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Lehre mit Matura: Warum ist das nicht selbstverständlich?

Lehre mit Matura: Warum ist das nicht selbstverständlich?

Christian Hofmann Christian Hofmann
in Bildung & Wissenschaft
Lesezeit:2 Minuten
26. April 2022
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Seit 2008 gibt es das Programm Lehre mit Matura. In vielen Betrieben kann das Programm in der Arbeitszeit absolviert werden, viele Chefs verweigern das den Lehrlingen aber. Die Gewerkschaft fordert einen Rechtsanspruch auf Lehre mit Matura in der Arbeitszeit und hat erste Erfolge in der Holzindustrie, bei den Banken und in der außeruniversitären Forschung erzielt. 

Im Jahr 2021 gab es 107.000 Lehrlinge in Österreich, jeder zehnte von ihnen nahm die Möglichkeit in Anspruch, eine Lehre mit Matura abzuschließen. Seit es das Programm „Lehre mit Matura“ gibt, ist die Anzahl der AbsolventInnen kontinuierlich gestiegen – von knapp 1.200 Personen im Jahr 2013 auf  über 10.853 im Jahr 2021. Gleichzeitig brechen auch viele Lehrlinge ihre Teilnahme am Programm wieder ab, bis 2020 waren es mehr als ein Drittel (36%) aller ursprünglichen TeilnehmerInnen. Vielfach scheitern die Lehrlinge an der dreifachen Belastung zwischen Betrieb, Berufsschule und Matura-Vorbereitungskursen, abseits von Wien kommen auch noch Wegzeiten zwischen Betrieb, Kursort und Wohnort dazu.

Lehre mit Matura in der Arbeitszeit als Rechtsanspruch

Die Lehre mit Matura kann aktuell in drei Varianten absolviert werden: In der Arbeitszeit, in der Arbeitszeit mit einer Lehrzeitverlängerung und in der Freizeit. Die Entscheidung ob ein Lehrling die Möglichkeit bekommt, die Kurse in der Arbeitszeit zu absolvieren, liegt beim Chef. Die Lehrlinge wünschen sich, das Programm in der Arbeitszeit absolvieren zu können – außerhalb der Arbeitszeit steigt die Belastung und die Abbruchwahrscheinlichkeit. Daran arbeitet die Gewerkschaft GPA im Rahmen ihrer Kollektivvertragsabschlüsse.

Mit dem Kollektivvertrag der außeruniversitären Forschung gibt es jetzt erstmals einen Rechtsanspruch für Lehrlinge, mindestens 520 Stunden der Vorbereitungskurse auf die Arbeitszeit anzurechnen. Bei einer Lehre im Bank-Bereich gibt es mindestens fünf Tage bezahlte Freistellung pro Jahr zur Prüfungsvorbereitung. Und mit dem neuen Kollektivvertrag für die Holzindustrie gibt es eine wöchentliche Anrechnung von bis zu 8 Stunden auf die Arbeitszeit. Viele Unternehmen beklagen sich über den Mangel an Fachkräften: Die Garantie, die Lehre mit Matura in der Arbeitszeit absolvieren zu können, ist ein Baustein von vielen, um die Lehre real aufzuwerten.

Parlament Das Thema "Lehre mit Matura" im Parlament

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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