraft sollen eine größere Rolle spielen. Windräder in der eigenen Umgebung bekommen mehrheitlich Zustimmung.

EU und gesellschaftliche Spaltung

Die europäische Zusammenarbeit erachten die jungen Menschen als wichtig. Man wünscht sich eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der EU, wenn auch nicht in allen Bereichen. Parallel dazu wächst die Sorge über gesellschaftliche Spaltung: Viele junge Menschen nehmen eine zunehmende Polarisierung wahr und haben das Gefühl, ihre Meinung nicht immer frei äußern zu können.

Ausgewählte Fragen der Ö3-Studie als Daten im Überblick

Wir haben ein paar der Fragen grafisch aufbereitet. Die gesamte Ö3-Jugendstudie 2026 könnt ihr hier einsehen!

Neutralität: Österreichs Jugend hält an der Neutralität fest

Frage: „Österreichs immerwährende Neutralität …“

81%
19%

befürworten die Neutralität – „damit wir in keinen Krieg hineingezogen werden und in Frieden leben können“

halten sie für ein Auslaufmodell – „wenn wir sicher sein wollen, müssen wir in die NATO“

Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich. Eine Antwort möglich.

Spaltung: 3 von 4 Jugendlichen spüren eine gesellschaftliche Spaltung im eigenen Umfeld

Aussage: „Man hört oft: ‚Die Gesellschaft ist gespalten!‘“

75%
25%

ja – „das merke ich auch in meiner direkten Umgebung (Familie, Freund:innen, Schule, Arbeit …)“

nein – „davon spüre ich persönlich (fast) nichts“

Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich. Eine Antwort möglich.

Alltagssorgen: Geld, Wohnen, soziale Unruhen – diese Sorgen haben die jungen Menschen in Österreich

Frage: „Diese 3 Punkte machen mir am meisten Sorgen …“

genug Geld haben

40%

leistbare Wohnungen

31%

soziale Unruhen

27%

Zuwanderung

24%

Wirtschaftskrisen

23%

die Umwelt

23%

allgemeine Unsicherheiten

20%

Pensionen

17%

Jobsuche

16%

Bildungssystem

15%

Gesundheitssystem

15%

Steuern

14%

Atomkraft

8%

Staatsverschuldung

7%

Steueroasen

2%

nichts davon

2%

Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich. 3 Antworten möglich.

Zuwanderung: Nur 8 Prozent wollen die Grenzen für niemanden öffnen

Frage: „Für wen sollten wir unsere Grenzen öffnen?“

gut ausgebildete Menschen aus der ganzen Welt

33%

für alle

24%

Flüchtlinge aus Kriegsgebieten

17%

Quoten nach Job und Herkunftsland

13%

für niemanden

8%

Zuwander:innen aus Industrieländern

3%

Zuwander:innen aus Entwicklungsländern

2%

Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich.

EU: Klares „Ja“ zur EU – aber „Nein“ zu einer EU-Armee

Frage: „Die EU …“

soll stärker zusammenarbeiten
89% / 11%
ist wirtschaftlich wichtig für Österreich
88% / 12%
verbindet Europa
86% / 14%
bringt mir Vorteile
80% / 20%
hat die Kraft, die großen Probleme unserer Zeit zu lösen
54% / 46%
soll eine gemeinsame Armee gründen
38% / 62%
ja
nein
Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich. Eine Antwort möglich.

Energie: Klares „Ja“ zu Erneuerbaren – klares „Nein“ zur Atomkraft

Frage: „Diese Energieform wird in Österreich (auch) in Zukunft eine große Rolle spielen …“

Solarenergie
96% / 4%
Wasserkraft
92% / 8%
Windenergie
91% / 9%
andere neue Erfindungen / Technologien
83% / 17%
fossile Brennstoffe (Öl, Gas …)
65% / 35%
Atomenergie
26% / 74%
ja
nein

Ein Windrad in der Umgebung? Die Mehrheit ist dafür.

