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Für euch stehen wir zusammen: Die Opfer der Terror-Nacht

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Keynesianismus einfach erklärt

Keynesianismus einfach erklärt// Photo by Jacek Dylag on Unsplash

Alina Bachmayr-Heyda Alina Bachmayr-Heyda
in Sicherheit & Justiz
Lesezeit:3 Minuten
5. November 2020
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Am Montag starben vier Menschen durch den Terroranschlag in der Wiener Innenstadt. Sie starben wahllos, um Angst und Schrecken in der ganzen Bevölkerung zu verbreiten. Wir wollen uns an sie erinnern. 

Vier Menschen waren Montag Abend zur falschen Zeit am falschen Ort. Sie waren in der Arbeit, gingen von der Arbeit nachhause oder wollten einfach am letzten Tag vor dem Lockdown noch im Schanigarten sitzen. Der Terrorist erwischte sie ohne Vorwarnung und riss sie aus dem Leben – ein unglaublicher Verlust für Familie, Freunde und Kollegen. Ein Verlust für uns alle. Ihre Geschichte wurde am Montag plötzlich beendet, weshalb wir sie nochmal erzählen wollen – soweit bekannt und von den Angehörigen erwünscht.

Angewandte-Studentin im Dienst

Eines der Opfer ist eine Studentin der Angewandten. Die junge Frau kam aus Deutschland nach Wien, um zu studieren. Gerade hat sie eine neue Wohnung gefunden, ihrer Mutter war deswegen gerade zu Besuch in der Stadt. Neben dem Studium arbeitet die junge Frau im Restaurant Salzamt im Ausgeh-Viertel der Stadt. Im Schanigarten des Lokals wird sie getroffen und erliegt im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Die Angewandte trauert öffentlich um ihre Studentin. Ein weiterer Student der Kunstuni wurde ebenfalls beim Anschlag verletzt, kann aber erfolgreich behandelt werden. Die Universität bietet ihren Mitarbeitern und Studierenden Unterstützung an. “Die Angewandte wird alles tun, um alle betroffenen Universitätsangehörigen bestmöglich in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen”, postet der Direktor auf Facebook. Es soll psychologische Unterstützung für die Studiengänge der beiden Opfer geben, auch für alle anderen will die Uni Hilfe bereitstellen: “Zögern Sie nicht von den Angeboten Gebrauch zu machen, reden Sie miteinander – lassen Sie uns für einander da sein.” Die Uni hat die schwarze Fahne gehisst.

https://www.facebook.com/dieangewandte/photos/a.231626666964540/3364947136965795/?type=3

Restaurantbesitzer wollte Kundschaft in Sicherheit bringen

Der 40-jähriger Besitzer eines Asia-Restaurants Qiang Li wollte seine Kundschaft in Sicherheit bringen. Er sperrte gerade die Glastüre ab, als ihn die Kugeln des Attentäters trafen. Der Österreicher hatte chinesische Wurzeln und hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Töchter.

Am Dienstag und Mittwoch fanden Gedenkveranstaltungen mit Hunderten Menschen statt.

Engagierte Frauenrechtlerin beim Feierabendbier

Die 44-jährige Managerin Gudrun S. verstarb nahe ihrer Arbeitsstätte bei der Rotenturmstraße. Die langjährige Mitarbeiterin der Firma Tribotecc war im Wiener Büro tätig, wo Metallsulfide für Bremsbelägen vertrieben werden. Nachrufe in den sozialen Medien zeigen, wie engagiert und gut vernetzt sie war. Das autonome Frauen-Mädchen-Lesben-Migrantinnen-Zentrum in Wien dankt ihr für ihren Einsatz: „Viele Jahre hindurch hat sie die Feste nach der Demo am 8. März, dem internationalen Frauen-Kampftag, wesentlich mitorganisiert. Oft saß sie bei den Frauen am Tisch und hatte stets ein offenes Ohr auch für schwierige Lebensrealitäten.“

https://www.facebook.com/FrauenStreikt/posts/746605522868413

Sie war Montag Abend bei einem Feierabendbier mit Kollegen, als der Terroranschlag passierte. Sie erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Ihre Schwester beschreibt sie in einem Standard-Kommentar als beliebten und engagierten Menschen:

„Sie hat sich seit ihrer Kindheit für Schwächere eingesetzt, sie war sehr engagiert im Schutz von Frauen vor Gewalt. Sie war eine große Verfechterin von Toleranz, sie war Betriebsrätin, sie war Mediatorin und wollte immer vermitteln.“

Gudruns Schwester ist sich sicher, dass die Verstorbene nicht gewollt hätte, dass die Reaktion auf ihren Tod Hass ist. Man könne nicht die Welt ändern, schreibt sie, das eigene Verhalten aber schon: „Sie würde euch bitten, wo immer es euch auch in eurem Umfeld möglich ist, grenzt nicht aus, sondern integriert.“

Junger Maler mit nordmazedonischen Wurzeln

In Korneuburg finden sich am Dienstag Menschen vor dem Haus von Nedzip V. ein. Der 21-Jährige war beruflich Maler und spielte in seiner Freizeit Fußball beim FC Bisamberg. Die Gemeinde ist erschüttert, erzählt die Vizebürgermeisterin im Ö1-Mittagsjournal. Die Familie ist im Ort gut vernetzt und beliebt. Man hat bereits Spendenkonten für sie eingerichtet, die Anteilnahme ist groß. Das Kondulenzbuch der Gemeinde war binnen eines Tages voll, sagt die Gemeindevertreterin.

Der Niederösterreicher mit nordmazedonischen Wurzeln traf den Attentäter, der aus dem gleichen Land stammte und ebenso albanischer Moslem war wie er selbst, vor einem Lokal an der Ecke Fleischmarkt/Bauernmarkt. Der junge Maler und Anstreicher wollte, wie so viele andere auch, den letzten Feierabend vor dem Lockdown genießen. Er hatte gerade seine erste Arbeitsstelle nach der Lehre und dem Bundesheer bekommen.

Noch bis Freitag gilt die dreitägige Staatstrauer, um der Opfer zu gedenken. Seit der Aufhebung der Zugangssperre am Mittwoch kommen Menschen vor die Ruprechtskirche im Zentrum der Stadt, um Kerzen anzuzünden und Blumen abzulegen.

Parlament Das Thema "Gedenken" im Parlament

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1 Kommentar
Neuste
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xx1xx
xx1xx
8. November 2020 19:39

Dieser Schock und die Trauer wird uns sehr lange begleiten. Jetzt wo wir die Lebensgeschichte der vier kennengelernt haben, sind sie uns ans Herz gewachsen.

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Antworten

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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