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In Österreich fahren die Menschen immer mehr mit der Bahn. Laut Schienen-Control stieg die Zahl der Bahnfahrten in Österreich seit 2016 um rund 21 Prozent. Der Ausbau der Bahn-Infrastuktur ist dabei nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Wirtschaft wichtig: In Österreich beschäftigt der Bahnsektor mehr als 80.000 Arbeitsplätze und bewegt fast 100 Millionen Tonnen Güter auf der Schiene.
Die Bahn befördert nicht nur Millionen Menschen und Güter, sondern schafft dadurch auch Arbeitsplätze. Jeder zusätzliche Zug braucht nicht nur Strom und Schienen, sondern auch Menschen, die planen, bauen, reparieren, programmieren und forschen. Der Bahnsektor gehört daher zu den größten Arbeitgebern Österreichs.
Gerade weil in Österreich immer mehr mit der Bahn gefahren wird, wächst dieser Wirtschaftszweig mit zehntausenden Jobs. Gleichzeitig steht die Bahn-Branche auch vor Problemen: Im Güterverkehr geht es aufgrund von hohen Energiepreisen und der schwachen Wirtschaftsentwicklung stockend voran.
21 Prozent mehr Bahnfahrten als noch 2016: Österreich fährt immer mehr Bahn
Die Zahl der Bahnfahrten stieg von etwa 288 Millionen im Jahr 2016 auf mehr als 348 Millionen im Jahr 2024. Das ist ein Plus von rund 21 Prozent. Das heißt nicht, dass so viele verschiedene Menschen mit der Bahn gefahren sind. Wer regelmäßig mit dem Zug fährt, wird dabei mehrfach gezählt.
Laut Schienen-Control ist diese Entwicklung vor allem einem besseren Angebot zu verdanken: Es gibt mehr Verbindungen, dichtere Taktungen und neue Streckenabschnitte. Dazu zählen etwa die heuer in Betrieb genommene Koralmbahn, die die Verbindungen zwischen Wien und Villach um rund eine Stunde verkürzt hat. Außerdem gibt es zusätzliche Nachtzüge und verlängerte WESTbahn-Verbindungen.
Auch pro Einwohner:in wird in Österreich viel Bahn gefahren. Eurostat zählte 2024 28,5 Bahnfahrten pro Kopf. Nur Luxemburg, Dänemark und Deutschland lagen höher. Österreich gehört damit zu den EU-Ländern, in denen besonders viele Menschen Bahnfahren.
Österreichs Bahnen fahren zu 100 Prozent mit grünem Strom
Züge fahren in Österreich zu einem großen Teil elektrisch. Strom kann aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden, also etwa aus Wasserkraft, Windkraft oder Sonnenenergie. Die ÖBB fahren seit 2018 mit 100 Prozent grünem Bahnstrom. Seit 2019 versorgen sie auch Gebäude und Betriebsstätten mit Strom aus erneuerbarer Energie.
Hinzu kommt, die ÖBB erzeugen einen Teil ihres Bahnstroms selbst. Das Unternehmen betreibt neun eigene Wasserkraftwerke. Diese liefern rund ein Drittel des Bahnstroms, den Österreichs Bahnverkehr braucht. Die ÖBB plant bis 2030 einen Ausbau auf 80 Prozent. Dieser Bahnstrom ist nicht nur für ÖBB-Züge wichtig. Auch private Anbieter fahren auf dem ÖBB-Netz und können diesen Bahnstrom nutzen – etwa die WESTbahn im Personenverkehr oder private Güterbahnen wie CargoServ und Ecco-Rail.
Der Bahnsektor beschäftigt mehr als 80.000 Menschen in Österreich
Wichtig bei der Beschäftigung ist der Unterschied zwischen Bahnindustrie und gesamtem Bahnsektor. Zur Bahnindustrie zählen Unternehmen, die den Bahnverkehr technisch möglich machen: Sie entwickeln, bauen, liefern oder warten Züge, Schienen, Motoren, Bremsen oder Software. Über 34.000 Menschen sind in Österreich beschäftigt. Davon arbeiten über 18.000 Menschen direkt in der Bahn-Branche. Weitere Jobs entstehen indirekt bei anderen Betrieben, etwa bei Material-Zulieferern.