Frage: „Ein Windrad in meiner Umgebung …“

78%
22%

finde ich gut – „wir brauchen Strom und irgendwo müssen sie ja stehen“

finde ich nicht gut – „sie verschandeln die Landschaft“

Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich.

Wehrpflicht: Mehrheit gegen Wehrpflicht für Frauen und gegen längeren Wehrdienst

Zwei Fragen aus dem Themenfeld Bundesheer

Die Wehrpflicht sollte auch für Frauen eingeführt werden …

37%
63%

stimmt

stimmt nicht

Eine Verlängerung des Wehrdienstes finde ich …

34%
66%

gut

nicht gut

Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich. Eine Antwort möglich.

Digitaler Raum: Jugendliche erleben Doomscrolling, Belästigung bis Sextortion

Frage: „Diese negativen Online-Folgen haben mich schon direkt betroffen …“

Infinite Scrolling (endlos Social Media schauen)
73% / 27%
Doomscrolling (Dauerscrollen schlechter Nachrichten)
53% / 47%
Deepfakes gesehen und nicht erkannt
36% / 64%
ungefragte Zusendung von „Dick-Pics“
34% / 66%
auf einen Scam reingefallen
27% / 73%
Catfishing (Opfer von Fake-Online-Identitäten)
26% / 74%
Cybermobbing
18% / 82%
Grooming (ungewollter Kontakt mit Missbrauchsabsichten)
16% / 84%
Sextortion (Erpressung mit Nacktfotos / -videos)
10% / 90%
ja, war direkt betroffen
nein
Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich. Mehrere Antworten möglich.

Social Media: Mehrheit der Jugend für Social-Media-Verbot unter 14

Frage: „Social Media – besser finde ich …“

59%
41%

Verbot – „es für alle z.B. unter 14 zu verbieten“

Medienkompetenz – „von Anfang an einen verantwortungsvollen Umgang damit zu vermitteln“

Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich. Eine Antwort möglich.

Stillstand statt Gleichstellung – die Jugend rechnet nicht mit schnellen Verbesserungen

Frage: „Österreich in 10 Jahren. Wie sieht’s da mit den Geschlechterrollen aus?“

„Halbe-halbe“ bei Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege
59% / 41%
Genauso wie heute – nichts ändert sich
56% / 44%
Rollen-Klischees sind vorbei – alle können alles machen
43% / 57%
Es gibt keinen Gender-Pay-Gap mehr
32% / 68%
Hoffentlich zurück zu traditioneller Rollenteilung
25% / 75%
ja, stimmt
nein, stimmt nicht
Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich.

Vertrauen: Klassische Medien und Hilfsorganisationen vorne, KI-Chatbots und Religion hinten

Frage: „Ich vertraue …“ – sortiert nach Anteil „sehr“ + „ziemlich“

Hilfsorganisationen
69%
19
50
23
8
Klassische Medien (TV, Radio, Zeitungen)
64%
15
49
25
11
ChatGPT und andere KI-Chatbots
39%
34
42
19
Religionsgemeinschaften
29%
23
36
35
sehr
ziemlich
wenig
gar nicht
Quelle: Ö3 Jugendstudie 2026, Befragung unter Jugendlichen in Österreich. Werte in Prozent. Wert rechts: Summe „sehr“ + „ziemlich“.

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Die Country- und Pop-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben ihrer Karriere als Sängerin ist sie auch für ihr soziales Engagement bekannt: Mit der Imagination Library hat sie ein weltweites Leseprojekt gegründet, das Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützte sie Bildungs- und Hilfsprojekte über die Dollywood Foundation und spendete Millionenbeträge in die medizinische Forschung. Ihrem 1980 verfassten Song „9 to 5“ – einem sozialkritischen Kommentar auf Arbeitswelt und Ungleichheit - entstammt dieses Zitat: “It’s a rich man’s game no matter what they call it, and you spend your life putting money in his wallet.” Zitat: Es ist ein Spiel der Reichen und egal wie sie es nennen, du verbringst dein Leben damit, Geld in ihre Taschen zu stecken. Dolly Parton

