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Kontrast
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„Der Bundeskanzler soll mal 12-Stunden asphaltieren!“

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Arbeit & Freizeit
Lesezeit:2 Minuten
28. Juni 2018
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„Unsere Bauarbeiter sind mit 55 körperlich am Ende. Wenn die jetzt regelmäßig 12 Stunden am Tag arbeiten müssen, können die nie gesund die Pension erreichen.“ Der PORR Konzernbetriebsrat Peter Grandits spricht über die Arbeitsverhältnisse am Bau und die Folgen des 12-Stunden-Tages für die Branche. Wenn der Betriebsrat zustimmt, gibt es den 12-Stunden-Tag am Bau bereits. Jetzt sind die Zeiten der Mitbestimmung vorbei – der Chef kann Überstunden einseitig anordnen.

Willi Mernyi hat in seiner Rede vom Leben von Günther, dem Pflasterer erzählt – Video und Text hier. Jobs im Hochbau oder Straßenbau sind Knochenjobs. Und dazu sind ist die Arbeit in der Baubranchegefährlich für die Gesundheit. Vor allem wegen der Folgeschäden der harten körperlichen Arbeit. Außerdem sind lange Arbeitstage gesundheitsgefährdend: Die meisten Arbeitsunfälle passieren ab der 8. Arbeitsstunde. Am Bau können Fehler tödlich enden.

8 Verschlechterungen bringt der Gesetzesentwurf:  Von einer „zumutbaren“ gemeinsamen Arbeits- und Wegzeit von 14 Stunden, über die Abschaffung der Überstunden-Zuschläge in der Gleitzeit, bis hin zur 60-Stunden-Woche.

Dabei sind wir in Österreich schon sehr fleissig. Mit 42,8 Stunden arbeiten wir am 2. meisten in der EU. Doch es gibt mehr gute Gründe warum wir weniger, statt mehr arbeiten sollten. Eine Studie beweist: Spätestens nach 10 Stunden sind wir in der Arbeit kaum mehr leistungsfähig – doch die psychisch und körperliche Belastung steigt enorm.

Die Wirtschaftskammer sieht das allerdings anders. Klar. Denn während Beschäftigte 12-Stunden am Tag arbeiten sollen, dürfen sich Unternehmen über Steuerprivilegien freuen. Also präsentierte die Wirtschaftskammer „7 Fakten für den 12-Stunden-Tag“. Wir haben sie überprüft: nur Nicht 1 von 7 „Fakten“ stimmt.

Viele Formulierungen im Entwurf des gesetzes sind unscharf. Doch statt das Gesetz in eine ordentliche Begutachtung zu schicken, will es die Regierung in nur 3 Wochen durchboxen. Die Arbeiterkammer und der ÖGB sehen Ende der Sozialpartnerschaft – mit ihnen wurden keine Gespräche geführt. Die Opposition sieht den Parlamentarismus umgangen.

Am Samstag, den 30. Juni kommt es zu einer großen Demonstration gegen den 12-Stunden-Tag. Auch kirchliche und ÖVP-nahe Organisationen haben sich angekündigt – sie kritisieren das Gesetz scharf.

Wie du Abgeordnete überzeugen kannst, gegen die Einführung des 12-Stunden-Tages und der 60-Stunden-Woche zu stimmen, lies hier nach!

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Dreamer
Dreamer
27. Juli 2018 00:46

Na ja das kommt immer auf den Blickwinkel an, der eine sitzt in der Regierung und pendelt von Wien nach Brüssel, arbeitet hart rund um die Uhr und hetzt von Einladung zu Einladung. Dafür hat er ja auch schon nach einigen Monaten Anspruch auf die Kanzler Pension.
Der Andere muss halt asphaltieren früher acht Stunden jetzt zwölf (freiwillig) ;-(
Auf alle Fälle haben beide einen heißen Job.
Der kleine Unterschied: Der eine hat Anspruch auf Pension nach wenigen Monaten, der Andere Kann dafür 45 Jahre schuften.
Nach dem frei erfundenen Motto vor dem Gesetz ist jeder Bürger gleich.

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Sokrates
Sokrates
13. Juli 2018 09:04

Der Asphaltierter sollte den Bundeskanzler nicht so „schlecht reden“… immerhin wage ich zu bezweifeln, dass ein Handwerker es schafft, so wie Kurz 12 Stunden am Stück Polemik von sich zu geben, wenn es denn sein müsste.
So hat jeder seine Fähigkeiten, wobei ich Straßenbau dann doch wesentlich sinnvoller finde.

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Split
Split
8. Juli 2018 11:24

12-Stunden asphaltieren? Die könnten es mal auch mit den „normalen“ 8-Stunden probieren, das auszuhalten! Freiwillig! Und dann uns erzählen, wie viel „Spaß“ es gemacht hat! Oder sind die dafür zu faul?

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gerhardranftler
gerhardranftler
30. Juni 2018 12:24

Vor wenigen Wochen wurde die Strasse in der ich wohne neu Asphaltiert.
Die Asphaltmaschine wird von einem Fahrer betrieben, dem war heiss – keine Frage. Der Lastwagenfahrer, der den Asphalt brachte hatte im Auto eine Klima. Dann standen noch drei Arbeiter als Denkmäler herum, jeder eine Schaufel in der Hand, die sie nie brauchten. Der Fahrer der Walze schwitzte sehr, denn es war heisses Wetter und der Asphalt strahlte heiss. Es sind von sechs Arbeiter zwei betroffen gewesen, denen die Arbeit den Schweiss auf die Stirn treibte, vier waren nur da. Wenn man jetzt zwölf Stunden arbeiten soll (nicht muss), könnten die Arbeiter abwechseln.

Bedenken sie: Es wird niemals so heiss gegessen, wie gekocht wird.

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