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100 Tage Bürgermeister Mamdani in New York: gratis Kindergartenplätze und Steuer auf Luxuswohnungen

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100 Tage-Bilanz: Mamdani als Bürgermeister von New York. (Foto: APA Images/AP/Angelina Katsanis)

100 Tage-Bilanz: Mamdani als Bürgermeister von New York. (Foto: APA Images/AP/Angelina Katsanis)

Julius Schiedat Julius Schiedat
in Internationales, Politik
Lesezeit:7 Minuten
23. April 2026
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Seit Anfang 2026 ist Zohran Mamdani Bürgermeister von New York City. Der demokratische Sozialist ist mit einem klaren Programm angetreten – und beginnt dieses nun umzusetzen. Nach rund 100 Tagen im Amt zeigen erste Zahlen die Richtung: Ab Herbst 2026 gibt es 2.000 kostenlose Kindergartenplätze und eine neue Steuer auf Luxusimmobilien soll jährlich rund 500 Millionen Dollar einbringen.

Inhalt
2.000 gratis Kindergartenplätze – Ausbau auf 12.000 geplant
500 Millionen Dollar pro Jahr durch neue Steuer auf Luxuswohnungen
34 Millionen Dollar für Mieter:innen – 195.000 Verstöße von Vermieter:innen geahndet
Arbeitsrecht und Konsumentenschutz: 9,3 Millionen Dollar von Unternehmen zurückgeholt
100.000 Schlaglöcher repariert
11,1 Milliarden Dollar Investitionen – statt Flucht der Reichen

Zohran Mamdani ist seit dem 1. Jänner 2026 Bürgermeister von New York City. Er bezeichnet sich als demokratischer Sozialist und wurde von über 50 % der Bürger:innen in der Millionenmetropole gewählt. Angetreten ist er mit klaren Versprechen: kostenlose Kinderbetreuung, strengere Gesetze für Vermieter:innen und Unternehmen, besserer öffentlicher Verkehr – finanziert durch höhere Steuern für Reiche.

Seine Kritiker:innen, allen voran US-Präsident Donald Trump, haben an seinem Programm und an der Umsetzung gezweifelt. Zohran Mamdani ist 100 Tage im Amt und es zeigt sich: Er setzt die Grundsteine für viele seiner Versprechen und verzeichnet bereits erste messbare Erfolge.

2.000 gratis Kindergartenplätze – Ausbau auf 12.000 geplant

Eines der wichtigsten Projekte von Mamdani ist die kostenlose Kinderbetreuung. Er beginnt mit einer Gratis-Betreuung für Zweijährige.

Anfang März kündigte Mamdani gemeinsam mit der Gouverneurin des Bundesstaats New York Kathy Hochul an, dass in vier New Yorker Bezirken ab Herbst 2026 2.000 kostenlose Plätze zur Verfügung stehen werden. Bis Herbst 2027 soll das Programm auf rund 12.000 Kinder ausgeweitet werden. Langfristig will die Stadt jedem Kind einen Platz garantieren. Und das unabhängig von Einkommen, Wohnort oder Aufenthaltsstatus der Bürger:innen.

Finanziert wird das Vorhaben vor allem vom Bundesstaat New York. Er stellt über 1,2 Milliarden Dollar für frühkindliche Betreuung bereit. Für diese bereits geplante erste Phase von 2.000 kostenlosen Plätzen sind 73 Millionen Dollar vorgesehen.

Das Ziel: Kinderbetreuung soll kein Luxus mehr sein. In New York können sich aktuell rund 80 Prozent der Familien gute Kinderbetreuung kaum noch leisten. Ein Platz kostet im Schnitt etwa 26.000 Dollar im Jahr, in manchen Fällen sogar bis zu 40.000 Dollar. Viele Eltern arbeiten deshalb weniger oder gar nicht, um sich selbst um ihre Kinder zu kümmern.

„Wenn junge Eltern mehr als 20.000 Dollar pro Jahr und Kind sparen, dann ist das der Wandel, den Regierung bewirken kann. Wenn Kinder einen besseren Start bekommen, wenn Eltern ihre Jobs behalten können, wenn Milliarden an Wirtschaftsleistung zurück in unsere Wirtschaft fließen – dann ist das der Wandel, den Regierung bewirken kann.“ Zohran Mamdani bei seiner 100-Tage-Rede.

Zohran Mamdani auf dem Weg zu einer Debatte am 16.10.2025 in New York. (Foto:AP Photo/Angelina Katsanis/APA Picturedesk)
Zohran Mamdani auf dem Weg zu einer Debatte am 16.10.2025 in New York. (Foto:AP Photo/Angelina Katsanis/APA Picturedesk)

500 Millionen Dollar pro Jahr durch neue Steuer auf Luxuswohnungen

Ein zweiter großer Schritt betrifft die Steuerpolitik. Seit Mitte April gibt es in New York City eine neue Steuer: die sogenannte Pied-à-Terre-Steuer. Pied-à-Terre ist eine Zweitwohnung oder ein Apartment in einer Großstadt, das nicht als Hauptwohnsitz dient. Die Steuer richtet sich an sehr wohlhabende Immobilienbesitzer:innen. Sie gilt für Wohnungen und Häuser im Wert von mehr als 5 Millionen Dollar, wenn diese nicht als Hauptwohnsitz genutzt werden. Damit zielt die Maßnahme auf Menschen, die Immobilien in New York vor allem als Geldanlage nutzen – nicht als Wohnraum.

Mamdani rechnet mit rund 500 Millionen Dollar Einnahmen pro Jahr. Laut dem Bürgermeister wird die Steuer von 93 Prozent der Bevölkerung unterstützt. Ähnliche Vorschläge gab es seit Jahren, wurden aber nie umgesetzt.

