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Blümel rücktrittsreif: Finanzminister entschlägt sich 35 Mal im U-Ausschuss

Putsch, Postenschacher, Parteifinanzen: Das sind die Skandale der Kurz-ÖVP

Fotocredit: HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

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Patricia Huber Patricia Huber
in Ibiza-U-Ausschuss
Lesezeit:4 Minuten
24. Juni 2021
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Der Ibiza-U-Ausschuss geht in seine letzte Runde und zum dritten Mal wurde am Donnerstag Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) als Auskunftsperson befragt. Blümel sollte zu den jüngst aufgetauchten Chats sowie den Aktenlieferungen Stellung nehmen. Doch der Minister entschlug sich bei allen relevanten Fragen und verweigerte 35 Mal die Antworten – nach über 80 Erinnerungslücken bei der ersten und 9 Entschlagungen bei der zweiten Befragung. 

„Wessen Lippen schweigen, der schwätzt mit den Fingerspitzen“, heißt es bei Sigmund Freud. Für den österreichischen Finanzminister Gernot Blümel muss man das Zitat des Gründers der Psychoanalyse ein wenig abändern: „Wessen Lippen schweigen, der schwätzt mit seinen Entschlagungen“.

35 Mal hat sich Finanzminister Blümel bei seiner dritten Befragung im parlamentarischen U-Ausschuss entschlagen – auf so gut wie alle relevanten Fragen wollte er keine Antwort geben. Doch so eine Entschlagung „spricht“ auch: In einem U-Ausschuss ist man zur wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet. Falsche Beweisaussagen sind mit einer Strafe von bis zu drei Jahren Freiheitsentzug bedroht. Gegen Bundeskanzler Kurz wird wegen Verdachts auf Falschaussage im U-Ausschuss gerade ermittelt.

Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung

Wenn sich eine Auskunftsperson durch eine Antwort selbst belasten müsste, darf sie sich entschlagen. Das regelt § 43.1. in der Geschäftsordnung des parlamentarischen U-Ausschusses: Eine Aussage darf verweigert werden, wenn „deren Beantwortung die Privatsphäre der Auskunftsperson oder eines Angehörigen (§ 72 StGB) betreffen oder für sie oder einen Angehörigen die Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung nach sich ziehen würde“.

Gefahr strafrechtlicher Verfolgung – von diesem Paragraph hat Finanzminister Blümel am 7. April im Parlament neun Mal Gebrauch gemacht, am 24. Juni ganze 35 Mal. Für eine Privatperson ist das ein selbstverständliches Recht, für einen Finanzminister brisant:

Die Frage ist nicht, ob das Entschlagungsrecht im U-Ausschuss ein Grundrecht ist – das ist es. Die Frage ist, ob ein Finanzminister, der sich auf jede relevante Frage entschlägt, weil er sich mit der Antwort der Gefahr einer strafgerichtlichen Verfolgung aussetzen könnte, im Amt bleiben kann.

Blümels Entschlagungen beschränkten sich nicht nur auf das laufende Casinos-Verfahren, in dem er als Beschuldigter geführt wird. Auch bei Fragen rund um die Bestellung von Thomas Schmid zum Chef der Staatsholding ÖBAG, zu den Aktenlieferungen und der Demontage des früheren ÖVP-Vizekanzlers Reinhold Mitterlehner entschlug sich der Finanzminister.

Entschlagungen im U-Ausschuss zur Aktenlieferung

Die Befragung begann mit Erkundigungen zu den Aktenlieferungen aus dem Finanzministerium. Blümel entschlug sich bereits bei der ersten Frage. Erstmals in der Geschichte der Republik musste jetzt der Bundespräsident dafür sorgen, dass der Finanzminister eine Entscheidung des Verfassungsrichters einhält und alle relevanten Akten an den U-Ausschuss liefert. Doch zu den genauen Vorgängen der Aktenlieferung wollte Blümel nichts sagen – er entschlug sich sowohl auf Fragen nach dem Ablauf der Lieferung, als auch nach der Entscheidung zur Geheimhaltungsstufe 3. Diese Geheimhaltungsstufe verbietet es den Abgeordneten, Kopien zu machen oder über die Akten zu sprechen – sie macht die Arbeit im Ausschuss schwierig. „Haben Sie denen diese Weisung gegeben?“, will die Grüne Abgeordnete Tomaselli wissen. Blümel reagierte mit Entschlagung.

Blümel hat außerhalb des U-Ausschusses immer wieder erzählt, dass er beim Liefern der Akten alles korrekt gemacht habe. Im Ausschuss unter Wahrheitspflicht entschlug er sich dazu. Sogar auf die Frage, ob das Bundeskanzleramt von Sebastian Kurz in die Aktenlieferung des Finanzministers involviert war. 

Entschlagungen zur Budgetaufstockung für Kurz 2016

Es ging auch um die Chats aus dem Jahr 2016: Thomas Schmid hatte als hoher Beamter im Finanzministerium dafür gesorgt, dass Kurz als damaliger Außenminister 100 Mio. Euro Sonderbudget bekam. „Kurz kann jetzt Geld scheißen“, schrieb Schmid an Blümel und dass er sich jetzt vor Mitterlehner fürchte, denn der „wird flippen“. Blümel antwortete darauf: „Mitterlehner spielt keine Rolle mehr.“ Die FPÖ wollte von Blümel wissen, welche Wahrnehmungen er zu den Vorgängen habe und was Schmid meinte, als er schrieb, dass ihm Kurz etwas schulde.

