Inserate Regierung Wochenblick
Die Liste aller Inserate

Inserate der Regierung: FPÖ steckt 72.000 Euro Steuergeld in „Wochenblick“, „alles roger?“ und „Zur Zeit“

Alles zur Ibiza-Affäre

Seit November 2017 können sich die FPÖ-nahen Magazine „Wochenblick“, „alles roger?“ und „Zur Zeit“ über eine neue Einnahmen freuen: Inserate der Regierung. Denn FPÖ-geführte Ministerien kaufen eifrig Werbung in den Print- und Online-Ausgaben rechter Medien. Fast 72.000 Euro haben Strache, Kickl, Kunasek und Hofer bisher an Steuergeldern in rechte Medien fließen lassen.

Wie viel haben Strache, Kickl und Hofer für Inserate ausgegeben? Hier eine Übersicht, die wir laufend ergänzen!

Ausgaben: 71.620 Euro

(Stand: 8. Mai 2019)

MinisteriumMagazinArt des InseratsAusgaben inkl. Umsatzsteuer (EUR)Quelle
Innenministeriumalles roger? (Mai-Ausgabe 2018)Inserat, um angehende PolizeischülerInnen zu rekuriteren3.020Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
InnenministeriumWochenblick Print (14.6., 21.6., 28.6. 2018)Inserat, um angehende PolizeischülerInnen zu rekrutieren11.680Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
InnenministeriumWochenblick Online (7.6. bis 12.6. 2018)Inserat, um angehende PolizeischülerInnen zu rekuriteren7.170Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
InnenministeriumWochenblick Online (1. bis 12. Juli 2018)Inserat, um angehende PolizeischülerInnen zu rekuriteren 2.390Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
Sportministeriumalles roger? (Mai-Ausgabe 2018)Schaltung zum Thema „Österreichisches Turn- und Sportabzeichen“7.560Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
VerkehrsministeriumWochenblick Online (ab 27.8.2018 drei Wochen lang)Infrastrukturmaßnahmen5.300Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
VerteidigungsministeriumWochenblick (Inserat am 13. September 2018)Werbung für das Bundesheer3.100Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
VerteidigungsministeriumWochenblick PrintInfrastrukturmaßnahmen (mehrere Inserate hierzu im Jahr 2018)14.770Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
Verkehrsministeriumalles roger?Anti-Drogen-Inserat4.800Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
Verkehrsministeriumalles roger?Registrierung Pre-Paid-Cards (2019)7.200Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz
VerteidigungsministeriumZur Zeit (16.11., 23.11., 30.11. 2018)Wir schützen Österreich4.630Parlamentarische Anfrage von Sabine Schatz

Das Interessante an den Ausgaben für den „Wochenblick“: Ein viertelseitiges Inserat kostet laut Anfrage 1.000 Euro. Warum die FPÖ-Minister – oder auch der FPÖ-Landesrat Elmar Podgorschek – ein Vielfaches davon mit Steuergeld bezahlt haben, ist vorerst unklar.

„Wochenblick“: vom Presserat kritisiert, von der FPÖ finanziert

Der „Wochenblick“ ist eine dünne Wochenzeitung mit Online-Auftritt. Das Magazin wird kritisiert, Falschnachrichten zu verbreiten, um Stimmung gegen Flüchtlinge und Migranten zu machen. Sogar der Presserat hat sich eingeschaltet und festgestellt, dass zahlreiche Artikel gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse verstoßen haben. In der Redaktion werkt aktuell auch eine Kaderfigur der rechtsextremen „Identitären“.

Mehrere RedakteurInnen sind bzw. waren Funktionäre in der FPÖ und ihren Vorfeldorganisationen. Ein Beispiel war Nicole di Bernardo. Sie hat für die FPÖ bei der Nationalratswahl 2017 kandidiert. Die Stadt Wels, die von einem FPÖ-Bürgermeister regiert wird, schaltet gern Inserate im Magazin. So trägt man zur Finanzierung  bei. Auch Norbert Hofers Verkehrsministerium inseriert:

Regierung Inserate wochenblick

„alles roger?“: Verschwörungstheorien, Antisemitismus und viel FPÖ-Werbung

Seit 2015 ist „alles roger?“ in Vertrieb und wird gelegentlich gratis verteilt. Laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) verbreitet das Heft „verschwörungstheoretische Positionen“. Das Mauthausen Komitee Österreich klassifiziert „alles roger?“ als tendenziell antisemitisch. Im Magazin finden sich Homestories über „Identitäre“ und Interviews mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache oder dem damaligen FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer. Beide Politiker haben Werbung für das Magazin gemacht. „Alles roger?“ hat im Frühjahr 2018 massiv Stimmung gegen George Soros gemacht – und damit antisemitische Verschwörungstheorien bedient. Genau in dieser Ausgabe fanden sich gleich mehrere Inserate FPÖ-geführter Ministerien.

Zum Weiterlesen:

Medien am rechten Rand: Hinter diesen Magazinen steckt die FPÖ (Kontrast)

FPÖ-Ministerien sponsern Zeitschrift für rechte Verschwörungen und Antisemitismus (Kontrast)

Warum uns Gudenus & die FPÖ über George Soros belügen (Kontrast)

Mehr zum Thema

Inserate der Regierung: FPÖ steckt 72.000 Euro Steuergeld in „Wochenblick“, „alles roger?“ und „Zur Zeit“
Wir recherchieren und überprüfen die Inhalte und Fakten in unseren Beiträgen. Du hast trotzdem einen Fehler entdeckt? Oder Anregungen und Ergänzungen? Bitte schick uns eine Nachricht.
Wir recherchieren und überprüfen die Inhalte und Fakten in unseren Beiträgen. Du hast trotzdem einen Fehler entdeckt? Bitte schick uns eine Nachricht.
4 Kommentare

4
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
neueste älteste meiste Bewertungen
Nönönö
Nönönö

Werbe-Ausgaben auf einen Blick Bruttowerbevolumen/Grüne inkl. Werbeaktivitäten Van der Bellen 2015 2016 SPÖ 12,3 Mio. 3,9 Mio. ÖVP 11,9 Mio. 2,8 Mio. FPÖ 7,2 Mio. 4,2 Mio. Grüne 3,5 Mio. 3,7 Mio. NEOS 0,9 Mio. 0,2 Mio. Team Stronach 0,7 Mio. 0,1 Mio. Quelle: Focus

Helmut Hospodar
Helmut Hospodar

Es ist was anderes wenn Wahlwerbende Gruppen ihre Ideen bewerben, als wenn Parteien, die in der Regierung sitzen, Werbung auf Kosten der Steuerzahler betreiben.

PallasAthene
PallasAthene

Hab noch nichts von den MILLIONEN bei Euch gelesen, die allein NUR Faymann UND Kern in den Linken (Hetz-)Blättern wie Falter,Standard, Kurier und Co VERSENKT haben. Waren auch Steuergelder! Oder habt Ihr darauf „vergessen“ ???

Und was meine Daten anbelangt, NICHT auf das neue Datschutz-Gesetz vergessen, liebe Kontrastler, gell!

Einfach anmelden und keinen Artikel mehr verpassen.
Anmelden
Mit einem Klick auf "Anmelden" akzeptieren
Sie die Privacy Policy von Kontrast.
close-image

Send this to a friend

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können.