„Gemeinsam mit der Gouverneurin arbeiten wir jeden Tag daran, dieses Budgetdefizit fair zu lösen, sodass Wohlhabende ihren Beitrag leisten und unser Haushalt widerspiegelt, dass wir uns für die arbeitenden New Yorker:innen einsetzen, die sich das Leben in unserer Stadt immer weniger leisten können.“, Zohran Mamdani bei der Ankündigung der neue Steuer.

 

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34 Millionen Dollar für Mieter:innen – 195.000 Verstöße von Vermieter:innen geahndet

Auch beim Thema Mieten und Wohnen legt Mamdani Zahlen vor. In den ersten 100 Tagen spricht Mamdani von mehr als 34 Millionen Dollar, die für Mieter:innen erkämpft wurden, etwa durch strafbares Verhalten von der Vermietung oder verpflichtende Reparaturen. Zusätzlich wurden bei über 6.000 Wohnungen Mängel behoben und über 195.000 Verstöße von Vermieter:innen geahndet oder festgestellt.

Die Mieten in New York gehören zu den höchsten weltweit. Eine durchschnittliche Zwei-Zimmer-Wohnung kostet nach einer aktuellen Studie monatlich 3.785 US-Dollar, etwa 3.200 Euro pro Monat. Die Gründe dafür sind neben den zu wenigen Wohnungen für die vielen Menschen, die in der Stadt leben wollen, dass viele gut verdienende Menschen und internationale Investor:innen mit Wohnungen spekulieren – das treibt die Preise zusätzlich nach oben.

Ein wichtiger Hebel beim Thema Mieten liegt im sogenannten Rent Guidelines Board. Das ist ein Gremium der Stadt, das jedes Jahr festlegt, wie stark die Mieten für bestimmte regulierte Wohnungen (ähnlich wie Gemeindewohnungen) steigen dürfen. Es soll einen Ausgleich zwischen den Interessen von Mieter:innen und Vermieter:innen schaffen. In der Vergangenheit wurden die Entscheidungen des Gremiums häufig als vermieter-freundlich kritisiert. Mamdani hat in dieses 9-köpfige Gremium bereits sechs neue Mitglieder eingesetzt. Damit will der Bürgermeister die Mehrheit im Gremium haben und die Forderung umsetzen, einen Großteil der Mieten einzufrieren.

Arbeitsrecht und Konsumentenschutz: 9,3 Millionen Dollar von Unternehmen zurückgeholt

In den ersten 100 Tagen hat die Stadt 9,3 Millionen Dollar für Arbeiter:innen, Konsument:innen von Unternehmen zurückgeholt. Etwa bei Essenslieferant:innen, deren Accounts von Plattformen wie Uber Eats ohne ausreichenden Grund gesperrt wurden, sodass sie plötzlich nicht mehr arbeiten und kein Geld verdienen konnten. Außerdem bei versteckten Gebühren bei Online-Buchungen oder schwer kündbaren Abos. In solchen Fällen greift die Stadt nun ein und sorgt dafür, dass Betroffene ihr Geld zurückbekommen.

Insgesamt sollen zudem rund 50.000 Arbeiter:innen Geld nachgezahlt bekommen, weil die Firmen ihnen Lohn vorenthalten hatten. Konkret geht es darum: Wenn Kund:innen eine Essensbestellung stornieren, müssen Lieferfahrer:innen trotzdem für die bereits geleistete Arbeit bezahlt werden. Einige Unternehmen haben sich nicht daran gehalten und müssen das Geld jetzt nachzahlen. Insgesamt geht es dabei um über 5 Millionen Dollar.

100.000 Schlaglöcher repariert

Neben den großen Reformen setzt Mamdani stark auf sichtbare Veränderungen im Alltag. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 100.000 Schlaglöcher repariert. Insgesamt sollen in diesem Jahr 1.850 Kilometer Straße erneuert werden. Das entspricht etwa zwei Drittel aller Straßen in Wien.

Mamdani nennt diese Politik „pothole politics“, “Schlaglöcher-Politik” – eine Art Symbol dafür, dass es spürbare Verbesserungen im Alltag gibt. Egal wie groß oder klein die Probleme der Bürger:innen sind: der Bürgermeister kümmert sich.

11,1 Milliarden Dollar Investitionen – statt Flucht der Reichen

Ein Argument von Kritiker:innen gegen Mamdanis Politik war im Vorfeld, dass Reiche wegziehen oder ihr Geld abziehen, wenn Steuern steigen oder Regeln strenger werden. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt aber ein anderes Bild: In New York wurden zuletzt 11,1 Milliarden Dollar an Risikokapital in junge Unternehmen investiert, so viel wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dieses Geld von Investor:innen fließt in neue Firmen und Ideen. Zudem ist die Erwerbsbeteiligung auf einem Allzeithoch. Von einem Rückzug von Kapital ist also bisher nichts zu sehen. Im Gegenteil: Viele investieren weiter in New York und setzen auf das Wachstum der Stadt.

Parlament Das Thema "Zohran Mamdani" im Parlament

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2 Comments
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saloo
saloo
28. April 2026 13:24

SPÖ-Chef Andreas Babler versandte im September 2024 persönlich adressierte Briefe an Pensionisten, in denen er vor „Pensionsraub in Milliardenhöhe“ warnte, falls ÖVP und FPÖ die Wahl gewinnen sollten. Babler versicherte darin, dass es mit der SPÖ keine Pensionskürzungen geben werde, und kritisierte die Politik der vergangenen schwarz-blauen Regierungen.“

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saloo
saloo
27. April 2026 12:46

ja super aber vor allem hat er all Politiker die in Sozialwohnungen um billige Geld gelebt haben auch rausgeworfen

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Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann

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Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann
Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann

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