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Zitate

Die Country- und Pop-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben ihrer Karriere als Sängerin ist sie auch für ihr soziales Engagement bekannt: Mit der Imagination Library hat sie ein weltweites Leseprojekt gegründet, das Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützte sie Bildungs- und Hilfsprojekte über die Dollywood Foundation und spendete Millionenbeträge in die medizinische Forschung. Ihrem 1980 verfassten Song „9 to 5“ – einem sozialkritischen Kommentar auf Arbeitswelt und Ungleichheit - entstammt dieses Zitat: “It’s a rich man’s game no matter what they call it, and you spend your life putting money in his wallet.” Zitat: Es ist ein Spiel der Reichen und egal wie sie es nennen, du verbringst dein Leben damit, Geld in ihre Taschen zu stecken. Dolly Parton
Die Country- und Pop-Ikone Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben ihrer Karriere als Sängerin ist sie auch für ihr soziales Engagement bekannt: Mit der Imagination Library hat sie ein weltweites Leseprojekt gegründet, das Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung stellt. Außerdem unterstützte sie Bildungs- und Hilfsprojekte über die Dollywood Foundation und spendete Millionenbeträge in die medizinische Forschung. Ihrem 1980 verfassten Song „9 to 5“ – einem sozialkritischen Kommentar auf Arbeitswelt und Ungleichheit - entstammt dieses Zitat: “It’s a rich man’s game no matter what they call it, and you spend your life putting money in his wallet.” Zitat: Es ist ein Spiel der Reichen und egal wie sie es nennen, du verbringst dein Leben damit, Geld in ihre Taschen zu stecken. Dolly Parton

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Catfishing

Catfishing und Aufforderung zur Zusendung von intimen Aufnahmen Catfishing wird eine besondere Form des Cybergroomings genannt. Dabei geben sich die Täter als Gleichaltrige aus oder verwenden fremde oder manipulierte Fotos. Hinter einem Profilbild eines Teenagers kann sich tatsächlich ein deutlich älterer Erwachsener verbergen. Wenn sich jemand online als andere Person (Fake-Profil, falsche Fotos, erfundene Identität) ausgibt, um Vertrauen zu einem Opfer aufzubauen, nennt man das Catfishing. In anderen Fällen schreiben Kinder jedoch wissentlich mit einer erwachsenen Person. Der Austausch beginnt oft harmlos. Täter investieren Zeit, reagieren schnell auf Nachrichten und vermitteln das Gefühl besonderer Nähe. Das Ziel der Täter ist meistens der Austausch von intimen oder sexuellen Fotos und Videos. 

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Sextortion

Sextortion: Erpressung mit pornografischem Foto- oder Videomaterial Sextortion ist ein Begriff aus dem Bereich des Cybergroommings. Voraussetzung dafür ist, dass intime oder pornografische Fotos oder Videos an eine andere Person übermittelt werden. Solche intime Aufnahmen verändern das Machtverhältnis zwischen zwei Menschen grundlegend. Was zunächst wie ein einvernehmlicher Austausch wirkt, kann rasch kippen. Der Übergang zur Erpressung ist oft fließend und für Betroffene schwer erkennbar. Täter drohen damit, die Bilder an Eltern, Freund:innen oder die Schule zu schicken oder sie öffentlich im Internet zu verbreiten. Schon die Androhung reicht häufig aus, um massiven Druck zu erzeugen. Diese Form der digitalen Erpressung wird als Sextortion bezeichnet, eine Kombination aus „Sex“ und „Extortion“, also Erpressung. Oft steckt hinter Sextortion kein „unglücklicher Flirt“, sondern

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NATO

Die NATO (englisch North Atlantic Treaty Organization „Organisation des Nordatlantikvertrags“ bzw. Nordatlantikpakt-Organisation) ist ein militärisch-politisches Bündnis zur Verteidigung der Sicherheit ihrer Mitgliedsstaaten. Die NATO wurde wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg im April 1949 von den USA, Kanada und zehn europäischen Ländern gegründet. Heute sind 30 Staaten Mitglieder der NATO.

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