Der gesamte Bahnsektor ist größer: Dazu gehören zusätzlich auch die Unternehmen, die Züge betreiben – also etwa Lokführer:innen, Zugbegleiter:innen, Bahnhöfe, Werkstätten und Verkehrsunternehmen wie ÖBB, WESTbahn oder Güterbahnen. Er zählt insgesamt über 80.000 Beschäftigte. Allein bei den ÖBB sind ungefähr 48.000 Menschen angestellt. Dazu kommen private Bahnunternehmen wie WESTbahn im Personenverkehr sowie Güterbahnen wie Ecco-Rail, Lokomotion oder CargoServ. Ende 2024 waren in Österreich insgesamt 92 Eisenbahnunternehmen tätig.
Innerhalb von 3 Jahren: 22 Prozent mehr Beschäftigte in der Bahnindustrie
Seit 2023 ist die Zahl der Beschäftigten in der Bahnindustrie um 22 Prozent gestiegen. Der Anstieg hängt mit mehreren Entwicklungen zusammen: Österreich investiert bis 2030 rund 23 Milliarden Euro in den Ausbau und die Erhaltung des Bahnnetzes, große Projekte wie Koralmbahn, Brenner Basistunnel und Semmering Basistunnel laufen gleichzeitig und die Nachfrage nach moderner Bahntechnik steigt.
Dazu kommt: Die österreichische Bahnindustrie produziert nicht nur für den heimischen Markt. Sie exportiert viel ins Ausland. Laut Austrian Rail Report liegt die Exportquote bei 68 Prozent. Das bedeutet: Ein großer Teil der Produkte und Leistungen, die von österreichischen Unternehmen produziert werden, wird in andere Länder verkauft. Österreich liefert also Bahntechnik für seine europäischen Partner und für internationale Märkte. Dadurch entsteht eine Nachfrage nach Jobs in diversen Branchen.
Güterverkehr: 96 Millionen Tonnen Gütern auf der Schiene – unter Niveau von 2022
Gleichzeitig gibt es auch Probleme: Nach einem starken Rückgang im Jahr 2023, hat die Bahn 2025 wieder mehr Güter auf der Schiene transportiert. (+1,8 % zu 2024). Durch hohe Energiepreise, die schwache Wirtschaftslage und zahlreiche Baustellen und Streckensperren im deutschen Bahnnetz liegen die Zahlen aber noch unter dem Wert von 2022.

Damit mehr Güter auf der Schiene transportiert werden können, fördert die Bundesregierung den Ausbau von Güterterminals und Anschlussbahnen für Unternehmen. Güterterminals sind Umschlagplätze, an denen Waren zwischen Lkw und Bahn verladen werden. Anschlussbahnen verbinden einzelne Betriebe direkt mit dem Schienennetz, sodass Güter ohne zusätzlichen Transport auf der Straße per Bahn verschickt werden können.
Österreich EU-weit auf Platz 1 bei Entwicklungs- und Forschungsausgaben
In Österreich arbeiten viele Unternehmen an neuer Bahntechnik. Zu den bekanntesten Unternehmen gehören Siemens Mobility Austria, Plasser & Theurer sowie Frauscher Sensor Technology. Sie entwickeln und produzieren Bahntechnik, die weltweit zum Einsatz kommt.
Der Verband der Bahnindustrie vertritt rund 60 Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – also vom Fahrzeugbau über Komponenten, Signaltechnik und Digitalisierung bis zu Service und Wartung. Laut Austrian Rail Report 2025 liegt Österreich bei den Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Schienenfahrzeugbau bei 16,5 Euro pro Einwohner:in und damit im EU-Vergleich an der Spitze. Außerdem meldet Österreich in diesem Bereich rund 90 Patente pro Jahr an und liegt damit hinter Deutschland und Frankreich auf Platz 3 in der EU.
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