Blümel U Ausschuss
„Mitterlehner spielt keine Rolle mehr“, wusste Gernot Blümel schon 2016.

Blümel wehrte die Frage ab, er hielt sie für unzulässig, weil der Untersuchungszeitraum erst 2017 beginnt. Der Verfahrensrichter widersprach ihm: Es gehe um Vorbereitungshandlungen auf die künftige Regierung Kurz. Die Frage sei zulässig – Blümel entschlägt sich.

Der Finanzminister entschlug sich darüber hinaus zur Frage der Bestellung von Thomas Schmid zum ÖBAG-Chef, zur Frage, ob das ÖVP-Finanzministerium sich für die Novomatic in Italien in einer Steuersache stark gemacht hat und zu allen Fragen nach möglichen Novomatic-Spenden.

Blümel hat keine Mail-Adresse

Eine der wenigen Fragen, die Blümel bereit war zu beantworten, war die nach seiner Mailadresse. Blümel, immerhin Finanzminister, hat nicht nur keinen Laptop, sondern auch keine eigene E-Mailadresse in seinem Finanzministerium. Sendet man eine Mail an gernot.bluemel@bmf.gv.at kommt eine Fehlermeldung zurück. Blümel bestätigt das gegenüber dem SPÖ-Abgeordneten Krainer: „Ich habe aktuell keine E-Mailadresse im Finanzministerium.“ 

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Markus Neuner (SPÖ)
Markus Neuner (SPÖ)
26. Juni 2021 11:07

Das sich Blümel 35 Mal vor dem U-Ausschuss entschlägt zeugt nicht von Unreife sondern von Desinteresse. Ich glaube das ihm die Skandale um die ÖVP langsam auf die Nerven gehen. Ich kenne keinen Politiker der seine Partei wegen interner Schwierigkeiten lange unterstützt hat. Blümel wird zurücktreten.

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Hans
Hans
25. Juni 2021 11:28

Solch schlüpfrige Typen braucht die Kurz Regierung. Die machen ihre Arbeit nicht weil sie mit sich selbst beschäftigt sind. Unser Land wird demoliert!

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Frank
Frank
24. Juni 2021 20:59

Sowas geht doch nicht wir brauchen doch keine Minister die nicht wissen was sie machen oder ! wir brauchen solche die wissen was sie machen weg mit ihm

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zeindi
zeindi
24. Juni 2021 18:25

Diese Buberlpartei verhöhnt jeden der sich täglich behaupten muss . Kurz , das grosse Vorbild für Unwissenheit . Recht viel Schulbildung besitzt er ja nicht , jedoch so alt ist er auch noch nicht , dass er nicht mehr weis was er zuvor angeordnet hat . Alle die Dreck am Stecken haben stehen hinter .

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Hermann
Hermann
24. Juni 2021 17:22

Das heisst zweierlei er will es nicht sagen oder er weiss es wirklich nicht ! Beides ist ein Armutszeugniss das es bald schlimmer nicht mehr geht. Eigentlich gibt er mit der Entschlagung zu, dass er nicht weiß was in seinem Ministerium vorgeht. Oder sehe ich das falsch ?

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Hansl
Hansl
24. Juni 2021 17:21

Diese Schwätzer und Schweiger gehören allesammt ausgetauscht!
Ich wähle sie jedenfalls nicht mehr.

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Hermann
Hermann
24. Juni 2021 17:19

Die Saubermänner der Türkisen schein wohl eniges zu verbergen haben Wenn alles so super sauber ist bei Karlheinz Grasser frage ich was die ganze Schose eigentlich soll ? Ein Finanzminister entschlägt sich der Aussage wie das mit der Aktenlieferung von seinem Ministerium dessen Chef er wohl ist gelau

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Robert Bosch war ein erfolgreicher Unternehmer des 20. Jahrhunderts und ein Gegner des Nationalsozialismus. 1886 gründete er in einem Stuttgarter Hinterhaus eine Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik, die heutige Robert Bosch GmbH. Während der Zeit des Nationalsozialismus diente sein Unternehmen als geheime Anlaufstelle für den Widerstand gegen Hitler. Außerdem gilt Posch als Pionier der sozialen Marktwirtschaft und prägte die Automobil- und Elektroindustrie mit. Zitat: Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle. Robert Bosch
Robert Bosch war ein erfolgreicher Unternehmer des 20. Jahrhunderts und ein Gegner des Nationalsozialismus. 1886 gründete er in einem Stuttgarter Hinterhaus eine Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik, die heutige Robert Bosch GmbH. Während der Zeit des Nationalsozialismus diente sein Unternehmen als geheime Anlaufstelle für den Widerstand gegen Hitler. Außerdem gilt Posch als Pionier der sozialen Marktwirtschaft und prägte die Automobil- und Elektroindustrie mit. Zitat: Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle. Robert Bosch

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