Tausende Pendler:innen fahren täglich nach Luxemburg. Ihre Autos und LKWs verstopften lange die Straßen und verschmutzten die Luft. Das änderte sich vor sechs Jahren. Seit 2020 können die Luxemburger mit Bus, Straßenbahn und Zug fahren – und das völlig gratis. Eine Maßnahme zum Schutz des Klimas.
Die Luxemburger müssen keine Tickets mehr kaufen, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel im Land nützen. Auch Touristen bezahlen keinen Cent. Luxemburg ist das erste Land der Welt, in dem Öffis kostenlos sind. Lediglich jene Fahrgäste, die 1. Klasse fahren wollen, müssen für ihre Fahrt bezahlen.
Das Ganze kostet etwa 41 Millionen Euro. Das Personal, das früher bei den Fahrkartenschaltern gearbeitet hat, wurde in den Fahrgäste-Service eingewechselt.
Luxemburger standen 33 Stunden pro Jahr im Stau
Luxemburg-Stadt, die Hauptstadt des Landes, hat jahrelang unter Stau und schlechter Luft gelitten. Knapp 138.000 Menschen leben dort. Doch die Wohnpreise steigen, die Luxemburger werden in umliegende Städte verdrängt. Täglich pendeln etwa 400.000 Menschen in die Stadt, um zu arbeiten. Ist Luxemburgs Bevölkerung seit 2000 um ein Drittel gewachsen, haben sich die Pendler aus dem Ausland mehr als verdoppelt. Und auf ihrem Weg stehen sie oft im Stau. Laut einer Studie verbrachten sie vor 10 Jahren durchschnittlich 33 Stunden im Stau.
Öffis kostenlos zu machen war das erste große Projekt der Regierung von Xavier Bettel. Er war 2013 bis 2023 Premierminister und ist aktuell Außenminister und Vize-Premierminister von Luxemburg.
Bis 2030 nur noch Elektro-Busse in Luxemburg
Schon im Sommer 2018 hat Luxemburg öffentliche Verkehrsmittel für Kinder und Jugendliche unter 20 kostenlos gemacht. 2020 ging die Regierung einen Schritt weiter, damit alle mit dem Bus statt mit dem Auto fahren. Für die Bürger:innen wurde der Arbeitsweg gratis – und es schont die Umwelt.

Die gratis Öffis waren Teil einer umfassenden Agenda zur Verkehrswende. Sie umfasste:
- Ein Park and Ride-System soll die Pendler noch vor der Stadtgrenze abfangen
- Eigene Pendlerspuren für Autos ab drei Insassen
- Das Radwegnetz wollte man mit einem Ausbau auf 1100 Kilometer verdoppeln
- Das Busnetz wurde neu oragnisiert und eine Schnell-Straßenbahn sollte die Zentren verbinden.
Ziel war eine Reduktion des Individualverkehrs. Expert:innen kritisiereten die Maßnahmen als nicht ausreichend: Vor allem mehr Stationen auf den bestehenden Routen seien notwendig, um das Reisen mit den Öffis wirklich attraktiv zu machen.
Das Ziel das Landes ist, dass ab 2030 nur noch Elektro-Busse im Land unterwegs sein. Das soll zusätzlich die CO2-Emissionen reduzieren.
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Das Land mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 5 Mio. Euro?